Einzelbild herunterladen
 

meiner

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Sladl- und Landkreis Kanan a. M

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprech-Anschlust Nr. 1237

------

B»»ug«vreis:MonatlichMk. 950. ohne Trägerlobn: Einzelnummer Mk. 40..Samstags50.

Anzeigenpreise: Die 28 mm breite Zeile Mk. 40.; Finanzinserate Mk. 50. N « klame (68 mm breit) Mk. 100.. Inserate, auch laufende, werden nur rum ieweiligen Tagespreise berechnet. Offertengebühr Mk. 20.. Geschäftsstelle: Hammerstrage 9. ____________________ ____________________>

Erfüllungsort ».Gerichtsstand für beide Teile Hanau a.M. FLrPlatzvor- ickrift und Erfcheinungstage der Anieigen wird keine Gewähr geleistet. 3m Falle höherer Gewalt. Streit mw.. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises

Nr. 5

Sams'aa Ssn 8. Januar

1823

W M IHM Ski WM NH

Der französische GewallswMe. Scharfe Verurteilung Frankreichs durch die englische u. amerikanische Presse. Amerika beabsichtigt einzugreisen?

Niemand in Deutschland dürfte wohl er­wartet haben, daß die Pariser Konferenz einen anderen Verlauf nehmen würde, als die frühe­ren Verhandlungen, die zwischen England und Frankreich über die Reparationsfrage ge­pflogen worden sind. In London brach man die Verhandlungen ab, weil sich,aus der Aus­sprache zwischen Bonar Law und Poincarè der abgrundtiefe Unterschied zwischen der englischen und der französischen Auffassung über die Repa­rationspolitik ergab.. In Paris trat man dann vom ersten Tage an mit Sonderplänen auf, die jede Verständigung so gut wie ausschlossen. Entscheidend war der Gegensatz in einem Punkt: England wollte einen vierjährigen, fast vollständigen Zahlungsaufschub gewähren und eine immerhin wirtschaftlich eingestellte Lö­sung des ReparaUonsproblems versuchen. Erst etwaige Verfehlungen, die sich auf Grund der neuen Vereinbarungen herausstellen sollten, waren nach Ansicht Englands den sogenannten Sanktionen" unterworfen. Bis dahin Be­wegungsfreiheit und Erholungsmöglichkeit für Deutschland! Frankreich aber wollte die auf zwei Jahre eingeschränkte Zeit des Zahlungs­aufschubs nicht nur mit Leistungen aller Art, sondern auch mit der Ausbeutung von Pfän­dern und mit der Verhängung schärfster Kon- trolle ausfüllen. Aeußerlich gings zuletzt da­rum, daß Poincare die Hand auf die deutschen Staatsbergwerke und Staatswaldungen legen

wollte Gr wollte, ein zweiterShglock, jeder- zeit fein Pfund Fleischnächst dem Herzen" aus dem deutschen Wlrtschaftskörper schneiden können. Dazu gab Bonar Law seine Geneh­migung nicht, denn England will ja den deut­schen Wirtschaftskörper nicht ans französische Messer liefern, sondern soweit wiederherstellen, daß etwas aus ihm herauszuholen ist: England hielt es für nötig, uns für vier Jahre von den Stricken zu lösen, doch Frankreich wollte uns nur fester binden. Dazwischen eine mittlere Linie zu finden, war eine Unmöglichkeit und deshalb mußte die Konferenz ergebnislos aus­einandergehen.

Die durch den Abbruch der Pariser Konfe­renz ohne unser Zutun geschaffene Lage ist als äußerst ernst zu bezeichnen. Wir scheinen in eine neue Phase der Geschichte eintreten zu sollen, in die Entscheidungsphase des Poincarismus. Letzteren haben drei Jahre englischer Verblendung und deutscher Angstpolitik zu einer Macht emporgezüchtet, die jetzt ihre Opfer verlangt. Und so werden wir uns darauf einrichten müssen, dem bis an die Zähne bewaffneten Frankreich demnächst wehrlos gegenüberzustehen. Es droht einzu­treten, was die deutsche Politik seit dem Waffen­stillstand jo überängstlich zu vermeiden beflissen war und was doch unvermeidlich gewogen zu sein scheint, seitdem der erste falsche Schritt ge­tan wurde: Seitdem das amtliche Deutschland glaubte, Glenienceaus Bluff durch ein hyste­rischesUnannehmbar" abweisen zu können, um» als das nicht sogleich sichtbaren Erfolg hatte, in der Neroenkrise desUnterzeichnen! Unterzeichnen!" zujammenzuklappen. Poin- carè droht jetzt, nachdem er auf der Pariser Konferenz die Handlungsfreiheit erlangt hat, mit seinen Anschlägen auf den Bestand, auf die Einheit des Deutschen Reiches Ernst zu machen. Und er wird Ernst machen darüber wollen wir uns nicht einen Augenblick täuschen. Der Einmarsch ins Ruhrgebiet ist sür Poincarë eine beschlossene «ache. In Frage steht nur noch der Termin, zu dem die bereitstehenden Truppen Marsch­befehl erhalten werden. Die Ansichten darüber gehen, wie aus Paris gemeldet wird, ausein­ander. Nach der einen Version wird Poincarè den 15. Januar abwarten, an dem Deutschland "ach dem Londoner Zahlungsplan 500 Millia­uen Goldmark zu entrichten hat; nach einer anderen Darstellung hält die französische Re­gierung die von der Reparationskommission in der vergangenen Woche festgestellte Nichter- sullung Deutschlands, zu der sich in den näch­sten Tagen voraussichtlich die Konstatierung einer weiteren Verfeylung mit den Kohlen- steferungen gesellen wird (siehe besondere Mel­dung), bereits für eine ausreichende Rechts- grundlage, um die ihr geeignet erscheinenden Sanktionen d. h. in diesem Fall die Be- sthung des Ruhrgebiets spielen zu lassen. So oder so: Der Säbel des Mirs Hall Foch WuL umgeschnallt werden.

Die Tatsache darf von keiner Seite ver­schleiert werden, daß die nächsten Tage und Wochen die deutschen Lande mit den allerschwer­sten Gefahren bedrohen. Es ist wohl die schwerste Krisis, die seit Waffenstillstand und Friedensdiktat zu bestehen war. Aber sie muß einmal durchgemacht werden, früher oder iväter. Hätten wir 1919 den Mut gehabt diese Krisis zu bestehen, das heißt Frankreich vor die Wahl zu stellen ob es der Stimme der Vernunft Gehör geben oder dem Wahnsinn des Poin­carismus die Zügel schießen lassen will, so wäre uns das Londoner Ultimatum erspart geblie­ben. Und hätten wir 1921 den Mut gehabt, so wäre die Krisis heute wahrscheinlich schon über­wunden. Die Versailler Unvernunft muß einmal revidiert werden und zu einer Gesundung gelangt man eben nur durch eine Krisis hin­durch. Dle neuesten Forderungen Poincarès find so gestellt, daß sie nicht erfüllt werden kön­nen. Das weiß auch der Franzose genau. Die Pfänder können nicht gegeben werden; würden sie gegeben, dann brächten sie nicht den von ihnen errechneten Nutzen. Auch das weiß er. Brachten sie aber durch ein Wunder! die erwartete Goldmilliarde im Jahr dann würden die deutschen Finanzen, die deutsche Währung, die deutsche Volkswirtschaft so zerrüttet, daß das als ein neuer Beweis für Deutschlands schlech­ten Willen, als beabsichtigte Verfehlung ausge­legt werden könnte. Man mag es drehen und winden m man will, mag von Frankreichs. Politik und ihren Zielen glauben, was man will, kein vernünftiger Mensch auf dem ganzen weiten Erdenrund wird ehrlicherweise bestrei­ten können, daß es gar keine Möglichkeit für Deutschland gibt, die von Poincarö am Schlüsse seines Programms angedrohtenSanktionen" zu vermeiden. Eine deutsche Regierung, die Poincarès Programm annähme, um größere Gefahren abzuwenden, könnte verfahren wie sie wollte: Zuletzt würde Foch ins Ruhrbecken marschieren und Poincarè durch die G-kGru^g daß die Räumungsdaten für ba-s besetzte Ge­biet aufgehoben seien, die Annexion des Rhein- landes vollziehen.

Deshalb nicht verzagt, sondern Mut gefaßt. Auch der Poincars'sche Wahnsinn wird sich aus- rasen aber er wird, darüber soll sich Poin- caré nicht täuschen, letzten Endes die Atmo­sphäre hinterlassen, die vor mehr denn 100 Jahren Napoleon erzeugt Hal und aus der her­aus schließlich die gewaltige Freiheitsbewegung nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa entstanden ist R. H.

Aus der Schlußsitzung der Pariser ävnferenz.

Paris, 5. Jan. Havas teilt über den ersten Teil der gestrigen Nachmittagssitzung der Kon­ferenz noch folgendes mit:

Toretta ergriff als erster das Wort und wies in langen technischen Ausführungen nicht allein vom italienischen Standpunkte, sondern in allgemeiner Form den englischen Ent­wurf zurück. Er schlug vor, den Verhandlungen seinen eigenen Plan wegen dessen versöhnlichen Charakters zu Grunde zu legen. Darauf brachte Bonar Law als Antwort auf die Kritik Poincarès ein langes Memorandum ein. Dieses bestätigte die Zugeständnisse im ein­zelnen, die er am Tage vorher gemacht hatte als er die n"f die Aufgabe der belgischen Priori­tät bezüglichen " Stimmungen des englischen Entwurfs zurückzog.

Im übrigen hat, nach der Mitteilung von Havas, die G e s a m t a n l a g e des englischen Planes durch die neue Note Bonar Laws keine Aenderung erfahren, sie sei vielmehr noch ver­schlimmert worden durch den Vorschlag, einen Bankierausschuß einzusetzen, der als Vertreter der wahrscheinlichen Auffassung der etwaigen Geldgeber^' zu beurteilen hatte ob Pfänder in Deutschland beschlagnahm! werden sollten oder nicht. Poincarè erklärte in einigen Worten, daß das neue Dokument seine Ansicht niesn beeinflussen könne, da ja der Wider stard gegen die Ergreifung von Pfändern darin offen mit aller Entschieden- heit zum Ausdruck komme. Er erkannte die Be­mühungen des italienischen Entwurfs um einen Ausgleich der Gegensätze an. Der französische Plan hätte diesem so nahe wie möglich gestan­den. Er bedauere, daß diese Bemühungen von

englischer Seite nicht besser gewürdigt worden seien.

In der Sitzung nach der Pause betonte, wie Havas ergänzend berichtet, Poincarè die N u tz - I o f i g t è i t der weiteren Ausdehnung der Verhandlungen. Bonar Law, der die Vertagung der Sitzung auf heute varge- rdangen hatte, damit über den italienischen Plan verhandelt werde, schloß sich hierauf der Auf­lassung Poincarès an. Er verlas alsdann seine Schlußerklärung, die er gemeinsam mit dem Unterstaatssekretär im Foreign Office, Sir Crowe nach telephonischer BeGrschung mit Lord Curzon aufgesetzt hatte. Während der Ueberfehung bereitete Poincarè in aller Eile seine Antwort vor.

Die Reparatur? skammMon in SMi-k^t.

Paris 5. Jan. Die Reparationskommission hielt heute morgen eine Sitzung zur Regelung der laufenden Angelegenheiten ab. Man er­wartete mit einer gewissen Neugier, ob die englische Delegation trotz des Fehlens Brad­burys der Beratung beiwohnen werde. Sie war heute morgen durch den Beigeordneten Ksmbal Cook vertreten. Der Vorsitzende D a r- t h o u bat die Kommission, morgen zur Prü­fung der Frage der deutschen Verfeh­lungen bei den Kohlenlieferungen wieder zusammen zu treten. Dieser Vorschlag ist einstimmig angenommen worden. Die Re­parationskommission wird daher morgen zur Beratung dieser wichtigen Frage zusammen­treten. Die englische Delegation wird dieser Sitzung beiwohnen. Unter den laufenden Angelegenheiten, die heute morgen erörtert wurden, ist besonders die italienische Z8 rderung auf d eutsche......Schiffe hervorzuheben. Die Kommission nahm Kennt- nis von der Auslegung des Artikels 3 des Finanzübereinkommens vom 11. März bezüg­lich des Ausgleichs für die Sachlieferungen im Jahre 1923 und von der Tatsache, daß diese Auslegung von den Delegierten einmütig ge­billigt worden war, sowie von dem Bericht des Sachlieferungsausschusses bezüglich der Resti- tutionskosten für 1923. Die Kommission prüfte schließlich noch die Frage der Schulden Danzigs und die Frage der Durchführung des Vertrages von Trianon sowie noch èinige andere minder wichtige Angelegen^ besten. Außer morgen vormittag wird die Kommission auch am Dienstag nachmittag zu- sammentreten. Es ist wenig wahrscheinlich, daß die Frage des Moratoriums in der morgi­gen Sitzung aufgeworfen wird, die von der Kohlenfrage völlig in Anspruch genommen sein dürste.

Die deutsche Regierung soll über die kohlen- lieserungea gehört werden.

Paris, 5. 3an. Der diplomatische Mit­arbeiter der Agcnce Havas ist zu der Mittei­lung ermächtigt daß die Reparationskommis­sion im Einklang mit der Dertragsbe^limmung der deutschen Regierung Gelegen­heit g e b e n werde, von der Kommission über die angeblichen deutschen Verfehlungen bei den Kohlenlieferungen für 1922 gehört zu werden. Die Verhandlungen über diese Frage würden morgen vormittag in der Reparationskommission beginnen, wobei auch die englische Delegation vertreten sein werde. Die Reparalionktommifsion werde die deutsche Regierung auffordern, ihre Bemerkun­gen vor der Kommission an einem nahe bevor­stehenden Tage, etwa am Montag oder Diens­tag, mündlich vorzubringen. Die Entscheidung über diese Frage werbe demnach wahrscheinlich erst M l t t e n ä ch st e r Woche fallen.

Das deutsche Kohlenlieferungrsoll gegenüber Frankreich und Luxemburg ist von der Reparalions. kommission für die Monate Januar bis November 1922 aus 13,8 Millionen Tonnen festgesetzt worden; tatsächlich geliefert worden sind 11,7 Millionen Ton­nen. Das Defizit, wegen besten Frankreich Klage bei der Revarationskommission führt, beträgt dem- nach rund 2 Millionen Tonnen. Ein von der sran- zösischen Regierung gestern ausgegebenes amtliches Communiquè sucht in drei langen Spalten das Manko ausschließlich dem angeblichen Mangel an gutem Willen auf deutscher Seite auszubürden. Die geringfügige Steigerung der deutschen Lieferungen in den letzten drei Monaten könne nicht als Beweis für eine besondere Anstrengung Deutschlands ange- sehen werden da sie in keiner Weise der Steigerung der Produktion in der gleichen Zeit entspreche. Daß der Selbstverbrauch an Kohlen auch in Deutschland im Winter größer ist als im Sommer und daß Deutschland mit Oberschlesien einen sehr beträcht­lichen Teil seiner Kohlenproduktion verloren hat darüber geht das französische Dokument stillschwel- aend hinweg. Eine Irreführung liegt sodann in der Behauptung, die von Deutschland auf Grund (einer

Reparationsverpflichtungen ausqeführten Lieferun» gen blieben beträchtlich hinter dem deutschen Vor­kriegs-Export nach Frankreich und Luxemburg zu­rück, denn es ist doch auch den Sachverständiaen der französischen Regierung nicht unbekannt, daß Deutsch, land die Kohle, die früher in die lothringischen Hüt­ten gewandert ist, heut für die ins Inland verlegt«- Eifenproduktion benötiat. Das französische Ver­langen nach der Feststellung einer vorsätzlichen Nichterfüllung wird weiterhin damit begrün­det, Frankreich könne mit Rücksicht auf seinen eige­nen Bedarf nicht das geringste Manko in den deut­schen Lieferungen dulden. Was von bicferu Argu­ment zu halten ist, zeigt die Tatsa-be, daß Frank­reich, wie dies von uns in einem sännst veröffent­lichten Artikel nachgewiefen worden ist, nicht nur keinen Mangel, sondern im Gegenteil einen Ueberschuß an Kohle hat, für den es zu Schleu­derpreisen tm Ausland Abnehmer suchen mufj. Im sichre 1921 hat Frankreich nicht nur 2,3 Millionen Tonnen inländische Kohlen, sondern auch 4,2 Mil­lionen Tonnen Saar- Kohle dao sind rund mehr als 60 Prozent der Produktion des Saar« aebietes au-aeführt. Für das Jahr 1922 liegen abschließende Ziffern noch nicht vor; '^ die Ver- hâitniffe sich aber nur wenig aeänben "haben, geht daraus hervor, daß die im Vorfahr eingeführten nrohibinven Maßnahmen zur Fernaaltung der Saar-Kohle von Frankreich nicht aufgehoben wor­den sind.

Was die französische Regierung mit ihrem Antrag t n Wirklichkeit b « zweckt, be­darf nach den Ereignissen der letzten tage wirklich keiner weiteren Erläuierung: wie die Rückstände in den Holzlieferungen die Beschlagnahme der deut­schen Forsten zu rechtfertigen beftimn : sind, so soll der verlangte neue Beschluß der Rcparationskom- mission den von Frankreich geplante, Maßnabmen :m Ri-braebiet (Erhebung der Kohlensteuer, Kon- trolle über die Produktion, Errichturg einer Zoll­barriere aegen das Reich) als formier Vorwand dienen Auch für den unwabrscheinlic en Fall, daß die Reparation?"ommifsion eine corfäMtrhe Verfeh­lung nicht auslprechen sollte, baut d. s Memoran­dum der französischen (Regierung berst 5 nor, indem es errlän. dah au sich der Beschluß de Sommifpan in der cholz-raae bereits a u s r e i ch e, um die Anwendung von Sanktionen durch bie einzelnen Regierungen zu rechtfertigen.

Amerika und das Mepar^ttous- prvblem.

Paris, 5. Jan. Wie derNewark Herald" aus Washington meßet, hatte der amerikanische Botschafter Harvey gestern eine lange Unterredung mit Harding und verhan­delte dann mit Hugbe s. Es verlautet, daß sowohl der engsischz Boksch"^"r Geddes als auch der französische Botschafter I u f s e r a n d dieser Konferenz beigewohnt hätten und daß die Vereinigten Staaten in der Hoffnung, die Reparationsschwierigkeiten beheben zu können, zu vermitteln suchten. Es verlaute auch, daß der Senotsaurschu^ für auswärtige Angelegenheiten beschlossen hätten, dem S e not bereits in einigen Tagen über die Reso­lution Robinson, die die offizielle Der- tretung Amerikas in der Rèvarâtronskommijsion (ordere, Bericht zu erstatten. Nach derChi­cago Tribune" soll Harding versprochen haben, das Seinige zur beschleunigten Erledigung der Resolution zu tun.

Washington, 5. Jan. In einer im Senat ge­haltenen Rede erklärte Robinson bei Be­sprechung feiner Resolution über die Ernennung eines amerikanischen Vertreters für die Repa­rationskommission, die heutige amerikanische Politik des Beileitestebens habe Mißtrauen in der Welt hervorgerufen. Amerika wäre jetzt durch das amerikanische Interesse dadurch ge­trieben, eine hilfsbereite Stellung einzunehmen. Senator Lodge sagte, er sehe keine Bedenken, die Resolution Robinson an die Kommission für auswärtige Angelegenheiten zu verweisen. Diese wird morgen zusammentreten.

r»n»*n, 6. F«n. Der Lon^-ner Berichterstatter »e»Manchesteruari'.an* schreibt, wenn Frank­reich wesen der Besetzung und der produktiven Garantien marschiere, so werde England eS verlassen. Der Berichterstatter fragt, war Amerika tun werde, nachdem der Biuch erfolgt 'S und Fran!, eich gegen seinen Hauptaüuerten beschlossen habe, da» Rukr»ebiet zu btsetzen und s» alle Hoff­nungen auf die Wiederherftellunfl Deutschlands zer­störe. 8» werde in amerikanischen Kreise, in London erwartet, da» Amerika nicht länger davon Abstand nehmen könne, eine freundschaftlich« Aktion jur Rettung Deutschland» vor Frankreichu. zur Rettung Frankreich» vor sich selbst zu unternehmen.

Man erwarte in unterrichteten Kreisen, daß Amerika

»an neuem starke und formelle Vorstellungen bei Frankreich erheben werde und zwar stufst dieß ormelle Eiklärung durch Amerika erfolgen, bevor Frankreich fieb unnudriruflich fest lege.

Doltür (10 llin oorm.) 8500