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Dienst den 2. Januar

Set- 3

Nachbewilligung für die Landwege-Unker- Hattung für 1922.

Der am 10. September 1921 vom Landes­bauamt aufgestellte und vom Kreistag am 5. November 1921 genehmigte Kostenanschlag für die Unterhaltung der Landwege im Rech­nungsjahr 1922 ist hinsichtlich der Ansätze für Löhne und Materialien nach den inzwischen sprunghaft gestiegenen Löhnen und Material- preisen unzulänglich, sodaß zu dem bereitge­stellten Betrag von 580 000 Mk. noch 8 022 000 Mark durch Nacherhebung von Kreissteuern zu Hecken sind. Der Vorlage wurde nach kurzer Debatte zugestimmt.

Der nächste Punkt befaßte sich mit der

Erhöhung des Kostenanschlogs für die Unter­haltung her Landwege im R.J. 1923.

Der vom Kreistag am 6. November v. I. genehmigte Kostenanschlag für die Landwege- stnterhaltung 1923, der mit 3 470 000 Mk. ab­schließt, ist hinsichtlich der veränderten Löhne und Materialpreise einer Nachprüfung unter­zogen worden. Das Landesbauamt hat festge- tellt, daß zur Ausführung des Kostenanschlags inter Hinzurechnung eines Zuschlags von 100 )om Hundert 68 Millionen Mark erforderlich ind. Da das Straßennetz des Landkreises Hanau sich in einem sehr schlechten Zustand be- sindet, kann von einer Einschränkung der Unterhaltungsarbeiten keine Rede sein, sodaß die erforderlichen Mittel aufgebracht werden müssen. Um einer weiteren Steigerung der Materialpreise vorzubeugen, empfiehlt fick, daß die erforderlichen Materialien sofort angekauft und im Laufe des Winters noch an die Ver­wendungsstelle angefahren und dort zerkleinert werden. Hierzu fehlen der Kreiskommunal­kasse aber die Mittel, sodaß es notwendig ist, diese durch ein kurzfristiges Darlehen aufzu­bringen, bis durch den nächstjährigen Kreis­haushaltsplan laufende Einnahmen zur Ver­fügung gestellt sind.

Zu den beiden letzten Tagesordnungspunk­ten wurde dem Beschluß des Kreisausschusses beigetreten, der die Nachbewilligung der für die Landwogeunterhaltung in den Rechnungs­jahren 1922 und 1923 erforderlichen Mittel und Genehmigung einer kurzstistigen Anleihe bis zum Betrage von 31150 000 Mark mit der Maßgabe beantragt, daß diese Summe in den nächstjährigen Kreisbaushaltsplan als ordentliche Einnahme einzustellen ist.

Punkt 5 behandelte die

Pflasterung des Landweges in Ostheim, wozu vom Herrn Landrat erklärt wurde, daß der Kostenanschlag sich rund verdoppelt habe und 2 Millionen Mark betrage. Mit Rücksicht auf noch notiger^ vorliegende Arbeiten emp­fehle der Kreisausschuß, von einer Pflasterung abzusehen und die Straße neu einzudecken. Zu dem Punkt sprach eine ganze Reihe von Rednern. Besonders warm trat Herr H ar­te n f e l l e r - Ostheim für die Pflasterung der Straße ein. Auf Vorschlag des Vorsitzenden stimmte der Kreistag schließlich der Pflasterung der Straße zu unter der Bedingung, daß die Gemeinde Ostheim eine Anleihe von 2 Millio­nen Mark zur Verfügung stellt, die in 5 Jah­ren amortisiert sein soll.

Beim nächsten Punkt der Tagesordnung Dräckenbauken in Gronau und Niederdorfelden bat Herr Landrat Kaiser den Kreistag, seinen letzten Beschluß, der den Bau beider Brücken vors^l- zu revidieren und in Anbetracht der betr ^utcG'n Kosten vorerst nur eine Brücke zu bauen, da auch die Langenselbolder Brücke wesentlich teurer als veranschlagt komme.

Sladtthealer Kanau.

Bunker Abend.

Als Silvesterfeier gab man nach alter Ge­pflogenheit einen Bunten Abend, der ein bis auf den letzten Platz gefülltes Haus aufwies. Der 1. Teil der Veranstaltung wurde von der be­kannten komischen OperDie schöne Galathee" von Supps. bestritten. Während der musterhaft ousgeführten Ouvertüre war schon die rechte Feststimmung geschaffen, die den ganzen Abend hindurch anüauerte. Die Darstellung des an köstlicher, sprudelnder musikalischer Erfindung reichen Werkes, für das der Spielleiter, Herr Dir. Poetsch, einen sehr wirkungsvollen Rahmen geschaffen hatte, stand durchaus auf der Höhe. In der Titelrolle feierte Frl. F ö r - st er, musikalisch und darstellerisch gewinnend, Triumphe. Herr P e i tz k e r war ein vornehmer Pygmalion. Keck und drollig gab Frl. E r l den Diener Ganymed, und Herr Herberg erfüllte seinen Mäzen Mydas mit erschütternd drasti­schem Humor. Der Beifall des Publikums war überaus stürmisch. Zum Schluß der Aufführung mußte auch Herr Kapellmeister H e i n s, der der kleinen Oper ein kongenialer Interpret war, auf der Bühne sich sehen lassen. Was sonst an diesem Abend noch geboten wurde, war recht abwechslungsreich. Eine Ueberraschung bedeu­tete das Auftreten des Herrn Kullmann, als Liedersänger. Seine Lieder wurden mit beseel­tem Ausdruck gesungen. Der Künstler wurde außerordentlich warm gefeiert, ebenso Herr Ortmann, dessen Chansons mit Geschmack und Temperament vorgetragen wurden. Stür­misch bejubelt wurde auch Frl. Urban nach ihren gesanglichen Darbietungen. Es wäre zu empfehlen, der Dame, die schon alsSorte" im Schwarzwaldmädel gut gefiel, mehr Ge­legenheit zur Entfaltung ihrer , Kunst Ar geben. Heiterkeit erregten die Da­men Fräulein Ballin und Brix mit ihren sehr wirkungsvollen Vorträgen. Viel An­klang fand wieder Herr H o f e m mit seinen

Durch die beim Bau zutage getretenen Schwie­rigkeiten sind die im November vorgesehenen Kosten von 4,8 Millionen auf 13,5 Millionen Mark gestiegen. Die erhöhten Ausgaben seien durch die Schwierigkeiten entstanden, auf die man beim Fundamentbau im Gelände stieß, aber der Betrag von 13,5 Millionen Mark dürfte als ausreichend angesehen werden. Von den verschiedensten Rednern wurden die Schwierigkeiten besprochen,, aber nach den Er­klärungen des Herrn Baurat Manns war man sich einig, daß ein Verschulden der Bauleitung nicht vorliegt, sondern elementare Verhältnisse, insonderheit die ständige Hochwassergefahr des letzten Jahres, einzig und allein in Betracht komme.

Es wurde schließlich beschlossen, den Bau der Niederdorfelder Brücke in den Etat des nächsten Jahres einzustellen.

Der letzte Punkt der Tagesordnung betraf den

2. Nachtrag zum Kreishaushallsplan für 1922, der in Einnahmen und Ausgaben mit Mk. 90 446 000 balanziert. Herr Bürgermeister Lind wandte sich nach einer Zustimmungs­erklärung zum Etat gegen eine Aeußerung des Herrn Landrats in seiner Eröffnungsansprache, als habe die Landwirtschaft die Sammlung Kinder in Not" boykottiert. Bei Beurtei- tung des Ergebnisses dürfe nicht übersehen werden, daß zu gleicher Zeit der große Opfer­tag für unsere großen öffentlichen Anstalten und die Sammlung für die Anstalten in Ha­nau stattgefunden haben, für die beide eben­falls große Beträge von der ländlichen Bevöl­kerung aufgebracht worden seien. Die Land­wirtschaft verschließe sich nicht der herrschenden Not, sondern sei getragen von dem Bestreben, diese Not nach Kräften zu lindern. Herr Landrat Kaiser erwiderte, trotz der verschiede­nen Sammlungen in einigen Gemeinden des Kreises hätte das Resultat ein günstigeres sein können. Er sei aber sehr dankbar, wenn er bei späteren Sammlungen weiteste Unter­stützung finden werde.

Der Kreistag faßte dann folgenden Be­schluß:

Dem Nachtragsetat wird zugestimmt.

Zur Deckung des Fehlbetrages von Mk. 26 366 000 Mk. sind außer der am 6. Novbr. 1922 beschlossenen Kreissteuerumlage weitere Kreissteuern nach folgendem Verteilungsmaß­stab auszuschreiben und auf die kreisangehöri­gen Gemeinden und Gutsbezirke umzulegen:

20 Proz. von 26 366 000 Mk. = 169 Proz. des Reichseinkommensteueranteils der Ge­meinden und Gutsbezirke,

40 Proz. von 26 366 000 Mk. = 11 752 Proz. des Grundsteuersolls,

15 Proz. von 26 366 000 Mk. = 3834 Proz. des Gebäudesteuersolls,

25 Proz. von 26 366 000 Mk. 2660 Proz. des Gewerbe- und Betriebssteuersolls.

Der Kreisausschuß wird ermächtigt, die Mittel zur Bestreitung der Kosten a) für den Neubau der Brücke in Langenselbold, b) für die Beschaffung zweier Heizkessel für die Zen­tralheizung des Kreishauses, c) zur Voraus­beschaffung der Materialien der Unterhaltung der Landwege im R.-J. 1923 im Gesamtbe­trags von 49 350 000 Mk. im Wege der Dar- lehnsaufnahme zu beschaffen.

Nachdem unter Verschiedenes Herr Bürger­meister Lind noch Klage geführt, daß man neben dem Strompreis auch noch Transsorma- torenmiete erhebe, schloß Herr Landrat Kaiser um 6 Uhr die Sitzung.

Liedern zur Laute. Herr Badewitz e^e Nummer für sich fang mit gewohntem Erfolg seine Couplets. Auch Terpsichore kam zu ihrem Recht. Frl. Braun und Brocke, beide voll Feuer und Frische, tanzten einen Walzer und einen Czardas und erwiesen sich als anmutige und gefällige Tänzerinnen. Die Orchester- und Klavierbegleitung des bunten Teils lag in den Händen der Herren Kapellmeister Z ü l ch und Ludwig. Der Serenissimus (Herr Gurk), der im 1. Rang mit seinem Stabe Platz ge- nonimen harte, war eine köstliche Type, die zu der ausgelassenen Laune der Zuschauer paßte. Zu danken bleibt noch Herrn Oberspielleiter Schwarz, der ein geschickter Konferenzier war. Möchten seine an das Publikum gerichteten Neujahrswünlche in Erfüllung gehen!x?

Spielplan der Frankfurter Theater.

Opernhaus. Dienstag, 2. Jan., 614 UhrDer Rosenkavalier". Mittwoch, 3. Jan., 3 Uhr Tuttifäntchen". Abends 7 UhrDer Waffen­schmied". Donnerstag, 4. Jan., 6% Uhr Carmen". Freitag, 5. Jan., 7 UhrDie Boheme". Samstag, 6. Jan., 6^ UhrDie Frau ohne Schatten". Sonntag, 7, Jan., 6N UhrMargarethe". Montag, 8. Jan., 7 Uhr Die verkaufte Braut". Dienstag, 9. Jan., 7 UhrDie Jüdin". Mittwoch, 10. Jan., 6% UhrDie Afrikanerin".

Schauspielhaus. Dienstag, 2. Jan., 7 Uhr Die lustigen Vagabunden". Mittwoch, 3. Jan., 754 UhrGyges und sein Ring". Don­nerstag, 4. Jan., TA UhrDas Postamt". Hier­auf:Die Geschwister". Freitag, 5. Jan., 7« UhrMohrenwäsche". Samstag, 6. Jan., 1% UhrDes Esels Schatten". Sonntaa, 7. Jan., nachm. 3>4 UhrUeber unsere Kraft", 1. Teil. Abens 1% UhrEin Sommernachtstraum". Montag, 8. Jan., UhrDes Esels Schatten". Dienstag, 9. Jan., VA UhrDer Geschla­gene". Mittwoch, 10. Jan., 7^ UhrDe­metrius". Hierauf:Wallensteins Laaer".

* Stadtthsaler. Heute Dienstag abend VA Uhr (1. Vorst, im Dienstag-Abonn.):Ver­wechselt das Frauchen", Schwank in 3 Akten von Otto Härting. Mittwoch, 3. Jan., Uhr (1. Vorst, im Mittwoch-Abonn.):Der ersten Liebe goldne Zeit".

* Allgemeine Lefe^esellichaft Hanau. Der nächste Bücherwechsel der Allgemeinen Lesege- sellschaft findet statt, Dienstag, 9. Januar 1923, vormittags von 9 bis 1254 Uhr und nachmittags von 2 bis 4 Uhr.

* Hafen und Hühner sind in der Nacht vom Samstag zu Sonntag in der Freigerichtstraße an verschiedenen Stellen entwendet worden.

Wetterbericht.

Mitgekellt von her Wetterdienststelle Frankfurt a. M

Der Temperaturrückgann, der bei nordwestlichen Winden einaefreten ist, mgchr bei neuer Trübung wieder milderen! Wetter Platz.

Vorhersage bis Mittwoch abend: Wolkig, später wieder neue Trübung und Neigung zu Niederschlägen, milder, Südwestwind.

Bus Nah und Fern.

Frankfurt 6. M., 1. Jan. Vor einigen Tagen wurde auf dem Heuboden Eckenheimcr Landstraße 479 die Leiche eines Mannes mit schweren Kopfverletzungen auigefunden. Der Täter wurde am Sonntag Vor­mittag verhaftet. Es ist der am 13. November 1899 in Gießen geborene Gärtner Hans Appel. Er bat, wie er gestand, seinen schlafenden Genossen mit einer Axt erschlagen und beraubt. Mit dem Getöteten hat der Mörder wochenlang an Dreschma'chincn zusammen gearbeitet und stets in bestem Einvernehmen mit ihm gelebt, vielfach mit ihm fosar gezecht und mit ihm oft das letzte Stück Brot geteilt. Am Samstag den 16. Dezember, waren beide bis nachts 1 Uhr in einer Wirtschaft zusammen gewesen und haben sich dann gemeinsam auf dem Scheunenboden zum Schlafen niedergelegt. Als Appel am nächsten Nachmittag aufwachte, merkte er, daß ihm alle Mittel fehlten. Da er auch keine Aussicht aus Verdienst hatte, will ihm plötzlich der Gedanke gekommen fein, den neben ihm schlafenden Freund zu töten und zu berauben. Diesen Gedanken hat er dann mit der Axt, die er in der Scheune auf einem Hackklotz vor- fand, sofort verwirklicht. Nachdem er sein Opfer der geringen Barmittel, der Ubr, der Brieftasche, der Per­sonalpapiere und des Messers beraubt hatte, hat er sich ruhig aus dem bewohnten Gehöft entfernt, wobei er von den ahnungslosen Bewohnern beobachtet wurde. Die Sachen bat ei in Frankfurt in der Herberge zur Heimat für etwa 2000 Mark verkauft. Die Person der Ermordeten konnte noch nicht ermittelt werden.

Frankfurt a. M., 1. Jan. Die drei kleinen Kinder der elsässischen FlüchtlingSehepaareS Franz und Minna Gudat, im Alter von neun Monaten bis zu drei Jahren, wurden in der elterlichen Wohnung bewußtlos aufgefunden. Zwei Kinder starben unter den Händen der sofort alarmierten Rettungswache, das dritte kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus. Anfänglich glaubte man jui Lcwh tM-vergiftung; rir, nähere Untersuchung ergab indes, daß davon keine Rede sein kann. Die Kinder sind au Gift gestorben, daS aber noch nicht genau festgestellt ist. Unter dem dringenden Verdacht, ihre Kinder durch Vergiftung beseitigt zu haben, wurden sofort die Eltern von der Kriminalpolizei verhaftet.

Gersfeld, 1. Jan. Am 1. Weihnachtstage ver­suchte ein Fremder in das verschlossene mit Selbst- geschossen und Warnungstafeln versehene Schutz­haus aus der Wasierluppe einzudringen. Er erhielt dabei einen Ächuß ins Gesicht, der den Verlust eines Auges im Gefolge haben wird. Ob er nur Obdach nehmen oder stehlen wollte, wird die Untersuchung ergeben.

Angstedt (Kr. Arnstadt), 31. Dez. Ein tra­gisches Schicksal setzte dem Leben der hier woh­nenden Ehrleute Schneidermeister Ferdinand jf^ner und seiner Ehefrau Rosamunde ein schnelles Ende. Die im Alter von 61 Jahren stehende Frau war nach kurzer Krankheit ge­storben; der Mann machte sich auf den Weg nach Bennewitz, dem Geburtsort seiner Frau, um sich dort die zur Eintragung des Sterbe­falls in das Standesamtsregister nötigen Pa­piere zu beschaffen. Unterhalb der Sorge fand man wenige Stunden darauf den Ehemann im Straßengraben liegend entseelt auf. Ein Herzschlag hatte dem Leben des 68jährigen Mannes ein schnelles Ziel gesetzt.

Wernigerode, 30. Dez. Der hiesige Verein zur Förderung der Luftfahrt gab in feiner Versammlung' durch den ersten Vorsitzenden bekannt, daß beabsichtigt ist, in allen deutschen Mittelgebirgen Segelflugschulen zu errichten, so auch hier in Wernigerode. Mit dem Bau zweier Schulmaschinen ist bereits begonnen. Die meteorologisch-wissenschaftliche Erkundung des Brockens ist soweit gediehen, daß von dort aus im nächsten Jahre die ersten größeren Konkurret^en abgehalten werden sollen. Der Brocken weist ständige starke Seewinde auf, sowie hohe Aufwinde, gute Unterkunftsmög- L.^ceit und erleichterten Transport durch die Brockenbahn.

Lüchow, 30. Dez. Der Dachdecker G. in Simander wurde in feinem Stall erhängt auf­gefunden. Die Leichenschau ergab, daß G. erst aufgehängt worden ist, nachdem er bereits tot tu ar. Man hat einen Selbstmord nortäufchen wollen. Der Sohn und der zukünftige Schwie­gersohn des Verstorbenen, die mit ihrem Vater auf keinem guten Fuße lebten, wurden unter dem Verdacht, an dieser Mordtat beteiligt zu sein, in Haft genommen. Ob sich der Verda^ bestätigen wird, muß die eingeleitete Unter­suchung ergeben.

Wittenberge, 30. Dez. Einbrecher drangen in die im Jahre 1230 von den Zisterzienser­mönchen erbaute Kirche in Marienthal ein und raubten Altargegenstände im Werte von mehreren hunderttausend Mark.

Vom Bober, fee, 30. Dezbr. Ueber einen bösen Scherz schreibt derTiroler Anzeiger": Fuhr da neulich ein Tiroler Beamter mit einiasn Kollegen nach München, umbillig"

einzukaufen. Als Raucher hatte er es vor allem auf Zigaretten abgesehen, und es gelang ihm, gute Sorten für einige taufend Mark zu er- stehen. Das Rauchmaterial in feinen Kleidern wohl verstaut, gelang es ihm bei der Rückfahrt, glücklich die Zollkontrolle in Kufstein zu passieren. Während seine Kameraden noch bei der Kontrolle anstehen mußten, ging er in das Klosett und zündete sich eine der so glücklich Ge­schmuggelten an. Sie schmeckte vorzüglich und der Bedarf war auf einige Monate gedeckt! Plötzlich klopfte es ganz energisch an die Kloset­türe: Zollkontrolle, aufmachen! Also nicht ein­mal an diesem verschwiegenen Orte war man sicher vor diesen Grünröcken. Oder war er ver­raten worden? Die Zollstrafen sind entsetzlich hoch und er hatte bei der Kontrolle in Abrede gestellt, Verzollbares bei sich zu haben, die Be­hörde irregeführt. Da gab es kein langes Be­sinnen. Aus allen Taschen und Falten des Klei­des wurden die wertvollen Zigaretten gerissen, in die Schale geworfen und derGlockenstrang" ohne Unterlaß gezogen. Endlich war das Werk vollbracht. Kopf hoch, mit zollfreier Miene öff­nete er die Türe. Davor standen aber keine Zollbeamte, sondern seine Kollegen.

Aus aller Welt.

Prozeß Klonte.

Im Klante-Prozeß, der nach den Feiertagen wieder angenommen worden ist, gab gestern der Konkursverwalter Wunderlich ein Gut­achten über das Klantefcke Unternehmen ab. Danack erreichten die Wettaslder insgesamt einen Betrag von mehr als 5 Millionen Mark, die Erlöse daraus aber überstiegen 3000 Mark nur wenig; selbst aus den Büchern ergebe sich eine Einbuße von mindestens 1490 000 Mark. Ganz besonders verwerflich fei die Methode Klantes gewesen, mit Konzerngeldern auf be­stimmte Pferde zu wetten, gleichzeitig aber durch einen vorgeschobenen Buchmacher Wetten auf diese Pferde zu halten. Ein Antrag Klantes, sämtliche Einzahler als Zeugen zu vernehmen, wurde vom Gericht nicht ernst genommen; es sind nämlich allein aus den Bückern 80 000 Einzahler nachgewiesen. Auch ein Versuch, die Liste der großen Wetter und der an dem Ge­schäft beteiligten Adeligen zu verlesen, gelang dem Angeklagten nicht, da ihn der Vorsitzende unterbrach. Klante kündigte darauf interessante Enthüllungen in feinenMemoiren" an.

Lisenbahnzusammenstoß. Ein Eisenbahn­zusammenstoß ereignete sich auf der Strecke BreslauKamenz. Der Personenzug, der den Breslauer Hauptbahnhof in der Richtung Ka­menz verläßt, fuhr kurz vor der Station Schvr'.boru^auf- Liuerr .EütLrzug auf. Drei Wa­gen desselben wurden in Stücke gerissen, wei­tere Wagen beschädigt. Die Maschine des Per­sonenzuges entgleiste. Durch den Anprall war der Gasometer explodiert wodurch der Pack­wagen und der vordere Personenwagen Feuer fingen, das aber durch die Geistesgegenwart des Lokomotivführers sofort gelöscht werden konnte. Das Zugpersonal trug nur geringe Verletzungen davon. Auch von den Pasiagieren wurden etwa 10 Personen nur leicht verletzt Tote sind nicht zu besagen. Der Materialscha­den ist sehr groß. Der Unfall ist auf falsch« Weichenstellung zurückzuführen.

Sport-Nachrichten.

In dem ersten Länderkampf Deutschland gegen Italien unterlag Deutschland 1:3.

*

Hanau 93 verlor am Sonntag gegen den Süddeutschen Pokalmeister Turnverein Augs­burg mit 4:2 Toren (Halbzeit 2:1 für 93). Aus­führlicher Bericht folgt in der Donnerstag- Sportbeilage.

Won der Kinobühne.

* Centraltheater. Der erste Spielplan tat neuen Satire enthält einen hervorragenden Abenteuer­film in 5 AktenSer unheimliche Gast" oder Sturm im Gebirge. Die äußerst fein ausgearbeitete spannende Handlung ist von Sensationen geschickt durchwirkt. Die Hauptrollen wurden nur ersten Kräften, wie Lotte Lorring, Toni Wittels, Fritz Bischoff und Ludwig Götz übertragen. Sie Außenaufnahmen mürben im Hochgebirge gemacht und zeigen prächtige Bilder von seltener Natnrschönhcit, während die Innen- Ausnahmen eine âufcerft luxuriöse Ausstattung mit dem in den Hotels der Winterkurorte üblichen Komfort zeigen. Weiter enthält der Spielplan eine tolle HumoreskeSie Schneckur", die stürmische Heiterkeit erzeugt. Interessant ist auch der FilinRettung au« dem Elft", der eine Originalaufnahme von der Rlttungsarbeit deutscher Schiffe im Rigaischen Meer­busen darstellt. Den Besuchern stehen somit wieder einige recht genußreiche Stunden bevor, sodag ein Be­such empfehlenswert ist.

Vereine» Versammlungen.

* «tzil-l-acn-Bereitt. Damenkränzchen Mitt­woch Bürgerverein. ^03

* Mâvchei'vitnv. Dienstag: Gruppe Well. Häuser - Miitwoch Gruppe Schnell IL - Freitag: Gruppe Schnell III sSSbels). V. 8

* A R.- Heute RionatSversammlung, u. a. Beitragserhöhung. & 1

* F. utt» JusendaAteilung im D. H.-V. Morgen abend 81/, Uhr Monatsversammlung. D. 3

«eflüs«I»uch1perein Hanau. Heute Diens­tag Versammlung. Gratisperlolung ». Ausstellung. V.»

' *Gumsee". Heute abend 87« Uhr Singstunde, Das Ericheinen aller unbedingt erforderlich» An­schließend Borstandssltzang. ,

* Gport-Tlutz Eiche OL Heute abend »l,S Uhr UebungSslunde im Ringen und Stemmen.