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D?<mOsaq den 2. IanAar

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Handelsteil

desHanauer Anzeigers

mitgeteflt von dem

Bankhaus Carl Kiefer & Co., Hanau

nahm einen ähnlichen Verlauf wie die Bewegung der Devisenkurse. Die Tenne Koks stellte sich nach den vom Reichkohlenverband veröffentlichten Brennsteffverkaufspreisen heute auf 33272 Mark. Am 1. Juli 1922 betrug der Preis 2784 Mark. Giessereiroheise» Nr. 3 bedang am 1. Juli 7845 M.; am 24. Dezember 1922 wurde dar Preis mit 153618 festgesetzt. Silber war am 3. Juli mit 9700 â 9800 erhältlich. Am 23. Dezember läufst

Nachdruck verboten. Hanau den 30. Dezember 1922. 1

Das Wirtschaftsjahr 1922.

Das abgelaufene Jahr hat wie kein anderes im Zeishen einer beispiellosen Entwertung aller Sach­werte gestanden. Es ist heute zwecklos, darüber zu streiten, ob das erpresste Schuldbekenntnis oder der Vernichtungswille unserer Gegner oder aber die Erfüllungspolitik des gewesenen Kabinetts Wirth die Schuld an unserer wirtschaftlichen Zer­rüttung tragen. Dio Mark als Zahlungsmittel hat aussenpolitisch keine Bedeutung mehr und auch im Inland nähert sieh der Index mit rasender Schnellig­keit der Weltparität Hand in Hand mit der kata­strophalen Inflation ging eine Verschiebung in der Wertbemessung fast aller Güter vor sieh. Löhne Gehälter und alle Produktionskosten erreichten nie gekannte Höhen. Im Staatshaushalt drückt sich die Entwertung durch eine enorme Erhöhung der schwebenden Schuld aus. Während wir Ende Januar 1922 eine solche von 270.3 Milliarden hatten, so betrug dieselbe im November ds. Js. allein 1,16 Billionen. Der Geldumlauf hat eben­falls astronomische Zahlen angenommen. Unser Gesamtnotenumlauf betrug am 30. Juni 1914 2,4 Milliarden Mark. Am 31. Dezember 1914 5,4 Milliarden, 1915 7,9 Milliarden, 1918 32.4 .Milliarden, 1919 49,5 Milliarden. Im März 1922 139,4 Milliarden. im Oktober 1922 483 Milliarden, am 15. Dezember 983 Milliarden. Hieraus ergibt sich, dass sich unsere Geldverschlechterung im Jahre 1922 mit einer solch enormen Wucht fort- setzte, dass jeder Versuch Einhalt zu gebieten, umsonst war. Vergleicht man die Devisenkurse, so wird man aus diesen nackten Zahlen ermessen können, welche Verarmung uns das abgelaufene Jahr gebracht hat. Jedes weitere Sinken der 3Mark hat eine automatische Steigerung sämtlicher ausländischer Zahlungsmittel zur Folge, die natur­gemäss sofort ihre Rückwirkung auf Handel und Industrie ausüben. Die amtlichen Mittelkurse für Auszahlung New York betrag am 2. Januar 1922 186,75; bereits im Februar setzte sich eine Steigerung auf 228,50 durch. Nach einigen Schwankungen im April stellte sich am 30. Mai Auszahlung New York auf 271%. Ende Juni überschlugen sich die Aufwärtsbewegungen in gerade stürmischer Weise. Während am 1. Juli Dollars 402 notierten, trat am 24. August eine Steigerung auf 1975 ein. Am 8. November wurden Dollars mit 9127,12 notiert. Im Laufe des Dezembers trat ein gewisser Rückschlag ein, der jedoch in den letzten Tagen wieder ausgeglichen wurde Die Preisgestaltung für Kohlen und Eisen

die Berliner Notiz 130000 für 1 Kilogramm Holz hat die Weltmarktpreise weit überschritten Angesichts dieser Zahlen müssen wir erkennen, dass sich unsere wirtschaftliche Situation im Laufe des Jahres 1922 in einer solchen Weise ver­schlechtert hat, dass die Forderungen der Repa­rationen ein Verbreche» an einem Kulturvolk bedeuten. Im Börsenleben haben erst die letzten Monate eine gewisse Belebung des Geschäfts ge­bracht. Die enormen Mittel, die sich im Ausland angesammelt haben, drängen nach einer Betätigung In der zweiten Hälfte ds. Js. ging das Ausland dazu über, seine Markbestände in deutsche In­dustrieaktien umzutauschen. Die Anfänge . der Bewegung erstreckten sich naturgemäss auf die besten deutschen Substanzwerte. Trotz alledem sind die heutigen Kurse noch nicht im Entfern­testen der Entwertung gefogt. Greift man ven den jetzigen Goldwerten die Aktien der Harpener- Bergbau heraus und vergleicht den Kursstand den die Aktie am 1. Mai ds. Js. eingenommen hat, so wird man finden, dass die etwa zwanzigfache Er­höhung des Kurses keinen vollständigen Ausgleich gegen die eingetretene Entwertung bedeutet Am 1. Mai notierten Harpener-Bergbau 1815% am 27. Dezember kamen sie mit 62000 zur Notiz. Deutsch- Lux. notierten am 1. Mai 1040% am 27. Dezember 2300"%. Von chemischen Werten standen Gold­schmidt im Mai auf 945% heute hat sich der Kurs nur etwa verzehnfacht Bei den übrigen Anilin­werten wird das Verhältnis unter Einrechnung der Bezugsrechte etwas günstiger. So begrüßenswert auf der einen Seite, für manche Kreise die Er­höhung des Aktienniveaus ist, so ist jedoch andererseits dem Mittelstand bei den jetzigen Verhältnissen jegliche Möglichkeit genommen seine zu Papier gewordenen Mittel und damit seine Vermögensverhältnisse einer Korrektur zur unter­ziehen. Das abgelaufene Jahr hatte in wirtschaft lieber Hinsicht trotz Inflation schwere Krisen zu überwinden. Eine Kredit- und Geldknappheit von nie gekanntem Ausmasse legte dem Handel und der Industrie grosse Zurückhaltung auf. Der Abbau der Kredite infolge der Geldentwertung nahm stellenweise sehr harte Formen an. Umso an­et kennens werter ist es, dass Industrie und Handel Wege gefunden haben, den Schwierigkeiten Herr

1 zu werden. Möge das Jahr 1923 endlich einmal i die Hoffnungen des ganzen Volkes erfüllen, das , mit emsigem Fleisse und mit Aufbietung seiner

ganzen Kraft um seine Existenz ringt.

H.T.

Wochenschau der Getreide- und Produktenbörse.

m. Mannheim, 30. Dezember 1922.

In den ersten Tagen bis zum Mittwoch ruhte der Geschäftsverkehr infolge der Weihnachtsfeier- tige vollständig. Die Preisbewegung auf dem Weltmärkte für Getreide nahmen keinen grösseren Umfang an und gegenüber der vorwöchentlichen Notierungen ergeben sich nur geringe Preisunter­schiede.

An unseren süddeutschen Märkten blieben die Umsätze infolge der Weihnachtsfeiertage klein. Speziell in Lieferungsware ging nur wenig nm. während verladbereite Ware besser begehrt war, da die Interessenten vor der ab 1. Januar zu erwartenden Frachtenerhöhung bemüht blieben, iren Bedarf noch zu decken.

Mehl erfreute sich guter Nachfrage und es kamen gestern und vorgestern verschiedentlich Abschlüsse zustande. Die Mühlen haben inzwischen den Richtpreis für Weizenmehl auf 56 300 M. ab süddeutschen Mühlen erhöht, während die zweit- händigen Forderungen heute auf 53 500 M. die 100 kg ab süddeutschen Mühlenstationen lauten. Für Weizennachmehl verlangt man 28 000 Mark, Roggenmehl ist ab norddeutschen Mühlenstationen zu 42 00043 OoO Mark die 100 kg offeriert.

Hülsenfrüchte hatten festen, ruhigen Markt. Viktoriaerbsen sind zu 64 00067 000 Mark und mittlere Erbsen zu 60 00062 000 M. èie 100 kg ab Mannheim angeboten. Für Rangoonbohnen werden 45 000 M. und für la Bohnen 50 000 M. die 100 kg frei Waggon hier, verlangt.

Tabak. Die in den Herbsttabaken und Gundi- Orten befindlichen Tabake wurden in der Beriehts- woche von Händlern und Fabrikanten weiter ein- gekauft. Auch im Neckartal und zwar in Wimpfen und Heffenheim wurden die Tabake von Fabrikanten aus der dortigen Gegend übernommen. Hecken­heim wurde von Händlern unct Fabrikanten en bleck zu 38 OOO M. per Zentner gekauft. Der Absatz die Verarbeiter ist ein lebhafter, insbesondere herrscht rege Nachfrage nach farbigen Schneidegut, das ja in dieser Einte nur spärlich vertretea ist. Auch nach alten Tabaken wird Umschau gehalten. Ein süddeutscher Zigarrenfabrikant hat einen grösseren Posten 21er Ernte abgestossen, der schlank Auf­nahme fand. Die Beschäftigung in der Zigarren- und Rauchtabak-Fabi ikation hat sich etwas ge bessert und man rechnet im Januar mit einer weiteren Belebung des Geschäfts.

Holz. Die Lage auf den Holzmärkten hat in der vergegangenen Woche keine nennenswerte Veränderung erfahren' Die Preise von Rundholz sind immer noch weit'über der Parität der Schnitt­holzpreise. Die Geschäftstätigkeit war in der letzten Woche infolge der Feiertage sehr eingeengt, doch erwartet man mit dem Eintritt in das neue Jahr eine Belebung des Geschäftes.

Häute und Leder. In der Berichtswoche war das Geschäft ruhig, zumal in der letzten Ze i keine grösseren Auktionen in Häuten stattfanden, Die Preise haben denn auch in Leder keine nennens­werte Veränderernnir erfahren. Man verlangt heute für Bodonleder 50006000 Mark für das Kilo, Rindbox ist zu 18 00 M., Chevreanx zu 1600 M Boxcaf zu 24002600 M., farbig Boxcalf zu 2800 bis 3000 M., farbig Rindbox zu 22002400 M., per Quadratfuss am Markte. Die Bedarfsnachfrage ist befriedigend, deck halten die Verarbeiter mit deti Einkauf zurück, da sie die weitere Entwickelung des Marktes ab warten wollen.

Rheinschiffahrt. Die Wasserverhältnisse auf dem Rhein sind trotz des in dieser Wo ehe eingetretenen Rückgangs des Wasserstandes recht günstig und die Schiffe können nach wie vor ohne nennenswerte Einschränkungen in der Ladefähig­keit verkehren. Die Frachten sind unverändert.

Kurse der Frankfurter Börse.

Amtl. Dev.-K. v.

30.12.: Brief

Dänemark

Geld 1486%

Brief 14931/,

Geld

Belgien

496%

498%

Norwegen

1386%

13931ß

Holland

2897%

2912%

Schweden

1970.05

1979.95

London

34039

34210

Heisings.

184.55

185.45

Paris

527.20

529.80

New York

7356.55

7393.45

Schweiz

1374.05

1380.95

Wien (alt.)

......

.js

Spanien

1137.15

1142.8?

D.-0.(abg.)

10.47

10.53

Italien

370.05

371.95

Budapest

3.0420

3.0580

Portugal

Prag

233%

234%

Marknotiernn^en âm Ausland

29. 12

30. 12.

29. 12.

30 12.

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0.071

0.07 005.30

0.073f 03.571/, 007% 005.20

Wien . . %-York*)

Paris . . London.

935 6.0134 0.18% 347.16

0.0139

0.20

') Diese Notierungen sind vom heutigen Tage.

Edelmetallpreise im Frühver­kehr*). Gold (Gramm) 4800, Silber (fein), (Kilo) 135000, Platin (Gramm) 21000.

*j Aut Grund der heutigen Devisenparität ermittelt, *

öevisen-Friihverkehr (10% Uhr vormitt)

Frankfurt a. M,, 2. Januar. New York 717200, Schweiz 1400 Holland 2800, Paris 520, London 33000, Prag 230.

geb. Pappenheim

ist heute früh sanft entschlafen.

Hanau. 31. Dezember 1922.

Augustastrase 27

Sie IlMmt« ÄeWenen.

In deren Namen:

K ermann Oppenheim.

Die Einäscherung findet in der Stille statt.

Blumenspenden und Kondolenzbesuche dankend verbeten.

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Todesanzeigen 86

Schmerzerfüllt die traurige Mitteilung, daß am 31. Dezember früh ^»3 Uhr meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter. Schwiegermutter. Schwester und Tante

8« WM KM

geb, Schürer

nach längerem Leiden im Alter von 67 Jahren

sanft entschlafen ist.

Hanau den 2. Januar 1923.

1015g

3. A. h. ttauernöen ZinlerblieSenen

Gustav KieSe.

Die Beerdigung findet am Mittwoch vorm.

11 Uhr von der FriedhoiskapeUe aus statt.

Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen.

W

Todesanzeige.

Allen Verwandten und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, bas meine liebe Gattin, treusorgende Mutter meiner Kinder

im Al er von 29 Jahren am 30. Dezember, abends um 10 Uhr. im Dialontssenhelm unerwartet sanft ent­schlafen ist. 1017k

Hanau den 2. Januar 1923.

In tiefem Schmerz

Eeor« Lun und Kinder.

Frau Klüh, Tante.

«am. Schneider u. Luu.

Die Beerdigung findet bis Mittwoch um 1% Uhr von der Friedhofslavelle aus statt.

10 Jahre alt, gegen eine Fahrt«!» zu

tauigen.

10131

K. Strempel III.

______ Rotzdorl. ______

Ein guteroallener AWÄim zu laufen gesucht.

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