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Religiöses Wochenblatt katholischen Gemeinden Kassels

Erscheint jeden Sonntag und kostet vierteljährlich Ausgabe A 205 Mk., B 210 Mk. Redaktionsschluß Montag Anzeigen die einsp. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Mk. Reklame-Zeile 45 Mk. Bei Wiederholung Rabat- Offert- und Auskunft-Anzeigen 50 Mk. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.

Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei.

Nr. 55

Wochenkalender.

ig, 31. Dez. Sonntag n. Weihnachten. Silvester, P. g, 1. Jan. Beschneidung des Herrn. tag, 2. Jan. Fest des Namens Jesu. Oktav von hhanus.

och, 3. Jan. Oktav v. Johannes. (Genovefa, Jgfr.) rrstag, 4. Jan. Oktav von Unschuld. Kinder.

0,5. Jan. Vig. v. Hl. 3 Kömg, Telesphorus, P. u. M. ag, 6. Jan. Erscheinung d. Herrn (Hl. 3 König).

wiger Gebet: 3. Jan. Großkrotzenburg, 4. Jan. cstadt, 6. Inn. Somborn,

>«$ M der Beschneidung Christi.

(Evangel. Luk. 2, 21.)

ls acht Tage um waren, und das Kind beschnitten n sollte, ward sein Name Jesus genannt, wie ihn der Engel genannt hatte, ehe er im Mutterleibe ngen war.

Der Vater der Zukunft.

A^us dem Schoß der Zeit ist uns ein neues Jahr geboren, das 1923ste nach der Geburt unseres Heilandes Jesus Christus. Wer aber ist der Vater dieses neuen Jahres? Gott ^ ist es, der in der hl. Schriftder der Zukunft" genannt wird.

s Geleitswort möchte ich diesem Jahr und der l Zukunft die Worte des Ecclesiasticus mit-

Die Werke alles Fleisches sind vor Gott, und ichts ist verborgen vor seinen Augen. Von wer Zeit schaut er in die andere, und nichts t wunderbar in seinen Augen. Man soll nicht ,gen: wozu dieses und wozu jenes? Denn das ird zu seiner Zeit gefunden werden" (Cccli. 9, 24.)

>ie Werke alles Fleisches find vor Gott".Nichts borgen vor seinen Augen". Was immer du reiben wirst in diesem Jahr vom ersten bis :tzten Tag: Gott ist es bekannt. Zum voraus er deine Bosheiten. deine Sünden, deine Ar- delne Schwierigkeiten, deine Krankheiten, Vermchungen, deine Kämpfe, deine Anstreng- deine Siege, deine Alnwien, deine guten Recht hat der aroße, edle Boetius, wenn et :: eine große Notwendigkeit, ein heilsamer ! ist uns auferlegt, immer gut zu bleiben: *ues tun wir im Angesicht unseres künftigen s. Da gibt es nichts in Schlafkammern, in Schlupfwinkeln, nichts in Finsternissen, m^Sâni, nichts in Gedanken, was Gott

In letzter Stunde

ergeht noch einmal an alle Leser desEllsabethbloitles" die dringende Bltie

Bleibt selbst treu und werbt neue Abonnenten.

In dieser schweren Zeit ist es Pflicht eines jeden Katholiken, in opferfreudiger und zielbewußter Weise die katholische Presse und nur die katholische Presse zu unterstützen, sie hat darauf ein Recht, so verkünden es unsere Bischöfe: In der Kultur­kampfszeit ist sie mannhaft für die Freiheit und die Rechte der katholischen Kirche in Deutschland ein« getreten; in ruhigen und stürmischen Zeiten hat sie stets dem Vaterlands und Volke segensreich ge­dient und niemals ausgehört, die katholische Sache in Deutschland zu verteidigen und zu fördern; sie i tat dies selbst unter den schwierigsten Verhält- i Nissen, immer mit warmherziger Hingabe an die Interessen von Kirche und Vaterland. Den Dank hierfür müssen wir vor allem jetzt abstatten, wo sie um ihre Existenz zu ringen hat.

Bei der engen Verbindung, die zwischen unserer Presse und dem Wohl und Wehe der katholischen Interessen in der ganzen Oeffentlichkeit besteht, hängt von der Erhaltung der katholischen Presse zu einem großen Teil die Vertretung der katho­lischen Sache und des katholischen Volkes in Deutsch­land ab. Nicht bloß Dankbarkeit, sondern auch

der Selbsterhaltungstrieb

machen es uns deshalb zur Pflicht, die kath. Presse auch unter Opfern zu unterstützen. Gewiß muß ein jeder von uns in dieser Zeit der Not mancherlei Opfer bringen, indessen lehrt uns unser heiliger Glaube, daß nur die Opfergesinnung das wirk­samste Mittel der Rettung ist. Wie unser Heiland durch sein Opfer am Kreuz uns das Heil aus tief­stem Elend gebracht hat ,so wird' auch uns nur dann Hilfe werden, wenn wir diesen Opserwillen allzeit möglichst uns aneignen. Opfer ist das Leben der Welt, Opfer ist die Geschichte der Nationen; wie ein Volk Opfer bringt, so ist es. So möge denn unter den verschiedenen Opfern, die die heutige Zeit von uns verlangt, besonders auch jenes doch verhältnismäßig kleine Opfer für unsere kathsl. Presse uns hochwichtig, ja unerläßlich erscheinen!

Bleibt also alle treu dem

Elisabelhblalt".

verborgen wäre; vielmehr schaut Gottes durch­dringendes Auge auch das verborgenste und geheimste, und nicht bloß das gegenwärtige, sondern auch das vergangene und zukünftige.

Welch mächtigen Halt, welch süßen Trost, welch unerschütterliches Vertrauen, welch wirksame Hilfe hat dieser Gedanke der treuen, keuschen Susanne ge­bracht. Ganz allein befand sie sich im Garten ihres Mannes. Ihre beiden Mägde hatte sie weggeschickt, um in der heißen Mittagszeit ein erfrischendes Bad zu nehmen. Da stürzen zwei abgefeimte Lebemänner auf sie los, um ihre abscheu' icken Gelüste zu be­friedigen und die Frau zur Untreue zu verleiten. Doch sieh, ans der Taube wurde eine Löwin durch den Gedanken an die göttliche Allwissenheit. Ich bin bedrängt von beiden Seiten, seufzte sie; tue ich das, so ist es der Tod meiner Seele; tue ich es aber nicht, so falle ich in eure Hände; doch lieber mist ich ohne die böse Tat in eure Hände fallen als fündigen unter den Augen des Herrn". Nun er­sannen die Unholde ein Lügengewebe, um die Unschuld zu verderben.Wir sahen einen jungen Mann mit ihr sündigen", sprachen sie unb erhär­teten ihre Aussage durch einen Eid. Tas Volk glaubte dieser plumpen Verleumdung, und Susanna wurde zum Tode verurteilt. Doch die hochgesinnte Frau verzagte nicht. Mit lauter Stimme rief sie unb sprach:Ewiger Gott, du Kenner aller Ver­borgenheiten, der du alles weißt, ehe es geschieht, du weißt, daß sie falsches Zeugnis wieder mich ab­gelegt haben; siehe, ich muß sterben und habe doch nichts von dem getan, was diese heimtückisch wider mich ersonnen haben".

Und nicht umsonst hat Susanna ihre Zuflucht zur göttlichen Allwissenheit genommen. Als schon die Hände der Menge sich mit Steinen bewaffnen wollten, um die Angeklagte totzuwerfen, erweckte Gott den Geist des jugendlichen Daniel, der mitten unter dem Volke ausrief:Ich will unschuldig sein an dem Verbrechen, das man gegen diese Frau ver­übt". Und es fand eine neue Untersuchung statt, und Daniel überführte die hartgesottenen Grauköpfe der Lüge, und Susanna wurde im Triumpf nach Hause geleitet, die Verleumder aber gesteinigt.

Von einer Zeit schaut Gott in die andere. Wir ein D rmwächter von der Höhe des Turmes nach allen Seiten späht, so blickt Gott nach allen Rich­tungen der Zeit und Ewigkeit, in die Ver mngenhest und Zukunft nicht minder als in die Gegenwart. In den unermeßlichen Kammern seines Gedächt­nisses sind alle Daten und Geschehnisse der Welt­geschichte mit wunderbarer Treue aufgespeichert. Und die Zukunst? Wie heißt es davon in einem bekannten Lied?

Dir ist ganz die Zukunft Helle

Gleich der Zeit, die längst verrann".

Zum voraus ist dem Allwissenden bekannt, ob es mit unserm Hedemütigten Vaterland noch leiser, abwärts geht, oder aber aufwärts; ob du gesund sein wirkt in diesem Jahr oder krank, ob du aml