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Ausgabe B

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für die katholischen Gemeinden Kassels

Erscheint jeden Sonntag und kostet vierteljährlich Ausgabe A 45.0) Mt., B 50.00 Mk. Redaktionsschluß Montag Anzeigen die einsp. Kolonslzeile oder deren Raum 12.00 Mk. Reklame-Zeile 36 Mk. Bei Wiederholung Rabats Offert- und Auskunft-Anzeigen 20.00 Mk. exkra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.

Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei

Wochenkalender.

lag, 24. Dez. 4. Adventsonntag. Vigil von Weih-

:i ten. (Adam u. Eva.j tag, 25. Dez. Fest der Geburt Jesu Christi. riag, 26. Dez. Stephanus, Erzmariyrer. woch, 27. Dez Johannes, Apostel und Evangelist. leretag, 28. Dez. Unschuldige Kinder. tag, 2 >. Dez. Thomas, Lisch, u. M.

stag, 30. Dez. Von der Oktav von Weihnachten.

Die predigt im Stalle.

Christus ist un geboren ;

Kommt, laßt uns anbeten I" diesen Ruf erhebt die Kirche in der hl. Christ- t, und gleich einem Trompetenstoß dringt er us in die Welt, hinein in die Herzen. Doch, wo in wir unseren Christus und Erlöse' ? Der el hat es auf Beihlehems Fluren verkündet: der Stadt Davids ist euch der Heiland geboren; werdet ein Kindlein finden, das m Windeln ein* ickelt ist und tn einer Krippe liegt".

Die Krippe ist aber im Stall, wo Pferde, Ochsen Kühe daraus fressen. Treten wir also mit den en in den Stall 1 Welch ein Anblick bietet sich rn Augen:ein dunkler, schmutziger Raum, lich erhellt durch eine matte Oellampe, Maria, der Pflege des Kindes beschäftigt, Joseph, in unen verloren; in der Krippe aber das Kind, und klein, holdselig und lieblich, der König der gleit, der Eckstein der Weltgeschichte, der Mittler chen Golt und den Menschen, der Fürst des idens.

Und der Mund der ewigen Weisheit, die den ischen Verstand und Sprache gegeben hat, ist lm und schweigt. Aber dennoch hält dieser ime Mund eine Picdlgt voll Kraft und Weis- die lauter er challt und nachhaltiger wirkt als Predigten der Kirchsnvä er, Päpste und Bischöfe Hinten, eine Predigt der Tat, eine Predigt des Piels.

Wer hat uns diese P edigt ausgeschrieben und liefert ? Der Völkerapostel, dem sie vom hl. t geoffenbart wurde. Höre mit willigem Ohr ge pannter Aufmerksamkeit und heiliger Ehr­st diese Predigt:

Erschienen ist die Gnade Gottes, unseres Hei- es allen Menschen und hat uns unterrichtet,

daß wir entsagen der Gottlosigkeit und den westlichen Gelüsten und nüchtern, gerecht und fromm wanden in dieser Zeitlichkeit, indem wir erwarten die selige Hoffnung und die An­kunft des gio en Gottes, unseres Heilandes Jesus Christus"". Tit., 2, 11.

ja, im Heiland ist Gott selbst erschienen, er* tien in Menschengestalt und hat uns die Wege es gelehrt durch sein Best Piel. Entsagen sollen der ©oitlofigfeit und den weltlichen Gelüsten, derGottlosigkeit". Das ist eben der Fluch der schen, daß sie von Golt nich's wissen wollen, gängig und autonom sein wollen und gerade

dadurch in Unglück und Sklaverei geraten. Der Heiland aber ist erschienen als Diener Gottes, hat für Adams Hochmut und Ungehorsam Demut und Gehorsam geübt; und von der Krippe hat er zum Kreuz geblickt und Schmach und Tod zum voiaus angenommen. Denn »statt der vorgelegten Freude

Treu bleiben

musst Shr, wenn Eure Zeitungen und Wochen­schriften notgedrungen noch teurer werden und Euch noch grössere Opfer aufgelegt werden. 3 ir wisst ja, für welch edle und grosse Sache 3hr diese Opfer bringt. Wo immer in den Familien ein gu es katholisches Wochen­blatt gehalten wird, da wird man wachsam, da finden Verführer kein w.lliges Ohr, da ist ein treuer Freund, der für uns wacht und uns aufmerksam macht auf kommende Gefahren, da ist ein kluger Lehrer, der uns unterrichte*, da ist auch ein warmherziger Cröster in unseren betrübten armseligen Zeiten.

möge dieses BischofswOrt von allen Lesern des ,EI ilabet hblatfes' beim Quarlalswedisei beherzigt werden.

hat er die Schmach erwählt und das Kreuz erduldet". (Hebr. 12, 2.)

Entsagen sollen wir auch den weltlichen Gelüsten: der Genußsucht, der Eigenliebe, dem Erdensinn. Hat denn Christus weltlichen Gelüsten gedient? Hat er nicht ichon in der Krippe auf alle irdischen Annehm­lichkeiten verzichtet?

Diele Entsagung ist nur eine Seite. Den Welt- geist sollen wir ablegen, dafür aberden Geist Christi anziehen, der gewoben ist ausNüchternheit, Ge­rechtigkeit und Frömmigkeit".

Nüchtern sollen wir wandeln, frei von allem Ueber fluß, zufrieden mit des Lebens Notdurft. Hal nicht unjer Heiland in dec Genügsamkeit Die höchste Grenze erreicht? Hat er eine behagliche Wohnung gehabt? Nein, vielmehr einen elenden Stall.

Im Eigentum fand er kein Haus:

Man jagt rhn zu Lem Tor hinaus;

Er liegt im kalten Stalle,

Dieser große Gott, dem Himmel und Erde ge­hören, muß sich mit einem schmutzigen Winkel be­gnügen; doch nein: er muß nicht, es ist sein freier

Wille. Dürfen wir bei diesem Anblick nach Gemäch­lichkeit und Luxus trachten? Müssen wir nicht mit unserer Wohnung uns wieder versöhnen, wenn sie uns auch nur ein Stück trockenen Bodens gewährt? Denk an die hl. Elisabeth, welche durchrisse Erinne­rung an die Krippe über eine schwere Stunde ihres Lebens mit F, ohmut weggekommen ist. Als sie von ihrem Schwager Ra pe von der Wartburg widerrechtlich vertrieben worden war, mußte sie einige Zeit mit ihren Kindern in einem Stalle übernachten. Weit entfernt, darüber mit Gott zu hadern, dachtgJsie an die Ehre, dem Jesuskind gleich geworden zu sein, begab sich in ein benachbartes Franziskanerkloster und ließ ein Te Deum anstlm- men, Und vielleicht mußt du deine Wohnung teilen mit armen, obdachlosen Menschen und so auf manche Annehmlichkeit verzichten? Nun so denke an deinen Heiland, den König der Engel, der unter den seligen Geistern wohnen konnte und nun in der Krippe seine Wohnung teilt mit Ochs und Esel!

Hat der Heiland Luxus geübt in seiner Kleidung? Nein, schon in der Krippe hat er das Gesetz der Einfachheit geübt und vorgeschrieben. Windeln aus Tuch oüer Leinwand, die notdürftig seine Blöße be­deckten, bildeten seine Bekleidung. Dürfen wir bei die em Anblick uns auf den Kleiderstaat verlegen? üJiüffen wir nicht, wenn wir auf so manches Kleid infolge der abnormen Kosten verzichten müssen, mit jedem Kleid zufrieden sein, das seinen Zweck er- süllt? Und hat sich der Heiland bezüglich der Kost an Leckerbissen gehalten oder Ueberfluß gesucht? O nein, schon in der Krippe hat er die Mäßigkeit und das Fasten geübt und sich mit dem geringen Quan- ium Milch zufrieden gegeben, das seine Mutter ihm reichen konnte. Wie nimmt sich daneben manche Schlemmerei unserer Tage aus? Weh euch, ihr Schlemmer und Satten, denn ihr habt euren Tost! Freunde, laßt uns Genügsamkeit und Mäßigkeit üben und auch dann nicht aus dem Häuschen geraten, wenn wir Fleisch, Milch und andere Artikel infolge der Knappheit oder Teurung uns versagen müssen. Noch wertvoller aber ist es, wenn du auf Alkohol oder Tabak oder andere Ge­nußmittel, auch wenn du sie umsonst und haufenweise haben könntest, freiwillig, aus Liebe zu Jesus ver­zichtest. Denn nureinen freiwilligen Spender hat Gott lieb". Wie sollen wir noch leben? Gerecht Der Herland hat all seine Pflichten gegen die Mit- meusch'n erfüllt, oder vielmehr er hat aus reiner Liebe sich den Menschen hingegeben. Neben wir Ge­rechtigkeit, üben wir Liebe, erweisen wir andern eine Freude in dieser Weihnachtszeit. Endlich sollen wir noch fromm leben. Siehst du nicht, wie Je us in der Krippe lein Herz Golt schenkt? Wir alle müssen wieder frömmer werden, gläubiger wer­den, mehr beten, mehr Gott suchen. Je mehr wir Gott verlassen, desto mehr geraten wir in Not und Ung'ück. Wohlan, lauschen wir gern der Krippen- predigt und folgen wir demkleinen Gotte", damit wir einstdem großen Gotte" nachfolgen dürfen in die Herrlichkeit des Himmels.

Der Burgpsarrer.