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Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels
Erscheint jeden Sonntag und kostet vierteljährlich Ausgabe â 45.0? Mk., 8 50.00 Mk. Redaktionsschluß Montag
Anzeigen die einsp. Kolonelzsile oder deren Raum 12.00 Mk. Reklame-Zeile 33 Mk. Bei Wiederholung Rabatt. Offert- und Auskunft-Anzeigen 20.00 Mk. extra. Anzeigen muffen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.
Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei.
wochenkalerrder.
Ntag, 17. Dez. 3. Adventsonntag. Aeußere Feier d- festes d. hl. Abls Sturmius, Gründer d. Stadt Fulda, ntag, 18. Dez. Sturmius, Abt. (Maria Erwartung, Wunibald.)
nstag, 19. Dez. Vom Tage.
llwoch, 20. Dez. Vigil von Thomas. Christian.
Matember.
gnerstag, 21. Dez. Thomas, Apostel.
itag, 22. Dez. Petrus Canisius, Bek. (2. Apostel
Deutschlands) Quatember.
mstag, 23. Dez. Vom Tage. Quatember.
Ewiger Sedrt: 17. Dez. Müs, 18. Dez. Haimbach.
Dritter KdventsoMtag.
(Ev. Joh. 1, 19-28.)
Dar Seugnis der Johannes über Irfns.
,,Die Hauplpfkichi der AalßokiKen DeutscAkando,
Lie (Unterstützung Les lIonlfalms «(Vereins."
Am heutigen Sonntag, dem Feste des hl. Sturmius, in allen Kirchen der Diözese Fulda Kollekte für diesen rosigsten aller Vereine.
Die güße der Selt
■lles hat seine Zeit, sagt der Prediger des alten Bundes. Es gibt ein Zeit der Geburt und des Todes, eine Zeit der Vereinigung und Trennung, eine Zeit des Weinens und des Lachens, eine Zeit zum len und eine Zeit zum „Heilen". Die Zeit der eilung" ist die Zeit der Erlösung, die Zeit des ffsias, die Zeit der Menschwerdung des Sohne- ttes. Die Z tten sind in Golteshand, und besser der Kapüan das Steuer handhabt, lenkt Gott Zenen, d e Jahrhunderte und Jahrtausende und ist jedem Ereignis, jedem Geschehnis die richtige ;t an.
Die Erlösung geschah „in der Fülle der Zeit". Zwei Stationen können wir unterscheiden im mmen des Erlösers. Die erste Station ist die cheißuug, die zweite die Erfüllung derselben in Menschwerdung. Adam und Eva und ihre Nach- rmen bekamen die köstliche Versicherung, daß aus Mitte des Menschengeschlechtes ein Erlöser so in« II sollte. Oftmal im Lauf der Jahrhunderte rde diese Verheißung erneuert. Warum das? mit die Men,cheu nicht zu verzweifeln brauchten,
damit sie durch die Hoffnung auf das künftige Heil immer wieder aufgerichtet würden. Und noch aus einem andern Grunde. Welches Mittel hatten denn die Menschen vor Christus, daß sie selig werden konnten? Nur ein einziges: den Glauben an den künftigen Erlöser. Wie sonnten sie aber an ihn glauben, wenn sie nichts von ihm wußten? Und wie konnten sie etwas von ihm wissen, wenn nicht immer wieder durch die Propheten seine Person, sein Werk, seine Schicksale ihnen vorgestellt wurden?
Erinnern wir uns an einige dreier Verheißungen ! Dem Abraham wurde gesagt: „In einem deiner Nachkommen werden alle Geschlechter der Erde ge- egnet werden". Walaam verkündigte den Mann der Zukunft mit folgenden "Worten: „Ich sehe ihn, aber er ist noch nicht da; ich schaue rhn, aber er tu noch fern; ein Stern geht auf aus Jakob, ein Szepter aus Israel.* Zu Moses sprach der Herr: „Emen Propheten wie dich wird der Herr erwecken und ich werde meine Worie in seinen Mund legen." Der sterbende Jakob sprach: „Das Szepter wird nicht von Juda weichen und der Heeresfürst nicht von seinen Lenden, bis derjenige kommt, auf den die Völker harren," Berühmt ist Daniels Weissagung von den siebzig Jahreswochen. Die göttliche Vorsehung hat nicht gelitten, daß zu irgend einer Zeit und in irgend einem Jahrhundert und in irgend einem Volk der Gedanke an einen Erlöser in Vergessenheit geriet; im Gegenieil, mit großer Sorgfalt hat der Finger Gottes immer wieder ein Bild des Messias in dunklen Umrissen an den Hori' zont hingezaubert, auf das die Völker schauen, an dem sie die Hoffnung neu beleben konnten.
Und wie viele Jahre hat es dann tatsächlich ae- danert, bis die Zeit des Messias erfüllt war? Wir rechnen einen Zeitraum von etwa vier Tausend Jahren, angefangen vom Protoevangelium im Paradies bis zum Gloria auf den Fluren Bethlehems. Welche Absicht hat wohl die göttliche Vor- sehung gehabt mit dieser langen Verzögerung? Nehmen wir zum besseren Verständnis ein Bei Piel aus dem Leben. Setzen wir den Fall einer Elkram kung. Wenn du satt noch gar nichts davon spürst, wenn du noch nicht zu Bert liegen mußt, und sogleich der Arzt kommt und dich mit einem leichten Mittel wieder auf den Tamm bringt, so kommt dir die Gefährlichkeit deiner Erkrankung und die Kunst des Arztes nicht be anders zum Bewußtsein. Du denkst vielleicht gar, der Arzt hätte ruhig fortbleiben können, und die Krankheit wäre von selbst wieder gewichen. Wenn aber die Krankheit von Tag zu Tag sich steigert, wenn sie dich tief in die Kissen wirft, iDtnn du keinen Hunger und keinen Schlaf mehr hast, wenn ein hitziges Fieber deine Adern durchglüht, wenn du schon an das Testament und an das Grab denken mußt, und wenn dann zur rechten Stunde der Arzt dich herausreißt, dann verstehst du die Kunst des Arztes zu würdigen und zu belohnen.
Aehnlich ioar es mit der Menschheit. Wäre die Erlösung sofort gekommen, so hätten wir uns aus der Sünde wenig gemacht und dem ^Erlöser wenig
Dank gewußt. So aber erreichte die Krankheit in vielen Jahrhunderten gleichsam den Höhepunkt. B-e Juden und Heiden sah es zur Zeit der Ankunft Christi traurig aus. Wenn auch bei den Israeliten der Glaube an einen Gott noch vorherrschte, so war doch bei ihnen viel Aeußerlichkeit, viel Zeremonienwesen, viel Heuchelei, viel Hochmut, viel Selbstüberhebung, viel Parteigeist, viel Sektenwrsen, viel Habsucht, viel Sittenverderbnis. Wie es aber bei den Heiden aussah, selbst bei den gebildeten Griechen und Römern, davon entwirft der Völkerapostel im Brief an die Römer folgende grauenvolle Schilderung: „Siel wurden eitel in ihren Gedanken, und ihr Herz wu.de verstockteste wähnten, Weise zu sein und wurden Toren; die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauschten sie mit dem Bild des vergänglichen Menschen und mit dem Bild der Vögel und der Vierfüßler und der Schlangen. Gott übergab sie den Gelüsten ihres Herzens, in die Um reichest; sie schändeten ihre eigenen Leiber; Männer und Weiber verließen die Natur und entbrannten gegen einander in Unnatur; sie wurden voll vost aller Bosheit, Liederlichkeit, von aller Unzucht, Habsucht, von Mord, Streitsucht, Zank und Weib; sie wurden ohne Treue, ohne Mitleid, ohne Barmherzigkeit, würdig des Todes". (Röm. 1, 2l.)
So war die Not aufs Höchste gestiegen. Die Menschen erkannten, daß jede Selbsthilfe ausgeschlossen war, daß nur ein himmlischer Arzt Rettung bringen konnte. Nach ihm streckten sie die Hände aus, zu ihm schrien sie empor mit den Worten des Propheten Jsaias: „Tauet, ihr Himmel, von oben; Wolken regnet ihn herab; die Erde tue sich auf und sprosse hervor den Heiland".
Und nun, der Heiland ist gekommen. Sieht es aber in der Christenheit rosig aus? Im Gegenteil. Unglaub', Irrglaube, Sittenlosigkeit, Habsucht, Wucher, Betrug, Selbstsucht, Klassenkamps, Kriea und Völkerneid sind an der Tagesordnung. Warum? Weil wir Christus und seine Lehre verlassen haben Kehren wir zurück zu ihm. Denn wahr ist und wahr bleibt, was der Apostelfürst gesagt hat: „In keinem andern ist Heil".
' Der Burgpfarrer.
Seim bevorstehenden Quarfalswech el
bringen wir folgendes schöne Wort des Papstes Leo xnt in Erinnerung:
»Jene aber. welchen das Wohl der Religion und der menschlichen Gesellschaft am Herzen liegt, soweit nach ihrem Vermögen durch milde Gaben die Bresse unterstützen. Die schlechte Presse bat die christliche G- ellschait zugrunde gerichtet: es mutz daher derselben mit a^em Eifer die gute Preise entgegengesetzt, es müssen nute Schriften und Zeitnngen gedruckt und verbreitet werden und es mub darin mit aller Energie die Lüge widevutzt und die Wahrheit verteidigt. werd-"