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Religiöses

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ochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet vierteljährlich Ausgabe ^ 45.66 Mk., 8 50.00 Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die elnfp. Kolonelzeile oder deren Raum 6.00 Mk. Reklame-Zeile 20 Mk. Bei Wiederholung Rabalt. Offert» und Auskunft-Anzeigen 10.00 Mk. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actisndruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.

- Druck und Verlag der Fuldaer Aetiendruckerei. ,

Nr. 45

Uasjel, den 5. November $922

32. Zchrg. K

_________ fei

VochenKalender.

«g, 5. Nov. 22. nach Pfingsten. Fest d. Kirchweihe, nnerapostolat.

ag, 6.Nov. Fest der hl. Reliquien. (Leonhard, Bek.

»tag, 7. Nov. Bon der Oktav von Allerheiligen, gelbert, B. u. M., Willibrord, B. u. Bek.)

>och, 8. Nov Oktav von Allerheiligen. Gedächtnis HU. Vier Gekrönten, M. (Gottfried.)

erstag, 9. Nov. Fest der Einweihung der Erzbasilika allerheiligsten Erlösers; Ged. d. hl. Theodor, M.

tg, 10. Nov. Hl. Andreas AveUino, Bek.; Ged. d- Tryphon und Genossen, M.

tag, 11. Nov. Hl. Martin, B.; Ged. d. hl. MenaS, M.

wkus Gebet. Jena 1. Sonntag im November, o. Ginseldorf, 6. Nov. Amöneburg, 7. Nov. Mom- 8. Nov. Anzefahr mit Sindersfeld, 9. Nov. Ems- 10. SJob. Bauerbach, 11. Nov. Stausevach mit lelsberg.

uudzwünzigfierZountag nach Pfingsten

(Evangel. Matth. 22, 15 - 22.)

Bon der Zinsmünze.

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Hüt herz und hünd.

MDWb^^ ^lne Mann, Zachäus, ist groß âD?^L> und berühmt geworden. Immer an Sordis Kirchweih wird sein Haus und seine ^âhW ^at gefeiert in hunderttausenden â^^W Von katholischen Goileshäusern auf der ganzen Welt. Was hat ihn so cmachr? Ein Herz, warm für den Heiland ne Hand offen gegen die Annen.

i Herz, warm für den Heiland. Bevor er ihn -cht kannte, schlug schon sein Herz dem Erlöser n. Daher die Sehnsucht, ihn zu sehen. Was rt ihn Spott und Gelächter seiner Mitbürger? 'n Baum klettert er und späht aus dem'Ge- nach dem Heiland. Kein Eichhörnchen huscht nde vom Eichbaum herab Ivie Zachäus sich eigenbaum herabschwang, als er die Stimme irrn hörte:Zachäus, steige eilends herab, eute muß ich in deinem Hause sein". Und ne Aufnahme, das Gastmahl, die Bekehrung, erquellende Frei.de, lauter Zeichen seines kn Herzens.

warmes Herz für den Heiland sollst auch du darum den Heiland oft besuchen im Golles- 'Lssen Einiveihung heute begangen lvird, dort ast sein und fern Wirt zugleich: sein Gast, dich labt mit Licht und Kraft und Wahr, d Gnade und Trost, mit Speise und Trank te Seele: sein Wirt, weil du ibn erquicken

sollst durch deinen Glauben, deine Ehrfurcht, deine Andacht, deine Frömmigkeit. Schlägt dein Herz warm für den Herland, dann bist du auch von selbst ein begeisterter Freund und Verehrer des Gottes­hauses und vorab ein fleißiger Besucher. Mit dem Psalmisten wirst du dann ausrusen:Wie lieblich sind doch deine Alte, o Herr der Heerscharen; es schmachtet meine Seele nach dem Hause des Herrü; ein einziger Tag in deinen Hallen ist besser als ta 'send in den Zellen der Sünder, in den Palästen oer Welt". Christen, Katholiken, die nicht regel­mäßig ihren Sonntagsgottesdienst besuchen, legen einen überzeugenden aber auch einen beschämenden Beweis ab von ihrer Gleichgiltigkeit gegen den Hei­land, um nicht zu sagen von ihrem gänzlichen Un­glauben. Mögest du in deinem Sterben den Trost haben, mit einem biederen Bauersmann der kürzlich im hohen Greisenalter starb, sagen zu können :Nur einmal in meinem Leben habe ich den Sonniags- goltesdienst versäumt und dieses eine Mal bin ich krank gewesen.

Erne offene Hand gegen die Arinen. Das Herz hat direkte Verbindung mit der Hand. Sobald das Herz lvarm ist für den Heiland, öffnet sich die Hand von selbst gegen dre Armen, welche die Lieblinge des Heilandes sind und feine Stellvertreter auf Erden.Siehe, Herr", sprach Zachäus,die Hälfte meines Vermögens gebe ich den Armen".

Eine offene Hand sollst auch du habe».Arme habt ihr allzeit bei euch", sprach der Heiland. Vielleicht ist aber der Heiland selbst der allerärmste? Sieh nur, er hat manchmal keine oder nur eine unwürdige Wohnung. Denke an jo viele Städte und Dörfer in der Diaspora, wo der Heiland auch gern eine Wohn- und Gnadenstätte hätte. Eitle Kirche bauen ist heute keine Kleinigkeit. Ein riesiger Aufwand von Arbeit, Mühe und Geld ist die Voraussetzung. Sollei, aber wir Christen in der Freigebigkeit gegen das Gottes­haus uns befchäinen lassen von ten Männern des alten Bundes? Höre, was David zu seinem Sohne sprach:Ich selbst darf dem Herrn kein Haus bauen, weil ich in den beständigen Kriegen viel Blut vergossen habe; so soll denn dir, mein Sohn, diese Aufgabe zu­teil werden. Ich aber habe die Vorbereitungen ge­troffen und hundert Tauserrd Talente Gold und tausendmal tausend Talente Silber aufgestap.lt, dazu Eisen und Erz, daß man es nicht zählen und nicht wägen sann, auch Holz uni) Steine in ' Menge". (1 Pär. 22, 14).

Wenn du auch nicht gleich mit einem solchen Reich­tum den Kirchenbau fördern kannst, so ist doch jeg­liches Scherjlein ein Baustein, und viele Bausteine geben zuletzt ein Haus. Darum vergiß nicht den Bo­ni satiusverein.

Und den. Cotteshäusern, die schon bestehe.', je Ji da nichts mehr? Brauchen sich die Geistüchen leiste Sorge zu machen wegen Unterhaltung und Verschöner­ung der Kirche, wegen würdiger Abhaltung des Got­tesdienstes? O doch, mehr als du glaubst. Denkst du daran, welche Summen heute nötig sind zur Reparatur eines Dadus, zur Ausbesserung eines Fensters, zur

Instandsetzung von Meßgewändern und Paramenten, zur Beschaffung von Kerzen, Weihrauch, Meßwein, Hostien? So öffne also jeden Sonntag deine Hand und gib ein Almosen von so vielen Mark, als du früher Pfennige gegeben hast, um so der Geistlichkeit die Sorgen zu erleichtern, zur Ehre Gottes etwas be zutragen und deiner eigenen Seele den größten Dienst zu leisten. Jm übrigen frage dich: was nützen die schönsten Gotteshäuser, wenn niemand mehr da ist, den Gottesdienst zu halten, das Wort Gottes zu ver­künden, die Sakramente auszuspendsn? Du darfst über­zeug, fein, der geistliche Stand ist auf die Aus st erbe liste gesetzt, wenn die Gläubigen nicht zusammenstehen. Wieso? Ganz einfach: reicher Leute Söhne ergreifen nur selten den geistlichen Beruf: armer Leute Söhne aber können ihn nicht mehr ergreifen. Wie kann jetzt ein «ahn aus armer Familie oder aus dem Mittel­stand das Studium ergreifen, wie kann er die Kosten oBfbringtii für Bücher, Kleider, Schulgeld, Verkösti­gung, und das vierzehn Jahre lang?--Doch, es ist mir nicht bange. Das katholische Volk wird und muß helfen. Ihr Laien, ihr Männer und Frauen. Jünglinge und Jungfrauen, raffet eure Kraft zufam- inen, um den $ Hefter staub zu erhalten, ihn vor dem Aussterben und vor der Verarmung zu schützen. Unter­stützet die Studenten der Theologie, unter stützt die Konvikte und Seminarien, versehet sie nach Möglich­keit mit Lebensrnitteln, mit Brennstoffen, mit Natu­ralien, mit Geldspenden. Denkt an den Josephspfennig, fahret fort, in euren Anliegen zum hl. Joseph eure ^Zuflucht zu nehmen. Und ihr Väter und Mütter, wenn euer Junge die Lust und das Zeug hat zum Studieren und in ihm das Holz steckt, um voraus­sichtlich Geistlicher werden zu können, habet Vertrauen, machet einen Anfang, die Fortsetzung wird sich finden, gute Menschen werden helfen, wenn eure eigenen Kräfte nicht ausreichen.

Hast du ein warmes Herz für den Heiland, eine offene Hand gegen die Armen, so wird ernst der Hei­land einen freundlichen Blick haben für deine Seele und dich einmal einlaben in seine Himmelswohnung mit den Worten: heute noch sollst du in meinem Hause sein und für immer darin bleiben. Der Burgpfarrer.

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Ein Lebensbild von Pfarrer P. & Nau in Slliuhau3

Neben feiner Lehrtätigkeit am Knabenseminar bekleidete Schick von 1861 an nori) die Stelle eines bischöflichen Kaplans und Geheimsekretärs. Er war der Mann des unbeschränkten Vertrauens von Bi­schof Kött unb genoß dessen ganze Liebe. Gewöhn­lich nannte ihn der Bischof mit dem vertrauten Du" und seinem Vornamen. Aber auch Schick liebte seinen Bischof wie ein guter Sohn seinen Vater. Nur die Liebe zu ihm und die flehentliche Bitte ins Bischofs, ihn doch nicht zu verlassen,