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Verwüstung wie etwa der Schwedenbrand von haben hier zerstörend eingegriffen: die größte ) trifft Pietätslosigkett, Unverstand und kurzstch- Eigennutz, die für die erste Hälfte des vorigen Huberts typische Händlergesinnung, die sich be- los an heiligstem Gut vergriff — Tempelschänder leider kein Christus mit der Geißel in der er» 'n Hand wehrte. Diese Behauptung ist mit we- Daten leicht zu erhärten.
6 wird die hochgotische Brückenkapelle zum ^. abgebrochen, 1822 trotz ausdrücklich bezeugter Erhaltung die Michaelskapelle, eine zuerst 1289 ate Doppelkapelle, „beste frühe Gotik", 1826 die : Südseite des Kreuzganges an der Franziskaner- angebaute Kirche aus dem 14. Jahrhundert, wäh- )er Kreuzgang selbst als — Stall benutzt wird, allen die Chortürme der Peterskirche. Noch 1893 ne Kirche des Hospitals zum hl. Geist am Röder- ne romanische Basilika von freilich nur bescheide- Zrößenverhältnissen, mit flacher Decke und nur Seitenschiff, fast gänzlich demoliert. Zum Gehaus verbaut, ist sie „immer mehr herumergekom- imb sieht jetzt der Umgestaltung zum Finanzamt in. „ Verwahrlost und verkommen" — das ist der ck, der sich dem kunstverständigen, kunstliebenden :r Gelnhausens angesichts der wenigen noch er- n „Petrefakten der Stadtgeschichte", des Glanzes ast immer wieder aufdrängt, „verwahrlost und men" — diesen kennzeichnenden Worten begegnet inner wieder bei der Schilderung des heutigen Oes der Bau- und Kunstdenkmäler Gelnhausens Kenner und Sachverständige der Kunstgeschichte r Denkmalpflege.
sen trostlosen Zuständen gegenüber, an denen die je Denkmalpflege wohl gemerkt keine Schuld tritt ein Akt der Pietät gegen einen kirchlichen )er vor einiger Zell erfolgt ist, in umso helleres Die katholische Gemeinde der Stadt hat die alte 'irche erworben, um sie instandsetzen zu lassen und gottesdienstlichen Bestimmung wiederzugeben. auch sie wurde im Anfang ter dreißiger Jahre igen Jahrhunderts profaniert; fast neunzig Jahre jon dient der älteste Sakralbau der Stadt einer nfabrik, teils als Wohnhaus und zu Geschäftsumgebaut, teils sls Lager und Magazin benutzt, westlichen Ende der Bodenerhebung, die weiter Re Hauptkirche der Stadt, dir evangelische Ma- ye, noch heute die prächtigste Zierde der Stadt, erhebt sich, dem Obermarkt eine mächtige, un- ochtnr westliche Platz- und Abschlußwand bietend, h Breite und Höhe ungewöhnliches und die An- im mehr denn Haupteslänge überragendes Gein Bruchsteinmauerwerk mit Eckquaderung, meh- rschoss« übereinander, dem Platz den Steilabfall >h«n Daches zukehrend: es ist das einstige Duer« von St. Peter. Dieses älteste Denkmal der ifer Sakralarchitektur wird 1228 erstmalig ur» erwähnt; Daten und Befund weisen ihm als mgszeit die Jahre um 1260 zu. Nur geringe er Marienkirche reichen ihrer Entstehung nach zurück: es ist das wenige, was aus den zwei tuenden Bauperioden dem Neubau vom Anfang Jahrhunderts, dem Kern des heutigen Bestandes, t weichen müssen: die Westfassade und der West- ills Ganzes in Anlage und Aufbau ist St. Peter >s das älteste Gotteshaus der Stadt. Nur wenig hm erhalten geblieben, so wenig, daß die Anlage Gesamtheit eigentlich nur noch erschlossen wer- n. Dom ursprünglichen Bau geblieben ist uns ntlichen nur das Mittelschiff, das freilich nur >r bescheidene Architekturformen cufmeift, und des Langhauses mit zwei Portalen: das süd- t Eckfäulen auf heute traurig verstümmelten seinem Zickzackmotiv in der Vrchivolte, da» mpanon von einem Flechtbandsireifen gerahmt, felkapitelle mit einer ganz flächenhaften Deko- Herzögen, aus der jeweils ein schematisch be- Kopf herauswächst; dar ziemlich zerstörte nord- -t im Tympanon St. Petrus in cathedra, fast scher als die Tympanonskulpturen ter Marien- :e diese wohl von einem einheimischen Meister nicht von einem der Wandrrgesellen Meister ts wie die ornamentalen Teile dort an St.
Lau aus der Zeit um 1200 war eine Basilika störmigem Grundriß mit drei Langhausjochen, upt- und zwei Nebenapsiden, über denen sich, in Achteck-Chortürmen von St. Marien, Rund- it Rundbogenfricsen und Lisenenteilung, wie sie sche Zeichnung von 1831 wiedergibt, erhoben; rwerterweise fdjeint sie, im Gegensatz zur Ma- • von vornherein auf Wölbung angelegt ge» fein. Die jetzt geplante Wiederherstellung des i seiner ehemaligen Gestalt ist angesichts der ..Lenge des Erhaltenen eine äußerst Aufgabe, die nach einer in solchen Nekonstruk- übten, vorsichtig abwägenden Hand mehr eines -stlers, als eines rein ausübenden Architekten Der Denkmalswert des ehrwürdigen Baues ch bei dem nun notwendig werdenden Umbau erhalten, es dürfte also nur mit größter Bor« jeder irgend tunlichen Schonung der alten gegangen werden. Etwaige Bedenken, die rom Standpunkt des Denkmalpstegers aus er
hoben werden könnten, müssen zurücktreten gegenüber der freudigen Genugtuung darüber, daß dem jetzigen Zustand, den Dehio kurz und scharf, aber sicher treffend, mit den Worten bezeichnet: „Alles verwüstet und verkommen", endlich ein Ende gemacht und der älteste Sakralbau der Barbarossastadt wieder das wird, was er war, als was bk frommen Stifter ihn gewollt und als was er jahrhundertelang bestanden hat: ein Haus des Höchsten. (Aus der Köln. BolkszÄtung.)
fingert die Nadeln ab und hat es bald fcraue, wat ihm angerichtet ward. Ohne ein Won zu sagen, kniet er vor der Hechel nieder und fängt an zu weinen wi« ein kleines Kind. Er weiß sich nicht zu helfen. Seine groben Hände sind wie zum Schutz und zum @kbe| über die kleine Hechel gelegt.
Und wir? G2nz nledergeschinetten und beschämt ob unserer gemeinen, mederrrächligen Bäckerei drücken wir uns in das Hâ, nehmen den Ranzen ur^ laufet! in die Schule.
Unterdessen hat sich der Laveri wehrn und wunde» Herzens erhoben und studiert, wie er die harztet Haare seines Lieblings toterer sein und rein machn kann. Es fällt ihm nichts ein. Äetzi schraubt « t\ Hechel los und trägt sie weinend und tragend jxn Vater. Nach langem Beraten wird die Hechel aus- gebrüht und im Ofen getiodiKt —, es ging aber n ch ziemlich lang, bis sie wieder völlig tabetios Haw und Flacks strahlte. Am selben Nachmittag aber gab e für uns ein furchtbares Gericht. Der Vater harte e», bald heraus. „In die Höll gehört ihr, ihr . . ." Es läßt sich nid# schreiben, was er uns alles nannte.
„Und eine Höllenstrase sollt ihr knegen. De. Lavdri muß euch auf die Hechel fegen, in dir Nadeln hinein!"
Es würd; amh wirkrich Ernst gemacht. Der Vater nahm uns zwei mit rauher Hand m das Osesthaus. Im Nu hatte er unsere Hösiein abuestrestt und — einer von uns schwebte über dem höllischen Radelineer. TcdesanHst überkam uns. Ein mördsrischvs Geschrei ging los im Ofenhaus. Da legte der weichherzige Laveri Fürsprache ein.
„Laßet- gau: s find hcstt KirLe-r; Laveri numma fchlofa; Laveri schuldig."
Statt der fürchterlichen Hechelspitzen spürten wir nunmehr des Vaters mächtig, wuchtige Hand m einer gefallenen Trachst Prügel an der Selle unseres Leibes, mit welcher man sitzt, und hculfend zuckten wir uns nach vollzogener Exekution fort, fort aus dem Ofenhaus. Seitdem war mir die Hechel die allerschwerste Strafe, und gar oft half die Drohung: „Wenn du nicht brav bist, kg «h dich auf die Hechel!"
Der Laerri aber tat von nun an sein Mittagsschläfchen ab urL> ließ f«ne Zwillm-ge, die zwei Hecheln, tite mehr au» den Augen. Ich aber hatt« vor dem aomen, fast oerachteten Hachler alte Ehrfurcht.
Der Hechler.
Fluchs »md Hanf verschwinden immer Ehr von unfern Aeaern, und wo noch schmale Greifen èrstLMWN gesät und schwindsüchtig Riemen Hans gepflanzt werdet!, geschieht es ytm Teil des Samens, zuni lei des Harâs wegen — durch den Krieg ist wer ^tachs wieder n-ehr zu EHren gekommen — uns nur ein geringer Tâ wwü vom Sauern unter die Brea-e urtt,. âc den Schlvingfluh! g«wmmen, kommt auf die Hechel und an die Kmriel und auf bis Lk»che rm Grasgatten hinter oder neben dem Haas«. ^ace! B>K biet Sonne und Stolz, Possre und GemürncyLeit kjt mit dem öpirmnsd und dem Haspel, mn der Spur- ud und Hechel aus unseren Bauernstuben verschwanden. Ich sah diese heisidje HErndustrie noa) im vollen Gang in meinem Hemlarsöor, und in meiner Hermâstâ. Ich lernte die ersten Zahlen noch am schnellen und 6üjnadein des Haspels, und gewann ixe erste Vorstellung von den feinen der polten ft rasen im dem Ofenhaus meiner Eltern auf der Hechel. Und das kam so.
Es lag ein groß« Haufen gebvochei^er und ge« fchrvuslFener imö durch den Reibb-ock der „Hairsrrede" tLÄ uno weich geuxrigter Hans m der großen Wajch- küchr, oder wie es bei uns genannt wurde, im Osen- hmrs, mn) harrte des f^edjlers. Es waren drei Hecher m der GemÄnde, und alle drei waren etwas abjonder- lick^ Käuze. Der absonderlichst« aber war dar „Loeja-- pa-â«sri". Ein «ter Knabe, geistig schemdac etwas beschrankt und mit einem schweren Sprachfehler ve- haftet. Dazu kam ein schwerfällq-er Gang, oerursaci)t von Sliter und von den „Engera", wie er sein Asthma mD sein Kropsgewüchs am Hals nannte. Kurzum — c«i Manriobich, das uns Kindern zürn Fürchten und zum Spotten gleichmäßig einlaben konnte. Ich kanrr den Laven jetzt noch herhinken und herschnausen ^ehen, die zwei Hechslkästen auf Um Rücken, emen GädÄLsdecken in der Haiid und eine Leder kappe auf dem Kops, die einmal eine Pelzkappe gewesen ist. Um seinen Hals hatte er ein indeß Halstuch geknüpft, so baB dieser Körperteil in auffSUenber Weste in die Er- scheinurrg trat. Sommer und Winter trug er es zmn Schatz segen Kälte und Hitze. Es wurde zun» Spott der Leute. Der arme Kerl wußte es; er lächelte aber überlegen und pustete aus Hcâs und Tuch heraus: „Dumm Leut, Hals ist der Stiel von der Seel, und wenn Stiel hxmt, dann Seel abfalten, tot." Wenn der LoL«M von sich sprach, redete « stänoig in der dritten Person. Das Fürwort „ich" saunte er n«ht. „Der Laven guter Hechler, macht Hanf fein, nisdjt Kachs rein, alle Werder loben Laven; Laveri wenig Lohn, ist Wilfrieden, wenn er Speck und Kraut kriegt," saM er von sich selber. Und davon konnte er allerdings unheilnlich« Mengrn h-vüer dem HalL^rch oee- jckM'âin lassen.
Wem, ec etliche Portionen Speck gründlich über- wmrosn hatte, zog er sich m das Ofenhaus zurück, saß vor seine strafenden Hecheln hin und hielt ein kleines Mktrdschiöfchen. Wir Buben fotzten ihn und feine Hchsn dann aus der Nähe an und tonnten es mA unterlassen, eUidjen Schabernack mit ih n zu treiben. Er war überaus gutmütig und harmlos. Nur feine Hecheln warn', sein Heiligtum, das er nie und nerrmer cerunsren ließ. Bützbi«rk waren sie auf einem Holzbock auf^epstrurzt. Mt rührender UmstänÄichkerl zog er sie aus chvem schönen, Harthölzern«!'., braun polier- kn Futteral, schreckt« sie fest, dies sie mit vollen Backen aus, rieb sie ab, reinigte sie mit einem fernen Pinsel mid ließ ihnen alte Sorgfalt angsdeihen. Und wenn er dann das erste Hanfbündel »n die naoe^ strotzeiLe Heckel schlug, geschcch es immer m den brK höchsten Namen. —
Da fiel es einmal einem von uns ein, die kleinere, feinere Herhel mit Harz zu bestreichen, das immer in einer alten Zigarren schachtel aufbAvahrt war.' Es sTef-l-ah während seines Mittagsschläfchens. Wn standen auf emer „Holzbeige" auf der Lauer und wollten abwarten, was der Laveri machte, wenn der Hanf oder Flachs nimmer durch die Nadeln lauft wie das, Wasser. Endlich steht er euf, greift nach den Hanf- strm: an, schlägt in die Hs HÄ und — bleibt hängen.
„Bigoschtlet, Laveri, rms stch Les?" sagt er.
Er zieht und reißt und Peht, w« an den Hecheln Hanßäden hängen bleiben. Er bückt sich atetf'
Der Hirsch.
Ein junger Edelmann mit Namen Edmund ritt eines Tages mit einem Freunde namens Haymon an einer Kirche vorbei. Da gerat» Predigt war, hielten sie an der Türe eine Zeit lang an und hörten zu. Der Prediger sprach von der Ungewißheit der Todesstunde und erzählte, um zur Wachsamkeit und zur steten Bereitschaft zu ermahnen, ein Gleichnis. „Ein Hirsch", sprach er, „lag einst im Walde und schlief. Da wurde er von einem Schuß aufgeschreckt. Aber er schlief wieder ein, ba er darnach nichts mehr vernahm. Nach einiger Zeit hörte er einen zweiten Schuß Aber es dauerte wieder nicht lange, so schlief er wieder. Da ertönte ein dritter Schuß und der Hirsch blieb wohlgetroffen tot liegen. — „So", setzte der Prediger hinzu, „ereilt den Sünder der Tod, well er die Ermahnungen der Buße wohl hört, ihnen aber nicht folgt; von ihnen bisweilen gerührt wird, aber bald wieder einschläft."
Die Worte machten auf Edmund großen Eindruck und er beschloß, gleich nachher zu beichten. Haymon aber lachte ihn aus und setzte ihm so lange zu, bis er seinen Plan roitber aufgab und mit ihm zum Schloß eines Freundes weiter ritt, wohin sie auf dem Wege waren. Dort waren sie bald in heiterster Unterhaltung und sprachen dem Weine zu. Dabei erhitzte sich Edmund, dessen Gesundheit nicht fest war, und bekam starkes Blutbrechen, dem er alsbald auch erlag. „Haymon, Haymon", rief er, „der Hirsch bin ich. Als ich vor einem Jahre vom Pferde stürzte, fiel der erste Schuß, der zweite fiel, als ich kürzlich in einer Fieber- krankheit dem Tode nahe mar. Haymon, dies ist der letzte Schuß! Herr Jesus, erbarme dich meiner!" Dies mären seine letzten Worte.
smnspruch.
Die Umsicht üb' aus bester Kraft, Bei Aufsicht sei gewissenhaft, Die Uebersicht sei immer richtig, Die eig'ne Ansicht nie zu wichtig, Die Durchsicht immer sei genau, Mit Nachsicht andrer Fehler schau, Die Aussicht laß dich nie bestechen, Lei Lorsicht laß Verstand mitsprechen, Mit Einsicht tu die Hände regen, Aus Rücksicht nie der Pflicht entgegen? Die Absicht sei nie eine schlechte, Qu u* feMjiöt tu das Recbtiü