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- .. Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei. .........-

Religiöses Wochenblatt die katholischen Gemeinden Kassels

Wochenkalender.

mittag, 15, Okt. 19. nach Pfingsten. Ged. d. hl. Theresia, ontag, 16. Okt. Hl. Lullus, Bischof und Bekenner. (Gallus, Abt)

ienstag, 17. Okt. Hl. Hedwig, Witwe, ittwoch, 18. Okt. Hl. Evangelist Lukas, onnerstag, 19. Okt. Hl. Petrus von Alcantara, Bek. :eitag, 20. Okt. Hl Johannes Cantius, Bek. Ged d. hl. Wendelinus, Abt.

rmstag, 21. Okt. Von der Mutter Gottes. Ged. d. hl. Hilarion, Abt u. d. hl. Ursula u. Gefährtinnen.

Neunzehnter Sonntag nach Pfingsten.

(Evangel. Matth. 22, 115)

In jener Zeit trug Jesus den Hohenpriestern und ;arisäern folgende Gleichnisrede vor: Das Himmel- ict) ist einem Könige gleich, der seinem Sohne Hochzeit elt. Er sandte seine Knechte aus, um die Geladenen r Hochzeit zu berufen, und sie wollten nicht kommen, ermal sandte er andere Knechte aus, und sprach: iget den Geladenen: Siehe, mein Mahl habe ich be­tet, meine Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, d Alles ist bereit: kommet zur Hochzeit, Sie aber iteten es nicht, und gingen ihrer Wege; Einer auf nen Meierhof, der Andere zu feinem Gewerbe. Die eigen aber ergriffen seine Knechte, taten ihnen hmach an, und ermordeten sie. Als dies der König cte, ward er zornig, sandte seine Kriegsvölker aus, d liefe jene Mörder umbringen, und ihre Stadt in and stecken. Dann sprach er zu seinen Knechten: rs Hochzeitsmahl ist zwar bereitet, allein die Ge- >enen waren dessen nicht wert. Gehet also auf die enen Straßen, und ladet zur Hochzeit, wenn ihr mec findet. Und seine Knechte gingen aus auf die raßen, und brachten Alle zusammen, die sie fanden, ite und Böse: und die Hochzeit ward mit Gästen 13 besetzt. Der König aber ging hinein, um die fte zu beschauen, und er sah daselbst einen Menschen, : kern hochzeitliches Kleid an hatte. Und er sprach ihm: Freund! wie bist du da hereingekommen, da kein hochzeitliches Kleid an hast? Er aber ver- mmte. Da sprach der König zu den Dienern: idet ihm Hände und Füße, und werfet ihn hinaus die äußerste Finsternis: da wird Heulen und Zähne- cschen sein. Denn Viele sind berufen, Wenige aber -erwählt.

KW.-ZSMhlUNg.

Geschäftsleben sind uns dieAb- S^äöatv^?1 schlagszahlungen" eine bekannte, all- tägliche Einrichtung. Der Geschäfts- mann gibt seinen Arbeitern einst- SjuOÄh weilen nur einen Teil des Lohnes, während er ihnen den vollen Lohn an einem bestimmten Termin ausfolgt.

Beim lieben Gott, dem größten, dem göttlichen Zeitgeber, besteht eine ähnliche Sitte. Wenn wir e Gebote halten, wenn wir treu und gew'ssen- t sind in seinem Dienste, so gibt er uns schon Diesseits einen Teil des Lohnes, gleichsam eine 'schlagszahluna". wahren» er den vollen Lohn

vorbehält auf die große Abrechnung am Tag der Ewigkeit!

Ja, liebe Christen, es ist eine Wahrheit des Glaubens, eine Tatsache der Geschichte und der täg­lichen Ersahrung, daß Gott in seiner unendlichen Gerechtigkeit schon in dieser Welt das Gute belohnt, wenn gerade nicht immer, so doch oftmals, wenn nicht augenfällig, so doch insgeheim. Mit poetischem Schwung und kraftvollem Glaubensgeist hat schon David diesem Gedanken Ausdruck gegeben an der Stirne seines Psalmbuches:

Glückselig, wer nicht, folgt den Bösen, Nicht wallt auf ihren düstern Pfaden.

Wer sich nicht Rat holt bei den Sündern, Nicht beistimmt ihren Lastertaten.

Wer Gottes Willen nimmt zur Richtschnur Und seiner Satzung stets gedenket.

Dem Baume gleich an Wasserbächen Bringt Früchte er in reicher Menge.

Kein Blatt wird jemals an »hm welken,

Und alles, was er tut, gelingt ihrn".

Soll ich dir mit einigen Beispielen aufwarten? Noe war mit seinen Angehörigen der einzige, der vom Lasterlebet» der Menge sich freihielt. Diese wuid: ertränkt in der Sündflut, Noe aber wunder­bar gerettet in der Arche. Im allgemeinen Verderben von Sodoma blühte Lot wie eine Lilie. Dafür wurde er durch einen Engel aus der brennenden Stadt hin­ausgeführt, während die Sklaven der Unzucht in den Flammen umkamen. Joseph, Jakobs zweitjüngster, zeichnete sich aus durch Gehorsam, Unschuld, Freundlich­keit, Arbeitsamkeit, Treue, Zuverlässigkeit, Gewissen­haftigkeit. Als er nun imHausePutiphars Sklavendienst tat, da wurde nicht bloß Joseph, sondern um seinet­willen auch Putiphar und jein ganzes Haus, Menschen und Vieh, wunderbar ge egnet, Joseph selbst steige» lassen und als König bau Lande vorgestellt. Ruth, jene anhängliche, oj iiüiHige Tochter, die ihrer Schwiegermutter Noenu so gute Dienste tat und zur Zeit der Not nicht von ihrer Seite wich, machte als armes Mädchen zum Staunen ihrer Landsleute eine gute Partie mit dem reichen, wohltätigen Booz und wurde eine Stammutter des Erlösers. Soll ich noch von Daniel Meldung tun? Unbekümmert nm die drohende Todesstrafe blieb er dem Gotte Israels treu und wurde in die Löwengrube geworfen. Doch siehe, ein Engel hielt den Bestien den Rachen zu und ein anderer Engel brachte den Habakuk auf den Flügeln des Windes in die Grube, dainit er den hungriger» Daniel mit Speise versorge. Rührend hat Daniel damals die Wahrheit ausgesprochen, die eben Gegenstand unserer Lesung ist:So hast du meiner gedacht, o Golt, und diejenigen nicht verlassen, die dich lieben. (Dan. 14, 37.)

Höre noch die Geschichte des Mardochäus, die in trüben Tagen dir ein Licht anzünden und Honig träufeln wird in den Wermutsbecher. Ein glaubens­starker Mann, aufrecht und unbeugsam in seiner Ueberzeugung, treu bis zur Selöstvergessenheit, hatte er dem König Assuerus durch Aufdeckung einer

Verschwörung das Leben gerettet. Lange blieb diese edle Tat ohne jede Belohnung; Mardochäus war darüber nicht im geringsten verbittert; i^m genügte ein gutes Gewissen als Lohn der edlen Tat. Doch der göttlichen Gerechtigkeit genügte das nicht: sicht­barer, überreicher Lohn sollte ihm zuteil werden. In einer Nacht konnte der König nicht schlafen. Da ließ er sich zum Zeitvertreib aus der Chronik des Reiches vorlesen. Durch Gottes Fügung kam die Lektüre gerade auf diese Lebensrettung des Königs. Und welcher Lohn ist dem Mardochäus zuteil ge­worden?, fragte der König.Keiner" war die Antwort.So soll Mardochäus mit königlichem Gewändern angetan und auf einem Pferd durch btt Stadt geführt werden; der Herold aber soll vo» ihn» ausrufen:So wird geehrt, wen der Köuft ehren will". Und nicht bloß auf das Pferd durft» dereinst vergesseneJude steigen, sonder»» auch auf der Kanzlerstuhl, um der erste Beamte des Königs zu sein.

Kommt es aber nicht bisweilen vor, daß bei Gerechte leiden muß? War nicht Job gerecht und mußte ein ganzes Meer von Leiden trinken? War nicht Johannes gerecht und mußte Kerker und Ent­hauptung leiden? Waren nicht die Apostel gerecht und mußten Ketten tragen und einen qualvollen Tod sterben? Wie verträgt das alles sich mit ber göttlichen Gerechtigkeit? Laß dich nicht aus dem Sattel heben; sitze fest und halte dich an der Lehre des Glaubens und der Kirche. Gott ist gerecht und bleibt gerecht, auch wenn er die Guten in diese- Zeitlichkeit züchtigt. Einmal, wenn diese wirklicl gut sind, so werden sie nicht unglücklich über ihr« Leiden; wissen sie ja, daß Gott nicht ungerecht strafen kann. So hat Tobias, als er nach so viele« ruhmwürdigen Taten und Opfern mit völliger Blindheit helmgesucht wurde, in beispielloser Glaubens- stärke ausgerufen:Gerecht bist du, o Herr, unb gerecht sind alle deine Gerichte". Hat nicht auch der Beste manche Fehler und Nachlässigkeiten zu beklagen? Soll er sich nicht freuen, wenn er dafür gezüchtigt wird? Auch die kleinsten Sünden sind Schulden, die einmal bezahlt werden müssen, sagt der hl. Jgnatiuâ von Loyola. Ist es nicht eine Wohltat, wenn du dieselben hier und nicht im Fegfeuer abbüßen kannst ? Glaube übrigens nicht, daß alle Leiden Strafen sind. Es gibt Leiden, die sind nur Prüfungen, ia sogar Belohnungen in Gottes Absicht. Wie so? Hore die hl. Schrift:Wen Gott lieb hat, den züchtigt er". Leiden sind ein Feuer, in benen bie Seelen von ihre»» Schlacken gereinigt we»den: Zerben sind Hammerschläge, unter denen die Seele zu einer Heiligenstatue gemeißelt wird, sind Beißzangen, mit Denen Gott die so schimpfliche Anhänglichkeit an dieses Jammertal uns auszleht, {im, Ehren, die uns Christus gleichförmig machen.

Wach auf, christliche Seele und höre dlese Bot­schaft Tu Gutes und werde nicht müde und glaube an die Vergeltung, die dir sicher zuteil wird, einst­weilen als Abschlagszahlung, bald aber als uner­meßlicher Himmelslohn. Der Buravkarrer.