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Eine Atempause

en wir nun endlich für einige Zeit bekommen ch das Abkommen, das unser Reichsbankpräsi- l Dr. Ravenstein mit der Bank von England eschlossen hat. Belgien hatte sich bekanntlich 4t erklärt, sich mit Bonds oder Schatzanwei- zen in Höhe von 270 Millionen Goldmark zu rügen, wenn dieselben von der Re'chsban? ändert und innerhalb 6 Monaten nach Ausgabe lelöst würden. Aber da entstand die schwierige re, was soll geschehen, wenn beim Präsentieren Wechsel durch Belgien augenblicklich nicht soviel ngeld — 3 mal je 50 und 2 mal je 60 Millionen binar? — zur Hand wäre, so daß wir die hsel nicht einlösen könnten. Dann müßten sie ängert werden, oder ein anderer müßte dann uns einsprmgen, die Wechsel einlösen und in rm Kassaschrank liegen lassen, bis der Aussteller einlösen kann. Auf eine Verlängerung ging sien nicht ein, wohl aber hat jetzt die englische ck sich bereit erklärt, die Wechsel für die deutsche hsbank sinzulösen und sie noch weitere 6 bis Monate bei sich liegen zu lassen. Unterdessen mt die Reichsbank zu Geld, weil ihr das Reich atlich 1 Millionen Goldmark — das geht zur — zurückzahlt. Was der Reichsbankpräsident jaoenftein in London gemacht hat, ist demnach einfaches, unter befreundeten Banken öfter üb- s Bankgeschäft, dessen Einzelheiten man öfsent- nicht mitteilt. Die Hauptsache ist, daß Belgien ihm übergebenen, von der Reichsbank garan­en und in England rückversicherten Bonds h versilbern kann und zu Geld kommt. Es ist eben. „Und warum sollen wir belgischer fein Belgien", sagte Mauklere, der französische Ver- r in der Reparationskommission. Und deshalb uch Frankreich mit dieser Lösung zufrieden, nacht nur den kleinen Vorbehalt, daß Deutsch- die Verpflichtungen zur Abtragung der eng- n Schrüd später nicht als Ausrede benützt, um oon den Verpflichtungen gegen Frankreich zu en.

lelöst ist mit dieser Regelung die Reparations- natürllch noch nicht, aber es ist doch für einige nie eine gewisse Ruhe ein getreten, da Deutsch- vier Monate lang keine Devisen Zu kaufen cht. Inzwischen soll

in Brüssel wieder eine Konferenz

nnentrefen und diejenigen, die die Zukunft r mehr im rosigen Lichte sehen — die Opti- 1 — hoffen, daß wir dann doch einen kräf- Schritt weiterkommen. Es ist ja auch bisher ein gewisser Fortschritt in der theoretischen erung der Gründe für die wirtschaftliche Krise )er zu ihrer Beseitigung notwendigen Maß­en festzustellen, aber das pra?Hfd)e Ergebnis der Reden, Berichte, Reifen unb Arbeiten ist ordentlich gering. Das ist zürn Teil in der nckcheit der aufgeworfenen Fragen begrün- ndeffen müßten diese Schwierigkeiten ange- der Bedrohung so ungeheuer wichtiger Güter 'berifach gesteigerten Anstrengungen anspor- lamit in unnachsichtiger Arbeit die Aufgaben uns erfaßt und einer durchgreifenden Lösung ibrt würden. Das ist nur möglich, wenn die Schulden frage auch der Ententestaaten unter­er geklärt wird. Man darf nämlich nicht hen, daß Frankreich nicht etwa einzig aus i Hasse auf die Bezahlung feiner Guthaben Deutschland so erpicht ist; er treibt da eben rin Keil den anderen. Da gehts, wie es im ^E heißt: Abraham zeugte dsn Isak, Isak den Iakob . . . . oder Frankreich schuldet nd, Englmad schuldet Amerika und seinen rociren. Das Schuldsnverhältnis ist folgen- Ugland schuldet Amerika 865,000,000 nmneÄ A^kreich schuldet England 0,000, Rrchlgild schuldet Eng land 561,000,000, i schuldet England 477,000,000, Belgien schul- Sland 103,000,000, Serbien schuldet England 000- andere Staaten schulden England un- 66,000,000 Pfund Sterling (1 Pfund Ster- ungefähr 20 Mark in Gold). Die Gut- Englands betragen hiermit 1 Milliarde 786 ien Pfund Sterling. Wenn England die 865 len Pfund an Amerika zahlt und es bekommt

ichlet haben, ' Abkommen

gefolgt sind. Es hat sich also altem AnscWn nach doch jetzt die Erkenntnis in Frankreich Bahn gebrochen, daß der Wrederausbau der kriegszerstörten Gebiete Nord- ftcmkreichs nur durch verftänLniäreite Zusammerr- arbeit zwischen den bÄden Ländern möglich ist. Eine gewisse Vorsicht bei diesen Verträgen bürste aber doch auch wohl angebracht seiri. Mamherlei Beben len wer­den selbst von industrieller Seite in der Presse laut, besonders über das schnelle Zempo, in dem sich die Verträge sitzt folgen. So begrüßenswert es ist, heißt es da, daß die Industrie sich bemüht, zur Wiederher­stellung der verwüsteten Gebiete in Frankreich beizu- tragen und damit einen der Bausteine des französischen Haß- und Rövanchegebä'âs zu beseitigen, und so er» frerckich es ist, wenn durch diese Sachlieferungen die deutsche Industrie vor Arbeitslosigkeit bewahrt wird, so muß man sich doch andererseits angesichts der sich rasch vernrchrendm Verträge, die scheinbar keinen Ln- ~ ".* .,---" -- — dustvieKweig in Ruhe lassen, fragen, übersteigen die

Amerika zahlt und es bekommt in diesen Beiträgen übernâminteiien Verpflichtungm

von seinen europäischen Schuldnern nichts, so bleibt nid

Pokittsch" Seit

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ihm das erkleckliche Defizit von 2 Milliarden 651

Millionen Pfund. Außerdem schuldet Frankreich an Amerika noch separat 3 Milliarden 770 Mittio-

nen nen 891 son, nen

Dollar und an rückständigen Zinsen 431 Millio- Dollar. Italien schuldet an Amerika 1 Milliarde Millionen Dollar und 344 Millionen an Zin- Velgien 427,5 Millionen Dollar und 51 Mill.

Zinsen. Man ersieht daraus, daß es für die beteiligten Staaten nicht so einfach ist, auf ihr Gut­haben gegenüber Deutschland zu verzichten. In

Frankreich erklärt man ganz offen, daß das Land bankrott sei, wenn Deutschland den im Friedens­vertrag übernommenen Verpflichtungen nicht nach­komme. Man hofft daher, daß bei der nächsten Konferenz Amerika über seine Guthaben ein großes Kreuz mache. Damit wäre es möglich, die Welt­wirtschaft wieder in Ordnung zu bringen. Amerikas Vertreter soll eine diesbezügliche Andeutung haben fallen lassen. Zudem ist es doch ganz ausgeschlos­sen, daß Amerika einmal zu seiner Sache kommt; solche Summen sind auch die Herren Sieger, ja, die ganze Welt nicht imstande zu zahlen. Man hofft also, daß die Vernunft doch allmählich die Ober­hand gewinnt, zumal noch ein anderer Umstand aus eine Gesinnungsänderung der Siegerstaaten schlie­ßen läßt. Die Reparationskommission hat nämlich in ihrem Pariser Beschluß bedingungsweise von einer Ermäßigung der Lasten Derckschland gespro­chen. Solange das nicht geschieht, ist eine durch­greifende Besserung der Lage kaum zu erwarten.

nu^ ... ^emsche LeistungsjchiMt? Rehmen die ab ichurßeân Lnduftriekonzerne mcch genügend atua- s-cht aus die deutsche AllAMeicheit? Auch der frühere preußische Slinif terpräsident Stegerwaid mahnt zur Vorsicht; er fürchtet eine verschlechternde Einwirkung auf die deutsche Valuta, wenn der Aufbau, wie es ’ .Heine, aüzuschncll und stark in Angriff genomren urerde, ein großer Bruchteil des deutschen Vo.kes werde dann für die eigene Wetschaft unproduktiv arbeiten. Weiter bestehe die Gefahr, daß Deutschl^d während der Zeit, in der es an der Ausführung des Vertrages arbeite, vom übrigen Weltmarkt zurückgedrängt werde. Auch der „Vorwärts" übt Kritik und bedauert beson­ders, daß im Gegensatz zum Wiesbadener Abkomme« die freien Lieferungs Verträge an Stelle der interstaat­lichen Kxurollierbaren Abschlüsse getreten seien. Die M^liclMt einer Kontrolle der Preise durch die Ar­beiterschaft, die im Wiesbadener Abkommen ausdrück­lich festgels^ war, sei bei diesen Privatverträgen nicht Niehr wrhanöe.:. Hier liege die Hauptgefahr für t« deutsche Volkswirtschaft, deren Beseitigung man er­streben müsse. Es hat alles seine zwei Seiten, so gehts auch hier. Man wird abwarten müssen, ob b$ Vssürchrcmgen sich verwirklichen.

Eine schmerzliche Wunde

am Körper Frankreichs surd zweifellos die Trüinmer- ftätten in den Gebieten, über die vier lange Jahre hin­durch die Kviegsfurie gerast ist Millionen Deutscher, die die Pflicht mitten in das blutige Kriegsgeschchm hineinstellte, kennE sie aus unritloLvrer Anschauung, tiefe tiefirrmrigel« Bilder der Zerstörung. Deutsch­land war von Anfang bereit, an der Hellmig dieser Wunde nrltzuaâiisn mrd damit die Bitterkeit der Er-- tnnerimg an furchtbare Geschrhrriss« zu lindem. Es wurden demschtvseibs umfassende Wiedsranfbairpläne entworfen, die nicht nur riesige Stoteriatfieferungen, saubern auch die Gestellung der erfoârlÄhen Arbeits­kräfte vorsahen. Die Vorschläge fanden aber lange Zeit in Frankreich keinen Anklang, Legierung und

Volk

st-m-drar noch zu sehr umiir der haßerfüllten

Der volkerdUKd

hat die Aufnahme Ungarns in den Bund lksch! offen» Segen die migefährlich«« Mitglieder erbost sich Frank­reich nicht, nur von Deutschland darf kein Rösnfch reden. Dagegen hat es einer Neuregelung der Re- parânsfrage, die von Lord Cecil ang^chnitten wurde, zugesiimmt, wenn auch mir in Verbindung mit der inbirnot-ionÄen Regelung der Schuilden. Ueber dis Abrüstung wurde auch lang und breit verhandelt. Ernst ist es den Herren damit ja nicht, und schon gar nicht im gegenwärtigen AllgenMick, da die Ereignisse in Kleir»afi«l sich überstürzen. Aber da man schon das dritte Jahr von Avrüsinng rodet, strebte man nach irgend einer Lösung. Es wurde ein „Garantiepakt" vor, geschlagen, über dessen Formulierung man aber in die­sem Jahr nicht eLnig wurde, eine Kommission soll dir Sache weiter behandeln und im nckhflen Ähr darübei

berichten. — Die ganze Sache kommt einem vor eine Komödie.

wir

Die sozialistische Einigung

ist von dem Parteitag der MehchsitssozrÄisten Augsburg und irrn der Unabhängigen in Esra

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KrngsstiminuM Sian rief zwar Zag uinZag, Jahr schloffen unb auf einem gemeinsamen in Nürnberg bann

um Jahr nach Reparationen, die ganze Welt wurde

mit diesen« Ruf erfüllt und so der Eindruck zu wecken gesucht, als entziehe sich Deutschland hartnäckig seiner Repcerationspsticht. Nicht säen seinen es, als gefalle sich Frankreich in der Rolle des Invaliden, der, ohne ernsthaft auf die Heilung ferner Gebrochen bedacht zu sein, am Wege sitzt und um Mitleid wirbt. Deutsch­land war lange Zeit hindurch in der Rolle des Arztes, der feine Hilfe antrietet, die aber ? n Patienten aus-

geschlagen wird. Auch das zwifchm Rathenau und Loucheur abgeschlossene Wiesbadener SachlieferuMs- abkommen hat nicht den erwarteten Erfolg gehabt. Jetzt scheint die Stimmung in Frankreich aber «ungeschla­gen zu sein, wie der Vertrag zwischen Skinnes und den französischen WisderaufbaugenosMschÄsten zeigt, über den wir m der vorigen Nummer schon berichtet hüben,

dem inzwischen noch einige andere ä

sank^oniert worden. Rein äußerltd) gesehen, ist dü ©tnigung zweifellos für die Sozialdencokrälie ein Er folg. Ob er das auch in Wirklichkeit fein wirb, darü­ber teilt» man heute ein Urteil nicht ab geben können sondern abwarlen müssen, wie sich die Wtedewrremi- Mmg bec beiden sozialistischen Parteien, die sich noch vor ganz kurzer Zeit schr feindlich grgenüberstcUiden, aus- wirken wird. Die Parlament ar ifdje Lage ist, wie schon kluzüch dalMÜegt, durch die sozialistische Einigung geri^e nicht einfacher geworden. Die Vereinigt« SozicMemokratie verfügt im Reichstag über rund 186 Sitze mD hat damit mehr Mandate als die beiden ank-sren Koakitimisparteien, das Zsntruim und die De­mokraten, die ihrerseits nur über rund 120 Sitze im Reichstag verfügen. Aus dieser Feststeüurrg ergibt sich, daß unter Umständen Rückwirkungsn auf die Re- giermiHökoolition im Reich und auch in Prsußer« burdjau# im Bereich der Möglichkeit liegen, wie über­haupt die Sozialdemorratir noch mehr darauf bedacht sein wird, ihren Einfluß in Gesetzgebung und Ler- walk««g zu vermehren. Daraus ergibt sich die Not- '.vsndigkcÄ für die übrigen Parteien der Rsglerungs- loakikrn, ihrerseits zu diesen Fragsn Sie Hunts zu neh­men. In gewisser Vezichuizg sind bcfamttltd) bereits vorbereitende Schritte getan, indem zwischen den bin gertichen Parteien unter Zuziehung der Deutschen Volkspartei unb der Bayerischen Volkspartei eine Ar- beitsgsneMfchaft in Aussicht genommen ist. In die­sem Zus«rmrcicha?rg muß betont werden, daß diese ArL'âyomeülschost durchaus keine Spitze gegen die SMaStnmokratie haben soll und nicht hat. Uebrigens Hoben auch die Sozialbetnockraten selbst auf ihren Par­teitagen sich in Be.Wg auf die Zusammenarbeii mit der Dru^ä^r« Volkspartei nicht endgültig ststMlegt. In Arnsburg mürbe bei den MÄ-rhsitssozialiften ein Eintrag abgsâhm, dsr die Psrtei auf die Abweisung einer Ksâon mit der DmÄchen Balksparlsl fdile^ii