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52. Zahrg. 2
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für die katholischen Gemeinden Kassels
Erscheint jeden Sonntag u. kostet Vierteljahr!. Ausg. A 45.03 Mk., B 50.— Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen dis einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum 5.00 Mk. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Offert- und Auskunst-Anzeigen 5.00 Mk. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendcuckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.
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Wochenkalender.
tag, 1. Okt. 17. nach Pfingsten. Aeußere Feier d. >senkranzfestes. Ged. d. hl. Remigius, Bisch. u. Bek. innerapostolat.
tag, 2. Okt. Schutzengclfeft.
stag, 3. Okt. Vom Tage.
woch, 4. Okt. Hl. Franz von Assisi, Ordensstifter, lerètag, 5. Okt. Hl. Plazidus und Gefährten, M. tag, 6. Okt. Herz-Jesu-Frettag. Hl. Bruno, Bek. Stag, 7. Okt. Nosenkranzfest. Ged. d. hl. Markus, u. Bek. u. d. hll. SergiuS, Bachus, Marcellus u. ulejus, M.
siebzehnter Sonntag nach Pfingsten
(Evangrl. Matth. 22, 35—46.)
3» jener Zeit kamen die Pharisäer zu Jesus; und von ihnen, ein Lehrer des Gesetzes, fragte ihn, ihn zu versuchen: Meister, welches ist das größte t im Gesetze? Jesus sprach zu ihm: Du sollst den n, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen, aus deiner ganzen Seele, und aus deinem ganzen ite. Dies ist das größte und das erste Gebot. Das e aber ist diesem gleich: Du sollst deinen Nächsten b wie dich selbst. An diesen zwei Geboten hängen ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die säer versammelt waren, fragte sie Jesus, und '2 Was glaubet ihr von Christo? Weffen Sohn ? Sie sprachen zu chm: Davids. Da sprach er zu : Wie nennt ihn aber David im Geiste einen I, da er spricht: Der Herr hat gesagt zu meinem i: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine e zum Schemel deiner Füße gelegt habe. Wenn David ihn einen Herrn nennt, wie ist er denn Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort ant- 1' und niemand wagte es von diesem Tage an, ich um etwas zu fragen.
Gotter Hutz Schemel.
etze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde als Schemel dir zu Füße lege". Ter Heiland selbst ist es, der im heutigen Evangelium diese Worte aus dem Psalm 109 . . . _ _ anführt. Ter himmlische Vater dreje Worte zu seinem Sohn und überträgt nun das Richteramt und die ewige Herrschaft, ch beleuchten diese Worte mit glellem Blitzes- die unerbittliche göttliche Strafgerechtigkeit: ™55 werden einst seinen Fuß-Schemel Chrtstus wird beim letzten Gericht seine zertreten, verwerfen und der ewigen Ver- 15 übergeben.
5 den beiden letzten Lesungen haben wir er= Gottes Gerechtigkeit manchmal so ort be» manchmal aber die Strafe verschiebt; heute 1 unr an ein letztes Merkmal der göttlichen rechtlakert: Gott straft manchmal erst im
heißt dieser Schlußsatz? Schon oft haben wir ihn gehört, wollen ihn immer wieder aufs neue hören und können ihm nicht genug unserm Gedächtnis und unserm Nachdenken einverleiben: „Es geschah, daß der Reiche starb und er wurde in die Hölle begraben". In die Hölle! Gleich gesprochen, rasch gelesen. Aber welch schrecklicher Inhalt, welch entsetzliche, ewige Qual. Feuer, Wurm, Gewissensbisse, Nacht und Verzweiflung, und das ohne Pause, ohne Linderung bis in die graue Ewigkeit. Entsetzlicher Durst quält seine ausgebrannten, ausgedörrten Lippen und er schreit nach einem Tropfen Wasser, schreit sich heiser, schreit sich die Kehle heraus, schreit die Ewigkeit hindurch und schreit umsonst. Was nützt nun den Prasser sein Sch'emmerleben ? Was hat er von den köstlichen Bissen, die er hinuntergewürgt, von den Strömen des Weines, die er mit lustigen Zechern hinuntergegossen? Ist er nicht gestraft genug? Als „Schemel" liegt er zu den Füßen des gerechten Richters, zertreten, zermalmt, verstoßen in Ewigkeit.
Drum, Freund, wenn du einen Menschen siehst, der Sünde auf Sünde häuft, dem es aber dabei wohlergeht, dann hüte dich, ihn zu beneiden; bedauern sollst du ihn, denn er trägt an sich das Zeichen der ewigen Verwerfung. Er ist, wie der hl. Augustinus drastisch sich ausdrückt: ein Mastochse, der mit geschmückten Hörnern zur Schlachtbank geführt wird. Damit stimmt überein das Wort des Psalmisten: „Wenn Frevler üppig sprossen wie das Gras unb wenn alle Bösewichte prangen gleich der Sonne, so ist es nur, damit sie umkommen in alle Ewigkeit.
Glauben wir an Gottes Gerechtigkeit. Er straft jeden Sünder nach Verdienst, sei es sogleich, sei es nach einer angemessenen Frist, sei es in der Zeitlichkeit oder in der Ewigkeit. Wenn ein Funke von Nächstenliebe in uns ist, so beten wir für die verstockten Sünder um Bekehrung; und wenn noch ein Funke von Selbstliebe in uns ist, so hüten wir uns vor der Sünde. Denn „schrecklich ist es, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen".
Der Burgpfarrer.
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Zum Rssenkranzmomt.
Im Oktober gibt uns die Kirche Gottes den Rosenkranz in die Hand. Nicht nur das nutzere Zeichen hat da seine hohe Bedeutung. Mehr noch die innere Kraft, dec innere Reichtum. Von ihm gilt: „Alle Schönheit liegt im Innern" (Psalm 44). Jene vielen, sie den Rosenkranz nur äußerlich beurteilen, darum 0 oft ihn nur verurteilen, die verstehen ihn nicht, tönten oder wollen ihn nicht verstehen. Wer aber da tiefer eindringt ins Heiligtum, wer anstatt im Vorhof flehen zu bleiben, vorauschreitet bis zum Allerheiligsten des Tempels Golles, der wird große Schätze finden und sich daran erfreuen: „Wer mich findet, der findet das Leben und Heil von dem Herrn."
Das Wichtigste im Rosenkranz sind nicht die Perlen der Gebetsschnur, deren eine um die andere fällt.
Gibt es nicht Menschen, die nach Gottes Geboten und der Mitmenschen Rechte nichts fragen? Bei denen die Politik der Faust und des Geldsackes maßgebend ist ? Die alle göttliche und menschliche Moral mit Füßen treten? Die als Sonntagsschänder, Tag- diebe, Ehebrecher, Lüstlinge, Wucherer, Falschmünzer, dahinleben, von keiner Polizei belästigt, vor keinen Gerichtshof gestellt, von keiner Gefängniszelle eingeengt, die Tag für Tag in Villen und Droschken und Automobilen und Hotels und Vergnügungshäusern sichs wohl ergehen lassen, die das Leben in vollen Zügen genießen bis ins hohe Greisenalter und bis 311m Rand des Grabes? Wo bleibt da die göttliche Gerechtigkeit? >—
Freunde, laßt uns nicht irre werden. Hast du noch nie an großen Bahnhöfen das Schalter gesehen mit der Aufschrift: „Schalter für Nachlösen". Da- hin muß feder sich verfügen oder wird vom Be amten dahin geführt, der aus irgend einem Grund keine Fahrkarte hat oder in einer falschen Wagenklasse gefahren ist, der mithin zu wenig be zahlt und die Staatskasse geschädigt hat, um dor die fehlende Summe manchmal in kräftiger Erhöhung nachzuzahlen.
Schau, ein solches Schalter gibt es auch im Jenseits. Wer immer auf seiner Fahrt durch dieses irdische Leben zu kurz gekommen ist mit Strafen, wer nicht nach dem Maße seiner Sünden und Freveltaten dazwischen genommen wurde, der mutz nach- iösen, nachzahlen und nachbüßen in der andern Welt, sei es im Fegfeuer, sei es in der Hölle.
Das ist keine leere Vermutung, das ist keine bloße Meinung, das ist Lehre des Heilandes, das ist Dogma der Kirche, das ist Grundsatz, unumstößlicher Grundsatz unseres hl. Glaubens-
Welch andern Sinn hat denn jene wunderbare Parabel aus dem Munde des Heilandes, die Parabel vom reichen Prasser? Er kleidete sich in Purpur und feine Leinwand und hielt alle Tage herrliche Mahlzeiten. Ich lese aber nichts davon, daß er gebetet oder gefastet oder Almosen gegeben oder mit den Armen geteilt habe. Im Gegenteil; was lesen wir? daß er sich hochmütig aufgebläht hat, daß er den Proletarier keines Blickes würdigte, daß er den, armen Lazarus nicht einmal die Brosamen gegeben hat, die von seinem Tische fielen. Und hat ihn der reiche Herr, der doch Zimmer im Ueber fluß in seinem Hause hatte, vielleicht eine Kammer eingeräumt? Nein; draußen mußte er liegen bleiben vor der Tür wie ein Hund. Ich lese auch nichts davon, daß der reiche Mann ins Gefängnis kam oder eine schwere Krankheit durchmachen mußte; alles deutet darauf hln, daß er sein Schlemmerleben fortgesetzt hat bis an seinen Tod.
Ist das alles? Ist damit die Geschichte zu Ende? Wenn sie zu Ende wäre, dann hätten wir allen Grund, an der göttlichen Gerechtigkeit zu verzweifeln. Aber sie ist nicht zu Ende. Der Heiland hat vielmehr noch einen Schlußsatz beiqesüqt, der uns das Blut in den Adern erstarren macht. Wie