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Ausgabe B
Kassel, den a September 1922
Nr. 58
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Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels
Erscheint jeden Sonntag u. kostet vierteljährl. Ausg. A 8.03 Mk., B10.— Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die einspaltige Kolonelzeils oder deren Raum 3.00 Mk. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Offert- und Auskunft-Anzeigen 5.00 Mk. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.
Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei-
Wochenkaknder.
g, 17. Sept. 15. nach Pfingsten. Gedächtnis der ldmale deS hl. Franziskus.
g, 18. Sept. Hl. Joseph von Cupertino, Bek.
ag, 19. Sept. Hl. Januarius u. Gefährten, M. och, 20. Sept. Hl. Eustachius u. Gefährten, M.; ächtnis d. Vigil d. hl. Matthäus, Ap. Quatember, rstag, 21. Sept. Hl. Apostel Matthäus.
g, 22. Sept. Hl. Thomas v. Villanova, Bisch, u. Bek.; ichtnis d. hl. Mauritius u. Gen., M. Quatember, ag, 23. Sept. Hl. Linus, Papst. Gedächtnis der Lhekta, M, Quatember.
mszeWer Sonntag nach Pfingsten.
(Evangel. Luk. 7, 11—17.)
t jener Zeit kam Jesus in eine Stadt, welche hieß: und es gingen mit ihm seine Jünger und Wlk. Als er aber nahe an das Stadttor kam, da trug man einen Toten heraus, den einzigen seiner Mutter, die Witwe war; und viel Volk er Stadt ging mit ihr. Da nun der Herr sie ard er von Mitleiden über sie gerührt, und sprach : Weine nicht! Und er trat hinzu, und rührte die an (die Träger aber standen still). Und er sprach:- ng, ich sage dir, steh auf! Da richtete sich der uf, und fing zu reden an. Und er gab ihn seiner c. Es ergriff sie aber Alle eine Furcht, und sie Gott, und sprachen: Ein großer Prophet ist uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heim-
aber bisweilen nur ein Schritt. Im Augenblick, im Handumdrehen wächst oft die Strafe auS der Sünde empor. Das nenne ich eine „rasche Ernte". Aus der Fülle der biblischen Beispiele greife ich nur eine bescheidene Auswahl heraus.
Kaum hatte Luzifer in verruchtem Stolz sich wider Gott erhoben, kaum hatte er Anstalt gemacht, seinen Thron über die Sterne zu setzen, da waltete die göttliche Gerechtigkeit ihres furchtbaren Amtes, da packte biq Faust des erzürnten Gottes den Rebellen samt seinem Anhang und schleuderte ihn hinab in aäM^MmMMM
Unsere Zreunde,
ttchen, bitten wir bringend, die Verbreitung des Elifabethbiattes in der Diözese zu fördern und dahin zu wirken, daß er auch im kommenden Quartal in jeder katholischen Familie in Stadt und Land gehalten wird. Bei dem — freilich nur scheinbar — höheren Bezugspreis wird es vielleicht hier und da Schwierigkeiten geben; wir hoffen aber bestimmt, daß sie sich durch energische Werbearbeit überwinden lassen. Ohne Sonntagsblatt — in unserer Diözese kommt dafür selbstverständlich zunächst das Clisabethblatt in betracht — darf keine Zamilie sein.
Rasche Ernie.
as der Mensch sät, das wird er auch ernten, sagt der hl. Paulus in derEpistel des heutigenSonnlags. Will denn der Apostel einen Vortrag halten über Saat und , Ernte, über Setzlinge und Samen-
Gewttz nicht; das überläßt er dem Fach- und Wmschastslehrer. Als Theologe und rger redet er von Gott und vom Seelenheil, wal also der Apostel sagen? Daß die M n- gr Schmial in der eigenen Hand tragen, ihres ^ oder Unglückes eigene Schmiede sind; wer tut, wird Lohn, wer Böses tut, wird Strafe
!s ist gar nicht anders möglich; denn über dem !Nd Treiben der Menschenkinder steht Gott als r Richter — und Gott ist g'èrecht; er belohnt 'straft ganz nach Verdienst.
II der Saat bis zur Ernte vergehen Wochen Sonate. Vom Bösen bis zur Strafe ist es
die Hölle. „Denn Gott hat die abtrünnigen Engel nicht geschont, sondern mit Ketten der Unterwelt hinabgezogen in den Abgrund."
Wie ist es unsern Stammeltern ergangen? Kaum hatten sie die Frucht vom verbotenen Baum gegessen, da erschien ihnen wie ein Blitz aus heiterem Himmel Gott der Herr und diktierte ihnen ihre Strafe und jagte sie hinaus aus dem Paradies, hinaus in Elend und Verbannung, in Arbeit und Sorge, in Not und Tod.
Moses kam mit den Gesetzestafeln den Berg herab und sah die Israeliten, wie sie in grenzenlosem Leichtsinn und zügelloser Ausgelassenheit um das goldene Kalb tanzten, nachdem der Treuschwur gegen Jehova kaum verhallt war, da war es mit des Moses vielgerühmter Sanftmut zu Ende. In heiliger Entrüstung warf er die Gesetzestafel zu Boden, daß sie in tausend Fetzen zerborsten, holte das goldene Kalb von seinem Thron herunter, zertrümmerte und verbrannte es. Dann stellte er sich vor das Volk und rief: „Wer zum Herrn hält, trete an meine Seite. Da sammelten sich um ihn die Söhne Levis, die Priester. Und er sprach zu ihnen: „So sprich der Herr, der Gott Israels: jeder gürte sein Schwert um die Hüften und mache die Runde von Tor zu Tor durch das ganze Lager, und es töte ein jeder seinen Bruder und Freund und Nachbar, den er antrifft auf frischer Tat der f Sünde". Und sie eilten dahin, die Rächer der gölt-1
lichen Majestät, die blitzt «den Schwerter in den Händen, und jeden Mann und jede Frau, die sie über dem Götzendienst oder über der Unzucht ertappten, machten sie nieder — wahrlich eine rasche, eine blutige, eine reichliche Ernte: 23000 deckten als Schlâchtopfer der göttlichen Gerechtigkeit den Boden der Wüste.
Ein andermal, als auf Gottes Befehl Wachteln ins Lager geflogen kamen, und manche Israeliten einer ungezügelten Gaumenlust fröhnten, so daß sie nicht genug bekamen von dem schmackhaften Wachtelfleisch, da schlug der Herr diese Sklaven der Begierlichkeit mit plötzlicher Plage. Noch hatten sie das Fleisch zwischen den Zähnen, als sie plötzlich von den Krallen des Todes zerrissen wurden. Die Gräber der Erschlagenen bekamen den Namen: Gräber der Lüsternheit.
Habt ihr nicht gehört von Kore, Dathan, Abiron und ihrem Anhang? Kaum hatten sie sich empört gegen Moses und Aaron, da spaltete sich schon die' Erde zu ihren Füßen, und lebendig fuhren sie hinab zur Hölle.
Kaum hatten die spottlnstigen Knaben zu Bethel den Propheten Elisäus „Kahlkopf" geschimpft, als schon die Bären aus dem Wald hervorbrachen und 42 Lästermäuler zerrissen.
Der König Herodes hatte einst auf öffentlichem Platz eine selbstgefällige Rede gehalten. Als er geendet, rief das Volk ihm zu: „Eines Gottes Stimme und nicht eines Menschen Stimme". Der König sonnte sich behaglich an dieser Schmeichelei und blähte sich auf wie ein Gott. Doch im selben Augenblick klappte er zusammen unter den Schlägen eines rächenden Engels.
Und wie ist es jenem sauberen Ehepaar Ananias und Saphira ergangen, als sie wegen des Ackers den Petrus betrügen wollten? Kaum war die Lüge ihrem Munde entfahren, da stürzten beide zu Boden und wurden als Leichnam weggeschafft.
Wir würden mit unserer Lesung an kein Ende kommen, wollten wir die Fälle von plötzlichen Strafgerichten alle aufzählen, die in alter und neuer Zeit sich ereignet haben.
Warum ist aber Gott oft so plötzlich dreingefahren? Freunde! Nach dem „Warum" haben wir Gott gegenüber kein Recht zu fragen. Was ist der Mensch, daß er sich vermessen dürfte, in die Sachen Gottes hineinzureden oder gar den höchsten Gott wegen seinen Anordnungen zur Rechenschaft zu ziehens Es genüge uns, mit Ehrfurcht und Staunen ein-, zustimmen in das Bekenntnis: „Gerecht bist bit, o Gott, und gerecht sind alle deine Gerichte".
Daß seine Strafgerichte auch mit seiner GiU. sich wohl vertragen, deutet die hl. Schrift an mit den Worten: „daß den Sündern keine lange tf^it gestattet wurde, nach ihren Gelüsten zu tun, sondern, schnelle Rache über sie verhängt wurde, ist ein Zer- chen großer Güte". (2. Kac.) Wie können aber solche Strafgerichte ein Ausfluß der göttlichen Güt: sein? Weil Gott voraussieht, daß solche Sünden