Wochenkalender.
itteg, 10. Sept. 14. nach Pfingsten. Gedächtnis des Nikolaus von Tolentino.
»tag, 11. Sept. Hll. Protus und Hyazinth, M.
nStag, 12. Sept. Namen Mariä. Guido, Bsk.
Iwoch, 13. Sept. Vom Tags. Notburga. werStag, 14. Sept. Kreuz-Erhöhung. itag, 15. Sept. Sieben Schmerzen Mariä. Gedächtnis es hl. Nikomedes, M. nstag, 16. Sept. Hll. Kornelius und Cyprian, M. edächtnid der hll. Euphemia und Genossen, M.
vierzehnter Sonntag nach Pfingsten.
(Evangel. Matth. 6, 24—33.)
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: mand kann zweien Herren dienen; denn entweder > er den Einen hassen, und den Ändern lieben; er wird sich dem Einen unteriverfen, und den ern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht ftlich für euer Leben, was ihr essen werdet, noch euern Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht Hebert mehr als die Speise, und der Leib mehr die Kleidung? Betrachtet die Vögel des Himmels; säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in Scheunen: und euer himmlischer Vater ernähret Seid ihr nicht viel mehr als sie? Wer unter euch 1 mit leinen Sorgen seiner Leibeslänge eine Elle tzen ? Und warum sorget ihr ängstlich für dieKleidung ? achtet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; ,rbeiten nicht, und spinnen nicht: und doch sage ich . daß selbst Salomon in all' seiner Herrlichkeit t bekleidet gewesen ist, wie eine von ihnen. Wenn Gott das Gras auf dem Felde, welches heute steht, morgen in den Ofen geworfen wird, also kleidet' viel mehr euch, ihr Kleingläubigen! Sorget also : ängstlich, und saget nicht: Was werden wir essen, werden wir trinken, oder womit werden wir uns äden? Denn nach allem diesem trachten die Heiden n euer Vater weist, daß ihr alles dessen bedürfet, jet also zuerst das Ne ich Gottes und seine Gerechtig- so wird euch dieses alles zugegeben werden.
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Der feste pol.
^ k" schon die Sterne am Himmel betrachtet, wie sie still und feierlich ,&MisvW. ihre Bahn ziehen? Einer nur steht f • unverrückt und fest an seinem Platze: de* Polarstern, der den Mittelpunkt E.^'^G der ganzen Sierneuwelt bildet, um mh die übrigen Himmelskörper drehen.
im solcher unverrückbarer Stern, ein solcher c Po! im Wechsel der Vergänglichkeit ist Gottes eränderlichkeit. Alles außer Gott ist in Fluß Bewegung, in Wandel und Wechsel, in Wachsen Abnehmen, in Werdeu-und Vergehen; er allein »bewegt, unverändert, unverrückt und dabei die be aller Bewegung, alles Lebens.
!aßt uns dem Gedanken der Unveränderlichkeit, wir schon in der Lesung vom vorigen Sonntag
angeschlagen haben, nochmals einen Augenblick lauschen und uns darein versenken.
„Wie du warst vor aller Zeit, So bleibst du in Ewigkeit", singen wir in dem allbekannten Kirchenlied. Ja, Gott bleibt, wie er war. „Im Anfang hast du, o Herr, die Erde gegründet, und die Werke deiner Hände sind die Himmel; diese vergehen, du aber bleibst" (Pf. 101). Ja, selbst „die Himmel", das Firmament mit der Sonne, dem Mond, den Sternen, den Planeten und allen Himmelskörpern, haben einen Anfang genommen, unterliegen der Entwicklung und Veränderung und werden zuletzt in ihr Nichts zurückkehren. Gott aber, der Schöpfer des Weltalls, bleibt! Zerplatzen die Himmelskörper wie Seifenblasen, zerschellt die Erde wie eine Glaskugel, sinken die Menschen dahin wie frischgemähtes Gras- Gott, der Urheber aller Dinge, bleibt, wie er war.
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An all« fieser!
Man beachte die Mitteilung auf Selt e 291 dieser Nummer.
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„Ich bin der Herr", spricht Jehova, „und ich äudere mich nicht". (Mal. 3,9)
Nein, er ändert sich nicht, nicht sein Wesen, nicht seine Vollkommenheiten, nicht seine Entschließungen. Unverändert bleibt seine Allmacht. Vor einem Napoleon hat einst Europa gezittert. Sein Ruf bat Armeen gleichsam aus dem Boden gestampft. Doch wie bald ist sein Arm kraftlos geworden und wie ein alter Löwe im Innern der Wüste endete der einst so gefürchtete Korse einsam nnb verlassen auf einer weltfernen Insel sein Leben. Wie mächtig waren Nabuchodonosor, Alexander, Cäsar in ihren Tagen. Doch bald hatten sie ihre Rolle ausgespielt, und ihr Name ist nur noch ein leerer Schall. Sie waren nur Schachfiguren in Gottes Hand Durch seinen Willen und seine Zulassung haben sie in der Welt geherrscht und durch seinen Willen sind sie wieder von der Bildfläche verschwunden. Gottes Macht aber und Gottes Herrschaft nehmen kein Ende. Er wird nicht alt und nicht müde. Frisch und stark ivie am ersten Tage trägt er heute noch „mit drei Fingern" seiner Allmacht das Weltgebäude; mit einem sanften Druck seiner Rechten lenkt er alle Geschehnisse und Ereignisse im Reiche der Natur und im Getriebe der Menschenkinder. —
Unverändert ist eine Weisheit. Tie Weisheit eines Salomon, eines Sokrates, eines Augustinus, eines Thomas, die Weisheit aller Philosophen, Denker, Schriftsteller, Gesetzgeber, Bi chöse, Päpste, Kirchenlehrer und aller Geistesriesen aller Jahrhunderte hat ein Ende genommen, und ihr Licht ist erloschen gleich der Sonne, wenn sie am Abend herabsinkt unter den Horizont. Gottes Weisheit aber ist immer die gleiche. „Sie reicht voll einem Ende oer Welt bis zum andern mächtig und ordnet alles liebl^*. Wie dürfen wir da verzagen, und wenn
die Verhältnisse noch so verworren und unheilbar aussehen? Wenn die Geleise einer Eisenbahn noch so dicht aneinander liegen und wenn am Bahnhof in Berlin oder Frankfurt die Schienenstränge zahllos dahinziehen und durcheinander laufen wie die Fäden eines großen Spinngewebes, so vertrauen wir uns doch mit aller Zuversicht dem Schnellzug an, weil wir wissen und vertrauen, daß die Bewegung der Züge von verständigen, gewissenhaften Männern ausgedacht ist, und daß hundert Augen wachen und hundert Hände sich regen, um uns 51t einem glücklichen Ziele zu führen. Sollten wir nicht mit noch größerer Zuversicht der Weisheit Gottes uns überlassen, die es verstehen wird, auch unsere trüben Tage wieder dem Lichte entgegenzuführen?
Unveränderlich ist Gott auch in seinen Ratschlüssen. Seine Beschlüsse werden restlos ausgejührt. Kein Hindernis kann eintreten, das seine Absichten durch, kreuzen könnte. Und wenn das geplante Weik zum Vollzug kommt, so geht in Gott nicht die geringst« Aenderung vor sich. Denn dieses Werk ist ja von Ewigkeit her in den Schöpfungsplan ausgenommen. Es gibt beim lieben Gott keine Vergangenheit unb keine Zukunft, sondern nur pure, rèine Gegenwart.
Wie vertragen sich aber mit der Unabänderlich« keit der göttlichen Ratschlüsse so manche Tatsachen der Bibel? Lesen wir nicht von Ninive, dem der Untergang angedroht wurde und das doch verschont wurde? Alle Gassen und Viertel der Großstadt Babylon durchzog Jonas und ließ in jeden Winkel ertönen die Predigt: „Noch 40 Tage — und Ninive geht unter". Und diese Drohung war kein Privat- einfall, sondernOffenbarung und Ankündigung Gottes. Müde von langer Bußpredigt setzte sich Jonas auf einen nahen Hügel, das Schauspiel des Stadtuntel- ganges zu genießen. Doch so sehr er auch die Augen fid)_ heraus schaute und so viele Bitien er and) zum Himmel sandte — keine Ueberschivemmnng, kein Unwetter, keine Feuersbrunst, kein Erdbeben, keine Hungersnot, keine Belagerung, keine Eroberung, kein Plage; jeder Stein blieb auf dem andern, jedes Geschäft ging seinen gewohnten Gang und Groß und Klein freute sich am Leben. Wie verträgt, sich diese Schonung mit der Unveränderlichkeit der göttlichen Ratschlüsse? Die Lösung ist sehr einfach. Ter angedrohte Untergang war nämlich zu verstehen unter der stillschweigenden Bedingung: wenn die Stadt keine Buße tut. Hätte sie feine getan, so wäre sie schonungslos zugrunde gegangen; sie hat aber Buße getan, und so wurde sie verschont.
Lernen wir daraus eine nützliche Lehre. Hätte Gott uns die ewige Seligkeit verheißen, wir gehen dennoch zugrunde, wenn wir in Schlechtigkeit und Laichet dahiulebLn; und hatte er uns die Verkam muis angedroht, so können wir noch in dell höchsten Himmel kommen, wenn ivir ernstlich Buße tun. Darum verzage nicht, sündige Seele, sondern fasse Mut; und du, fromme Seele, sei nicht leicht- finnig und unbesorgt, sondern „wirken wir alle un ec Heil mit Farmt und Zittern". Der Bulgpsarrer.s