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Erscheint jeden Sonntag u. kostet vierteljährl. Ausg. A 8.0) Mk., B10.— Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum 2 00 Mk. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Offert-
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Religiöses Wochenblatt
für die katholischen Gemeinden Kassels
Wochenkalender.
mntag, 27. Aug. 12. nach Pfingsten. Gedächtnis des hl. Joseph von Calasanza, Bek.
Montag, 28. Äug. Hl. August inuS, Kchl.; Gedächtnis des hl. Hermes, M.
ienstag, 29. Aug. Enthauptung des hl. Johannes des Läufers; Gedächtnis der hl. Sabina, M. tittwoch, SO. Äug, HI. Rosa von Lima, Jgfr.; Gedächtnis der hll. Felix und Avaustus, M. onnerßtag, 31. Aug. Hl. Rarmund NonnatuS, Bek.; Paulin, B. u. M.
reitag, 1. Sept. Herz-Jesu-Freitag. Hl. AegidiuS, Bek.; Gedächtnis der hll. zwölf Brüder, M.
amstag, 2. Sept. Hl. König Stephan.
Zwölfter Sonntag nach Pfingsten.
(Evangel. Luk. 10, 23—38.)
In jener Zeck sprach Jesus zu seinen Jüngern: elig sind die Augen, welche sehen, was ihr sehet! enn ich sme euch, datz viele Propheten unö Könige hen wollten, was ihr sehet, und haben es nicht ge. hen, und Hörell, was ihr hört, und haben es nicht :hürt. Und siehe, ein Gesetzgelehrter trat auf, ihn zu 'rsuchen, und sprach: Meister, was mutz ich tun, um is ewige Leben zu erwerben? Er aber sprach zu ihm: las steht geschrieben im Gesetze? Wie liesest du? Jener itwortete, und sprach: Du sollst den Herrn, deinen otr, lieben von deinem ganzen Herzen, von deiner rnzen Seele, aus allen deinen Kräften, und aus deinem inzen Gemüte, und deinen Nächsten wie dich selbst, a sprach er zu ihm: Du hast recht geantwortet, tu is, so wirst du leben! Jener aber wollte sich als gerecht ipen, und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein ächster? Da nahm Jesus das Wort und sprach: Es na ein Mensch von Jerusalem nach Jericho, und fiel nter die Räuber. Diese zogen ihn aus, schlugen ihn und, und gingen hinweg, nachdem sie ihn halb tot egen gelassen hatten. Da fügte es sich, daß ein Priester nselben Weg hinabzog; und er sah j^n, und ging trüber. Desgleichen auch ein Levit: er kam an den rt, sah ihn, und ging vorüber. Ein reisender Sama- tan aber kam zu ihm, sah ihn, und ward von Mit- ld gerührt. Er trat zu ihm hin, verband seine Zünden, und gotz Oel und Wein darein; dann hob ihn auf sein Lasttier, führte ihn tn die Herberge, id trug Sorge für ihn. Des anderen Tages zog er oei Denare heraus, gab sie dem Wirte, und sprach: rage Sorge für ihn, und was du noch darüber aus- endest, will ich dir bezahlen, wenn ich zurückkomme, elcher nun von diesen Dreien scheint dir der Nächste -n dem gewesen zu sein, der unter die Räuber gefallen ar^ Jener aber sprach: Der, welcher Barmherzigkeit r rhm getan hat. Und Jesus sprach zu ihm: Geh hin, ld tu desgleichen!
Die Keuersaule.
t Gedanke an Gottes Ewigkeit brennt wir heiß auf die Seele wie eine feurige Kohle. Wovon aber das Herz voll ist, sagt der Heiland, davon geht der Mund über. Drum milß ich nochmals von der Ewig- t zu euch reden und schreiben. Soll ja dèr
Priester ein Sämann der Ewigkeit sein. Besseres Saatkorn kann er wahrlich nicht ausstreuen als ein Saatkorn, das Frucht trägt für die Ewigkeit.
In der Geschichte der Israeliten finden wir geschrieben, daß ihnen eine Steuersäule voranging. Jedesmal wenn sie von ihren Standquartieren aufbrechen und in der Wüste weiter ziehen sollten, erhob sich vor dem Lager die Feuersäule und zog ihnen voran. Priester gaben das Zeichen zum Abmarsch mit silbernen Posaunen und Moses rief: „Erhebe dich, o Herr, und zerstreut sollen werden deine Feinde".
Eine solche Feuersäule ist die Ewigkeit. Sie soll uns voranleuchten auf dem Wege durch die Wüste dieses Erdenlebens und uns glücklich führen in das gelobte Land der Seligkeit.
Wir haben in den vorhergehenden Lesungen uns vertieft in die Ewigkeit Gottes. Geht diese Ewigkeit auch uns etwas an? Gewiß; denn diese Ewigkeit soll einstens auch uns gehören. Die Ewigkeit hat nämlich zwei Seiten: eine nach rückwärts; diese gehört auch uns, weil wir, einmal erschaffen, niemals mehr aufhören sollen, zu leben und mit Gott seine Ewigkeit teilen sollen. Denn unsere Seele ist unsterblich, und der Leib wird einst vom Grabe auferweckt und zur Teilnahme an der Unsterblichkeit gerufen. Wie der Tropfen mündet in den Bach, der Strom in das Meer, so wird unser Leben einlaufen in das Meer der Ewigkeit. „Es geht der Mensch in das Haus seiner Ewigkeit", sagt die hl. Schrift. (Eccl. 12,5.)
Es pflegen die Günstlinge des Glückes ihre Häuser und Paläste sorgfältig zu hüten und zu schließen. Ein eisernes Gitter zieht sich manchmal um die ganze Behausung, und vor dem Eingang liegt ein Hund. Die Türe selbst ist sorgfältig verschlossen und verriegelt. Ohnehin zahlt man noch manchen Groschen an die „Wach- und Schließgesellschaft", um gegen Uebergriffe auf das Haus und Eigentum gesichert zu sein. Das Gesetz muß alle Strenge anwenden, um dem armen Teufel noch ein Zim- merchen herauszuschlagen in den Palästen der Großen, die man lieber mit Möbeln vollpfropft, als daß man sich freiwillig zur Aufnahme Obdachloser entschließt. Schau, so macht es dèr liebe Gott nicht. Bei ihm gibt es weder Neid noch Mißgunst. Das Haus der Ewigkeit will er mit uns teilen. In das Haus der Ewigkeit hat er uns berufen, ins Haus der Ewigkeit will er uns aufnehmen und will uns dort ehren vor allen Engeln. Würdest du nicht gern mit eigenen Häniden Steine beitragen und zur Mauer aufeinandersetzen, wenn du dir ein eigenes Haus bauen könntest? Siehe, du kannst dir ein Haus bauen für die Ewigkeit, ein unvergängliches, unverwüstliches, wunderbares im Himmel. Willst du aber dieses Haus nicht bauen, so baut dir der Teufel einen Kerker in der Hölle.
An die Ewigkeit erinnert uns der Heiland oft und nachdrücklich. „Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, an feiner Seele aber Schaden leidet" und dadurch das Glück der
Ewigkeit zertrümmert? Das ist die ernste Frage, die er je-dem aus uns zuruft. Abermals sagt er: „Es ist besser, lahm in das ewige Leben einzugehen, als zwei Füße haben und in die Hölle geworfen werden, ins unauslöschliche Feuer; und besser ist es, mit einem Auge in das Leben einzugehen, als daß du zwei Augen hättest und in die Hölle geworfen würdest, ins unauslöschliche Feuer!" Abermals ermahnt er uns: „Suchet euch nicht vergängliche Schätze, welche Rost und Motten verzehren, welche Diebe ausgraben und stehlen; suchet euch lieber Schätze im Himmel, mo sie weder Rost noch Motten verzehren, weder Diebe ausgraben noch stehlen". Wiederum die herzliche Mahnung: „Machet euch Freunde vom ungerechten Mammon,; damit, wenn es mit euch zu Ende geht, sie euch aufnehmen in die ewigen Wohnungen".
Ja, wir sind berufen zu einer glücklichen Ewigkeit. Schmiede sind wir und sollen uns die goldene i Himmelskrone schmieden; Weber sind wir und sollen uns das weiße Himmelskleid weben. Mit anderen Worten: wir sollen Arbeit leisten für den Himmel. Er fliegt uns nicht in den Mund wie eine gebratene Taube: denn „das Himmelreich leidet Gewalt", sagt der Heiland. Die Anwendung der Zeit, die nützliche, gotttgewollte Anwendung der Zeit ist der Kaufpreis einer glücklichen Ewigkeit. Höre den hl. Paulus: „Laßt uns im Gutestun nicht müde werden, denn feiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören, ohne Ermüdung". Gal. 6,9.)
Der heidnische Kaiser Titus erinnerte sich eines Abends, daß er während des Tages noch kein gutes Werk getan. „Freunde," sprach er da, „ich habe einen Tag verloren!"
Laßt uns nie einen Tag, eine Stunde, eine Minute, eine Sekunde verlieren. Benützen wir sie alle als Goldkörner zum Kaufe der Ewigkeit. Benützen wir die Zeit zum Heiligwerden, zum Kampf gegen Leidenschaft und Sünde, zur Uebung des Guten und der Tugend. Hast du vielleicht Mühe, den Zorn einzudämmen, eine alte Abneigung, einen geheimen Groll, eine aufbrechende Feindschaft zu ersticken? Denke an die Ewigkeit. Hast du einen schweren Kampf mit der Fleischeslust? Ist die Jungfräulichkeit, die eheliche Treue von Stürmen bedroht? Denk an die Ewigkeit. Augenblickliche Lust bringt ewige Qual — aber kurzes Leiden bringt ewige Freuden. Kostet es dir Mühe, von deinem Geld herauszurücken, deine Lebensmmel zu einem gerechten Preis abzugeben oder bisweilen davon an hungernde Kinder und arme Familien u verschenken? Tritt dem Geizteufel mutig auf den Nacken, damit er dir nicht beim Prasser eine Wohnung besorgt in den ewigen Gluten.
Freunde, die Augen aufgemacht und unverwandt bingeblickt auf die Feuersäule der Ewigkeit. Drr Maler Zeuris, gefragt, warum er feine Bilder so sorgfältig male, gab zur Antwort: ich male für die Ewigkeit! Laßt uns mit der nämlichen, ja mit größerer Sorgfalt, unser Leben malen: leben mir für Gott, für die Ewigkeit. Der Burgpfarrer.