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Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag u. kostet vierteljährl. Ausg. A 8.0) Mk., B10. Mk. Redaktionsschluß Morltag. Anzeigen die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum 2.00 Mt. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Offert- und Auskunft-Anzeigen 3.00 Mk. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.

I Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei. -

Wochenkalender.

, 20. Aug. 11. nach Pfingsten. Gedächtnis des unhard, Abt u. Acht. u. d. Oktaven (Kirchweihe mmelfahrt).

, 21. Aug. Oktavtag der Weihe des DomeS. channa Franziska v. Chantal, Witwe; Gedächtnis )ktav von Himmelfahrt.

g, 22. Aug. Oktavtag von Mariä Himmelfahrt; htnis der hll. Timotheus u. Genossen, M.

h, 23. Aug. Hl. Philipp Benitius, Bek.; Ge­liS der Vigil des hl. Bartholomaus, Ap.

Stag, 24. Aug. Hl. Bartholomäus, Ap.

, 25. Aug. HI. König Ludwig.

g, 26. Aug. Von der Mutter Gotte?; Gedächtnis Zephyrin, P. u. M.

Elfter Sonntag nach Pfingsten

(Evangel. Mark. 7, 3137.)

jener Zeit ging Jesus weg von den Grenzen cus, und kam durch Sidon an das galiläische itten in's Gebiet der zehn Städte. Da brachten t Taubstummen zu ihm, und baten ihn, daß er Hand auflegen möchte. Und er nahm ihn von ke abseits, legte seine Finger in seine Ohren, ührte seine Zunge mit Speichel, sah gegen auf, seufzte und sprach zu ihm: Ephphetha, Tu dich ans! Und sogleich öffneten sich seine md das Band seiner Zunge ward gelöset, und e recht. Da gebot er ihnen, sie sollten es 1 sagen. Aber je mehr er es ihnen gebot, desto nieten sie es aus: und desto mehr verwunderten nd sprachen: Er macht alles wohl I die Tauben hörend und die Stummen redend.

Der König der Ewigkeit.

»Je alt bist du? Vielleicht fünfzig ! oder sieben und dreißig oder acht und siebzig? Und würdest du wie Jakob ein Hundert zwanzig Jahre alt, und würden alle Zei­tungen der Welt in allen Spra- l deinem Alter und deiner Persönlichkeit so würde dieser Umstand nichts ändern an rche, daß du vor ein Hundert zwanzig Jah- dagewesen bist, nichts ändern an der Ge- daß du in wenigen Jahren als morscher

Leichnam ins Grab sinken wirst. Nimm zu deinen eigenen Lebensjahren noch die Lebensjahre deiner Eltern, Geschwister, Kinder und aller Angehörigen deiner Familie und Verwandtschaft, nimm dazu die Lebensjahre deiner Nachbarn und Freunde und aller Bewohner deines Dorfes oder deiner Stadt; nimm dazu die Lebensjahre aller 5060 Millionen deutscher Reichsbürger, die heute ihr sorgenvolles Brot essen; nimm dazu die Lebensjahre aller Be­wohner Frankreichs, Englands, Rußlands nnb von ganz Europa; nimm dazu die Lebensjahre aller Bewohner von Australien, Afrika, Amerika und Asien; nimm dazu die Lebensjahre aller Menschen, die vor zwei Hundert und die vor Tausend und vor zwei Tausend und vor vier und sechs Tausend Jah­ren gelebt haben bis zurück auf Methusalem und den Stammvater Adam, so würdest du gewiß die Summe all dieser Lebensjahre nicht ausdrücken können in einer Ziffer und noch viel weniger dir vorstellen können in deinem Gehirn. Allein diese Riesensumme, so gewaltig und schier unendlich sie sein mag, schrumpft zusammen zu einer winzigen Null, wenn du damit vergleichst die Jahre unsers Herrn und Gottes. Denn sein Alter ist ewig.

Von dieser göttlichen Ewigkeit, die vielen so gleichgiltig ist, wie Spreu, wollen wir heute uns nochmals unterhalten.

Ja, Gott ist ewig. Wie leicht ist dieses Wört­chen geschrieben, gedruckt, gelesen und gesprochen; aber wie tief und unergründlich ist der Begriff der Ewigkeit. Bei Gott ist kein Anfang und kann es keinen Anfang geben. Hätte er einen Anfang gehabt, so wäre er vorher nicht dagewesen unb folglich erst geworden. Wäre er geworden, so hätte ihn ein anderer erschaffen und dann wäre dieser andere Gott. Sich selbst erschaffen konnte er nicht; denn niemand kann etwas wirken, wenn er noch gar nicht existiert. Das Werden würde dem Begriff und Wesen Gottes widerstreiten; denn Gott ist der erste und größte. Ebenso wenig kann Gott aufhören oder ein Ende haben. Das haben schon die heidnischen Weltweisen eingesehen. Gefragt, wer Gott sei, gab der Philo­soph Thales zur Antwort:Wer keinen Anfang und kein Ende hat".

Gott besitzt von Anfang an und wird besitzen für alle Zukunft und zwar besitzen ohne Abnahme und ohne Verminderung die Fülle des Lebens, das in seinen eigenen, unendlichen Tiefen wie in einer wundersamen Quelle entspringt und mit unversieg- licher Kraft fonflreßt durch alle Jahrhunderte.

Mit vollem Recht wird darum der liebe Gott in der hl. Schrift:Der König der Ewigkeit" ge­nannt. Unter dem Eindruck dieser Wahrheit er­schaudert der hl. Paulus und legt dem ewigen Gott rügende Huldigung zu Füßen:Dem König der Ewigkeit, dem unsterblichen, unsichtbaren, alleinigen Gott sei Ehre und Ruhm von Ewigkeit zu Ewig­keit". (1 Tim. 1,17)

Durchgehe die hl. Schrift und du wirst überall das Rauschen der göttlichen Ewigkeit vernehmen.

Voll Ehrfurcht betet der Psalmist:Im Anfang hast du, o Herr, die Erde gegründet, und die Werke deiner Hände sind die Himmel. Dieselben vergehen, du aber bleibst; veralten werden sie wie ein Kleid, und wie ein Gewand wirst du sie ändern, und sie werden verändert: du aber bist derselbe, unb deine Jahre nehmen nicht ab." (Ps. 101).

Der weise Sirach sagt von Gott, _ba& er von einer Ewigkeit in die andere blickt. (Sir. 29, 35.) Das Bild, das Daniel vom ewigen Gott erschaut, beschreibt er uns mit folgenden Worten:Ich sah, wie Throne aufgestellt wurden und derHochbetagte" sich setzte. Sein Kleid war weiß wie Schnee, und die Haare seines Hauptes waren wie reine Wolle, sein Thron war von Feuerflammen. Ein feuriger, reißen­der Strom ging von ihm aus; tausend mal tausend dienten ihm und zehn tausend mal zehn tausend standen um ihn; das Gericht setzte sich, und die Bücher wurden aufgeschlagen". (Dan. 7, 9.) Alles ist ihm gegenwärtig.Tausend Jahre sind vor Gott wie ein Tag, und ein Tag wie tausend Jahre, sagt der Apostelfürst. (2 Petr. 3, 8.) Der hl. Johannes läßt ihn ausrufen:Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, der da ist und der da war und der da kommen wird, der Allmächtige." (Geh. Off. 1, 8)

Ebenso einfach als unbegreiflich hat Gott dem Moses seine Ewigkeit kund getan. Als einmal Moses seine Schafe tiefer als gewöhnlich in die Wüste hin­eingetrieben hatte, erschien ihm ein Dornbursch, der brannte und nicht verbrannte. Moses wollte näher treten und das Rätsel ergründen. Doch die Stimme sprach:Moses tritt nicht näher; löse zuerst die Schuhe von deinen Füßen, denn der Ort, an dem du stehst, ist heiliges Land". Dann offenbarte sich Gott mit den Worten:Ich bin der Gott deiner Väter, der Gott Abrahams, Isaks und Jakobs"; ich will dich hinsenden zu Pharao, unb du sollst mein Volk befreien aus der Knechtschaft". Moses hatte einen Zweifel. »Wenn nun die Israeliten mich fragen: wie heißt der Gott, der dich gesandt hat, was soll ich ihnen antworten? Und der Herr sprach: Ich bin der .Jchbin"; sage also den Israeliten: der Seiende hat mich gesandt" (Ex. 3, 14.) Wie wenn Gott sagen wollte: bei mir gibt es keine Ver­gangenheit und keine Zukunft, sondern nur lautere Gegenwart; ich bin der Jchvin, ich bin der Seiende, der Inhaber eines ewigen, unveränderlichen, unver­gänglichen Lebens, zugleich die Quelle alles Sein, aller Zeit, aller Geschehnisse und Ereignisse.

Wie wird es uns zu Mute im Angesicht des ewigen Gottes? Kannst du gering genug von d:r denken? Nehmen wir zu Herzen, was einst der Herr zur hl. Katharina von Siena sprach:Weißt du, meine Tochter, wer ich bin und wer du bist? Selrg bist du, wenn du das weißt; ich bin der, we.cher rst, und du bist die, welche nicht ist; denke immer an mich, und ich will immer an dich denken und für dich sorgen^. Der Burgpfarrer.