Einzelbild herunterladen
 

J-'«« " »i»imiM:w>.?w»XMaiBi:

Erscheint jeden Sonntag u. kostet oierteljährl. Ausg. A 8.03 Mk., B10. Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum 1.50 Mk. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Offert- und Auskunft-Anzeigen 3.00 Mk. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.

Druck und Verlag der Fuldaer Actlendruckerei. > -

Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels

llm'HII'!l!l

wochenKalrnLer.

tag, 6. Aug 9. nach Pfingsten. Fest der Verklärung - Herrn mit Oktav. Gedächtnis des Sonntags und c hl. Lystus u. 2 anderer Märtyrer.

tag, 7. Aug. HI. Kajetan,Ordensstifter; Gedächtnis

5 Donatus, Bisch, u. M. u. d. Oktav.

stag, 8. Aug. Hll. Cyriakus, Lärgus und Smaragdus, . Ged. d. Oktav.

wach, 9. Aug. Vigil des hl. Laurentius; hl. Firmus RuslicuS, M.; Gedächtnis des hl. RomanuS u. d. tat).

nerstag, 10. Aug. Hl. Laurentius, M.

tag, 11. Aug. Von der Oktav u. Ged. der hll. burtius u. Susanna, M.

stag, 12. Aug. Hl. Klara, Jungfr. u. Ordensst.; d. d. Oktav.

Neunter Sonntag nach Pfingsten.

(Evangel. Luk. 19, 4147.)

Zn jener Zeit, da Jesus Jerusalem näher kam, die Stadt sah, weinte er über sie und sprach: t doch auch du es erkenntest, und zwar an diesem m Tage, was dir zum Frieden bient! nun aber vor deinen Augen verborgen. Denn es werden über dich kommen, wo deine Feinde dich mit einem e umgeben, dich ringsum einschließen, und von allen n dich beängstigen werden. Sie werden dich und Kinder, die in dir sind, zu Boden schmettern, in dir keinen Stein auf dem andern lassen, weil ie Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast, als er in den Tempel kam, fing er an, die Käufer Verkäufer, die darin waren, hinauszutreiben, und >rach zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus n BethauS; ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle cht. Und er lehrte täglich im Tempel.

Aeolsharfen.

lf Burgen und Türmen sind bis­weilen Aeolsharfen aufgestellt, läng- siche Hohlkästen, mit Saiten be spannt, die einen Wundersamen Klang von sich geben, wenn der Wind mit ihnen spielt.

olche Aeolsharfen sollen unsere Herzen sein, oft, eigentlich immer sollen sie erklingen vom Gottes im Gebet.

ennst du nicht die Mahnung des Heilandes, nanallzelt beten und nicht Nachlassen dürfe"? 18,1) Wohlverstanden, das ist nicht die Ansicht Bischofs oder Kirchenvaters, sondern der Auf- des göttlichen Meisters, Da darf es keine

Ausrede geben; da muß man zugreifen und sein Möglichstes versuchen.

Steht es also in der Möglichkeit des Menschen allzeit zu beten? Gewiß; nur darfst du den Begriff des Gebetes nicht zu enge ziehen, wie das manchmal geschieht. Beten heißt nämlich, an Gott denken und mit ihm in irgend einer Weise reden, münd­lich oder innerlich, laut oder still, ausdrücklich oder, einschlußweise, direkt oder indirekt.

Ist es eigentlich nicht selbstverständlich, daß wir einen ununterbrochenen, freundschaftlichen, ver­trauten Verkehr mit Gott unterhalten sollen? Denke dir den Fall, es wäre irgend ein guter Freund zu dir auf Besuch gekommen; du würdest ihn kurz be­grüßen, dann aber keines Blickes mehr würdigen und in eisigem Schweigen verharren. Müßte dein Besuch ein solches Benehmen nicht als Beleidigung auffassen? Näher als jener Freund ist uns der liebe Gott: näher als die Luft, die wir atmen, näher als die Haut, die uns umgibt; er ist nicht bloß um uns, sondern auch in uns; jeden Augenblick erhält er uns das Dasein, jeden Augenblick trägt er uns durch das Wort seiner Kraft.In ihm leben wir, bewegen uns und sind wir". (Apg. 17,27) Da sollte es uns zur zweiten Gewohnheit werden immer in lebendigem Verkehr zu stehen mit unserm göttlichen Freund und Gast.

Höre darüber den hl. Kirchenlehrer Augustinus: ^Wie es keinen Augenblick gibt, wo der Mensch die Wohltaten der göttlichen Güte nicht gebraucht, so sollte, es auch keinen Augenblick geben, wo der Mensch seinen Herrn und Gott nicht im Gedächtnis hätte", und der hl. Gregorius von Nazianz schreibt: Oefter als man atmet, sollte man sich an Gott er« innern !"

Dieser großen Kunst, immerdar mit Gott ver­einigt zu sein, seiner in Liebe und Freude zu geben« ken, erfreute sich in besonderem Maße der hl. Alo- isius. Der Gedanke an Gott und die Liebe zu ®ob verzehrte ihn wie die Flamme das Wachs verzehrt Seine Oberen mußten ihn sogar bitten, den Gedan- ken an Gott etwas zurückzudrängen. Vergebens suchte nun Aloisius, dem lieben Gott gleichsam zu entfliehen. Kein Wunder, daß dieser Engel im Fleische einen solchen Grad der Heiligkeit und eine lolche Stufe der Seligkeit erreichte.

Soweit ivie dieser engelreine Jüngling kann es freilich der Durchschnittsmensch nicht bringen. Auch bei Aloisius war indessen dieser Verkehr mit Gott nicht so sehr die Frucht eigener Anstrengung als vielmehr das Privilegium der göttlichen Gnade. Auf eine Uebung aber möchte ich' dich aufmerksam machen, die jedem zugänglich ist, die uns die Ver­bindung mit Gott ebenso nützlich wie angenehm macht: die Verrichtung derStoßgebete". Du weifet, es sind das kleine, aber feurige Gebete, die mit bei Schwungkraft der Seele gleichsam §um Tmone Gottes empor geschleudert werden. Ein einziges solches Gebet ist mehr wert als die Eroberung einer

Stadt, sagt ein Heiliger. Aus dem Mund des Hei­landes kamen öfter solche Gebete. Was für Gebete hat er am Oelberg verrichtet? Stoßgebete. Die ganze Nacht hat er immer die Worte wiederholt: Vater, laß diesen Kelch vorübergehen; nicht mein, sondern dein Wille geschehe". Was für Gebete hat er am Kreuz verrichtet? Stoßgebete. Solche sind gewesen:Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?", undVater in deine Hände em­pfehle ich meinen Geist".

Von den Einsiedlern bet Aegyptischru Wüste er» zählt der hl. Augustinus, daß sie die Gewohnheit gehabt hätten, häufige aber k icze Gebete zum Him­mel empoizuschnellen. Immer hat es Seelen gegeben, welche diese Uebung der Stoßgebete gepflegt und gemeistert haben. Berühmt sind die Gebete eines hl. Franz von Asissi:Mein Gott und alles", eines hl. Franz Xaver:Herr eS ist genug", einer ehrw. Gemma:Es lebe Christus und sein Kreuz". Selbst Weltlente haben es darin zur Fertigkeit gebracht. Die Mutter der ehrw. Katharina Emme­rich hatte sich den tiefsinnigen Spruch angewöhnt: Herr, gib Geduld und dann schlag tüchtig zu." Durchdrungen vom Glauben an die Hölle pflegte eine Frau auszurusen:O Jesus, schließ d' Höll zu".

Reihe dich ein in die Zahl dieser Seelen. Gewöhne- dir ein oder das andere Stoßgebet an und verrichte sie bei gegebener Gelegenheit. Gehst du an einer Kirche vorüber oder siehst du von weitem ein Gottes­haus, so sprich:Gelobt und gebenedeit sei das allerhl. Sakrament des Altars". Erblickst du ein Kreuz, so sprich:Gelobt sei Jesus Christus". Führt dich dein Weg an einem Marienbild vorüber, so hole den Engelsgruß hervorAve Maria". Kommst du zu einem Friedhof oder zu einem Leichenzug, so spende den Verstorbenen ein Almosen:Herr gib ihnen die ewige Ruhe". Siehst du das Obst auf den Bäumen, die Traube am Rebstock, die Kartoffeln und Früchte auf dem Felde, so sprich von Herzen: Deo gratias: Gott sei Dank". Bei Traurigkeit, bei Widerwärtigkeit, bei Versuchungen zur Ungeduld, zum Zorn, zur Trägheit, zur Naschhaftigkeit, zur Unkeuschheit, nimm die Zuflucht zu Gott in einem Stoßgebet. Beim Aufstehen, beim Schlafengehen, beim Verlassen des Zimmers, bei Beginn und am Schluß einer Arbeit, beim Stundenschlag, beim Er­tönen einer Glocke besinne dich auf Gottes Gegen­wart durch ein Stoßgebet. Das ist nützlicher als das Fluchen und Räsonnieren und Tratschen so vieler Weltkinder. Ein Stoßgebet ist Nahrung für den Glauben, Balsam für die Frömmigkeit, Waffe gegen die Versuchung, Ouelle der Tugend, Arznei gegen Traurigkeit. Greise oft, mein Christ, tn bte Sailen deines Herzens und laß sie gleich einer Acols* Harfe erklingen zum Preise Gottes und des Hei- langes. Dann wird der Heiland sich auch , d-iuer erinnern und dich einschreiben in sein göttliches Herz. Der Burgpfarreh