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Erscheint jeden Sonntag u. kostet Vierteljahr!. Ausg. A 8.00 Mk., B10. Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum 1.50 Mk. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Offert-

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- Druck und Verlag der Fuldaer Acttendruckerel. '

Religiöses Wochenblatt ' für öle katholischen Gemeinden Kassels

wochLnkalender.

untag, 30, Juli. 8. nach Pfingsten. Gedächtnis der 1)0. Abdon u. Sennen, M.

ontag, 81. Juli. Hl. Ignatius von Loyola.

snStag, 1. Aug. Petri Kettenfeier; Gedächtnis des 4. Apostels Paulus u. der hll. Makkabäer, M.

!ttwoch, 2. Aug. Hl. AlfonS Maria von Ligouri, Sisch. u. Kchl. Gedächtnis des hl. Stephan L, P. u. M. nnerstag, 3. Aug. Auffindung der Reliquien des st. Erzmartyrers Stephanus.

eitag, 4. Aug. Hl. Dominikus, Ordensstifter.

niStag, 5. Aug. Gedächtnis der Weihe der Kirche Rariä Schnee, Afra, M,

Achter Sonntag nach Pfingsten.

fEvangel. Luk. 16, 19.)

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern ses Gleichnis: Es war ein reicher Mann, der hatte m Verwalter, und dieser kam in Übeln Ruf dei ihm, hätte er ferne Güter verschwendet. Er rief ihn also > sprach zu ihm: Warum höre ich das von dir? Gib henschaft von deiner Verwaltung; denn du kannst )t mehr Verwalter sein. Der Verwalter sprach bei : Was soll ich tun, da mein Herr mir die Ver- tung abnimmt? Graben kann ich nicht, und zu ein schäme ich mich. Ich weiß. was ich tue, damrt, in ich von der Verwaltung entfernt sein werde, sie h in ihre Häuser aufnehmen. Er rief nun alle uldner seines Herrn zusammen, und sprach zu dem en: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? ser aber sprach: Hundert Tonnen Oel. Und er ich: Nimm deinen Schuldschein, setze dich geschwrnd, schreibe fünfzig. Dann sprach er zu dem Andern: viel aber bist du schuldig? Er sprach: Hundert lter Weizen. Und er sagte zu ihm: Nimm deine dschrift, und schreibe achtzig. Und es lobte der Herr ungerechten Verwalter, daß er klug gehandelt habe; i die Kinder dieser Welt sind in ihrer Art klüger, die Kinder des Lichtes. Und ich sage euch: Machet Freunde mittels des ungerechten Reichtums, damit, n es mit euch zu Ende geht, sie euch in die ewigen mungen aufnehmen.

Geheiligte Zeit.

in großes Gut, das dem lieben Gott gehört, über das er uns zu Verwal­tern eingesetzt hat und worüber er einst Rechenschaft von uns fordern wird, ist die Zeit, der Kaufpreis der Ewigkeit. Wir dürfen dieses Gut

' mißbrauchen zur Sünde und es nicht ver- en durch Müßiggang sondern müssen es gott- N anwenden, rp GosteMenstz ^ Arbeit und

Ein leichtes und herrliches Mittel, die Zeit zu heiligen, ist der Gedanke an Gottes Gegenwart, die Vergegenwärtigung Gottes.

Warum sollen wir oft an den lieben Gott denken? Weil er uns gegenwärtig ist, viel näher als das Haus, worin wir wohnen, viel näher als die Luft, die uns umgibt, viel näher als die Haut, die unser Fleisch bedeckt. Dennin ihm leben wir, bewegen uns und sind wir". Jeden Augenblick denkt Gott an uns, erhält uns am Leben, trägt uns durch das Wort seiner Kraft.Was der Herr durch den Pro­pheten JsaiaS zu den Israeliten sprach, darf er auch uns zurufen:Ihr werdet getragen von meinem Schoße; bis ihr graue Haare bekommet, will ich euch tragen; ich habe es seither getan, ich will es auch künftig tun*. (Js. 46, 6.) Wie ergreifend ist die Frage, die Gott durch den nämlichen Propheten an uns richtet:Kann denn eine Mutter ihr Kindlein vergessen? Und wenn sie es auch vergäße, so will doch ich euer nicht vergessen". (Jf. 49, 15.) Wie es nun keinen Augenblick gibt, wo wir die Wohltaten der göttlichen Güte nicht gebrauchen oder genießen, so sollte es auch, wie der hl. Augustinus schreibt, keinen Augenblick geben, wo der Mensch seinen Gott nicht im Gedächtnis hat.

Wann sollen wir besonders an Gott denken? In Stunden der Versuchung. WaS hat der keuschen Susanna Kraft gegeben, jenen Unholden zu wider­stehen, die sie zur Untreue verführen wollten? Der Gedanke an Gottes Gegenwart:Ich will lieber ohne die böse Tat in eure Hände fallen", rief sie aus,als sündigen im Angesichte des Herrn".

Welches schien dem greisen Tobias das beste Recept, ein gottgefälliges, sündenreines Leben zu führen? Der Gedanke an Gottes Gegenwart,Mein Sohn", sprach er so eindringlich zu ihm,alle Tage deines Lebens habe Gott vor Augen und so wirst du dich hüten, jemals in eine Sünde einzuwilligen". Der scharfsinnigste aller Gottesgelehrten, der hl. Thomas v. Aquin, schreibt:Wenn wir den lieben Gott, der alles sieht und alles richtet, immer vor Augen hätten, würden wir entweder niemals oder selten sündigen".

Wenn also eine Versuchung dich anfällt, besonders in der Einsamkeit, wenn eine Regung der Sinnen­lust, ein Anreiz zur Unkeuschheit sich einstellt, heraus mit der Waffe: denke an den unendlich heiligen Gott, der bei dir ist, denke an den Lohn, den ~ er dir für deine Treue geben wird, denke an die Strafe, mit der er dich im Fall der Sünde züchtigen muß, und du wirst gegen die Versuchung gewonnenes Spiel haben, und der Teufel wird bald Fersengeld zahlen.

Wann sollst du an Gott denken? In Stunden des Kleinmutes. Möchte nicht manchmal Verzagt­heit dich beschleichen im geistlichen Leben? Möchtest du nicht manchmal die Flinte ins Korn werfen? Möchtest du nicht manchmal die Geduld, die Mäßig­keit, die Reinheit, die Tugend, das Gebet, den Sakcamentenempfang ay den Nagel hängen und^

dich dem Strom der bösen Neigungen überlassen? Ueberkommt dich nicht bisweilen Mutlosigkeit im Anblick deiner Schwäche, im Anblick so vieler Aerger­nisse draußen in der kalten, bösen Welt? Beschleicht dich nicht mitunter ein Bangen im Hinblick auf. deine Aufgabe und Verantwortung als Vater oder Mutter oder Erzieher oder Führer? Armes Herz, fasse Mut: du hast einen Helfer, Gott, den Allmacht tigen, und er ist dir gegenwärtig, und seine Gegen­wart ist nicht leer und kraftlos, sondern voll Kraft und Gnade. Nur mußt du an seine Gegenwart, denken und seiner Hilfe dich versichern durch Gebet. Richte dich auf an folgendem flammenden Gebet deS- Psalmisten:Der Gott der Heerscharen ist mit uns; darum fürchten wir uns nicht, wenn selbst die Erds zittert und die Berge sich stürzen mittten ins Meer", (Ps. 45). Und mit dem hl. Paulus rufe aus:Wenn, der Herr mit uns ist, wer mag dann wider nu^' sein? "

Wann sollen wir an Gott denken? In Stundens der Traurigkeit und des Kummers. Der Gedanke' an Gott ist die Harfe, mit der wir den bösen Geist der Traurigkeit und Verzweiflung verscheuchen. Ein Unglück drückt dich nieder? Deine Umgebung gereicht dir zum Aergernis? Die Zustände draußen, in der armen, stnrmgepeitschten Welt bringen dich i zur Verzweiflung? Das Treiben der Bösewichte erfüllt dich mit Ekel und Ueberdruß? Selbst au deinen Freunden, selbst an den Guten und Frommen siehst du Fehler und erlebst Enttäuschungen? So wende dich ab von diesem Anblick und denke an Gott und seine unendlichen Vollkommenheiten, denke an den Heiland, den ewigen Hohenpriester, der rein war und fündenlos, abgesondert von den Sündern und höher als der Himmel, der in seinem Erden- leben alles göttlich Große und menschlich Schöne so wunderbar vereinigte und deine Seele wird bald wieder auftauen, und ein Funke der Freude wird dein kaltes Herz wieder erwärmen.Meine Seele weigerte sich, Trost anzunehmen", hören wir den königlichen Sänger ausrufen;da dachte ich an Go.'t, und ich ward erfreut". (Ps. 46,4) Aber­mals gibt er uns das Geheimnis feiner frohen/ Stimmung preis mit folgendenden Worten:Ich sehe immerdar den Herrn vor meinen Augen; er1 ist mir zur Rechten, daß ich nicht wanke; darob erfreut sich mein Herz und frohlockt meine Zunge, ja sogar mein Leib ruht in guter Hoffnung". (Pi.15,8-

Das nämliche Rezept verschreibt uns auch der Bölkeraposlel Paulus mit den Worten:Bruder, erfreut eu im Herrn immerdar, abermals sage ich: freuet euch; seid ja nicht bekümmert. denn oe-^ Herr ist nahe! " (Phil. 4,4)

Uebe dich fleißig, mein Christ, in der Vergegen-' wärtigung Gottes; io wirst du die Zect deines Lebens heiligen und dich vorbereiten zu einer gluck- lichen Ewigkeit im Besitze des höchsten Gutes, in der Ueberfiille himmlicher Wonne.

Dr Burgpfarrelt