Einzelbild herunterladen
 

für die katholischen Gemeinden Kassels

M. 50

^â'"'^'- > « 1 »mtuwti'i -><»' IM > inwii'wa

Erscheint jeden Sonntag u. kostet Vierteljahr!. Auâg. A 8.09 Mt., B10. Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die einspaltige Kolonelzeile oder bereit Raum 1.50 Mk. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Offert- und Auskunft-Anzeigen 8.00 Mk. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Aetiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.

->-» Druck und Verlag der Fuldaer Actiendrucke»^!.

wochenkalender.

ntaz, 23. Juli. 7. nach Pfingsten. Gedächtnis des l. Apollinaris, M. und des hl. Liborius, Bisch.

«tag, 24. Juli. Vigil des hl. Apostels JakohuS; edächtnis der hl. Christina, Jgfr. u. M.

nStag, 25. Juli. Hl. Jakobus der Aeltere, Apostel, Gedächtnis des hl. Christophorus, M.

ltwoch, 26. Juli. HI. Anna, Mutter der feL Jgfr. rnerStag, 27. Juli. Hl. Pantaleon, M., (die hl. 7 chläfer, M.)

itag, 28. Juli. Hll. Nazarius, CelsuS u. Viktor 1, M.

nstag, 29. Juli. SimpUciuS,Faustinusu.Beatrix,M/ Patrone der Stadt ^mbo, Hl. Martha, Jgfr., Ge- ichtnis des hl. Felix 11, P. u. M

Siebenter Sonntag nach Pfingsten.

(Evangel. Matth. 7, 15-21.)

Zu jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: tt euch vor den falschen Propheten, »welche in SchafS- 'crn zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe

An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen, imelt man denn Trauben von den Dornen, oder ,en von den Disteln? So bringt jeglicher gute Baum Früchte; der schlechte Baum aber bringt schlechte chte. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte gen und ein schlechter Baum kann nicht gute Früchte gen. Jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, abgehauen und ins Feuer geworfen werden, um sollet ihr sie an ihren Früchten erkennen. Nicht Jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das melreich eingehen, sondern wer den Willen meines 'rs tut, der im Himmel ist, der wird in das Himmel­eingehen.

3m stillen Kämmerlein.

alsche Propheten sind auch jene, die nur äußere Gelechrigkeit lehren, den Mantel öffentlicher Ehre um sich hängen, inwendig aber voll Tücke und Bosheit sind. Die ihnen folgen, haben es einzig darauf abgesehen, Welt sich nichts zu vergeben und

ren Gesetzen nicht in Konflikt zu geraten, während m Privatleben und zwischen den vier Wänden her Schlechtigkeit sich überlassen.

er Heiland aber betont innere Gerechtigkeit, i der Heiligkeit der Seele besteht, im Wände! seinen Geboten, im Wandel vor seinen heiligen, tauenden Augen. In all unserm Sinnen und

Treiben haben ivir ja Gott zum Zeugen, der nich bloß droben im Himmel wohnt, sondern auch drinnen im stillen Kämmerlein.

DaS ist die Lehre der göttlichen Heilandes. Wenn du betest", sprach er in der Bergpredigt, so geh in deine Kammer und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Mithin sieht der Hebe Gott in die Verborgenheit der entlegensten Kammer. Und warum sieht er dort? Weil er drinnen zugegen ist und all dein Denken und Tun in sich aufnimmt wie der Spiegel an der Wand eine Gestallt an« nimmt.

Wie aber eine Arznei nichts nützt, wenn sie nur dasteht und niemand sie gebraucht, so nützt auch die Gegenwart Gottes im stillen Kämmerlein uns nichts, wenn wir nicht daran denken. Denke also daran und du hast eine Waffe gegen die geheimen Anfälle des bösen Feindes, der gern der Seele auflauert und ihr allerlei schlechte Gelüste vorzaubert, wenn sie allein ist. Denkst du an GotteS heilige und mächtige Gegenwart, so wird der Teufel umsonst all sein Pulver verschießen; mag er dich auch ein wenig erschrecken und beunruhigen niemals wird es ihm gelingen, deinen Willen herumzukriegen. Als der hl. Einsiedler Antonius nach einer schreck­lichen Versuchung wieder zu Atem gekoinmen war, beklagte er sich liebevoll bei Gott.Wo bist bit denn gewesen", fragte er ihn,als ich diesen Kampf zu bestehen hatte"? Höre die göttliche Antwort: Mitten in deinem Herzen bin ich gewesen und habe dir zum Siege verholfen".

Ja, Gott ist uns nahe im stillen Kämmerlein. Gerne benützt er die Abwesenheit der Welt, gern benützt er die Ruhe der Einsamkeit, um eindringlich zum Herzen zu reden. ^Jch will die Seele in die Einsamkeit führen", spricht der Herr, wunb dort zu ihr reden". Da spricht Gott zum Menschenher­zen ohne Dolmetscher und ohne Mittelsperson, und spricht so vernehmlich und machtvoll wie mit Donner- schlag, daß du gezwungen bist, mit dem Psalmisten auszurufen:Ich will horchen, was der Herr in mir spricht". (Ps. 84,8) Das wußte auch der Ver- faffer der Nachfolge Christi, darum schrieb er die goldenen Worte:Im Schweigen und in der Ruhe macht die fromme Seele Fortschritte und dringt ein in die Tiefen der Schrift. Da findet sie die Tränenströme, mit denen sie Nacht für Nacht sich wascht und reinigt, um ihrem Schöpfer um so ver­trauter zu werden, je weiter sie vom Geräusche der Welt ist. Wer also sich von den Bekannten und Freunden zurückzieht, dem naht Gott mit seinen heiligen Engeln". (1,20)

In unserer Zeit mit ihrer Unruhe und Zerrissen­heit, mit ihren Kämpfen und Leidenschaften, die nrc die Wogen des Meeres aufeinander prallen, braucht es schon Gewalt, um der Seele ein Stündlein der Einkehr zu verschaffen. Darum auch die Notwend » keit. die unerbittliche Notwendigkeit dec hl. Ex:.

zitien gerade für unsere Tage. So ein Exerzitien Halts ist ein stiller Hafen im brüllenden Meer des Lebens Ergibt jetzt in Deutschland eine ganze Anzahl sov cher Exerzitienhâuser zu Gesundkuren für die bet' staubte, zerrüttete Seele. Wenn eS deine Verhältnisse dir irgendwie ermöglichen, so vergrabe dich ein paw Tage in ein solche» Seelenheim und du wirst^ als neuer Mensch daran» hervorkommen, wie die Jüng linge aus dem Feuerofen, wie unser Herr aus den Grabe.

Doch nicht bloß im stillen Kämmerlein del Hauses, auch im stillen Kämmerlein des Herzeni wohnt der liebe Gott. Einem Pharisäer gegenüber hat der Heiland diese Wahrheit ausdrücklich betont Wann soll denn das Himmelreich kommen"? frag- der Pharisäer mit spöttischem Lächeln den Heiland Dieser gab zur Antwort: DaS Himmelreich komm nicht mit äußerem Gepränge, vielmehr ist das Him melreich in euch". (Luc. 17,20). Dieser Pharisä?. hatte sich festgeklemmt in seine irdischen Messias Hoffnungen, als würde Christus mit Waffeugewal und Militärmacht auftreten, das Römische Reich it Stücke hauen und auf seinen Trümmern ein Jüdi sches Weltreich ausrichten. Falsche Vorstellung, wil der Heiland sagen mit seiner Erwiderung, denn das Messiasreich kommt nicht mit äußerer Herrlichkei und nicht mit äußerem Prunk, in euch soll Christus seht Reich errichten und seinen Thron auf pflanzen unb dazu sollt ihr die Hand bieten dura Glauben an seine Sendung, an seine Gottheit, az seine Lehre, durch Annahme seiner Gebote, durch Eintritt in seine Kirche, durch ein heiliges Lebel nach Jesu Vorbild.

Dieser Lehre des Heilandes entspricht die Lehn des Bölkerapostels, der da sagt:Das Reich Gottek besteht nicht in Essen und Trinken, sondern m dec Gerechtigkeit, im Frieden und in der Freude".

Sieh also, wenn du derGerechtigkeit" dich be fleißest, wenn du nach bestem Können ein heilige" Leben führst, dann ist Gott in dir. Wenn zwa» Gott mit seinem Wesen auch in den Sündern wohnh so doch nicht mit seiner Gnade. Der Sünder ba sich von Gott loSgesagt und bamit gleichsam Got verloren. Das ist das größte Unglück, das einem Menschen widerfahren kann. Gott aber in sich tragen, sich seiner Gnade, seines Wohlgefallens erfreuen, das ist unsere schönste Aufgabe, das unser einziges Glück. Schön sagt der hl. Kirchenlehrer Augustinus:Die Nähe Gottes ivirb nicht bestimmt nach dem Ort, sondern nach der Art. Wenn du Gott liebst, bist du ihm nahe, wenn du ihn bassest und vernachlässigst, bist du ihm fern". Kein Wun­der, wenn der Apostel in der Epistel des gelingen Sonnmgcs uns d.e herrliche Lehre gibt:Ihr habt als Lebensaufgabe die Heiligung, als Lebensziel aber die ew'ge Seligkeit". Leiste mit dem selben Apostel einen heiligen Schwur,daß sein Geschöpf dich trennen soll von behieni Gott."

Der Burgvsarrev