lasgeber für Landwirts chaft,
Gartenbau und Hauswesen.
(4. XD 32. Jahrgang. or o o Grofisbeigabe rum Donifatturbolen.
□ Zulda, den 9. Juli J922.
etwas zum Nachdenken.
)is Habfucht ist die Wurzel Mes Bösen; sie oer- t unsere Seele und macht uns sogar taub für die ne der Natur. Sie raubt uns sogar den Ver- und macht uns alles vergessen, selbst die Bande States und der Freundschaft. Sie blendet das ganz und gar und bewirkt, daß wir im Finstern
tritt.* (H. Johannes ChrysostoMuls, Homllien.)
Der Mensch nimmt nicht eher Anteil an anderer oder Unglück, als bis er sich selbst zufrieden fühlt.
t also, daß er mit wenigem zufrieden sei, so werdet Mige Menschen machen, sonst ist es umsonstJ osoph E. Kant).
8lad)s
Alachsonbauberlchl Ernie 1922. Stand Ende TRaL
Infolge des restlosen Absatzes der Evnte 1921 zu guten Preisen ist eine Erhöhung der Anbaufläche in Deutschland eingetreten, die irrt Durchschnitt dem Vorjahre gegenüber mit ungefähr 20 Prozent angenom- men werden kann. Zwar werden aus einzelnen kleineren Bezirken Rückgänge gemeldet, dafür sind in allen anderen Bezirken jedoch teilweise sogar erhebliche Steige»
rangen der Anbaufläche eingetreten, folgte verhältnismäßig spät und war;
Die Aussaat er»
zum überwiegendon
Teil bis 15. Mai, in den nördlichen Bezirken und nr Gebirgslagen kaum Ende Mai beendet.
Die Saat ist überall gut aufgegangen. Die Ent- wicklung der Saaten leidet infolge der Trockenhell viel-
Die Reise des Getreides.
robald -er Inhalt der Körner seine milchige Bell enheit verloren hat, und die Körner sich leicht über -W llaget brechen lassen, befindet sich das Getreide im)
gemindert werden.
Milch kühlen.
wenn nicht bald gute Ernte herab-
tum der Gelbreife.
in der Goldreife hört die Ernährung der Pflanze fündig auf; die Körner sind fertig ausgebildet und weitere Veränderung besteht nur im Wasserverluft, -er sich nach dem Schnitte in der gleichen Werse mit der gleichen Wirkung vollzieht wie auf dem Wne. Die GAbreife ist also zweifellos das für die
e geeignetste Recfeftadmm. Durch diese allge- « Feststellung ist aber noch nicht der richtige Zeit- Mf 2t für oas Blähen eines ganzen Feldes bestimmt;
i die Halme entwickeln sich nicht gleichmäßig und n nicht zur gleichen Zeit in das Stadium der Gelb-
Mit dieser Ungleichheit der Reife ist vor- ich bei der Breitsaat zu rechnen, während sie bei der J tsaat weniger ins Gewicht fällt, aber trotzdem zu icksichtigen ist.
Wenn man mit dem Schnitt wartet, bis die letzten Ten in die Gelbreife getreten sind, so gelangen Lie sten Aehren und gerade die größten und schwersten )as Stadium der Vollreife, wenn nicht gar in das •diurn der Totalreise, wodurch beim Mähen durch starken Körnerausfall und das Abbrechen der Aeh- ein großer Schaden tjeworgerufen wird. Die spä- reifenden Aehrsn gehören stets schwächeren Halmen und sind bei weitem nicht so wertvoll wie die früh : enden.
hr sich die Menschheit im Sommer der schönen t erfreut, für die Milchwirtschaft bedeuten die schönen Tage eine große Gefahr. Das so schr empfind- . che Rohmaterial, die Milch, verändert sich unter dem Einfluß der Wärme in ganz kurzer Zeit so sehr, daß die Qualität der erzeugten Produkte stark gefährdet wird. Daher sollten alle Milchllieferanten bei den eingesetzten hohen Btllchpreisen und im Interesse einer geordneten Muchversorgung sich M Pflicht machen, ihre Milch, ob Abend- oder Morgenmilch, in dieser Zeit zu kühlen. Dazu bedarf es nicht großer Veranstaltungen und teurer Einrichtungen. In schr vielen Stallungen kann die Milchkanne direkt in den Brunnentrog eingestellt wer- den, und w odies nicht ausgeführt werden sann, stellt man das Sammelgefäß in einen ankeren großen Behälter, den man kurz vor Meikboginn bis zur Hälfte mit möglichst frischem Wasser zu füllen hätte. Möchte jeder Lieferant diese Mahnung beherzigen!
diese Mahnung beherzigen!
VeKämpsung des Gummiflusses
bei Nirschen und Pfirsichen.
Der Gumimffluß, der an Kirschen und an Pfirsichen oft beobachtet werden kann, besteht bekanntlich in dem Auftreten gelbbrauner dickflüssiger Massen, die aus der Rinde der Stämme und Aeste, aber auch der jüngeren Zweige hervorbrechen. Chemisch sind diafe Blassen Kirschgum.ri, das entstanden ist durch krankhafte Um- warMung der Zellulose der Zellwände. Dieser Der- jlüssigungsvorgang schreitet oft so well fort, daß große Hohlstellen im Holzkörper entstehen, sei es nun, daß diese äußerlich sichtbar oder mehr im Innern, dem Aug« verborgen, sich bilden, Gmnmifliuß (im T fälschlich Harzfüch) ist immer eine sekundäre,
Man wird daher das Grtreilde zweckmäßig mähen, ' M die meisten der vollkommenen Aehren in die Gelb- e getreten sind. Der Verlust, den man durch den lunierroertast der erst in der Mlchreif« stehenden vächeren Halme erleidet, wird reichlich ausgewogen ch die Korner der schweren Aehren, die sonst zum dl ausgefallen wären. Der Hafer reift sehr ungleich; n kann an einer Pflanze verschiedene Reifestadien »-achten. Die schwersten Körner sitzen beim Hafer d«e Spitze, beim Roaaen Weuen und L rJr Mâ ^oigeerza-einung. Die eigenulcye Mranttjett, die vorher- der Mitte der Aehr^^M ^ al^0 dies« schweren A^ ^'"^ Storung in den physiotogiscl-en Tätigkeiten _. ^^7 '< ™ T ^^ oieze schweren ^- mn1Im<1 ^» >»nn ^„ im fäinr^iHP, ka x-.r,.^
Volksmunde
I—I —y— / «/“'ui“!)/ »I» tu«. i«iuiivui^ d. h. eine
Folgeerscheinung. Die eigentliche Krankheit, die vorher-
mner zu richtiger Zell ernten, so muß man etwas spä- mähen, selbst wenn man durch den Ausfall geringe» ' Körner Schaden erleiden sollte.
Zur neuen Getreideumlage.
Der Widerstand und die große Erbitterung der Land- irte gegen das frühere Gstreidoumiageverfahren lag a. auch darin begründet, daß die Landwirte die onne (20 Ztr.) Getreide für ca. 2000 Mark abliefern ußten, während der Preis im freien Handel die onne auf 17 000 Mark stieg.
<,. TroMm haben die Landwirte ihre Ablieferungs- licht erfüllt — eine Großtat, die ihnen Ehre macht, ie neu« Getrèumlage beseitig viel Härten, schont >er befreit ganz die kleineren Besitzer und legt den neis nicht für das ganze Jahr fest. Auch in 1922 erben die Landwirte sicherlich ihre vaterländisch? Pflicht !cht vergessen, nach Kräften zur Beschaffung des Brot- etreldes für einen erträglichen Preis beizutragen!
der Bäume, die dann eben im Gurrmifluß sich äußert. Die Ursachen nun können sehr verschieden sein. Zw nächst plötzlicher Wettersturz, den wir zwar nicht ver- hindem, gegen den wir aber die Bäume bis zu einem gewissen Grade widerstandsfähig machen können, wie ich todter unten noch zeigen werde. Ferner sind mechanische Verletzungen, Wunden gefährlich, namentlich dann, wenn sie den Bäumen in der Sastzeit zugefügt werden. Sind dann erst mal die Wunden da, so siedeln sich auch gern noch einige Pilze an, die ebenfalls fördernd auf die Gewebezersetzung und damit auf den Gummifluß einwirken. Aus diesen Gründen sollte auch der Baumschnitt nur in der Ruhezeit der Steinobst- bäume stattfinden. Ferner ist zu tiefes Pflanzen zu vermeiden oder dafür zu sorgen, daß die Baumscheiben immer offen gehalten werden; geschieht dies nicht, so wird durch das Höherwachsen der Grasnarbe auch ein anfangs in richtiger Hök-e stehender Baum später zu tief in den Boden geraten, was wiederum zum Gummi- sluß führt. Zuviel Stickstoff in der Nahrung, also z. B. dauernd einseitig« Anwendung von Jauche oder Fäkalien, begünstigt sehr den Gummtsluß, insofern änlich,
als infolge dieser Ernährungsart sehr weiche Gowebg sich bilden, die dann ziemlich sicher der Zerstörung durch Guxnmibildung unterliegen. Gelangen einzelne Wurzeln in Grundwasser, in eisenschüssig« oder in undurchlässige Schichten, so ist ebenfalls wieder der Gummi- sluß die Folge. Seit reichlich 25 Jahren aber vertrete ich, auf Grund praktischer Erfahrungen, in meinen Vorträgen sowohl als in meinen Aufsätzen die Ansicht, daß in ungefähr 90 v. H. aller Fälle sowohl der Krcbq der Kernobstbäume als auch der Gummifluß der Stein- obstbäume zurückzuführen sind auf Kalkmangel. Bei den Stosswechseloorgängen im Steinobst entsteht neben an? deren Stoffen besonders viel die bekannte scharfe Klee- oder Oxalsäure. Dies« wird, wenn sie frei in Lösung bleibt, dem Holz des Baumes durch Zerstörung desselben sehr gefährlich. Sie ist dämm unschädlich zu machen; indem sie gebunden wird, und zwar an den vom Baum( aufgenommenen Kalk. Wie jede andere Kulturpflanze; so sollen auch — neben der eigentlichen Düngung -j öie Obstbäume alle 4 Jahre ihren Kalk bekommen: 23 Zentner Rohkalk auf den leichteren, 15 Ztr. Aetzkalk auf den schwereren Boden auf je 14 Hektar. Der Kali, bringt den Boden chemisch und physikalisch in Ordnung gelangt dann in die Bäume, bindet hier die schädlicher? Säuren, besonders die Oxalsäure, inkrustiert aber gleich- zellig die Zellwände des Holzes, so daß dieses viel -erber, fester, widerstandsfähiger wird, so daß nun z. B. Wettersturz und vorherrschende Stickstoffdüngung lange
nicht mehr so ungünstig eingutotrten vermögen. Die günstige Wirkung des Koikes auf den Boden ist gerade bei Kirschen nicht zu unterschätzen, weil Lies« einen luftigen, lockeren, zerklüfteten Boden lieben. Und endlich sei daran erinnert, daß die beiden Nährstoffe Salpeter- und Phosphorsäure hauptsächlich an Kalk gebunden ausgenommen werden. Die Bekämpfung des Gummiffusses, besser jedoch die Vorbeugung, ergibt sich aus dem oben Gesagten. Außerdem sollen in der Ruhezeit des Baumes die kranken Stellen bis in das gesunde Gewebt? Hinein ausgeschnitten werdan. Man teert sie daraus an oder bestreicht sie mit Carbolineum. Ode? man kann auch in der Wachstumzeit Schröpsschnitt« an- bringen, also im Rücken der Wunde. Sie müssen die Wunde oben und unten um je 10 Zentimeter überragen, Dann desinfiziert man mit Schmierseife und umwickelt zum Schutz gegen Regen mit Sacktuch. Des« Maß, nahmen haben aber nur dann dauernden Erfolg, wenn gleichzeitig die eigentlichen Ursachen beseitigt werden.
Diphtherie der Hühner.
Die EvschLinungen dieser gefährlichen Krankheit bestehen zunächst darin, daß die Atmung beschleunigt und röcheind wird; aus den Nasenöfsnu dem Schnabel fließt ein zähflüssiger Schleim Md wenn Tian hierauf die Schleimhaut der Schnabel hö hl« unter» acht, sieht man an der Unterfläche oder unter der Zunge, lber mitunter auch schon an den Schnabelwinkeln, am Säumen, im Rachen oder am Kehlkopf grcmgelbe oder braune Beläge, die sich nur schwer ablösen lassen, dann aber leicht blutende Geschwüre hinterlassen. Der Geruch dieser gelben Massen ist ein unangenehm süßlicher. Ebensolche Beläge können auch aus der Schleimhaut der Nasenhöhle und der Augenlider vorhanden sein. In letzterem Falle ist das Tier lichtscheu, die Augenlider schwellen an und verkleben miteinander; es kann aber
beste
nungen und aus
auch die Hornhaut und schließlich das ganze Auge erkranken. Mit der Erkrankung der Augen in Verbindung steht gewöhnlich eine stärkere Füllung einer oder beider Unteraugenhöhlenzellen, so daß vor den Augen blasenförmige Austreibungen entstehen. Endlich kann sich bei längerer Dauer der Krankheit die diphtherisch, Entzündung von der Schnabelhöhl« einerseits auf tat Luftröhre und des Magendarmkanals ausbreiten.
Die Krankheit ist sehr ansteckend, so daß in kurzer Zeit der gesamte Hühnerbestand krank ist. Der Tod der schließlich matt herumsitzenden Tiere erfolgt entweder durch Erstickung, wenn die Diphtherie sich aus die Luftwege ausdehnt, oder durch Erschöpfung, da dir Tiere später kein Futter mehr aufnehmen können oder durch ruhrartige Durchfälle geschwächt werden.
Gleichzeitig mit der diphiheritischen Entzündung der Schleimhäute treten auf Lsr Haut des Kammes. der