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Aufbewahrung der Eucharistie von der ersten Zeit -er Airche an bk zur heutigen Zeit.
Von Pfarrer G. (Fortsetzung.)
Der feste und lebendige Glaube der ersten Christen an die Gegenwart Christi im hl. Altarsatramente veranlaßte sie, aus dieser Gnaden und Segensquelle recht tzroßen Nutzen für das Heil ihrer Seelen zu schöpfen.
Die hl. Eucharistie war den ersten Christen der Ur- klrche das Opfer, zu dem sie sich womöglich alltäglich, . jedenfalls aber am Sonntage einfanden. Die heilige Eucharistie war ihnen ein Sühneopfer für die Verstorbenen, ein Opfer zur Feier des Gedächtnisses der Heil. Märtyrer. Sie waren chnen das Himmelsbrot, di« Seelensxei' Zielen die tägliche. Sie war die notwendige Ausrüstung zum Martertode; sie war die letzte Wegzehrung aller Sterbenden. Sie war ihnen das Sinnbild der Liebe und Freundschaft, das Band der Einheit. Sie war ihnen Schutz auf der Reife; sie war ihr teuerster Schatz, für den sie Hab und Gut, ja selbst das Leben opferten.
Wir wollen nur auf die tägliche und öftere Kommunion der ersten Christen, auf die Sorgfalt beim Ausspenden und Empfang der HL. Kommunion und aus die BesuHung des eucharistischen Heilandes außer der Meßfeier etwas näher eingehen.
1. Die hl. Eucharistie war das geistliche Lebenselement der alten Christen.
Es war in der alten Kirche eine Grundregel, daß alle, welche der hl. Messe beiwohnten, auch während derselben die hl. Kommunion empfingen.
Für die Tage, an denen die Christen cm der Heil. Messe nicht teilnehmen konnten oder dieselbe nicht gefeiert werden konnte, durften die Christen, zumal in den Zeiten der Verfolgung, die hl. Eucharistie mit nach Hause nehmen zur Privat- oder Selbstkommunion.
Viele empfinge® die hl. Kommunion täglich besonders fleißig wurdr st, unter der Woche am Mittwoch und Freitas Gipsungen, an welchen Tagen gepredigt ward.
Groß EM also die Liebe der alten Christen zur hl. Eucharistie, und diese Liebe verklärte die junge Kirche, machte s'S stark und siegesfreudig, befähigte die jungen Christen zu den größten Opfern, ja selbst zum Martertode. Die hl. Kirche hat die größten Triumphe gefeiert stets in jenen Zeiten, in denen die Verehrung und Liebe des hl. Altarfakrnments ihren Höhepunkt erreichten. Ist ja doch das allerheiligste Marfâkrament die Sonne der Kirche! 1 .
Wo sie hell scheint, Licht und Wärme verbreiten kann, da ist christliches Leben, da blühen die schönsten Tugenden. Wo aber diese Sonne umwölkt wird von Laster, Irrlehre, Abfall und Lostrennung von dem Felsengrund Petri, da wird es dunkel und Nacht, da schwindet der Glaube, da erkaltet die christliche Liebe, da herrschen die Geister der Finsternis.
2. Aus dem lebendigen Glauben an Christi Gegenwart im hl. Altarsakramente und aus der innigen Liebe zu diesem hl. Geheimnisse ergab sich für die ersten Christen auch die Pflicht, die hl. Eucharistie mit ängstlicher Sorgfalt zu behandeln, zu bewahren und zu verehren.
Alle Kirchenväter mahnen zu der größten Aufmerksamkeit bei der Ausspendung, dem Empfang und der Aufbewahrung der heiligen Gestalten, damit ja nichts davon zu Voden falle, verunehrt werde, verloren gehe.
Einen scharfen Gegensatz zur Liebe und Verehrung der Rechtgläubigen gegen die Eucharistie bildet das Verhalten der Irrgläubigen, welche sich schon in den ersten christlichen Iahrhuriderten der Leugnung, der Verachtung und Verunehrung der hl. Eucharistie schrlldig machten.
So verkehrten die Arianer, welche die Sakramente der katholischen Christen nicht gelten ließen, bei Erstürmung von katholischen Kirchen die hl. Ärcharistie in gemeinster Weise.
Noch slchimnier trieben es die Donatisten in Afrika. Diese Ketzer überfielen mit Waffengewalt die katholischen Kirchen, plünderten sie, zerstörten Altäre, zerbrachen und raubten heilige Gefäße. Ja, sie gingen in ihrer Gottlosigkeit so weit, daß sie heilige Hostien den Hunden vorwarfen. Aber sogleich ereilte sie die Rache Gottes. Die Hur.de gerieten in Wut, stürzten sich auf ihre Herren und zerfleischten sie mit ihren Zähnen. Wenn auch die Elaubenlsehre von der hl. Euachristie in der katholischen Kirche stets dieselbe war, so nahm die Verehrung dieses hl. Sakramentes im Laufe der Zeiten verschiedene Gestalt an.
Die ersten Christen beteten das aLerheiligste Altar- jvkrament an, indem sie sich vor demselben auf den Boden warfen, eine tiefe Verneigung vor demselben mach- 1 * ' " >------_________
Beim hl. Johannes Chrysostomüs kehrt öfters, Mnn er von der Verehrung der hl. Eucharistie spricht, der Vergleich wieder zwischen der Anbetung der Weisen zu BBethlehem und derjenigen der Christen gegenüber dem Heiland auf dem Altar. So schreibt er u. 0.: „Du siehst ihn nicht in der Krippe, aber auf dem Altare. Wir also wollen ihm eine noch viel größere Verehrung erzeigen als jene Fremdlige. Oesters spricht dieser größte Prediger der hl. Kirche auch den Gedanken aus, ^ovon das ganze christliche Altertum durchdrungen war, daß nämlich beim hl. Meßopfer die Engel niederstergen und das große Geheimnis des Altars durch Anbetung verehren. Daß auch die alten Christen schon der HL. Eucharistie durch Verbrennen von Weihrauch ihre Verehrung erwiesen, erfahren wir aus einer alten Mofaikdarstel- lung, welche sich in der unter Konstantin d. Gr. erbauten Geburtskirche in Bethlehem befindet. Man sieht da einen Altar mit zwei an den Zibormmssäulen aufgehängten Rauchfässern.
3. Fragen wir zuletzt, ob auch schon die alten Chri- sten Besuchungen vor dem allerheiligsten Sakramente machten und zu dem lieben Heilande im Tabernakel beteten.
Es steht zunächst fest, daß die ersten Christen den göttlichen Heiland unter der Hülle der fatramentalen Gestalten klar erkannt, ehrfurchtsvoll angebetet und angefleht haben, während er noch auf dem Altare ruhte.
Da ist es gar nicht anders denkbar, als daß sie auch außerhalb der Maßfeier ihn auffuchben und ihre Anliegen ihm vortrugen, fei es in der Kirche, fei es zu Hause oder an jedem Orte, wo eben der nächste Tabernâ sich befand.
Der Christ wäre dann auch ohne die immerwährende eucharistische Gegenwart seines Gottes im Tabernakel ungünstiger gestellt gewesen als der Israelit im Alten Bunde, der den Gott Israels im Heiligen Zelte und später im Tempel zu Jerusalem stets in seiner Nähe hatte. Weilte der fromme Israelit gerne im Heiligtum des Herrn, dann besuchten gewiß eifrige Christen schon in der ersten Zeit der Kirche mit Vorliebe den Ort, wo der Herr sein Wohnzelt aufgeschlagen hatte.
Dies wird uns auch ausdrücklich berichtet. Und es ist der hl. Ambrosius, Ler zur BefuchUng des Allechsi- ligften, zu Gebet und Betrachtung vor demselben mahnt.
Alexander, der Bischof von Konftantinoj rl, welcher auf Befehl des Kaisers den Arins wieder in die Kirchengemeinschaft ausnehmen sollte, nahm sein Zuflucht zu Jesus, schloß sich in die Kirche der hl. I-rene allein ein, warf sich zu Boden unter dem Allare und flehte den Herrn an, er wolle diese Schmach von seiner Kirche abwenden. Er fand Erhärung. Wenige Stunden später ereilte dm achtzigjährigen und unbekehrten Arms ein pLötzlicher Tod.
Auch der hl. Ambrosius von Mailand suchte mit Erfolg Hilfe beim Herrn in dem Gotteshause, als er den Arianern eine Kirche abtreten sollt«.
Die hl. Gorgonia, Schwester des hl. Gregor von Nazianz, begab sich, als sie in schwerer Krankheit von den Aerzten aufgegeben war, voll Vertrauen nadüs vor den Altar, bat mit lautem Rufen um He'lung und beteuert«, sie werde nicht von dannen gehen, bis sie geheilt sei. Auf der Stelle fühlte sie sich gehellt.
Schon um das Jahr 400 wurde im Morgenland« der Orden der Akoimeten gegründet. Sie hießen Akoè- meten (Schlaflose), well sie in 3 Chöre sich abtellend, Tag und Nacht vor dem Allerheiligsten das Lob Gottes unablässig fangen, was man wohl als den Anfang der Ewigen Anbetung bezeichnen kann. Im Abendland« wurde das ununterbrochene GotteskoL bt der Kirche etwas später eingeführt.
Die geringe Zahl der Anserwählten.
Ist es wirklich wahr, daß die Zahl der Auserwählten, oder, da man auserwählt sein und selig werden gewöhnlich, aber irrtümlich für gleichbedeutend hält, die Zahl derjenigen, die in den Himmel kommen, gering ist?
Ein berühmter französischer Kanzelredner, Massilon mit Namen, hat dieses wirklich in seiner berühmten Rede „über die geringe Zahl der Auserwählten" behauptet. In ihrer Anlage und ihrer Form ist diese Rede so großartig, daß selbst der Gottesleugner Voltaire sie ein oratorisches Meisterstück genannt hat. Diese Rede ist denn auch als Musterbeispiel in viele Bücher ausgenommen, die den Priestern Anleitung zur Erlernung der Redekunst und zu einer guten Verwaltung des Predigtamtes geben wollen.
Doch mit der Aufnahme in die Lehrbücher ist die Ansicht Massillons, daß die Zahl derjenigen, die selig werden, gering sei, noch lange nicht als wahr und rich- tio erwiesen. Und wenn deswegen ein Prediger in An
lehnung an diesen berühmten Prediger das nämliche behauptete, so wäre diese Behauptung deswegen, weil ein berühmter Prediger sie ausgestellt, noch lange nicht bei wiesen.
Diese Behauptung, die für viele ein Hindernis des Vertrauens und ein starker Grund zur Mutlosigkeit, ja bei ängstlichen Seelen gar zur Verzweiflung ist, muß einer strengen Untersuchung unterzogen werden.
Zunächst dürfen wir fragen, ist das wirklich eine Glaubenswahrheit, daß nur wenige Menschen selig wer. den? Sicher nicht. Man beruft sich zwar auf die Stelle im Evangelium: „Viele sind berufen, wenige aber auserwählt." Die Stelle darf aber nicht so ausgelegt werden, als feien unter den Auserwählten diejenigen zu verstehen, die wirklich zur ewigen Seligkeit gelangen.
Zu diesen gehören auch viele von den Berufenen. Unter den Auserwählten werden vielmehr diejenigen begriffen, die wie Paulus, dieses Gefäß der Auserwählung auf eine ganz außerordentlich besonders bevorzugte Weise zum Glauben und zur Seligkeit berufen wurden. Das wenig bezieht sich also gar nicht auf die Erreichung des Zieles, der ewigen Seligkeit, als vielmehr auf die bevorzugte Art und Weife, in der Gott Einzelne durch eine besondere Gnade zu diesem Ziele führt. So ist jedenfalls diè geringe Zahl der Auserwählten keine Glaubenswahrheit. Der Glaube lehrt nichts darüber.
Aber ist es wenigstens einfach eine Wahrheit? Das, könnte man nur wissen, wenn man davon durch Offenbarung von Seiten Gottes in Kenntnis gesetzt wäre. Ist es doch etwas, was in der anderen Welt sich vollzieht, und darüber können wir mit bloß menschlichem Klügeln ohne höhere Erleuchtung nichts wissen. Diese Behauptung kann also höchstens als eine Meinung gelten, die mehr oder weniger begründet ist.
Masfillon predigte in Paris am königlichen Hof zu einer Zeit, wo bei äußerer Frömmigkeit eine große Sittenlosigkeit herrschte, wo man, zumal in den höheren Kreisen, in einer falschen Ruhe sorglos dahinlebte. Da ist es begreiflich, daß ein Prediger, der in feinem rev- nerischen Schwung auch sonst oft und leicht zu Ueber* treibungen neigte, seinen Zuhörern gegenüber so scharfe Register zog, um ihnen heilsamen Schrecken einzuflößen.
Wenn heute, zumal jetzt nach dem Kriege, wo viele Taufende die schönsten irdischen Hoffnungen zu Grabe tragen mußten, Massillon die Kanzel besteigen müßte, würde er sicher eine solche Predigt nicht mehr haltew Denn dann könnte er ja die Leute nur noch trostloser machen und viele geradezu zur Verzweiflung bringen.
Uebrigens hat die Kirche, die ja ganz gut diese finstere Meinung einiger Theologen kennt, zweimal in dieser Frage ihre Stimme vernehmen lassen. Zunächst hat sie einen französischen Theologen, der behauptete, nur die Gläubigen gehörten zur Zahl der Auserwählten, verurteilt, und zweitens läßt sie ihre Priester in der Messe auf dem zweiten Sonntag in der Fasten in der Oration vor der Epistel beten, „daß Gott allein die Zahl derjenigen kennt, welche in die ewige Herrlichkeit ausgenommen werden sollen."
Wenn nun weder aus der hl. Schrift, noch aus einer Erklärung der Kirche klare Beweise für die geringe Zahl der Auserwählten hergenommen werden können, so müf fen wir einfach annehmen, daß die Behauptung, die Zah derer, die in den Himmel kommen, wäre gering, unbegründet sei. Das um so mehr, weil es einem so schare begreiflich ist, daß das Erlöserwerk trotz seiner gemalti gen unbegreiflichen Größe, das Opfer von Golgatha mi seinem unendlichen Werte nur bei Wenigen sollte sein Wirkung tun, hingegen für die meisten das kostbare Blu sollte vergebens geflossen sein.
Im übrigen ist es für uns von größerer Wichtigkei daß wir uns bemühen, das ewige Leben zu erlanget Äs nachzuforschen, ob die Zahl der Auserwählten g' ring oder groß fei. Damit auch wir in den Himm kommen, ist nur eins notwendig: Willst du zum Lebe eingehen, so halte die Gebote. Ob wir das große Geb! der Liebe erfüllen, an dem nach den Worten des göttl chen Heilandes das Gesetz und die Propheten hängt, ix entscheidet über unser endliches Los und somit auch üb« die geringere aber größere Zahl derer, die in b( Himmel eingehen. Daß dazu Gottes Gnade nötig i wissen wir, aber die wird keinem versagt, der bemüt darum bittet und entschlossen ist, mit ihr mitzwuirke
Nur keinen Gstterraub.
Diesen Winter war in N. Mission. Der Geiftlir sprach in einer Absndpredigt über die Verleugnung d Petrus auch das Folgend«:
„Wir hörten, wie Johannes zum Torr zvrückkeh und der Türhüterin ein gutes Wort gab, worauf bb Petrus Einlaß gewährte. Das hat der hl Johann