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Erscheint jeden Sonntag u. kostet vierteljährl. Ausg. A 5.50 Mk., B 6. Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum 1.00 Mk. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Offert- und Auskunft-Anzeigen 3.00 Mk. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actisndruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher

Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckeret.

Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels

wschenkalendsr.

Nag, 18. Juni. 2. nach Pfingsten. Gedächtnis der !tav von Fronleichnam, d. hl. Ephrem sowie d. hll. Markus und Marzellianus.

Nag, 19. Juni. Von der Oktav des Fronleichnams« "es; Gedächtnis der hl. Juliana v. Falkonieri, Jgfr. der hll. Gervasius und ^rotasiuS, M.

istag, 20. Juni. Von d^. iav des Fronleichnams- iteS; Gedächtnis des hl. ^cwccius, P. u. M.

twoch, 21. Juni. Von der Oktav des FronleichnamS- stes; Gedächtnis des hl. Aloysius, Bek. neretap, 22. Juni. Oktavtag des Fronleichnams- tes; Gedächtms 'des hl. Paulinus, Bisch. u. Bek. lag, 23. Juni. Fest des heiligsten Herzens Jesu, istag, 24. Juni. Geburt d. hl. Johannes d. Täufers.

Zweiter Sonntag nach Pfingsten.

(Evangel. Luk. 14, 1524.)

In jener Zeit trug Jesus den Pharisäern folgendes chnis vor: Ein Mensch bereitete ein großes Abend- l, und lud Viele dazu ein. Und er sandte seinen ht zur Stunde des Abendmahls, um den Geladenen agen, daß sie kämen, weil schon alles bereit wäre, sie fingen alle einstimmig an, sich zu entschuldigen. Erste sprach zu ihm: Ich habe einen Meierhof uft, und muß hingehen, ihn zu sehen; ich bitte dich, ! mich für entschuldiget. Und ein Anderer sprach: habe fünf Joch Ochsen gekauft, und gehe nun hin, W versuchen! ich bitte dich, halte mich für ent- diget. Und ein Anderer sprach: Ich habe ein Weib mmen, und darum kann ich nicht kommen. Und Knecht kam zurück, und berichtete dieses seinem n. Da ward der Hausvater zornig und sprach zu an Knechte: Geh schnell hinaus auf die Straßen Gassen der Stadt, und führe die Armen, Schwachen, den und Lahmen hier herein Und der Knecht h: Herr, es ist geschehen, wie du befohlen hast; cs ist noch Platz übrig. Und der Herr sprach zu 'm Knechte: Geh hinaus auf die Landstraßen und ne Zäune und nötige sie, hereinzukommen, damit - Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß keiner den Männern, die geladen waren, mein Abend. t-mojien soll.

Dar hochwürdigste Gut.

Du, Gottmensch, bist mit Fleisch und Blut? Wahrhaftig hier au^eten s

Und dein Genuß, o höchstes Gut, Bringt meiner Seele Segen,

it diesen Worten grüßt ein srom- rner Dichter den Heiland im ^'l'Me" Sakrament des Altars. Und in der Tat, dieses Sakrament OW Utdas höchste, das hochwürdmste 'i)^ ^ Gut«. Jesus hat uns dieses Ta­lent gegeben in seiner unfaßbaren Güte, in sei- unendlichen Freigebigkeit, in seiner unermeR- n Großmut. Nehmet hm, sprach er zu d-m teln: dies ist mein Leib. Durch die Hände

der Apostel, der Bischöfe und Priester hat sich die­ses Gut vererbt bis auf unsere Zeiten. Rede mir nicht von den Altären aus Marmor, nicht von den Kelchen aus Gold, nicht von den Meßgewändern aus Seide und Goldbrokat: ein größeres, ein heiligeres Gut besitzt unsere kath. Kirche: den Hei­land selbst, der da wohnt auf unsern Altären, der unsichtbar gegenwärtig ist unter Brotsgestalt, der seinen Thron aufgeschlagen hat im Tabernakel. Jene M h zewänder, Kleider, Gefäße, Paramente, Statuen, Kunstschätze sind ja alle nur um des Hei­lands willen da, sind nur Symbole, urn das Heilige zu umkleiden und uns auf eine würdige Weise vor- zustellen. Der eigentliche Schatz, der eigentliche Reichtum unserer Kirche ist Christus selber in sei­ner immerwährenden persönlichen Gegenwart.Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt". Während auch der beste Vater bisweilen die Kinder und die Familie verläßt, während auch der beste König oder Präsident bisweilen die Residenz und das Land verläßt: Der Heiland verläßt uns nicht, der Heiland bleibt bei uns Tag und Nacht, trotz so vieler Ein amkeit, trotz so vielen Undankes, trotz so vieler Kränkungen nnd Beleidigungen, bleibt durch ein Uebermaß von Liebe zu den Menschen. Denn leine Lust ist es, unter den Menschenkindern zu weilen.

Hat damit des Heilands Güte ein Ende erreicht? Wahrlich sie wäre für sich allein schon so groß, daß keines Menschen Phantasie, keines Engels Scharf­sinn eine so große hätte erdenken können. Doch des Heilands Güte, unterstützt von seiner Allmacht, geht weiter: nicht nur will der Heiland bei uns wohnen, sondern auch uns nähren und speisen, nicht bloß wrll er unser Gast sein, sondern auch unsere Speise: siehe, sein Fleisch und Blut, seine Gottheit und Menschheit will er uns schenken in der hl. Kommunion: Nehmet hin und esset: das ist mein Leib".

In der Schrift wird erwähnt, daß Jonathas den David lieble und ihm einst seine Kleider anzog. Das ist nur ein Funke von der Liebe des Heilandes Nicht sein Kleid gibt er uns, sondern sein Fleisch, vereinigt mit seinem Blut, vereinigt mit allen Organen seiner hl. Men chheit, vereinigt mit seiner Seele, vereinigt mit seiner Gottheit und all ihren Herrlich­keiten, Kräften und Gnaden. Du würdest es für eiwas Großes halten, wenn jemand dir ein Kleid, ein Haus, ein Grundstück eine Wohnung ein Kapital schenken würde: Jesus schenkt dir mehr, mehr als die halbe Welt, mehr als Himmel und Erde zu­sammen: er schenkt dir sich selbst, der da ist der Schöpfer der Engel und Menschen, der König und Herrscher des Weltalls.

Welcher Hirt, so frage ich mit dem hl. Kirchen­vater Cuyfoflomus, hat je seine Herde so geliebt, daß er sie mit seinem eigenen Fleisch und Blut nähren wollte? Siehe da, das glühende Verlangen, das der göttliche Heiland in sich trägt, bei uns zu­bleiben. Das ist die Eigenschaft der glühendsten

Liebe. Der hl. Augustinus aber ruft voll Bewun­derung aus:Die unendliche Weisheit Gottes weiß nichts Besseres uns zu geben, die unendliche All­macht vermag nichts Größeres zu geben, die unend« liche Liebe vermag uns nichts Heiligeres zu geben." O wie glücklich würde ich mich schätzen",. klagte einmal eine fromme Seele dem hl. Cyrysostomus, Wenn ich die übermenschliche Schönheit, in welcher mein göttlicher Nazarener hier auf Erden glänzte, mit meinen eigenen Augen schauen könnte, jener göttliche Nazarener, welcher der anmutigste und lieb­lichste war unter den Menschenkindern, jenes An­gesicht, das weiß war wie Lilien, und rot wie die Rosen, das Angesicht und die Gestalt, welche, Liebe atmend, die Blicke der Umgebung auf sich zog, jene wunderbaren Züge, Mienen und Kleider, welche die göttlichen Glieder leicht bedeckten". Der Heilige aber antwortete:Du, o Christ, sollst nicht so weniges wünschen, da dir die Freigebigkeit deines Gottes weit mehr gestattet und mitteilt, wenn du das heiligste Sakrament empfängst. Du wünschest nur seine Kleider zu sehen? Du würdest dich für glücklich halten, wenn du nur seine äußere Gestalt und Erscheinung sehen dürftest? Erhöhe deinen Wunsch, erweitere dein Herz, erwecke deinen Glauben! Denn in diesem Sakrament läßt dich Christus nicht seine Gewänder, nicht seine Gestalt und Erscheinung schauen: er gibt dir seinen Leib, sein Blut, er läßt dich ihn berühren, speisen und ganz in dich auf- nehmen; er gibt dir seine Seele, seine Gottheit, mit einem Wort, er gibt sich dir ganz."

Welch große Gedanken, welch große Geheimnisse, welch große Gaben. Oeffne deinen Verstand, um sie zu erfassen, erweitere deinen Glauben, um sie auf­zunehmen, öffne deinen Mund, um sie zu empfangen und zu genießen. Warum weilen wir so wcnig vor dem Tabernakel, wo die ewige Liebe wohnt? Da müssen wir wirklich dem hl. Kirchenlehrer Alphons recht geben, wenn er ausruft:O liebenswürdiger Heiland, diese Zartheit deiner Liebe allein schon sollte alle Menschen bewegen, vor deinen Altären zu ver­weilen, bis man sie mit Gewalt vertriebe: und auch dann sollten sie ihre Herzen und Neigungen beim lieben Gott zurücklassen." Schau, von dieser Art ist der hl. Aloisius gewesen: er war fast nicht aus der Kirche zu bringen; und wenn endlich die Glocke ertönte, die ihn zu einer anderen Tätigkeit im Kloster rief, so sprach er: mein Heiland entschuldige, der Gehorsam rüst. Und warum gehen wir nicht öfter zum großen Mahl der Liebe? Eine Heilige hat gesagt: um die hl. Kommunion zu empfangen, müßte man durch ein Feuer gehen! Wohlan, mache n dieser Fronleichnamsoktav eine freiwillige, eine tefgläubige Kommunion.

Dein Fleisch und Blut wird meinem Geist Zum Guten Stärke geben

rind führt mich, wies dein Mund verheißt, Gewiß 5um ew'gcn Leben.

Der Burgpfarrer.^