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Kassel, den N Juni 1922.

Nr. 24

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Religiöses Wochenblall für die katholischen Gemeinden Kassels

Erscheint jeden Sonntag u. kostet vierteljâhrl. Ausg. A 5.50 Mk., B S. Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum 1.00 Mk. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Offert- und Auskunft-Anzeigen 3.00 Mk. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher. Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei.

Wochenkalender.

Mtag, 11. Juni. Dreifaltigkeitsfest; Gedächtnis des l. Sonntags nach Pfingsten. (Barnabas, Apostel.) mtag, 12. Juni. Hl. Bonifatius; Gedächtnis des hl. Zo-annes v. St. Fakuado, Bek. u. d. hl. Basitides, P. u. M nistag, 13. Juni. Hl. Antonius von Padua, Bek. tiwoch, 14. Juni. Hl. Basilius d.Grotze,Bischof u. Kcht. iverr'ag, 15. Juni. Fronleichnamsfest. (Vitus, ModestuS i. Crescentia, M.)

^itag, 16. Juni. Von der Oktav. (Benno, B Luitgaldis.) m£tag, 17. Juni. Von der Oktav. (Adolf.)

Das Fest der heiligsten Dreifaltigkeit.

(Evangel. Matth. 28, 1820.)

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: r ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf )cn. Darum gehet hin, und lehret alle Völker und fet sie im Namen des Vaters und des Lohnes und heiligen Geistes: und lehret sie alles halten, was euch befohlen gäbe: und siehe, ich bin bei euch bis s Ende der Welt.

Dreifaltigkeit und Elternwürde.

^E^W^sr'-er himmlische Vater hat einen Sohn, ^^^ ,vM und von Vater und Sohn geht der J^^^ hl. Gerst aus. Das ist das große, unerforschte und unerforschliche, ab* ll^undliefe und bergeshohe Geheim- ms der heiligsten Dreifaltigkeit, er Personen, eine jede im Besitz der göttlichen tur, aber nur ein einziges göttliches Wesen, ein ziger Gott.

Welche Fruchtbarkeit, welches Leben und Walten ewigen Gottes; welch innige, herzliche Bezie- ' rgen zwischen den göttlichen Personen seit den len der Ewigkett.

Seht, christliche Eltern, von diesem Geheimnis t ein Heller Strahl auf euer Haupt, ein Strahl Würde, ein Strahl der Pflicht. Eure Ehe und >e, eure geheiligten Beziehungen sind fruchtbar esen an Krndern; ihr habt Söhne und Töchter » seid dadurch Vollstrecker der göttlichen Allmacht 1 Liebe an euein Kindern. Ihr habt den Kin- 1 das zeitliche Leben geschenkt! und auch dies nach der leiblichen Seue. Diese Vermittlung irdischen Lebens ist erst halbe Arbeit, unvoll- mene Arbett, Stückwerk. Ihr sollt euren Kin- l auch das ewige Leben schenken: das ist ganze eit, das ist vollkommene Arbeit, das ist ein isterstück. Allen Eltern sollte das Lob gelten, die Kirche der hl. Monika singt: sie hat ihrem " Augustinus das Leben zweimal geschenkt: nal das irdische Leben durch die Geburt und zweiten Das ewige Leben durch die gute Er- ung.

Ja, eine gute, eine christliche Erziehung; das ist eure dringlichste, eure wichtigste Aufgabe. Was nützt es, wenn ihr eure Söhnè zu guten Hand­werkern, Landwirten. Beamten, Künstlern habt heranbilden lassen, wenn ihr euern Töchtern zu angenehmen Stellungen und zu den besten Par­tien verholfen Hadi? Was nützt das, frage ich, wenn diese Söhne und Töchter den Glauben ver­lieren, wenn ihr Sinnen und Trachten ausschließ­lich auf Erwerben und Genießen eingestellt ist, wenn sie gar auf der Bahn der Sünde und deS Laders wandeln und deshalb ewig verloren gehen? Was nützt es dem Menschen, fragt der Heiland, wenn er die ganze Welt gewinnt, an seiner Sele aber Schaden leidet? Kindern, die nur für die Welt erzogen sind, dient das Leven nur zur Qual und zur Saat der Hölle. Weit entfernt, auch dafür ein­mal zu danken, werden sie an der Schwelle der Ewigkeit ihrer Eltern fluchen.---

Die Sorge für das Irdische in allen Ehren. Hauptsache aber, Grundstein und Mittelpunkt der ganzen Erziehung muß die Religion bilden, die Rücksicht auf Gott, die Erreichung des ewigen Zieles, das der Schöpfer uns gesteckt hat: die Verherrlichung Gottes und die ewige Seligkeit.

Was gehört nun zu einer solchen christlichen Er­ziehung? Daß ihr euren Kindern die Taufe spen- oen lasset, je früher, desto besser. Dennwer nicht wiedergeboren wird aus dem Wasser und dem hl. Geiste, wird in das Himmelreich nicht eingehen". Was gehört zur christlichen Erziehung? Die Kinder einführen in den Geist des Gebetes und der Gottes­furcht, je früher, desto besser. Dabin gehört das Kreuzzeichen, das fromme Eltern über ihr Kind zeichnen und sich damit bezeichnen lehren. Dazu gehören kurze Gebetchen und Sprüchlein, die sie mit ihnen aufsagen und allmählich zu deren geistigem Eigentum machen. Was erzählt Clemens Brentano, dieser hochstnuige, lebenssprühende Dichter, von seiner Bekehrung aus traurigen Verirrungen? Es ist ihm in den Sinn gekommen, wie er manchmal als Kind des Nachts plötzlich den Atem seiner Mutter über seinen Wangen gespürt und aus ihrem frommen Munde die Worte vernommen habe: gegrüßet seist du Maria. Dieses Gebet hat er sich wieder zw sammengesucht und so haben die Erinnerungen an eine fromme Mutter und ein Jugendgebet den Dichter wieder auf den rechten Weg zurückgeführt.

Zur christlichen Erziehung gehört, den Kindern frühzeitig beizubringen, daß sie für Gott erschaffen sind, daß sie über den Sternen, im schönen Himmel, einen Vater haben, daß sie heilig und gut sein müssen, um ihm zu gefallen und in seinen 'H.mmel zu kommen, daß sie die Sünde meiden müssen, durch die sie Gott beleidigen und seine Strafe verdienen. Solche Weisheit hat die hl. Blanka ihrem Sohne Ludwig von frühester Jugend an eingeprägt. Mein Sohn, iprach sie oft m-t zitternder Stimme zu ihm, du weißt, wie lieb ick dich habe^ trotzdem möchte ich

lieber, daß du augenblicklich tot vor meine Füße niederfallen als eine schwere Sünde begehen würdest. Und die Frucht einer solchen Erziehung? Ein Sohn, der mitten in der Welt wie ein Mönch lebt, der auf dem Königsthron ein Heiliger wird, der hl. König Ludwig.

Das Heiligtum der Erziehung ist die Familie, die ersten nachhaltigsten Erzieher sind die Eltern. Die E zwhungsmitlel sind Bei Piel und Lehre. Ja, das Beispiel an erster Stelle. Es wirkt wie eine köstliche Medizin, die montäglich einnimmt, allmäh­lich, aber sicher. Wie schön sagt in dieser Hinsicht der bl. Kirchenlehrer Johannes Chry obomus: Die Beispiele der Eltern sind die ersten Bücher, aus denen die Kinder lesen und lernen sollen".

Mit sechs Jahren kommt das Kind in die Schule. Ist es da gleichgültig, von welchem Lehrer es unterrichtet wird? Von welchen Kameraden es umgeben ist? In welchem Geist der Unterricht erteilt wird? Welche Lehibücher benützt werden? Satans Helfersbelfer sind an der Arbeit, die Reli­gion aus der Schule zu verbannen, die Schule grundsätzlich ihres konfessionellen, ihres katholischen, ihres christlichen Cmraklers zu entkleiden, die Rtti- gions- und Konfess.onsschule als Jdealschule au - zurichten, in welcher das christliche Dogma ersetz! wird durch einige bleichsüchtige Märchen und du christliche Moral durch eine gekünstelte Anstands lehre oder eine Moralpauke ohne Kraft und Saft Doch die Feinde sollen auf Granit beißen. Noci seid ihr da, christliche Vner und Mütter; noch ist euch kein' Maulkorb angehängt, noch könnt ihr reden und handeln. . Die Organisation wird eure Mach! ein. Emen einzelnen Stein kann jeder mit einem Fußtritt entfernen; eine Mauèr aber trotzt dem ^lurm. Eine solche Mauer bildet, kath. Ellern, indem ihr euch zu Elternvereinigungen zusammen­schließet. Es ist euer Recht und eure Pflicht; es ist eine Forderung der Kirche und des Gewissens. Darum: auf zur Tat! Der Burgpfarrer.

zronleichnam8fejt.

Mag auch das Meer in wilder Brandung stür­men uns toben, die Morgensonne steigt dennoch in stiller Feicrlichkeit, freundlich, klar und majestätisch am Horlzont empor. So schwebt auch die herrliche Sonne des Fronleichnamslages in ewig junger Strahlenpracht über die dunklen und wildbewegien Fluten der gegenwärtigen Zeit herauf. Siehe da, wie sie den kacholischen Erdkreis aufs neue mit ihrem herzerfreuenden Licht und Glanz um äumt. Es ist ein Fest freudigen Jubels.. Wie strömt und rauscht es in den Jub. lakkoideu des FestoffizlumS, Oie die Kirche einem ihrer größten Lehrer, einem heiligen Thomas von Agu in Ve» dankt: Lauda Sioni Fange lingual Tantum ergo SacramentumI Wie spiegelt sich Freude und Jubel der fatuniifdiea