Ausgabe B
Kaffel, den 4. 3mi (922,
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Religiöses Wochenblatt
für die katholischen Gemeinden Kassels
Erscheint jeden Sonntag u. kostet Vierteljahr!. Ausg. A 5.50 Mt., B 6.— Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum 1.V0 Mk. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Offert- und Auskunft-Anzeigen 303 Mt. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda fein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher
Druck und Verlag drr Fuldaer Actiendruckerei
Wochenkalender.
nmtag,4.Juni. Pfingstsonntag. (Franz CarracioIo,Bek.)
Mlag, 5. Juni. Pfingstmontag. (Bonifatius.)
.enötag, 6. Juni. Pfingstdienstag. (Norbert, Bek. u. Ordensstifter.) lMwoch, 7. Juni. Eoban u. Adelar, Genossen des hl. Bonifatius. Robert, Bekenner. Quatember.
onnerstag,' 8. Juni. Von der Oktav. Medardus, B. reitag, 9. Juni. Von der Oktav; Gedächtnis der hü. PrimuS und Felizian. Quatember.
amStap, 10. Juni. Von der Oktav; Gedächtnis der hl. Margarita. Quatember.
Pfingsten.
(Evang. Joh. 14, 23—31.)
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Senn mich jemand liebt, so wird er mein Wort halten, ad mein Vater wird ihn lieben: wir werden zu ihm mimen, und Wohnung bet ihm nehmen. Wer.mich 'cht liebt, der hält meine Worte nicht: und das Wort, elches ihr gehört habt, ist nicht mein, sondern des aterS, der mich gesandt hat. Dieses habe ich zu euch redet, da ich noch bei euch bin. Der Tröster aber, 'r hl. Geist, den der Vater in meinem Namen senden irb, derselbe wird euch alles lehren, und euch an alles innern, was immer ich euch gesagt habe. Den Frieden nterlasse ich euch, meinen Frieden geb' ich euch; nicht ie die Welt gibt, geb' ich ihn euch. Euer Herz betrübe ch nicht, und fürchte nicht! Ihr habt gehört, daß ich lch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu ich: wenn ihr mich liebtet, so wurdet ihr euch ja euen, daß ich zum Vater gehe: denn der Vater ist rötzer, als ich. Und nun habe ich es euch gesagt: ehe- enn es geschieht, damit ihr glaubet, wann es geschehen in wird. Ich werde nun nicht mehr viel mit euch eben: denn es kommt der Fürst dieser Welt; aber er at nichts an mir, sondern damit die Welt erkenne, atz ich den Vater liebe, und tue, wie mir es der Vater efohlen hat.
wüster aus dem Helsen.
t der Wüste Sin fehlte es den Israeliten an Wasser. Sie murrten wider Mo es und Aron, zettelten einen Aufruhr an und sprachen: „Tatz wir doch nmgekommen wären mit unsern Brüdern; warum habt , . , emrinde des Herrn in die Wüste wir mit samt unserm Vieh dahinster- en. naium ^aot ihr uns in eine Gegend geführt, 30 man nicht wen und nicht ernten kann, wo kein Feigenbaum, kein Weinstock, kein Granatapfel wächst w es nicht einmal Wasser zu trinken gibt?" (Rum. 20) . Mo es und Aron eilten in das Bundeszelt, fielen teber ?ur Erde und schrieen zu Gott und sprachen: -öerr Gott, erhöre das Geschrei dieses Volkes und ifne thuen deine Schatzkammer, eine Quelle leben
digen Wassers, damit sie satt lverden und das Murren verstumme".
Und es erschien ihnen die Herrlichkeit deS Herrn, und der Herr sprach zu Moses: „Nimm deinen Stab und versammle die ganze Gemeinde und rede zum Felsen, und er wird dir Wasser spenden". Moses ging in das Zelt, entnahm der Bundeslade den wunderbewährten Stab, versammelte das Volk an einem mächtigen, dürren Felsblock, schlug mit dem Stab zweimal an den trockenen, harten Stein, und siehe, es strömte Wasser hervor in Menge, daß Volk und Vieh seinen Durst stillen konnte.--
Heute höre ich ein anderes Wasser rauschen, Pfingstwasser, Wasser des Heiles, und ich sehe das Volk hcnerlen und trinken aus dem lebendigen Stein. Ter Fellen aber, aus dem das Wasser iprudelt, ist Christus. Hat nicht der Heiland selbst ein? Lehre und Gnade ein Wasser genannt? Am letzten Tag des jüdischen Osterfestes stand Jesus mitten im Tempel zu Jerusalem und mit lauter Summe rief er:
„Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir urr^ trinke: denn wer an mich glaubt, aus desfin Lerbe werden Ströme lebendigen W ssers hcivorkommen".
Und der hl. Johannes, der diesen Vorgang erzählt, fügt ausdrücklich hinzu: „Das aber sagte Christus von dem Eeist, den diejenigen empfangen sollten, die an ihn glauben. Heute, am hochheiligen Pfingstfest, feiern wir das große Ereignis, wo zum erstenmal diese Wasser gleich einem Gnadenmeer sich ergossen haben in d-e Herzen der Jünger und der versammelten Gläubigen. Christus aber ist im geistlichen Sinn der Felsen, der starke, unvergängliche, .ebendige Felsen, der vom Himmel herab diese Gnadenslut entströmen ließ. Christus ist es, welcher der Welt eine neue, beglückende Lehre gebracht, neue Gebote uns gegeben, neue Gnadenmittel uns geschenkt hat. Christus ist es, der den hl. Gerst gesandt hat und durch ihn die Apostel wunderbar befestigt hat in einer Lehre, sie ausgerüstet hat mit der Fülle der Gnaden, sie stark und unüberwindlich gemacht hat gleich Löwen, sie beschenkt hat mit der Gabe der Sprachen, der Prophezeiung, der Heilung, der Wunder. Christus ist es, der im Laus der Jahrhunderte immer wieder neue Männer erweckt hat, um den Menschen die Wasser des Heiles zu vermitteln.
Ein solcher Mann, von Christus selbst erweckt, vom hl. Geiste entzündet, war auch der hl. Bonifatius, dessen Fest heuer auf den Pfingstmontag fällt. Das kath. Deutschland und besonders die Diözese Fulda schicken sich an, das Gedächtnis des großen Mannes aufzufrischen und seinen Geist im katholischen Volk wieder lebendig zu machen. Ja, Sankt Bonifatius war ein Fels des Segens und des Heiles für die Welt und für unser Vaterland. Was der Apostolfürst so wunderschön sagt vom Heiland, daß er „Wohltaten spendend vorübergegangen ist", das kann man auch auf den hl. Bonifatius anwenden. Dieser Ansicht ist auch der hl. Vater gewesen, der den ehemaligen Mönch Winfried in Doni- falius umtaufte, das heißt zu deutsch „Wohltäter".
Aber noch ist dieser Fels uns nicht entrückt; noch' steht er unter uns, groß, aufrecht, lebenskräftig: ich' meine den Bonifatiusverein, der das Werk unseres gro-- ßen Apostels fort setzt und die Ströme der Gnade hinein lenkt in so manche Stadt, so manches Dorf, so manchs Schule, so manche Seele in der Diaspora. Ist ba^ notwendig und zeitgemäß? Ach, wie sroh wäre mancher Bischof und Seelsorger, wenn der Bonifatiusvercin nicht nötig wäre, wenn für die Bedürfnisse der deutschen Katholiken allerwärts genügend gesorgt wäre. Aber wie wenig ist das in der Tat der Fall: wie manche Gemeinde wartet noch mit Schmerz auf e n eigenes, noch so kleines Gotteshaus, und wäre es auch nur ein Notkirchlein; andere Gemeinden sehen sich umsonst nach einem eigenen Seelsorger um und sind genötigt, lange teure Reisen zu machen, um ihren religiösen Pflichten nachzukommen; dann gibt es viele gewchen- hafte Eltern, die sehnlich ausschauen nach einer kathol. Schulle, wo ihr Kind in den Wahrheiten der kathol. Religion unterrichtet wird und sie finden keine, weil die Mittel fehlen, solche Schulen zu unterhalten und eine ^näo^nde Zahl von Lehrkräften anzustollen und W be.ouren; andere schon b/p^Le -dast»Meu stehen vor der Auflösung, wenn nicht aus dem Bonifatiusverein die Mittel reichlich fließen. Sind solche Konfessionsschulen nicht da oder müssen sie e-ingehen, dann bleibt den katholischen Eltern keine andere Möglichkeit, als ihre Kinder in die bestehenden Misch- chulen, paritätischen Schulen, freien Schulen zu schlk- ken, in denen die Religion das Aschenbrödel ist, wo die kaihol. Religion entwölk ignoriert oder verachtet, bekämpft, cerieumbet und verspottet wird. Können wir den religiösen Bankerott so vieler Kinderseelen auf das Gewissen nehmen? Unmöglich. Sonst würde uns das Wort Christi gelten: „Wer eines dieser Kleinen, die an mch glauben, ärgert, dem sollte ein Mühlstein an den Hals gebunden und er in die Tiefs des Meeres versenkt werden". Wir geben aber den Kleinen nicht bloß dann Aergernis, wenn wir sie zur Sünde verführen, sondern auch, wenn wir durch unser« Nach.ästizkeit und Gleichgültigkeit schuld werden, daß ihr Seelenheil Schaden leidet.
Allein, wie ist da zu helfen? Als einziger Retter auf dem Plan erscheint der Bonifatiusverein. Niemals ist er nötiger, niemals zeitgemäßer gewesen als heute Und vermag er auch, wirksam zu helfen? Ohne Zweifel, wenn alle Katholiken sich scharen um das Bannep 'des Bon fatiusvereins, wenn alle ihr Scherflein nieder-- legen in feinen Opferstock, ein Scherflein das der heutigen Geldentwertung und dem dringenden Bedürfnis gleicherweise Rechnung trägt. Dem Bonifatiusverein angehören, den Bonifatiusverein durch Gebet und Almosen unterstützen, das heißt nichts anderes, als ein Teil jenes Felsens fein, durch den Christus das Wasser der Wahrheit und Gnade in die Seelen leitet. Wohlan, die Not drängt, St. Bonifatius bittet, Christus selber ruft dir zu: „Wer mich liebl. der hält mein Wort". Welches Wort? Das Wort von der Liebe:, „Daran w^d man erkennen, ob ihr meine Jünger ieiik