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Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag u. kostet vierteljährl. Ausg. A 5.50 Mk., B S. Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum 1.00 Mk. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Offert- und Auskunft-Anzeigen 3.00 Mk. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Acttendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.

I- Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerel.-

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WsäMâKâr.

Klag, 28. Mai. Sonntag in der Oktav von Christi DlMinelfahrt; (6. nach Ostern). Gedächtnis des hl. Augustinus und der Oktav.

ontag, 20. Mai. Hl. Maria Magdalena von Pazzis, Wltwe. Gedächtnis der Oktav.

.enstag, 30. Mai. Von der Oktav; Gedächtnis des hl. Felix, P. u. M. Ferdinand.

ittwoch, 31. Mai. Hl. Angela Merici, Jgfr.; Gedächtnis dcc Oktav und der hl. Petronilla, Jgfr.

»nnerstag, 1. Juni. Oktavtag von Christi Himmelfahrt. c;tag, 2. Juni. Herz-Jesu-Freitag. Vom Tage. Ge­dächtnis des hl. Marcellinus, Petrus u. Erasmus, M.

! instag, 3. Juni. Vigil von Pfingsten. (Klotilde, Königin.)

Sechster Sonntag nach © iern.

(Evang. Joh. -15, 2616, 4.)

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: enn der Tröster kommen wird, den ich euch vom ter senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom ter ausgeht, derselbe wird von mir Zeugnis geben, d auch ihr werdet Zeugnis geben, weil ihr vom An- :ge bei mir seid. Dieses habe ich zu euch geredet, litt ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch aus den uagozen auZstotzen : ja es kommt die Stunde, daß er, der euch tötet, Gott einen Dienst zu tun glauben :d. Und das werden sie euch tun, weil sie weder den ter noch mich kennen. Aber ich habe euch dies gesagt, nit, wenn die Stunde kommt, ihr euch daran erinnert, z ich cs euch gesagt habe.

Ein erquickender S^m.

.es Stromes Anprall erquickt die Gottesstadt, schreibt der Psalmist. Was für ein Strom ist das wohl? Der Strom des göttlichen Segens, der Strom des göttlichen Schutzes. Und was für eine Stadt gemeint? Zunächst die Stadt Jerusalem, die Herr im alten Bunde zu seiner Lieblingsstätte, l Schauplatz seiner Offenbarung, seiner Wohnung ' feiner Huld gemacht hatte. Im weiteren Sinn stehen wir aber unter dieser Stadt die kaiholifche che, ja sogar die ganze Welt, jede einzelne Seele, N einzelnen Christen, jeden einzelnen Erdbe- mer. '

Woher hat dieser Strom seinen Ursprung? ton auf den ewigen Bergen, im Sanbe des tes und des Lebens, im Himmel. Gott selber Ke unermeßliche Quelle, der unerschöpfliche Born Liebe. DieseLcebe wirdGüte genannt, sofern sie über« t an die Geschöpfe. Diese Güte soll der Gegenstand res Nachdenkens, unserer Freude, unseres 's sein: Lobet den Herrn, denn er ist gütig".

Seit Wann fließt dieser Strom der Güte? Von gkeit. Denn so spricht der Herr:Mit ewiger

Liebe habe ich dich geliebt und dich voll Erbarmen an mich gezogen". Bedenke es, christliche Seele, nicht erst seit gestern oder vorgestern, nicht erst seit deiner Taufe oder Geburt, nein, seit den Tagen der Ewigkeit hat Gott ein Auge auf dich geworfen, hat Gott in seinem Ratschluß an dich gedacht und be­schlossen, allen Reichtum seiner Güte an dir zu offenbaren.

Wie weit und wie lang fließt dieser Strom? Er nimmt kein Ende und ergießt sich in das Meer der Ewigkeit. Gott bleibt uns treu in seiner Liebe, und wenn wir nur ihm dienen und ihn ehren, ;o

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enkl daran! Die Diasporanot ist aufs höchste gestiegen. Denkt nicht bloß B

daran, selbst den Glauben zu bewahren, sondern *

sorgt, daß die vielen gefährdeten Seelen für Christus ' und sein Reich gewonnen werden! Stellt euch ge- «

schlossen hinter euren Bischof in der Liebe und in der "

* Sorge für die Diaspora! Ihr habt so oft gesungen: * 2 Zest soll mein Taufbund immer flehn, ich will die B

2 Kirche hören. Hun denn, laßt es nicht beim Wort "

bewendet sein, sondern zeigt eure Liebe durch die 2 Tat, kämpft für Christus und sein Reich, indem ihr

alles tut für die Förderung seines Reiches und die 2

Verherrlichung seines Hamens in der Diaspora.

Bischof Klein, auf einem Bonifattustag in Hagen. 2

geleitet uns sein Erbarmen alle Tage unseres Lebens, geleitet uns über die Schwelle des Grabes, geleitet uns in den Morgen der Ewigkeit, geleitet uns durch die endlosen Jahre der himmlischen Seligkeit. Deine Güte wird mich geleiten, singt der Psalmist, alle Tage meines Lebens. Dort drüben wird die Sonne der Güte uns in all ihrer Herrlichkeit erstrahlen und wird nicht untergeben. Durch welche Länder fließt dieser Strom? Durch alle ohne Ausnahme: er ist ein internationaler Strom, an dessen Ufer Europäer und Asiaten, Weiße und Far­bige, Christen und Heiden, Gute und Böse die Wohltaten der göttlichen Güte genießen. Denn niemand ist von der Güte Gottes ausge- fchlossen, so lange er noch lebt, sondern auf alle ausnahmslos erstreckt sich das liebeboU^^alten der göttlichen Güte. Wie schön ist die '-Versicherung des Heilandes:Der himmlische Vater läßt leine Sonne aufgehen über Gute und Böse und läßt regnen über Gerechte mb Sünder.

Und die Wasser dieses Stromes? Sie bestehen in den Wohltaten, die Gott mit höchster Freigebig­keit uns spendet. Ueberall, auf Schritt und Tritt sind wir ja umgeben von Gottes Wohltaten, wie der hl. Paulus auf dem Areopag zu Athen predigte: in Gott in seiner Gegenwart und seinen Wohl­taten leben wir und bewegen uns und sind wir.

Um nur eines herauszugreifen, die Nahrung Welche Güte Gottes offenbart sich darin. Die Kuh im Stalle begnügt sich mit Heu und Wasser, und auch alle übrigen Tiere sind in ihrer Nahrung beschränkt. Auch wir Menschen könnten im Not­fall von Wasser und Brot unser Leben fristen; und wenn wir diese beiden Lebensnolweudigketten besäßen, müßten wir zufrieden und dankbar fein. Aber wie reich und vielseitig ist der Tisch, den Gott uns Menschen gedeckt hat. Zum Bror gab und gibt er uns auch Gemüse und Obst unb F eisch und Milch und Wein und eine schier unerschöpf- liche Auswahl von Speisen und Getränken. Unserer Zunge gab er die «Möglichkeit, den besonderen Geruch und Geschmack jeder einzelnen Speise zu spüren und zu empfunden, und unserm Magen dre Fähigkeit sie alle zu verdauen und in Nahrung und Wärme, Blut und Kraft umjuformew.

Soll ich noch erwähnen die Nahrung der Seele? Der Besitz der Wahrheit und Gnade, die Mitglieds­schaft in der wahren, alleinseligmachenden Kirche, die Führung durch Gottes Stellvertreter, die Priester, das hl. Meßopfer, den wunderbaren Gottesdienst, die hl. Kommunion, in welcher der Herland nicht bloß seine Gaben, sondern sein eigenes Wesen, sein Fleisch und Blut, seine Goltheir und Menschheit, sein ganzes Selbst uns schenkt, und endlich die emig^ Seligkeit, die Gott allen verleiht, die im Glauben und n der Liebe ausharren!

Das ist der Strom der göttlichen Güte, aus dem du trinkst im Tal der Zähren, aus dem du trinken ollst im Gefilde der Seligkeit. Und vielleicht kannst du selber in diesem Strom ein Wässerlein werden zur Erquickung deiner Mitmenschen. Denke zum Beispiel an die Katholiken in der Diaspora, die zum Schaden ihrer Seele das Gotteshaus oder den regelmäßigen Gottesdienst, den Priester und Katecheten, die kalho- lische Schule und die katholische Umgebung entbehren. Durch Gebet und Almosen für den Bonifatiusverein kannst du zum Kanal werben, durch den Gottes Güte geleitet wird in das dürre und dürstende Erdreich der Diaspora, so daß mit deiner Hilfe und durch deine Mit­wirkung den schreiendsten Bedürfnissen abgeholfen wer­den kann. So kannst du am besten deine Dankbar­keit und deine Liebe zu Gott beweisen, so kannst du am besten Zeugnis ablegen von deinem praktischen Christentum. Das Fest des hl. Bonifatius steht vor der Tür. Drum halte ein tüchtiges Almosen in Bereit­schaft für die Diözesan-Kollekte, die diesmal am Pfingst- moni^g abgehalten wird. Lausche noch einen Augenbim dem Hohelied der göttlichen Gnade und besonders dein Schlußakkord von der tätigen Nächstenliebe aus dem Munde des hl. Johannes.

Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe blAb?, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Da nun Gott uns 3irrst lieble, so müssen auch wir einander lieben. V-nn jemand faßt: ich liebe Sott, aber seinen Bruder haßt und ihm nicht hilsl, der ist ein Lügner." (1. Joh. 4.) D:r Burgpfarrer.