Einzelbild herunterladen
 

Wscheukaknder.

Sonntag, 14. Mai. 4. Sonntag nach Ostern. Gedächtnis des hl. Bonifatius, M.

Montag, 15. Mai. Hl. Johann Baptist de la Salle, OrdenSstrfler. (Sophia, ^bfr. u. M.)

_ Dienstag, 16. Mai. Hl. Johann von Nepomuk, M.; Gedächtnis des hl. Uvaid, Vrsch. u. Bek.

Mittwoch, 17. Mai. Hl. Paschalls Baylon, Bek.

Donnerstag, 18. Mai. Hl. Venantius, M. (Erich.)

Frcita r, 19. Mai. Hl. PetruS Cölestlnus, P.; Gedächtnis der hl. Pudeniiana, Jgfr.

EamStag, 20. Mar. Hl. Bernardin von Siena, Bek.

vierter Sonntag nach G tern.

(Evang. Luk. 16, 5-14.)

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich oehe nun zu dem hin, welcher mich gesandt hat. und niemand von euch fra^t mich: Wo gehst du hrn? sondern weil ich euch dieses gefa ;t have, hat Traurig­keit euer Herz erfüllt. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe: denn wenn ich nicht hingehe, so wird der Tröster nicht zu euch kommen: yche rch aber hin, so werde ich ihn zu euch senden. Unb wenn dieser kommt, wird et die Welt überzeugen von der Sünde und von der Gerechtigkeit, und von dem Gerichte: von der Sünde nämlich, weit sie nicht an mich geglaubt haben; von der Gerechtigkeit aber, weil ich zum Vater gebe, und ihr mich nicht mehr sehen werdet; und bon den« Gerichte, weil der Fürst dieser Welt schon gerichtet ist. Ich habe euch noch vieles zu sagen, aber ihr könnet c3 jetzt nicht tragen. Wenn aber jener Geist der Wahrheit kommt, dec wird euch alle Wahrheit lehren; denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern, was er hört, wird er reden, und was zukünftig ist, euch verkünden. Derselbe wird mich ver, herrlichen; denn er wird von dem Meinigen nehmen, und es euch verkünden.

«~ Goldene Zeiten. MS»*>

Immer mutz ich wieder lesen Ist dem alten, heilgen vuch. Wie der Herr so gut gewesen, Cbne List und ohne Trug.

Wie er keinem Sünder wehrte, Der vertrauend zu ihm tarn, Wie er huldvoll ihn belehrte, «^». . 8*" d" r<» *m »«3=n »«6m.

Buch, das die fromme Dichterin d-^.- '"X^S L"iie Hensel in den obigen Versen W^WM besingt, ist die Bibel.

>^^'è Die goldenen Seiten darin, {^^O£X X für du Sünder wertvoller als Gold ^ ' X' " und Edelsteine, sind jene, die Don den Werken der göttlichen Barmherzigkeit erzählen.

Zwei solche Seiten wollen wir heule aufschlaaen und aufmerksam le en.

Eine der schwersten Sünden ist der Ehebruch: ein Bruch der versprochenen Treue, eine Kränkung

des Ehegatten, ein Ruin der Familie, ein Krebs­schaden der Gesellschaft. Auf den Ehebruch war im alten Bund die Todesstrafe gesetzt und der schuldige Teil wurde mit Steinen in den Tod befördert. Im neuen Bund hat der Apostel die Schänder des Ege- sakramenles mit dem Ausschluß aus dem Himmel­reich bedroht. Findet eine solche Schandtat dennoch Vergebung? Ja, denn Gottes Barmherzigkeit ist unermeßlich und tritt gerade bei den ärgsten Ver­irrungen ins hellste Licht. Voraussetzung ist Beschä­mung und Reue mit dem Vorsatz ernstlicher Umkehr. Nun hatten einmal die Pharisäer eine Sünderin aufgespürt, die beim Ehebruch ertappt worden war. Ihre Augen weideten sich mit Schadenfreude an dem Opfer ihrer grausamen Gerechtigkeit. Indes wollten sie den Heiland auf die Probe stellen, ob er in seiner gemeinten Milde vielleicht das Gesetz durchbreche. Das wäre Wasser auf ihre Mühle ge­wesen. Seht dienen Menschen, hätten sie dann sagen können: er kümmert sich nichts um Gott und serp Gesetz. Kann dieser Mensch aus Gott sein?

Sie führten also die unglückliche Person vor Jesus und sprachen: Meister, diese Frau ward soeben auf frischer Tat des Ehebruchs ergriffen; im Gesetze bat Moses uns geboten, eine solche zu steinigen. Was sagst du dazu? Jesus aber, der ihre Scheinheiligkeit durchschaute, erwiderte ihnen keine Silbe. Plötzlich sah man ihn sich tief bücken und mit dem Finger auf den Boden schreiben. Dann richtete er sich auf und sprach zu ihnen: wer aus euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein auf sie. Und abermals bückte er sich und schrieb auf die Erde. Da sie das hörten und sahen, schlich sich einer um den andern davon, von den vornehm­sten angefangen, unb es blieb Jesus allein zurück mit der Frau. Jesus richtete sich auf und sprach zu ihr: Frau, wo sind deine Ankläger? Hat nie­mand dich verurteilt? Beschämt und selig erwiderte sie: niemand, Herr. Und der Heiland fuhr soJ: So will auch ich dich nicht verurteilen; geh hin im Frieden und sündige ferner nicht mehr.

Was schrieb wohl der Herr auf die Erde? Viel­leicht die Sünden der Ankläger, die zwar im Geheimen verübt aber weit schlimmer waren als die offenkundige Tat des Weibes, bte vielleicht einem Verführer in die Häâ gefallen war. Die Sünde der Frau ist mehr eine Schwachheitsmnde gewesen, während die Sünde der Pharisäer auf Schlechtigkeit beruhte, die vor Gott um so schwerer wiegt, je mehr man den Mantel bei äußeren Gerechtigkeit den Manrel der Verborgenheit umzuhängen sucht. Als nun Jesus zur Erde schrieb, sind den Anklägern ihre Sünden kund geworden, nnb einer schäm le sich vor dem andern. Drum ist es ihnen unge­mütlich geworden und sie haben es vorgezogen, den Schauplatz ihrer Entlarvung schleunigst zu verlassen.

Hat nun Jesus die Sünde der Frau in Schutz genommen? Auf keine, Weise. Im Gegenteil hat

er ausdrücklich die Tat als Sünde verurteilt mii den Worten: sündige nun nicht mehr. Hat er aber die Frau verurteilt und sie nach der Strenge des Gesetzes gerichtet? Nein; er hat ihr die verdient« Strafe erlassen durch einen Akt seiner göttlicherl Barmherzigkeit. Wie froh, wie dankbar, wie beschämt wwd die Frau gewesen sein, wie treu wird sie aber auch die Mahnung ihres göttlichen Anwaltes befolgt haben. So hat ihr der Heiland durch seine Barm- Herzigkeit die Türe geöffnet zu einem neuen Leben, einem Leben der Ehre, der Tilgend, der Treue.

Die zweite Seite ist beschrieben mit der Geschichte des verlorenen Sohnes. Gegen den Willen seines Vaters verließ er aus Uebermut und Abenteuerfucht dis Schwelle des Elternh-auses. Mit Müßiggang, Trunken. Heit und Unzucht brachte er Tage und Jahre zu, ver- praßte sein Vermögen, bedeckte seine Seele mit Schmutz, brachte Schande über die gange Familie. Eâich brachte der Hunger ihn zur Besinnung. Ich will mich aufmachen, sprach er bei sich selber, und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe ge­sündigt wider den Hinlnrel und vor dir; ich bin nichk wert, dein Sohn 311 heißen; halte mich nur wie einen Tagelöhner.

Gedacht getan. Der Daler sah ihn schon von wei­tem. Wird er nicht einen Boten senden mit der Nach­richt: ich habe keinen Sohn mehr? Mein Haus bleibt dir verschlossen; wärest du geblieben, wo du warst; ich habe dich nicht gehen heißen. Nichts davon. Keinen solchen Boten schickt er hin. Er selbst macht sich auf den Weg, nicht um den Sohn auszuschelten oder die Heim­kehr abzuschneiden, sorrdern um ihn zu begrüßen, zu bewillkommnen, und im Trkmiphe heimzufichren. So "chnell die alten Füße ihn trugen, eilte er ihm entgegen^ fiel ihm um den Hals und küßte ihn. Der Sohn aber sprach: Vater, ich habe gesündigt wider den Himmel und vor dir; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen. Weiter ist der Sohn nicht mehr gesommert in seiner Rede. Der Vater fiel ihm ins Wort imd rief den Knechten zu: Geschwind bringet das beste Kleid her und zieht es ihm an und einen Ring steckt an seins Hand und Schuhe legt ihm an und das Mastkalb bringt herbei und schachtet es; dann wollen wir essen und froh« lich sein: denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, war verloren, und ist wieder ge> funden worden!

Sind das nichtgoldene Seiten" aus dem Buch der Bibel? Und sie ließen sich noch um viele, viele Seilen vermehren. Fasse also auch du ein Vertrauen auf Got­tes Barmherzigkeit. Denn mancher würde sich bekehren, sagt der hl. Kirchenlehrer Bernhard, wenn er sich Golt nicht als grausam und hartherzig vorstellte, während er in Wirklichkeit die Liebe und Güte selber ist. Be­kenne offen die kleinen und die großen, die geheime» und die bekannten Sünden dem Priester, ben Gott zu!» Werkzeug seiner Barmherzigkeit erkoren hat.

Der Burgpfarrer-^