Erscheint jeden Sonntag u. kostet oierteljährl. Ausg. A 5.50 Mk., B S.— Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum 80 Pfg. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Offert- und Auskunst-Anzeigen 30 Pfg. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher. .....Druck und Derlaz dn Fuldaer Actiendruckerei — — ■ —
Religiöses Wochenblatt' für die katholischen Gemeinden Kassels
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Vocherckalruder.
ionntag, 23. April. Weitzer Zonntag; Vedâchtnis des hl. Georg.
Nontag, 24. April. Hl. Fidelis von Sigmaringen, M. dienstag, 25. April. Hl. Markus, Ev.
Nittwoch, 26. April. Hl. KletuS und Marzellinus, M.
öonnerstag, 27. April. Vom Tage. Hl. Trudpert.
Freitag, 28. April. Hl. Paul vom Kreuz, Bek.; Gedächtnis des hi. VitaliS, M.
Samstag, 29. Sprit Hl. Petrus, M.
Weitzer Zsmüag.
(Evangell Jotz. 20, 19—31.)
In jener Zeit, als es an demselben Tage, am Esten nach dem sabbathe, Abend war, und die Türen des Ortes), wo die Jünger sich cecsammelt hatten, - lus Furcht vor den Juden verschlossen waren, kam lâesus, stand in ihrer Mitte und sprach zu ihnen: Stiebe sei mit euch! Und als er dieses gesagt hatte, >ei'te er ihnen die Hände und tue Seite. Da freuten ich die Jun er, Latz sie den Herrn sahen. Er sprach ann abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Da er ies gesagt hatte, hauchte er sie an, und sprach zu qnen: Empfandet den heiligen Geist. Welchen ihr die Lunden nachlassen werdet, denen sind sie nachgelaffen: mb welchen ihr sie behalten werdet, denen sind sie dealten. Thomas aber, einer von den Zwölfen, der iwllllng genannt, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. da sprachen die andern zu ihm: Wir haben den Herrn esehen. Er aber saate zu ihnen Wenn ich n.cht «s einen Händen das Mal dec Nägel sehe, und meinen fin er in den Ort der Nägel, und meine Han-o in seine Seite lege, so glaube ich nicht. Und nach acht Lanen iaren seine Jünger wieder darin, und Tuomas mir qnen. Da kam Jesus bet verschlossenen Türen, stand n ihrer Mitte und sprach: Friede sei mit euch! Dann agte er zu Thomas: Lege deinen Finger herein» und eh meine Hände, und reiche her deine Hand, und lege e_ in meine i&eite, und sei nicht ungläubig, sondern laubig. Thomas antwortete, und sprach zu ihm: Wein Herr und mein Gott! Jesus sprach zu ihm: Leit du mich gesehen hast, Thomas, hast du geglaubt: !lig, dre nicht sehen, und doch glauben. Jesus hat war noch viele andere Zeichen vor den Augen seiner ünger getan, welche nicht in diesem Buche geschrieben nd; diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubet, esus fei Christus, dec Sohn Gortes, und damit ihr urch den Glauben das Leben habet in seinem Namen.
^* Der UlnderfrZtzling. -^
ir leben in aufgeregten, betrübten, armseligen Zeiten. Hoch gehen die Wogen der Unruhe und der Unsicherheit im politischen mirt» schaftlichen und Privatleben. Wo- hin wir schauen, nirgends können
nsere Augen sich freuen.
Aber einen Anblick gibt es noch, der wirst wahre Wunder der Freude, wahre Wunder der Erhebung und Hoffnung: und das ist der „Kinderfrüyting". der am heutigen „weißen Sonntag" in viele Kinderherzen hin- einschaut.
Ja, der weiße Sonntag ist der Kinderfrühling. Wer macht ihn? „Gott ist es", sagt der Psalmist, „der sowohl den Sommer als den Frühling bildet". (Pf. 73, 17). Dieser Frühling ist nicht bloß der Frühling der Natur, sondern auch der Frühling der Herzen, vorab der Frühling in den Kinderherzen. Der Herland falber ist es, der diesen Frühling hervorzaubert mit dem Stabe seiner Allmacht und Liebe. Hat er doch die Kinder zu seinen Lieblingen erkoren und mit göttlichem Munde die Worte gesprochen, die immer wieder unser Herz erquicken: „Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret es ihnen nicht, denn für solche ist das Himmelreich". Weit sind die Kinderherzen heute geöffnet, und „das Himmelreich" hält bei ihnen seinen glorreichen Einzug. Und was ist dieses Himmelreich? Nicht ein Heiliger, »richt ein Engel, nicht sonst ein Bewohner des Hiinnwls, sondern Christus selbst, der König des Him»- mels und der Erde, unser Heiland und Erlöser, unsere Wonne und^Freude. unser einziges Heil für Zeit und Ewigkeit. Schau die weiße Brotsgestalt, die der Priester heute auf die Zunge der Kinder legt: und diese Gestalt umschließt den Herrn der Wellt, Christus, hoch- gslobt in Ewigkeit. „Mein Himmel ist die hl. Kommunion", sagte die hl. Kreszentia von Kaufbeuren. —
Kinderfrühlitig! Und welche Blüten bilden diesen Frühling? Schöner als Apfelblüten, lieblicher als Mauerröschen prangen in der Kindesfeele die Gläubigkeit und Reinheit. Die Gläubigkeit. Sind die Kinder nicht darum zu beneiden? In Glaubensfachen gibt es für das Kind keine Schwierigkeit. Gottes Allmacht, Größe und Liebe bilden ihm den Schlüssel, um die tiefftt-n Mysterien mit Leichtigkeit und Freudigkeit zu erfassen. In den Wundern fühlt es sich zu Hause. Das ist jener Glaube, der „Berge versetzen kann", wie der Heiland sich ausdrückt. Ueber Schwierigkeiten, die uns Zweiflern als unüberwindliche Berge vorkommen, hüpft das Kirrd mit leichtem Fuße hinweg." Das Brot, das ich euch geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt". Christus hat das gesagt; er ist die Allmacht, er ist die Güte. Was braucht es mehr? Das Kind hört die Botschaft und ergreift sie mit der ganzen Innigkeit und Hingabe seines tiefen Gemütes.
Möge diese Glaubensfrische uns vorbildlich sein. Die Augen, die Ohren, die Hände, die Zunge, die Sinne, selbst der Verstand sind ausgeschcvltet beim großen Geheimnis der hl. Eucharistie. Hier herrscht schrankenlos die „sola fides" der Glaube allein.
Sieht es auch der Sinn nicht ein, Einem reinen H-erzen g'nüget Fester Glaube schon allein.
Gläubigkeit und Reinheit. Wann erfreut sich die Seele einer solchen Reinheit wie gerade am weißen
Sonntag? O die Kinder haben ein seines Ahnen für d e Würde des HellanLes, ein feines Empfinden für die Zubereitung der Seele zur Aufnahme des göttlichen Gastes. Wochenlang, monatelang arbeitet das Kind unter Anleitung einer frommen Slutter, eines verständigen Vaters, eines jeelsneifrigen Priesters an der Reinigung und Ausschmückung des Herzenstempsis. So mancher Fehler, so manche Laune, so mancher Leichtsinn wird wSWeferlt, wie manche Ueberwindung, wie manche Gefälligkeit, wie manches gute Werk wirb geübt; mit Gebeten, heiligen Messen und anderen frommen Uebungen wird der Weg zum weißen Sonntag bestreut, und durch wiederholte Beicht jene Reinheit des Herzens ff» zielt, die der hl. Chrysostomus im Auge hat: die Zunge, -die den Heiland cufnimmt, muß reiner fern als jeglicher Sonnenstrahl. —
Kinoerfrühling! Was hat er dir zu sagen? Dieser Frühling soll für uns alle fruchtbar sein, dieser Frühling soll uns eine Ernte sein. An den Kerzen dieser Kinder sollen wir ein Licht anzünden, das Licht des Glaubens, das Licht der Reinhett. Hat nicht der Heiland selbst die Kinder uns zum Vorbild aufgestellt? „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr in das Himmelreich nicht eingehend (Mt. 18, 3). Sollen also wirklich die Kinder unser VorbcD sein? Ohne Zweifel; der Heiland hat es gesagt. In dieser Nachahmung ist aber ein Unterschied zu machen. Nicht in ihrem Unverstand — sagt der hl. Augustinus — sondern in ihrer Unschuld sollen wir ihnen nachfolgen.
Am Ostersonntag 1913 ging ein Mann aus der ersten Gejellschaft in einer französischen Stadt zum erstenmal wieder nach zwanzigjähriger Pause zum Tisch des f)enn. Zwanzig Jahre hatte er nicht mehr gebetet, zwanzig Jahre nicht mehr gebeichtet, zwanzig Jahre nicht mehr kommuniziert, zwanzig Jahre kein religiöses Zeichen gegeben, zwanzig Jahre im Banne der Freimaurerei geschmachtet. Wer hat ihn jetzt bekehrt? Sein achtjähriges Söhnchen, der kleine Peter. Als siebenjähriger Bub hat er schon — ganz nach der Absicht des hl. Vaters — den lieben Heiland empfangen und war dann täglich zum Tisch des Herrn gegangen, um dein Heiland Freude zu machen und um Papa zu bekehren.
Bald nach der ersten hl. Kommunion hat der Heiland das gute Kind zu sich genommen. Ws er nun in seinem Erftkommunionkleid inmitten weißer Lilien auifgebahrt lag wie ein Engel, da konnte es der Vater trdjt länger aushalten. Es trieb ihn förmlich in die nächste Kirche, wo er in der Beicht sich mit Gott versöhnte. Von da an ging er täglich zur Kommunion, um die Lücken des früheren Leons auszubessc-rn.
Kinderfrühling! Möge er den Lieblingen des Heilands, den glücklichen ErstkommunikMten, ein Mee, von Freude und Gnade erschließen, uns aber wieder er wärmen imd erneuern im Glauben und in der Treue zu ^strs unserem Gott. Der Burgpfarrer.