Kassel, den (6. April $922
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Religiöses WochenblalL- für die katholischen Gemeinden Kassels
Erscheint jeden Sonntag u. kostet Vierteljahr!. Ausg. A 5.50 Mk., B 6.— Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum 80 Pfg. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Offert- und Auskunst-Anzeigen 30 Pfg. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher. Druck und DeNag der Fuldaer Actiendruckerei
WochenKaLenöer.
Sonntag, 16. April. Oster-Sonntag.
'N tag, 17. April. Ostermontag. (Anicet, P. u. M.)
‘z ètag, 18. April. Osterdienstag. (Eleutherius, B. u. M.-
^ilt-voch, 19. April. Von der Oktav. (2eo!X,P., Werner.)
D onnerstag, 20. April. (Hildegardis )
M^eltag, 21. April. Von der Oktav; Gedächtnis des hl. Anselm, B. u. Kcht.
Ülstag, 22. April. Von der Oktav; Gedächtnis der m. tooter und Casus, P. u. M.
G^er-ZsrmLag.
(Evangel. Mark. 16, 1—7.)
In jener Zeit kauften Maria Magdalena, Maria, bdes Jakobus Mutter, und Salome Spezereien, um ' -'.zugehen und Jesum zu falben. Und sie kamen am ersten Tage der Woche in aller Frühe zum Grabe, da die Sonne eben uufgegangcn war. Und sie sprachen ?u einander: Wer wird uns wohl den Stein vor der Türe des Grabes wegwälzen? Als sie aber hinblickten,
•aben sie, daß der Stein weggewälzt war: er war nämlich sehr groß. Und da sie in daS Grab hinein, rangen, sahen sie einen Jüngling zur Rechten sitzen, angetan mit einem weißen Kleide, und sie erschraken. Dieser aber sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Ihr i webet Jesum von Nazareth den Gekreuzigten: er ist auferstanden, er ist nicht hier; sehet den Ort, wo sie ihn hingelegt hatten. Gehet aber hin, saget seinen ^üngern und dem Petrus, daß er euch vorangehe nach Galiläa: daselbst werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.
'j^ „Die goldene Krone“. -^s-a- •
uf dem Haupte des Auferstandenen blitzt heute in der Ostersonne
die goldene Krone seiner Gotteswürde.
Ter Heiland selbst hat seine Auferstehung als letzten und grössten
Beweis seiner Gottheit aufgefasst. Als er einst mit unwiderstehlicher Gewalt die Händler mitsamt ihren Ochsen ans dem Tempel gejagt, da haben ihn die Juden gefragt, in welcher Macht er das tue. Da- raiif hat der Heiland die merkwürdige Antwort gegeben: „Zerstöret diesen Tempel — und ich werde ■ nr in drei Tagen wieder aufbauen". Wie wenn er- lagen wollte: hr werdet einen unwidersprechlichcn Beweis meiner Macht bekommen, den ihr selbst mir in die Hände spielen werdet; den Tempel meines Leibes werdet igr zerstören durch den Kreuzestod, und ich werde in biet Tagen ihn wieder aufbauen durch die Ausersteüuna. Da wird Leder. dem die
Augen m/? ' bunden sind, erkennen und wissen, daß ich i ^swüroe besitze und darum im Tempel hi: 'l schalten und walten kann nach Belieben.
Um ihren Unglauben zu beschönigen, begehrten die Juden ein andermal „ein Zeichen vom Himmel". „Dieses gottlose, ehebrecherische Geschlecht verlangt ein „Zeichen", erwiderte der Heiland; „aber es wird ihm kein anderes Zeichen gegeben werd'-i als das Zeichen des Propheten Jonas: denn re Jonas drei Tage und drei Nächte im V Fisches war, so wird auch „ber Menschen^-,. ' ■. i Tage und drei Nächte im Schoße der Erde feL". —
Darin wird das „Zeichen" bestehen, erklärt der Heiland, daß ich von den Toten auserstehen werde. Ein „Zeichen" soll das fein, dem niemand wird wrderiprechen können, ein siegreiches, weltbewegend.'s, allgemein verständliches, überzeugendes. Jonas ist davon das Vorbild gewesen. Drei Tage und drei Nächw ist er im Bauch des F sches gewesen — und drei Tage nud drei Nächte werde ich int Grabe liegen — und nicht länger.
Ist aber Christus in Wahrheit „drei Tags" im Grabe gewesen? Ist er nicht am Freitag' Abend begraben worden und am Sonntag Früh wieder auferstanden? So ist es in der Tat. Mithin ist der Heiland nach genauer Rechnung nur einen vollen Tag im Grabe gewesen, nämlich den ganzen Samstag. Dazu ist .u sagen, daß der Heiland seine mathematische Rechnung aufstellt, sondern in volkstümlicher Weise sich ausdrückt und den angefangenen Tag für einen vollen rechnet. Die „drei" Tage sind also der Freitag Abend, der ganze Samstag und der Sonntag Früh. Achulich verhält es sich mit den „drei" Nächien, die in Römischer Weise gezählt werden von Mitternacht an. Die erste Nacht war mithin die Nacht vom Freitag Abend bis Freitag um Mitternacht; die zweite Nacht von der Mitternacht des Freitags bis zur Mitternacht am Samstag, die dritte Nacht von der Mitternacht des Samstag bis zur Morgenröte des Sonntags.
Langer als bis zum dritten Tage wird das Grab den Erlöser nicht behalten können. Denn so steht geschrieben: „Du wirst, o Gott, meine Seele nicht in der Unterwelt lassen und deinem Heiligen nicht zu schauen geben die Verwesung". Wie der Walfisch am dritten Tage auf Gottes Geheiß den Propheten ans Land spie, so wird am dritten Tage der Erlöser aus dem Grab zu neuem Leben erblühen.
Auch ohne Bild und ohne Umschweife hat der Heiland seine Auferstehung mit der grössten Deut- lichkeit vorausgesagt. „Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem", sprach er zu den Zwölfen, „und der Menschensohn wird den Heiden übergeben werden zur Verspottung, Geißelung und zum Anspucken; und nach ber Geißelung werden sie ihn töten: doch am dritten Tage wird er auferstehen". Und er ist
auferstanden. Dadurch hat er seiner Macht und Größe d:e Krone aufgesetzt. Sein Tod war unzweifelhaft: denke an den Lanzenstich, den Aufenthalt im Gcabe während 35 Stunden, die Sicherung des Grabes durch Stern und Siegel. Alles schien darauf angelegt, die Auferstehung Jesu zu hintertreiben. Doch was kümmert sich die Allinacht um solche Hindernisse? Spielend reißt er sie bei eile und erhebt sich machtvoll aus dem Grab, schüttelt ab den Schlaf des Todes, brrcht sich Bahn durch den unversehrten Felsblock wie ein Sonnenstrahl, der durch die ungebrochene Scheibe geht, schwebt wie eine Sonne über dem verschlossenen Grab. Dann erst steigt ein Engel vom Himmel hernieder, wälzt den Siem hinweg und setzt sich darauf und verkündet von diesem Stein wie von einer Mannorkanzel die frohe O lerbotschaft an die staunenden Frauen: „Ihr sucht Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten: er ist nicht mehr hier; er ist auferstanden".
„Ihn hemmen Stein und Siegel nicht,
Durch eigne Kraft tritt er ans Licht, Alleluja, „Christus hat sich selbst erniedrigt", sagt sinnig der Apostel, hat Knechlsgestalt angenommen und ist gehorsam geworden bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuze. Dafür hat ihn Gott aber auch erhöht, und i " len Namen gegeben, der über alle Namen ist: m Namen Jesu alle Kniee sich beugen derer, - im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, unb daß jegliche Zunge bekenne: der Herr ^efuâ Christus ist in bet Herrlichkeit des Vaters".
Ja, das ist bie „goldene Krone" für das aufer- ftanbere .Gotteslamm: seine Verherrlichung, die Anerkennung feiner Golteswürde, das freudige, mutige, opferwillige Bekenntnis feinet Gottheit:
Laßt uns ihn bekennen,
Herrn und Gott ihn neunen, Alleluja. —
Im Krankenhaus zu Bonn wurde ein frommer Bauersmann zur Operation geführt. Zur Beseitigung eines tätlichen Geschwürs mußte die Zunge abgenommen werden. Lieber Mann, sprach der Arzt zu dem Kranken, nach der Operation werden Sie nicht mehr sprechen können; drum wenn Sie noch etwaz zu sagen haben, tun Sie es jetzt. Der Landmann sammelte sich einen Augenblick, dann faltete er die Hände und sprach: Gelobt sei Jesus Christus! — Sieh, dreier Mann hat dem Heiland oie go bene Krone ausgesetzt, hat ihn bekannt als Herrn und Gott, als letzten Trost und schönste Hoffnung. B kenne auch du Christum als Gott durch Wort und Tat, im Leben und Sterben. Dann wirst bit mit ihm das ewige Osterfest feiern und mit allen Auserwählten das ewige Alleluja singen.
Der Pu^rp'rrrer.