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52. Zahrg. M

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag u. kostet Vierteljahr!. Ausg. A 5.50 Mk., B S. Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die einspaltige KolonelzeUe oder deren Raum 80 Pfg. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Offert- und Auskunft-Anzeigen 30 Pfg. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.

1' 1 11 Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei. ..............

Ausgabe S.

WscheKka!ender.

Sonntag, 9. April. Palm-Tonntag.

Montag, 10. April. Messe Vom Wochentage.

Dienstag, 11. April. Meße vom Wochentage; Gedächtnis des hl. Leo I. d. Gr.

Mittwoch, 12. April. Messe vom Wochentage. (Julius.)

Donnerstag,IZ.April. Gründonnerstag. (Hermenegild,M.)

greitaj, 14. April. Karfreitag. (Justin, M.)

Samstag, 15. April. Karsamstag.

YÄm-Soimtag.

(Evanget. Matth. 21, 1-10.)

In jener Zeit, da Jesus sich der Stadt Jerusalem nahete, und nach Bethphage am Oelberge !am, sandte er zwei Jünger ab, und sprach zu ihnen: gebet in den Flecken, der euch gegenüberliegt, und ihr werdet alsbald eine Eselin angebunden finden, und ein Füllen bei ihr machet sie los, und führet sie zu mir. Und wenn euch Jemand etwas fa t, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; und iogleich wird er sie euch überlassen. Dies Alles aber ist geschehen, damit erfüllet würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Sion: Siche, dein König kommt sanft- mutig zu dir, und sitzet auf einer Eselin, auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttieres. Die Jünger gingen nun hin, und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte. Und sie brachten die Eselin mit dem Füllen, legten ihre Kleider auf dieselben, und setzten ihn darauf. Sehr viel Volk aber breitete seine Kleider auf den Weg: und Andere hieben Zweige von den Bäumen, und streuten sie auf den Weg. Und die Scharen, die vorausgingen und nachiolgten, schrieen und sprachen: Hosianna dem Sohne Davids; hochgelobt, der da kommt im Namen des Herrn!

König am Ureuze.

asHosanna" vom Palmsonntag war bald verrauscht und machte dem schrecklichenCrncifige" Platz, das am Karfreitag zum Vollzüge kam. Doch mußten die Juden unter dem Zwang der Vorsehung das

Königtum Christi auch dann noch anerkennen, als er schon am Kreuze hing. Welche Inschrift ließ Pilalus anbringen?Jesus von Nazareth, König der Juden." Zwar wollten die Juden, von dieser Jnschrist peinlich berührt, dieselbe beseitigt haben. Pilatus blieb aber fest und sprach:Was ich ge­schrieben habe, bleibt geschrieben".

Ja, das Kreuz ist Jesu Königsthron. Kein Wunder, daß ihm die Kirche am hohen Karfreitag solche Verehrung zollt Zu Beginn des Karfreitags- gottesdicnstes ist das Kreuz in ein schwarzes Tuch eingeschlagen. Feierlich nimmt der Priester das Kreuz zur Hand, löst daS Tuch zuerst von der Spitze

des LängsbalkenS, dann vom rechten Arm und zu­letzt vom ganzen Christuskörper, indem er dabei jeweils einen Ton höher die Worte singt: ecce lignum crucis, in quo salug mundi pependit: Sehl an das Holz des Kreuzes, an dem das Heil der Welt gehangen, während der Chor antwortet: venite adoremus: kommt, laßt uns anderen. Darauf legi der Priester das Kreuz an der Chorstaffel nieder, zieht die Schube aus und verehrt mit dreirnaligem Kniesall das Zeichen des Heiles und drückt zuletzt einen Kuß auf die blutenden Füße.

Schon der Psalmist besingt den künftigen Messias alsKönig, der da herrscht vom Kreuze aus". So lautet eine Psalmstelle nach einer uralten Handschrift. Die Kirche hat diesen Gedanken in ihre Liturgie ausgenommen und ihm in einem schönen Fasten- hymnus folgenden Ausdruck gegeben:

Erfüllt ist nun der große Tag

Von dem daS Lied des Königs sprach»

Vom Holz herab als seinem Thron Regiert Gott alle Ration".

König ist der Gekreuzigte. Vom Kreuz übt er un­beschränkte Herrschaft. Das haben die Apostel gewußt und sich darauf berufen.. Siehst du diesen Bettler, der lahm an den Stufen des Tempels zu Jerusalem sitzt? Jetzt will Petrus an ihm vorüberschreiten. Der Lahme aber ruft ihn um ein Almosen an. Da erinnert sich Petrus an die Macht des Kreuzes und ruft dem Bettler zu:Gold und Silber habe ich nicht; was ich aber habe, will ich dir geben: im Namen Jesu von Naza­reth stehe aus". Als nun alle den Petrus anstaunten, sprach er:Was schauet ihr mich an, als hätte ich aus eigener Kraft diesen Lahmen geheilt? dem ist nicht so. sondern Gott hat den Herrn Jesus verherrlicht; ihr frei­lich habt den Urheber des Lebens getötet, Gott aber hat ihn auserweckt, und durch den Glauben an feinen Namen steht dieser Mann gesund vor euch".

Vor dm Toren der Stadt Rom maßen sich zwei Fewa'trge Heere in feindlicher Schlacht. Konstantin und Maxentius, Christentum und Heidentum sümpften um die Herrschaft im Abendland. Da erscheint dem Kon­stantin ein Kreuz mit der Umschrift:In diefem Zei­chen wirst du siegen". Auf seinen Befehl wird eine Fahne mit dem Kreuz vorangistragen, und Konstantin erringt einen glänzenden Sieg.

Seitdem hat das Kreuz seine Herrschaft angetreten über den ganzen Erdkreis. Wo ist denn in christlichen Ländern eine Gegend, in welcher das Kreuz unbekannt wäre? Im Gotteshaus strahlt es von den Altären, von bin Wänden, vom Chorbogen, von den priesterlichen Gewändern, von der Spitze des Turmes. In den christ­lichen Wohnungen bildet es den schönsten Schmuck und nimmt den Ehrenplatz ein. Wollte jemand das Kreuzes­bild entfernen, so würdet ihr es wohl alle machen wie jener energische Wirt, der zu einem Gast, als er über das Kreuz in her Wirtschaft seinen Spott ausgoß, sprach: Wenn euch das Kreuz nicht gefällt, so bleibt einfach draußen".

König ist der Heiland vom Kreuze aus. Von da herrscht er auch durch jeitK Gnade. 5)ast du nicht ver- nommen, was das EvangeLium vorn reuigen Schächer erzählt? Mit Verbrechen und Schandtaten hatu. er ein Leben zugebracht. Da, im letzten Mon ont, gleich- am am Rande der Hölle wendet er sich an den Ge- 'reinigten mit der Bitte: ^Herr, ac-denke meiner, wenn du in b-in Reich kommst". Und welche Antwort wird ihm zuteil? O Wunder der Barmherzigkeit, o Stunde des Heiles, o Botschaft der Gnade:Wahrlich, ich jage dir: heute noch wirst du bei mir im Paradiese sein." So wollen auch wir alle, so groß immer uns re Sünden fein mögen, so lange wir immer in der Sünde mögen ver­harrt haben, so nahe immer wir schon dem Grabe seu mögen, die Einladung des Apostels befolgen:Laßt uns mit Zuversicht hintreten zum Throne der Gnade".

Köniz ist der Heiland vom Kreuze aus. Von da spendet er auch den Leidgeprüften Kraft und Trost unv zieht sie mit unwiderstehlicher Macht an sich.Wem- ich am Krouz erhöht sein werde, werde ich alle a.r mich ziehen". Schon der Anblick des KreuzesbiÄes floßt Mut und Trost ein. Wenn wir einen Menschen ken­nen lernen, der ärger mitgenommen wird von Ve^n und Kümmernissen, so fühlen wir uns erleichtert und tröstet. Wer aber hat jemals ein solches Meer der Lei­den getrunken wie der Heiland? Drum darf er uns zuru-fen:O ihr alle, die ihr an meinem Kreuz vorüder- Scht, habet Acht und schauet, ob ein Schmerz ist gleich meinem Schmerze". Ueberdies gießt der Heiland noch allen Leidträgern, die sich an ihn wenden, übernatür- liches Licht und übernatürliche Kraft ein durch seine Gnade.Kommet alle zu mir, die ihr mühs lig und beladen seid, ich will euch ?rg"'cken: nehmet mein 3o& auf euch, denn süß ist mein Joch, und meine Bii"> ist leicht. Das wissen die hochgemuten, glaubensstarken Seelen. Als darum die hl. Johanna von Arc, die Jungfrau von Orleans, den Scheiterhaufen besteiget sollte, um bei lebendigem Leibe als Hexe verbrannt zu werden, ließ sie aus der nahen Kirche sich ein Kreuz bringen und hielt es so lange unrfaßt, bis ihre Hände verkohlt waren.

König ist brr Heiland vom Kreuze aus. Im Zeichen des Kreuzes wird er am jüngsten Tap erscheinen, um das Gericht abzuhalten. Die an den Gekreuzigten ge­glaubt und nach seiner Lehre ihr Leben eingerichtet ha­ben, werden se.ig, die anderen aber verdawnt werden. Das Kreuz wird den Grenzpfahl bilden zwischen Guten und Bösen. Drum wollen wir an die Tore der geil.

Karwoche das Gelöbnis schreiben:

O Herr! Dir schwör' ich Twue Mit jedem Herzensschlag, Damit ich mich erfreue, Bricht an der jüngste Tag.

Da wirst du herrlich kommen

Aum großen Wettgericht:

Nimm dann mit allen Frommen

Mich auf ins ewige Licht.

Der BurgpsarreL .