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Durch dieses sein Beispiel Mid ferne Mahrmng wollte der Heiland seiner Kirche zu verstehen geben, wie wichtig und entscheidench für den B.-ruf zum apostolischen und prieflet'iidien Amte das anhaltende und fortgesetzte Gebet sei. Di ser Weisung des Herrn folgend, sichte die junge Kirche im Gebete um Erleuchtung, als es sich darum haâlte, anstelle t-es Verräters Judas einen Nachfolger zu wähl-sn. Da beteten sie: „Du o Herr, der du die Herzen aller kennst, zeige an . . . welchen Du erwählt hast!- (Apg. 1, 24.) Hebt nicht auch jetzt die Küche das Gebet um gute Priester und verbinde es mit Fasten viermal im Jahre an den Quatembertagen?
Sm der Diözese FuLda sind ebenfalls seit einer Reihe von Jahren zu diesem Zwecke besondere öffmÄiche Andachten zu Ehren des Herzens Jesu an den Somi= tagen nach den Quatembertagen angeordnet. Denn auf u^re Diözese findet das Wort Anwendung: „Die Arbeit ist Zwar groß, aber der Arbeilcr find meniae!" Nachdem im Kriege 13 Priesteramtskandidâr, die AU den besten HcffimnsM bereaftigöen, gefallen find, und tut Nachwuchs spärlich ist, werden in den nächsten Jahren nur wenige zur Verfügung stehen^ denen der Bischof die HänÄe auflegen kann. Und doch steigern sich von Jahr zu Jahr die kirchlishsn Vsdürfnisse; immer häufiger und lauter wird von Gemeinem das Verlang- n nach priesterlicher Hilfe geäußert. Es kann bei dem herrschenden Priest rmangol nicht erfüllt werden.
Darum, geliebte Diözesanen, vermehret Euer Gebet und ruft recht oft und vertrauensvoll, besonders an den Quatember!ezen: „0 Jesu gib uns Priester nach Deinem Herzen!" (Der folgend« Teil — materielle Unterstützung der Priesteramtskandidaten — ist bereits in Nr. 11 zum Abdruck gelangt).
In Christo gell Ke Diözesanen! Eine der ernstesten Fragen hat uns beschäftigt: die Stellung, die das kathol. Volk zu seinem Priestertum einzunehmon hat, damit es seine Ausgabe wirksam erfüllen kann, damit der Bsruf dazu auch in Zukunft, trotz der gegemvartigen ZeiilaM, sicher gestellt werde.
Katholisches Volk! Halte in Ehren deine Priester: ihr Amt ist die Fortsetzung des Priestertums Christi! Schöpse gern und oft an dcm Born der Gnade, ter ihrer Obhirt anvertraut ist! Bezeige auch deine Dank- barl'üit durch Unterstützung des rrolleidendsn Priester- standes.
Katholisches Volk! Sei stets überzeugt von der Unentbehrlichkeit des katholischen Priesterturs! Trogn darum inrch Pflege christlichen Sinnes in den Farnit len, durch Gebet um gute Pri ftcr, durch Unterstützung der diesem hl. Stande zuftrâuden Jünglinge und der diesem Zwecke dienenden kirchlichen Anftolirn nach deinen Kräften Lazu bei, daß der Prirsterboruf in unserer, ter geistlichen Hilfe so sehr bedürftigen Zeit erhalten bleibe. >
Sa werdet ihr, geliebte Diözesanen, „aus den Quellen des Heilandes in Freude Wasser schöpfen" (Js 12, 3), welches förlstromt zum tmigen Leben" (Joh. 4, 14), in das uns alle, Bischof. Priester und Volk, eintüljwn möge der „Hirt und Bischof unserer Seelen" (P tr. 2, 25), der „Hohepriester nach der Ordnung MslHisedechs", Jesus Christus, hschtzeèsb! in Ewigkeii. Amm.
Es segne Euch der allmächtige Gott t der Vater und f der Sohn und t der heilige Geist. Amen.
Fulda, am 17. Februar 1922.
t Joseph Damian, Bischof.
WHsiWes Volk Md Kathsl. pllestcnum,
(Aus dem Fuldaer Hirtenbrief.)
2. Was muß mm zweitens geschehen, damit das j Htieftâm uns für die Zukunft erhalten bleibe? Ant- .o»;-: Es muß im ganzen Volke, besonders aber in den rathollfchm Familien jener Geist gesiegt wrevdsn, der item Priesierberus förderlich ist.
Eelürbte Diözesanen! Es ist gewiß die höchste Ehre mrb Auszeichnung für einen Menschen, das Erlösungs- werk Christi fort setzen zu helfen, Gottes Werkzeug zu sein in der Sorge für das Heil der Seelen, einer ganzen Gmemde vorzustehen r/.s Führer und Berater in den wichtigsten Angelegenheiten, von denen eine Ewig- I feit abhängt. Dazu kann aber nicht jeder berufen sein. ISd-, will an dieser Stelle nur Hinweisen auf die hohen ; sittlichen Eigenschaften, die Gott und Kirche von einem I Vr r^steramtskandidaten venkangen müssen. Schon die Opl-r, die Opferftötte und das Priestertum des Alten 'Bundes, die doch nur ein schwacher Schatten der neu- 'destamMtlichen Erfüllung sein sollten, standen den frommen Israeliten so hoch, daß der gotterleuchtete Sänger i in Leidiger Scheu fragt: „Wer darf den Berg des Herrn ! best V^, oder wer darf an seiner heiligen Ställe sie. ?â" Er antwortet: „Wer unschuldige Hände hat und reinen Herzens ist, wer seine Seele nicht an Eitles hLral." (Ps. 23, 3 f.) Wie rein müssen demnach jene sein) deren Hand täglich das unbefleckte Gotteslamm lträgt! Wie Mbsfcholtrn muß der Wandel, wie stand- hast und bewährt die Tugend derjenigen sein, die andere nicht nur der Knechtschaft der Süwd« entreißen, sondern auch zu gottgefälligem Leben anteilen sollen! Wiu tadellos müssen jene dastehen, denen der Bischof s vor der Pricsterwr^he die ernste Mahnung gibt: „Euere 1 Lehre sei eine geistige Arznei dem Volke Golles, der Weh geruch eu eres Lebens sei eine Erquickung für die Kirche Ehrrstii" (Pontifie. Rom. in ord. Presb.)
^^, erprobte Tugend, geliebte Diözesanen, kann ' üv Regel r-rch Mr g^Nhen in braven, mustech asten 'Farr isten ,m denen trsurirchLicher SiiM, katholsches . ÜTrn und Frömmigkeit, der Geist der Einfachheit und / ves Opfers zu Hause sind. Das ist der kräftige Nuhr- \ sod-en, dern gewöhnlich der Priesterberuf entsprießt, das N reine, warme Luft, die seine Knospen und Blüten w rt.
Soll darum der Beruf zum Priesterstande im kathol. Belke nicht ab^ehmsn, so ermahne und bitte ich Euch alle im Herrn, pfloget jenen priesterlichen Geist in ■ 1 eren Fu n lien! Schützet hoch den Priesterstand ru-o rodet von ihm nur in größter Achtung und Ver- eheung. Sorget für das gemeinsame G.bet und seid, i Puter und Mutier, Eueren Kindern Vorbild im eis- -Jg: i Besuch des Gottesdienstes und d:m öfteren und anLLchiigsn Sarramentenempfang! liebet Entsagung und Opfer und bekämpfet errrstlich bei Euch und Eueren Kiniuril die Bergnügungs- und Genußsucht, sowie das maßlose Streben nach irdischem Gewinn und Besitz! Woher kommt es denn, daß aus manchen katholischen G -»winden und GesLlschnftsrlasßm, die früher der Kirche n-ü der Diözese so viele frommen und golehrte Priester i heukten, jetzt selten oder kaum ein Angehöriger dem V-mfie des Altars sich weiht? Zu einem Teile sicher ruher, w il in dielen Kreism das Glaubenslebsn zurück- ftzegaugen ist, der irdische Sinn die Oberhand bekommen md die Erziehung eine fast aru schließlich weltliche Richtung genommen hat.
3. Geliebte Dioz sauen! Der vorhin beschriebene Geist, den zu pflegen ich Euch empfohlen habe, wird nun den Priesterberuf allerdings fördern, kann ihn selbst aber ohne weiteres noch nicht verleihen. Zu dem frommen, guten Willen, zu den Geistesanlagen muß Hiuzu- treten lautere Absicht und Neigung zum Priesterstand, Freude an seinen heiligen Verrichtungen; ferner eine solche sittliche Skalierung, daß zu hoffen ist, der Säugling werde die dem Priesberstände obliegenden âo.nartigen Verpflichtungen mit Gottes Gnade erfüllen. Solche Seelenverfassung, wÄchn ein Anzeich n des Be- Dufes find, kann nur Gott verleihen, sowie auch er allein kedö Täuschung in di ser wichtigen Anutegenheit fern- Halten sann. Diese Gnaden muß das katholische Volk oon Gott in andächtigem Gebet erflehen. Es ist das kitte, große Mittel, das uns das Priestertum erhalten Äst.
Bevor der göttliche Heiland aus der schar der Sänger fein: Apostol ane wählte, bestieg er einen ein« innen. Berg und brachte d e ganze Nacht im ©ebete zu. (Luk. 6, 12.) Er flehte rjbec di« zu Wählenden tie Berufsgnâ herab. Und als er den 12 Aposteln 4« 72 Immer als G helfen beige [eilte und sie aus- Wbte, bedeutete er ihnen: »Die Arbeit ist zwar groß, . Vr der Slrbeilsr sind wenige. Bii'et dam »st den Hrr^" Ernte, daß er Arbeiter in feine Ernte sendet ^ 10- °'
durchstochen MMè stzustgeu ihr HeiH werden von Lem i Schwert der Schmerzen. Ja, das größte Maß von Schmer- ' jen ward ihr zugeteilt, die schwerste Last von Erd ent old ! ihr zugewogen. Du fragst, warum? Die Antwort ist nid« schrver, sie lautet: Weil sie Gott am meisten Hebt ur, von Gott am meisten geliebt wurde. Sie sollte ad, r > ihm thronen als Königin des Himmels, diese Auszeichmum mußte sie sich mürben unter dem Kreuze. Erst motzn- sie die Königin der Märtyrer werd.n, bevor sie zur Kön^ j 8in der Engeln und Heiligsn erhoben wurde. Mario d - b sich keinen Augenblick geweigert, mit ihrem Sohn den K ' der Leiden zu hinten .gewinne aus ihrem Beispiel > c 1 Kraft und Stärke die Bitterkeit des Leidens zu tos' Siehst du nicht, wie sie sich zu dir herabneigt' um bi i Mut zrkzufprecoen, damit auch du wie sie ausharrest und j überwinèest, dann wich auch für dich mein Christ kg I Bild der schmerzhaften Mutter zuni aufgeschlagenen Buch, , worin du des Ewigen Godmüen und Absichten in den ’ Prüfungen des Lebens lesen kannst.
Alèershièse für das dZuischs Dâ
Viele Wu-nden hat der Kr ieg unserm Votks gefchlaaen. Eine der schlimmsten ist die immer steigende Not vieler alter a l l e i n st e h e n d e r . n t e , die von irgend einer Rente oder kleinen Pension leben müssen. Infolge ihres Alters können sie durch eigene Arbeit nicht mehr den Lebensunterhalt verdienen, sie haben aber auch niemand an der Seite, f der für sie sorgte. Erschreckend rasch sahen sie ihr kleines Vermögen dahinfchwinden, um das tägliche Leben fristen zu können, waren sie vielfach gezwungen, ein Möbelstück um das andere ab'nosben.
Tausende alter hochachibarer Menschen darben ; so heute in der größten Not und sehen keinen Ausweg. Nicht eigene Schuld hat sie in Keses Unglück gestürzt. Die rasche Geldentwertung, die riesenhafte Teuerung aller Lebensbedürfnisse ist j an ihrem Unglück schuld. Wahrlich, sie sind auchW Kriegsbeschädigte und zwar solche schwerster Art. 1 Es finden sich darunter alte Dienstboten, die in ' jahrelanger, opfervoller Arbeit und Entbehrung sich ! einen kleinen Zehrpfennig für die alten Ty^e er- j spart hatten, es sind darunter zahlreichr kleine Rentner, deren Rente oder Pension von 1CO0 bis 2000 Mark in Friedenszeiten gerade hinreichte zu einer einfachen befd)eibenen Lebenshaltung, es sind darunter Witwen, dis mit ihren Kindern den Vater oder Ernährer früh verloren und in herbem Leid geprüft durchs Leben gingen.
In allen diesen Fällen ist herzliche Teilnahme und rasche, umfangreiche Hilfe wahrhaft angebracht. Die A l t e r s h i l f e kür bas b e ” ♦f rh e Volk ro ß sie bringen. Der hiesige Ortsausschuß, dem auch der Caritascmsschuß für die kath. Gemeinden Kassels angiHört, veranstaUet in der Woche vom 2.—9. April eine SaT-mteg. Möge niemand den Sammie in und Sammlerinnen, wenn sie um eine Gabe bitten, Herz uâ Hand vHrschUeßsn. Jetzt gilt bas Wort der Schrift: „Wenn ein Bruder und eine Schwester ohne Kleidung sind und entbehren des täglichen Brotes, was nützt es ihm, wenn jemand ihm sagte: Gehet hin in Frieden! Wärmet euch und suchet euch satt zu essen, und er gibt ihnen nicht, was sie zum Leben brauchen", und der andere: „Wer zwei Röcke hat, gebe dem einen, der keinen hat und wer Speise hat, tue desgleichen."
Nächstenliebe in der T a t und Wahr- । bei t zu zeigen, dazu bietet die Alte -shilfe für das deutsche Volk die beste Gelegenheit. Möge sie eifrig benutzt werden.
St $mmlic Wie bekannt ist, beginnt am 2. ApriL Re h s. M'sÄn. In allen Vormittagsgottesdiensten! (3/, 7,' 8, %10, 11 Uhr) werden Erö'smmgs'nedigten g alten. Alle Gläubigen werden nochmals dringend Ungeladen. Nachmittags finden die ersten Predigten für die Frauenwelt statt. D e nähere Missionsordnung wird in den Eröffnunaspredigtsn bekannt gegeben.
Sslh. Haufm. Verein. Ein FrühUngeftst mit aus-- gewählter Vortrags so!g« begeht der KKV. am Sonntag den 30. April im Kasino (Wolfsschlucht). Unter «oe* tüq.d);i<ma, -.aß dir V.'rân,èu.-^.<^2 r. W. M den besten in Kassel zählen urd unt r Wu-v-urg der ideellen' Auffassung der KKV.-Sache wird um bestureg- Mrf n' ^»teiffi mg erbeten. Da der K^ ’. in d-e Haw 15 fache neben seiner Geselligkeit dazu da ist, um vorwärts- strebenÄen jungen Kaufleuten ein Syurbol zu H< ■ andererseits durch einleitende Vorträge bezw. èmcy.Kur;« in Spezialfächern seinen jungen Stammler, n immer Mehr auszubauen bestrebt ist, bittet der ^arsrarr^ c s
Zum SchmerzenZ - greUag.
Bilder der schmerzhaften Mutter Gottes erheben sich allüberall in der wellen Welt, wo die Frömmigkeit in frischer Kraft in den Herzen lebt. Sie stehen an länn- erftillten Heerstraßen und stillen FeDwegen, in himmel- ragenden glänzenden Domen wie in niederen Douurchen und s'HIlchtan Berakapesten, in der Familien'ti^be und^ einsamen Kammer. Und so viele, viele siehst du davor knien, mit kummergeseutlem Haupt«, m-t tränennassen Augen unb in Gebet ihr Herz ausschütten. Wie anders und leicht kann hier, zu den Füßen der Mutter Lesu, das Herz sich öffnen und seinen innersten Kummer, seine verschwre« gen sie Angst und Not in Worte llân! Wenn der Be-- trübte den Blick emporhebt zu ihr, der das Mamame Schwert in der Brust steckt, dann erkennt er ja in H a sein eigenes Bild, in ihrem Los sein eigenes Los. Leidet er nicht jetzt, wie Maria gelitten hat? Muß er nicht gleich ihr dem Herrn nachfolgen in seinen bärtigen Fußspuren, auf seinem Gang in kn Tod? Mit Maria unter dem Kreuze tanxne^Tüe Klage erheben: „D, ihr alle, die ihr des Wegs- vorübe grhet, schauet auf und seyet, es ein Schmerz sei gleich meinem Schmerze!"
Sie war d'e gebe-nDoite unter den Werbern, dre Aus- ern-K le ihres Eesth^cchles, und niemals hat der leiiefce Hrnch einer Sillde ihre reine Seele bc rnbL Nion.anv hat Jesus, den Sobn Geiles, mehr geliebt und memand ward von ihm inniger wiedergsliebt als feine Jini. ter. Hab hoch wunde sie von dem Leiden nicht ausLenommuu