Vochenkalender.
Sonntag, 26. März, Vierter Fasten-Tonntag.
Montag, 27. März. Johannes von Damaskus, Kchl.
Dienstag, 28. März. Johann v. Kapistran, Bek.
Mittwoch, 29. März. Vom Tage.
Donnerstag, 30. März. Vom Tage.
Freitag, 31. März. Vom Tage (Guido).
Samstag, 1. April. Vom Ta e (Hugo).
Vierter MM-TsnnLag.
(Ev. Joh. 6, 1-15.)
In sener Zeit fuhr Jesus über das galiläische Meer, an welchem die Stadt Tiberias liegt. Und es folgte ihm eine große Menge Volkes nach, weil sie die Wunder sahen, die er an den Kranken wirkte. Da ging Jesus auf den Vera, und setzte sich daselbst mit keinen Jüngern nieder. ES war aber das Osterfest der Juden sehr nahe. Als nun Jesus die Augen aufhob, und sah, daß eine sehr proge Menge Volkes zu ihm gekommen sei, sprach er zu PbilippuS: Woher werden wir Brot kamen, daß diese essen? Das sagte er aber, um ihn auf die Probe zu stellen: denn er wußte wohl, was er tun wollte. Philippus antwortete ihm Brot ür zweihundet Zehner ist nicht hinreichend für sie, daß Jeder nur etwas Weniges bekomme. Da sprach einet von seinen Jüngern, Andreas, der Brudel des Simon Petrus: Es ist ein Knabe hier, der fünr Gccstcndrote und zwei Fische Hot; allein was ist das unter so Viele? Jesus aber sprach: Lasset die Leute sich setzen! Es war aber viel Gras an dem O> te. Da setzten sich die Männer, gegen fünstauseno an der Zahl. Jems aber nahm die Brote, und nachdem er gedankt hatte, teilte er sie denen aus, welche sich nicdergesctzt hatten: desgleichen auch von den Fischen, so viel sie wollten. Als sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrig gebliebenen StüLlein, damit sie nicht zu Grunde gehen. Da sammelten sie, und füllten zwölf Körbe mit St- cklein von den sünf Geriteiibroten, welche denen, die pC; essen hatten, übrig geblieben waren. Da nun diese Menschen das Wunder sahen, welches Jesus gewirkt hatte, sprachen sie: Dieser ist wahrhaftig der Prophet, der in die Welt kommen soll! Als aber Jesus erkannte, daß sie kommen und chn mit Gewalt nehmen wurden, um ihn zum Könige zu machen, floh er abermals auf den Berg, er allein.
Aus
dem Buch Ler Aalur.
n einem Höhenkreuz in den Bergen las ich einmal folgende Inschrift: Wandrer, willst du schauen Gottes Spur,
So schau von hier in die Natur. — Ja, schau in die Natur; sie ist
in Buch, das dir erzählt von Gott, von seinem Da- ein, seiner Größe, seiner Allmacht, feiner Schönheit ind nicht zulctz, von seiner Weisheit.
Wer die Weisheit Gottes nicht in der Natur er- eont, der ist blind und gottlos, sagt der hl. Augt"
stinus. Der Psalmist aber ruft beim Anblick der Schöpfung aus: „Alles hast du mit Weisheit gemacht." (Ps. 103, 24.) Salomon preist die gotlich- Weisheit mit den Worten: „Die Weisheit Goties reicht von einem Ende bis zum andern gewaltig und ordnet alles lieblich". (Weish. 8, 1.) Dem hl. Paulus entlockt sie das Bekenntnis: „O Tre e des Reichtums der Weisheit und Elkenntnis Golles". (Röm. 11, 13.)
Gerade der Frühling, der jetzt so siegreich in die Lande z^eht, lenkt uuicre Augen zur Betrachtung der Natur, ihrer Auferstehung und Herrlichkeit. Vom blauen Himmel lächelt freundlich die Sonne. Dht warmem Qoem küßt sie den Schnee hinweg und mit geschickter Hand löst sie die slarie Rinde des Eises. Tag und Nacht schmelzen die Schneereste, die noch znrückgi blieben sind auf den Svchcn der Berge und in schattigen Tälchen, und mit melo dljchem Gemurmel rinnen die Wasser vom Berge zu Tal wie Eilzüge, die mit dumpfem Rauschen über oie Schienen rollen. Vom langen Schlaf erwacht die Erde und erinnert sich ihrer angebornen Schöpfermacht. Aus unsichtbaren Quellen ergießt sie neu Kräfte in die Bäume, Triebe und Wurzeln. Lieblich kleiden sich die Zweige mit saftigen Blät'er», wäh- rend auf Wiesen und Fluren die Schlüsselolnine, das Veilchen, das Maßliebchen ihre Augen öffnen nnb fröhlich in die Welt blicken. Die Vögel, die über die Winterzeit das Singen schier verlerm halten, erinnern sich wieder der alten Melodien und geben ihre Konzerte umsonst in Feld und Wald. . Die L rche, die Schwalbe, der Siorch und viele andere Zurvö^el haben ihre Heimat wiedergefunden und bauen sich ein gemütliches Heim ohne Staatshrlfe. Fiei a'met unsere Brust und trinkt hinein die Wonne des Lenzes und badet sich in her. Düften des Frühlings.
Erkennst du des Schöpfers Weisheit? Würde die Sonne immer in gleicher K'aft scheinen, so würden wir durch die Gewohnheit abgestumpft und würden ihre Wohltat kaum mehr schätzen. Winde die Erde immer in gleicher Weise im Schmuck des Grases, der Blumen und des Laubes prangen, so wüiden wir uns md}l3 mehr daraus machen. So aber hat oer Schöpfer uns immer wieder neue Freude an Der Natur gegeben duich den Wechsel der Jahreszeiten. Und wie einfach ist die Einrichtung, deren er sich bedient, um bieten Zweck zu erreichen: die Umdrehung der Erde und die schiefe Stellung ici E> dachte. Siehst du die Weisheit des Schöpfers, Der mit so einfachen Mit rein fein Ziel eruidü? Würde dann die Sonne fogleich mit ihrer vollen Kraft einsetzen, so würde sie die Weinte der Saaten nicht fördern, sondern verdorren und zerstören. So aber setzt sie durch weise Einrichtung des Schöpfers langsam und allmählich ihre Strahlen ein und kräftigt so die Natur und reift ihre Früchte.
Da gibt es ober so manchen Gescheidling, der an der Schöpfung vieles auszusetzen bat und zum
Bei'p'el sagt: wozu sind denn auch die Fliegen und Spinnen da? So fragte sich auch jener hochmütige Prinz, Der aber ba'd von seinem Wahne titriert wde. In einem Krieg mußte er sich vor feinen Feinden Minen. Ermüdet legte er sich eines Abends unter einem Baume nieder und schlief ein. Ein feindlicher Soldat schlich sich mit ge;ücklem Schwerte auf ihn zu, um ihm den Rest zu geben. Allein P ötzlich setzte sich eine Fliege dem Prinzen auf die Wange und stach ihn fo chmerzlich, daß er erwachte. Er sprang auf, erkannte die Gefahr und entkam Durtb weitere Flucht. Nun bei barg sich der Prinz in einer Höhle des Walèes. Als er in der Ver- lletung sich geborgen hatte, überzog eine Spinne in stiller Nachtarbeit mit einem Retz den Eingang der Höhle. Am Morgen kamen zwei feindliche Sol» Daten, die ihn suchten, vor die Höhle. Ter Prinz häite sie miteinander reden. „Steh", rief der eine Dem andern zu, „da hinein wird er sich versteckt gaben". Ter andere aber lächelte und sprach: „Wo denkst du hin? In die,er Höhle kann er nicht versteckt sein; siehst du nicht das Spinnennetz darüber? Das hätte er ja beim Hincinschlüpfen zerbeißen müsten!" So gingen denn die beiden Soldaten an Der Höhle vorüber, und unser Prinz ward zum zweitenmal gerettet. „O Gott", betete er aus dank- Darem Herzen, „gestern hast du mir durch eine Fliege und heuw durch eine Spinne das Leben gereitet : wie groß ist deine Weisheit, und wie gut ist alles, was du gemacht hast".
Ein anderer hielt sich über den Kürbis auf, der an einer so schwachen Staude wächst, währens die winzige Eichel an dem mächtigen Eichbaum hängt 1 Wenn ich der Herrgott wäre, sprach dieser Schlau- topf, so müßte mir der große Kürbis auf dem Eich- Daum wachsen nnd die kleine Eichel an der Kürbisranke. Doch auch er wurde eines Besseren belehrt. Eines Tages hielt er Rast im Schatien eines mächtigen Eichbaums und schlief ein. Plötzlich kam ein Windstoß, und ein Regen von Eicheln prasselte vom Wipfel hernieder, und eine davon fiel mit ausgerechneter Bosheit unserm Welwerbefscrer just auf Die Nase. Er erwachie und fand, daß seine Nase blutete. „Dieser Schaden geht noch au", dachte er und wischte das Blut vom Gesicht"; hätte aber ein Kürbis mich getroffen, so wäre ich bulleie nicht mehr am Leben",
„T af ein Kürbis mein Gesicht, , Spricht er, nein, so lebt' ich nicht.
£ wie dumm hab' ich gedacht: Eot! hat silhs wohl gemacht". —
Frühling in der Natur — soll nicht Früh flog auch in beinern Herzen werden? Und Die Sonne, die die en Frühling hervo-zaubert, ist der Heilarrü im Sakrament des Altars. Wrs weite hat er es ent» gerächte', daß mir in der h!. Kommunion Speise, Kraft, Trost und Freude finde». Wie wurden doch sie Tausende wunderbar e quiekt, Denen der Herr nach dem heutigen Evangelium in der Wüste das