AakhMscheZ Volk und Kathol. Priestertum.
Ol ' (Aus dem FuLdaer Hirtenbrief.) !
Eiiftciteil-d meist bet Hirtenbrief hin auf die hohe Be- f beutun^ und Wüâ des Pneftertums. An dem geheimnisvollen Leib Christi, der Kirche, ist das Haupt Christus, der Eotlmenfch, selbst, in dem, so heißt es in dem Hirtenbrief, alle Gewalt ruht, von dem aller Segen, alles Heil der Kirche unb ihren Gliedern zufließt Die Seele in diesem Leibe ist der hl. Geist, der mit seiner Gegenwart und Wirksamkeit die katholische ^irdje durchdringt^ und sie unsichtbarer Weise lehrt, heiligt und regiert. _ Wer aber wirb wohl in dem geheimnisvollen Leibe Christi das Herz sein, durch dessen Pulsschlaa der lebenspendende Blutstrom den einzelnen Gliedern zugelestet wird? Ich glaube, wir hülfen getrost antworten: das katholische Priestertum.
Sind es denn nicht di ■ Priester der katholischen Kirche, die bis an die Grenze" »er Erde und bis zum Ende der Welt die Weisung . - igon: „Gehet hin und unterweiset alle Völker, taufet s ... unb lehret sie alles halten, was ich euch geboten habe"? (Matth. 28, 19 f.) Gilt nicht wie den Aposteln so auch den Priestern das Wort des Arrfsrstandenen: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. . . Welchen ihr die Sünden nachlasiet, denen sind sie nachgelassen"? (Joh. 20, 21 s.) Tragen sie nicht drrrch Spendung der übrigen Sakramente dazu bei, daß die Versicherung des Heilandes sich erfüllt: „Ich bin gekommen, daß meine Schäslein das Leben haben und llberreich'ich haben"? (Joh. 10, 10.) Haben nicht endlich die Priester den hohen Auftrag, durch Darbringung des hl. McMpfers „das Erlöftmgswerk in Vollzug zu setzen" (Seer. Sonx 9. Pent.), das Testament, den letzten Willen Christi: „Dieses *ut zu meinem Gedächtnisse" (Luk. 22, 19), zu vollstrecken?
Wie hoch steht also die priesterliche Würde als Fort- seßnng des Priestemmtes Christi! Welch erhabene Ee- rva!:en sind in die priesterlichen Hände gelegt! Fürwahr, eine Wände, die ihre Träger über jebe irdische Größe erhebt, so daß sie mit dem Apostel sprechen können: „Wir sind Gesandte an Christi Statt; Gott ist es, der durch uns mahl,!"! (2. Kor. 5, 20), fürwahr, Gewalten, wie sie kein Enget besitzt!
E'me solche Auszeichnung stellt gewiß <m den Priester die strenge Forderung, der hohen Würde gemäß zu wandeln und diese verantwortungsvollen Gewalten gewissenhaft, einzig im Geiste Gottes und Christi anszuüben. Aber diese gottvcrlishens priesterliche Autorität, Würde und Gewalt legen auch dem katholischen Volke ernste Pflichten seinem Priesterrum gegenüber auf. Lasset mich drei derselben hervorheben. die wohl den Forderungen der heutigen Zeit entsprechen dürften.
1. Zuerst die Pflicht ans riesiger Hochachtung des pris- perligen Standes, Anerkennung der priesterlichen AulorUA.
So lange der Glaube an Gott und das ewige Leben, an den Sünden fall und feine Folgen, an Christus und bie Erlösung, an die Kirche und ihre Sendung lebendig war, ehrte man auch die Priester als Boten Gottes, als Stellvertreter Christi, als Diener der Kirche, als Spender der Gnade, als Führer zum ewigen Heile. Leider ist dieser Glaube heute bei vielen geschrmmden. Sie wollen nichts von Gott und Jenseits hören. Ihr Sinnen und Trachten geht nur auf irdischen, auf ungerechten Gewinn, auf Vergnügen und Wohlleben. Darum steht ihnen der Priester im Wege, der sie an das andere Leben erinnert, der zu christlicher Liebe und Gerechtigkeit, zum Kampfe gegen die verderbte Natur, zu Mäßigkeit und Keuschheit mahnt. Ihre Auffassung von Freiheit keimt keine Autorität mehr, am wenigsten die priesterliche. Für diese ihre Ideen suchen sie auch bei gläubigen Katholiken zu werben.
Diesen Bestrebungen gegenüber, geliebte Diözesanen, fahret fort, Euren Seelsorgern und Priestern die gebührende innere Hochachtung und äußere Verehrung zu bezeigen. Lasset Euch nicht dazu verleiten, gegen Priester grundlose Klagen zu erheben, Euch als Richter über sie aufzuwerfen oder ihrer Wirksamkeit Hindernisse zu bereiten. Höret auf das Wort des Herrn: „Rühret meine Gesalbten nicht an und füget meinen Propheten kein Leid zu!" (Pf. 104, 15.) Erinnert Euch an die abschreckenden Beispiele von solchen, die in ihrem Leben die Priester schmähten und bekämpften, und denen in ihrer Todesstunde die Gn-ade des priesterlichen Beistandes versagt blieb. Denket aber auch an jene erleuchteten Heftigen, die eine solche Hochschätzung und Verehrung der Priesterwürde ent- gegenbrachten. daß sie mit dem hl. Franziskus erklärten, sie würden, wenn sie einen Priester und einen Engel vor sich sähen, zuerst dem Priester und dann dem Engel ihre Ehrerbietung beweisen.
Dar MmscheugeWKchr.
Nachtrag.
Von Alban Stolz. (Forts.)
Und nun, o du Mensch, sich, jeden Augenblick, Tag und Nacht, stirbt ein Mensch! und die Erde ist wie ein Röhrbrunnen, aus dem unaufhörlich Seeten Sterbender in dis Ewigkeit hinab stürzen. Täglich sterben achtzig- bis neunzigtausend Menschen, also in jeder Stunde drei- bis viertausend; Millionen u. Millionen sind schon gestorben und gerichtet, unwiderruflich und ewig. Und in einigen Jahrzehnten bist auch du vielleicht gestorben und gerichtet, unwidcrruslich und ewig. Was du aber he; le noch bereuen und gutmachen langst, und wovon du dich heute bekehren und Vergebung «erringen kannst,
das drückt und quält dich in alle Ewigkeit ohne Ruh nnd Rast, wenn du es nicht ins Reine gebracht hast, be- vor du auf der Totenbahre liegst und es Scheidzeichen um dich läutet. Ich weiß nicht, wie es um deine Seele jetzt steht; aber das weiß ich, daß es sehr bös mit dir steht, wenn du meinst, du brauchest nicht bange zu sein wegen dem ewigen Gericht und du brauchest nicht besser zu werden, oder es pressiere nicht, es sei noch lange Zeit 3um Bekehren. Du weißt ja nicht, ob nicht schon dieses Jahr dein Lebensfaden abgewickelt ist. Wenn du so leichtsinnig denkst, so ist deine Seeb? jetzt schon gleichsam ein totes Aas, und gewisse Raben warten darauf.
O Mensch, die Probezeit auf Erden ist erschrecklich kurz, und die ewige Vergeltung erschrecklich lang. — Gott möge sich deiner erbarmen, daß du zur Einsicht kommest, wo es noch Zeit ist. — Voriges Jahr habe id) dir zum Abschied gesagt: Lebe wohl! Jetzt sage ich dir zum Abschied: Stirb wvhl! Und damit du wohl sterben könnest, so ich auch wohl, das heißt: lebe fromm, tugendhaft und christlich — und fange jetzt gleich an, wo du mit dem Kalender fertig bist, und tue heute noch ein gutes Werk; gib ein starkes Almosen (oder richt es zu, wenn du im Augenblick keinen Armen um dich hast); versöhn dich mit einem, der dir aussätzig ist; besuch einen Kranken und lies ihm vor aus dem Buch; rede einem Bekannten, der auf krummem Wege geht, recht herzlich und ernstlich zu; mach ein G löbnis wegen öfterem und besserem Gebet und Empfang der heiligen Dakramente und Abbruch in vielem Essen und Trinken und sonstigem Pläsier; besinn dich, ob du kein verlassenes Kind aufnehmen könnest; gib ein ungerechtes Gut heute noch zurück; widerruf eine falsche Rode; erfreu Lurch ein Geschenk oder besondere Freundlichkeit den, welchen du schon betrübt hast; reiß eine verführerische Bekanntschaft entzwei, oder tue sonst einen Schritt zu Sott, wie er es dir-eingibt und dein Umstand es mit hdj bringt. Nicht als wenn das allein einen schon in den Himmel bringen könnte, sondern weil es ein An- fang ist und ein Zeichen von gutem WUen; und weil es ein Aufsehen und Stufen und Handaus- strecken nach Gott ist. Tust du einen Schritt Sott ent- W-n, so tut er dir zwanzig und hundert und noch mehr entgegen, wie der, Vater dem verlorenen Sohn. Und jetzt sag ich dir, wie der Priester bei uns zum Kranken sagt, wenn ier ihm die letzten Sakramente gegeben hat- "Es segne dich der Vater, der dich erschaffen; es segne dich der Sohn, der für dich am Kreuz gelitten; es segne dich der Hl. Geist, der in der Taufe in dich ausgego - fen wurde! Gott Vater segne dich, Gott Sohn heile dich, der hl. Geist erleuchte dich; er bewahre deinen Leib, begnadige deine Seele, überstrahle dein Herz, leite deinen Sinn und führe dich ein zum ewigen Leben, der da lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen."
Ende.
Lin WeihnachirwunsH des gerft Papstes.
Am 12 März sind dreihundert Jahre verflossen, seitdem Franz Xaver zu Rom in der Peterskirche heilig gesprochen wurde. Auf diese Gedenkfeier kam unser jüngst verstorbener Hl. Vater am letzten Weihnachtsabend zu sprechen, als er an die versammelten Kardinäle eine kurze Ansprache hielt. Er gab dabei dem Wunsche Ausdruck, das Jahr 1922 möchte in allen Herzen wiederum die rechte Missionsbegeifterung wecken und entstammen; das kommende Jahr biete vielfache Gründe dafür, nicht zuletzt in der dreihundertjährigen Wiederkehr der Hsiligfpschung des großen Apostels von Indien und Japan, des Heiligen Franz Xaver. Gott lasse hie Erinnerung an diesen großen Glaubensboten wieder neu aufleben, damit uns besonders fein unermüdlicher Eifer für die Missionierung der Heidenländer ein leuchtendes Beispiel sei. „Möge der Missionsgeist im kommenden Jahr von Tag zu Tag sich weiter verbreiten". Das war Benedikts XV. Weihnachtswunsch.
Schon hat das Beispiel des hl. Franz Xaver freudige Missionsbegeisterung wachgerufen. In Spanien war vor kurzem ein großer Missionskongreß, an dem Vertreter des Papstes, des Königs, der Regierung, der Diözesen, der verschiedensten Orden und religiösen Genossenschaften teilnahmen. Man hat dort nicht nur angeordnet, den 12. März recht feierlich zu begehen, sondern sich vor allem entschlossen, die Missionsorganisationen über das ganze Land auszubauen, um so alle Missionsunternehmungen recht wirksam unterstützen 31 können.
Wo andere helfen, wollen wir Herz und Hände nicht verschließen. Das kostbare Scberflein des Gebetes kann jeder geben, und ein'kleines Missionsalmosen macht sich reich belohnt. Wo viele etwas geben, da kommt am meisten ein. Das zeigt die Geschichte des Kindhsit- Jefu-Vereins, der bis jetzt die größte Summe für die Missionen gesammelt hat. Wer mehr tun kann, unterstütze die^ Missionszeitschriften, die vielfach jetzt mit mancherlei Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Es sei hie^ besonders verwiesen auf die erste deutsche katholische Mijsionszeitschrift, „Die katholischen Missionen," die unter Mitwirkung der übrigen in den Missionen tätigen OrLensgenossenschaften und der Missionsvereine hcraus-
gegeben werden von Priestern der Gesellschaft (Die Zeitschrift erscheint bei Herder u. Co., F i. Br. und kann durch die Post und Buchhande gen werden; Preis her sechs Hefte April bis Sex 18 Mark.) Schon 50 Jahre arbeitet diese Zeitsch: an der Ausbreitung des Reiches Christi. Sie gibt 1 einen Gesamtüberblick darüber, wie das Werk der bensverbreitung auf der ganzen Welt fortschreite Wort und Bild berichtet sie aus fernen Lande bietet so in großer Abwechselung reichen Stoff fi lehrung und Unterhaltung „Diè katholischeil Miss sollten in keinem größeren Leseverein, in keiner ren Vereinsbücherei fehlen. Mancher hält vielleich viel von der Wirksamkeit solcher Zeitschriften, un sind sie gerade von weittragendster Bedeutung f Misfionssache. So schrieb der verstorbene Harbins Hartmann von den „katholischen Missionen": „T Berufe diese Zeitschrift in jugendlichen Herzen g wieviel apostolischen Opfersinn sie entflammt, t materielle Mittel sie für die Missionen beschafft ha wird die Geschichte nie erzähten, aber es steht j schrieben im Buch des Lebens. Die „katholischen sionen" haben sich erwiesen als eine Quelle lebei Ganbenslebens uich frischer sittlicher Kraft. Mögen in Zukunft viele, viele daraus schöpfen."
Nun denke einmal nach, wie du in diesem m mithslfen sannst zur Förderung der Heidenm Benedikt XV. ist tot, aber fein letzter Weihno ' soll dir heilig fein.
_^ Aebersührt. -E-«2—
Es war am Fastnachtssonntag. Der greises Pfarrer hatte seinen Psarrkmdern soeben die Fl blstimmunAM vorgelesen und ihnen dieselben mit dringlichen Worten ans Herz gelegt.
Die Zuhörer gingen in Gruppen nach Hause. Februarsonnte leuchtete schon recht warm und helß wolkenlosen Himmel hernieder, so daß die Kirchgi es nicht allzu eilig hatten sondern plaudernd uni Muße ihren Wohnungen zustrebten.
Fast zuletzt schlenderten drei Männer einher; sich recht angelegentlich zu unterhalten schienen, eine von ihnen, kräftig und derb gebaut, konnte Vierziger fein und kennzeichnete sich in Kleidung Wesen als schlichten Landmann. Indessen ieuchtM seinem großen, ausdrucksvolDn Auge Klugheit: Scharfsinn hervor, während seine markigen, scharf rissenen Züge auf Energie und Charakterstärke deuteten.
Die zwei audrmn waren jüngere Männer vor bis 28 Jahren, steckten in modernen Kleidern Md, suchten, in ihren Bewegungen und Manieren ftäblV Wesen herauszukehren. Ihre Züge waren gutmi aber flach und verri« len wenig geistige Tiefe, viel! auch etwas leichten Sinn. Sie waren Kinder Dorfes, erwarben sich aber ihren Lebensunterhalt der benachbarten Stadt, wo sie die Woche über Berufs-geschäftcn obiaccn, Samstags abends aber das Heimatdorf zurückkehrten, um den Tag des H in Ruhe bei den Ihrigen zu verbringen.
„Na, da habt ihr ja wieder euren Teil, Vetter! ton," begann der eine von ihwm leichtfertig zu i Landmann . „Fast ganze sieben Wochen lang n ihr fasten und dürft euch während dieser Zeit nur mal satt essen. Schöne Bescherung das!"
„Ihr?" erwid rüe der Angeredete befremdet. J kommst du dazu, von „ihr" zu sprechen und dich von dem gaftengebote auszuschließen? Bist du n auch Katholik und geradeso gut zum Fasten verpslic wie wir?"
„Gewiß bin ich Katholik," kam es dem Landin« schlagfertig zurück, „aber wir in der Stadt nehmen mit den Abstinenz- und Fastengeboten nicht so ftrei wie ihr auf dem Lande."
„Sd)(imm genug," brummte Vetter Anton.
„Wie so?" fragte der zweite d:r jungen Leute.
„Ganz einfach das," fuhr jener fort, „Katholik Katholik, und jeder, der diesen Namen trägt, ist z Halten der Kirchengebote verpflichtet, mag er num der Stadt oder auf bcm Lande wohnen "
„Das stellen rm doch auch nicht in Abrede," sie die zwei im Chor ein.
„Und doch scheint ihr euch von dem Fasterigeb auszuschließen."
„Ja, das ist auch etwas anderes", entschuldigte 1 derjenige, der zuerst gesprochn. „Durch unseren Id jährigen Aufenthalt in der Stadt haben wir u daran gewöhnt, die größeren und bebeutenberen Geb von den kleineren zu unterscheiden. Erstere beacfjl wir, so gilt es in unseren Kräften steht;, an Klein feiten aber, wie Fasten- und Lldstinenzgebots sie sn tifjim wir uns wenig."
„Welch törichtes Gerede," polterte Detter Anton, | sich ordentlich ereiferte. Wie kann nur ein denke ist Mensch bei Gottes- und Kirchengeboten von Klein! Zeiten neben! Was unser Herrgott oberjeine sichtbe 1 Stellvertreterin hier auf Erden, die hl. Kirche, gebie