W Kofiel, den 26. zebruar 1922.
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M 52. Zâhrg
Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels
MoHenKckender.
Sonntag, 26 Fcbr. Qumquagcjima.
Monta?, 27. Fedr. Vam Tage (Leander).
Dienètag, 28. Febr. Vom Tage.
Mittwoch, 1. März. AscherinNtiroch.
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Frertag,3.März Kunigunde, Kai,crin. Herz-Iesu-Freltau.
Sa:nStag, 4. März. Kasimir, König, Âhic us, P. u. M.
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^â Entlarvt. â-^
ebt, wir steigen hinauf nach Jern latem, und cs wird in E'süilung geben, was bei ken Propheten geschrieben steht: es n hb bei Menschen ohn den Heiden überliefert. ,v^^>a ver poltet, gegeißelt und ang ipndi weiden; und nachdem sie ihn weiden gegeißelt haben,
werden sie ibn löten.
Deke schreckliche Enthüllung macht int heu'igeu Evaugeimm der Heiland seinen Apobeln. Dieir
aber geraten darüber aus Rand und Band, zeigen sich verblüff und überrasch,, können cs nicht fassen, nicht begreifen. War denn idr Pleister biehe, nicht
gleichsam auf ben Händen getragen worden? War Nicht Smnmwct vo Handen, ihn auf Davids Th'v
zu erheben? Erhofft' man Nicht von ihm die Ab- wer in na des Römerfocies und die Errichtung de> jüdischen Weitrerr cha't? Und das alles oll nun e n bloßer T aam sein? Wie kann nur der Meister H aus c neu olchen Gedanken fommen? Wie kann er
nur eine solche Bei mutung aussprechen?
Und doch, der Heiland hat tiefer gesehen und alles in nach seiner Prophezeihung gerommcn. Die Apoäel könn e man hrnters Licht führen: den Hei Imo aber nicht. Schon lang hatte er die geheime« Pläne der Pharisäer, ^mnitaelehrten und Piiciiei enttarnt und sie nun offen an den Pranger gestellt. Der Heiland ist eben Öo t und nimmt als solche' Teil an der cö ,l,ch n Allwissenheit, die alle Ab- g' ünde auföedt, alle Geheimnisse lüftet, alle Larven und Plasten berunteriümmr.
Be> nimm das Lied auf die göttliche ^Hlwiffcn- Heit, das über Davids Harfe ceran id)t ist:
1. Du, Herr, erforschest und du kennest mich, Feh mag hier ruhen oder wandeln.
2. Das Lager meiner Ruh ist dir bewußt, Dir ist bekannt, wohin ich wani le.
3. M,in ganzes Tun und Lassen schauest du, Bekannt i|t dir ojac Mein Denken.
4. Bi vor mein Wo l den Lippen noch entschwebt, Hap b.?» Allwissender vernommen.
5. Hüll/ ich mich ein in Finsternisse, Mich seinem Auge zu entziehen:
6. Umsonst; auch Finsternisse würden Durch feine Gegenwart Hum Tage.
7. Ihm sind so hell die Finsternisse Wie uns der Schein der Mittagssonne.
8 Die Nacht kann unsre Lastertaten Dem Auge Gottes nicht entziehen.
Gern bindet der Mensch eine Larve vor, um sein Tun nnb Sinnen zu verdecken. Gott aber reißt d e VaiVe vom Gesicht und zieht das Verborgene aus Tageslicht. Mit welchem Gedanken ist denn Kain umgegangen? Seinen Bruder Abel wollte ei ermorden. Hat er davon auch nur einer einzigen Seele Mitteilung gemacht? nein; im tiefsten Herzen behielt er seinen grimmigen Entschluß ve, borgen. Gott aber wußte darum und warnte den Bösewichl mit den Worten: „Kain, warum bist du zorn-g und wamm ist dem Angesicht eingefallen? linier» drücke die Lnü zur Sünde und he>rsche über sic; wenn du Gats tust, wirst du Lohn empfangen.' tust du aber Böses, so wird die St>afe sogleich not der Türe sein!". Wie wenn der Herr tagen wollte: .Zwar suchst du beut Borhaben sorgfältig zu verbergen; ich aber durchschaue dir Herz und Nieren; dein Herz kocht von Zoin und Nachlust; drum wainp ich dich bet Zeiten". Doch Kain schlug die liebevolle Mahnung in den Wind, und bald darauf .lampfie die Erde vom warmen Blut des er schlagen cu Bruder?.
Und wiS hatte Herodes im Sinn? Dem neugeborenen König das Lebenslicht auczublasen. Har er davon etwas verkamen lassen? Im Gegen eil, der schlaue. Fuchs gab sich den Allschein, als wollte er mit großem Ge'olge nach Bethlehem ziehen und als erster an der Spitze seines Volkes vor dem Got'eèkind sich in den Stallb werfen. „'Sejt h n", prach der Heuchler zu den Königen, „forschet sorg- mm nach dem Kinde, und wenn ihr es gefunden habt, so taget es mir: ich will auch kommen und — was? und es — anbeten!" Gott aber hat ihn -attlaibt als elender Heuchler. Ein Gut el erschien dem Zostp ) im T>aume uird tprach: „Jos ph, steh auf, lumm das Kind und seine Niutler und sl:eh nach Aegypnn- HerodeS wird das Klnd suchen — wozu? — um es zn töten !"
Ein wlches Katzengold war auch Judas. Einen Knß bat er ans des Heilandes Lippen gedrückl und gesagt! „Meister, sei geg-üßi". Doch ren Heiland fontue er nicht län chen. Sogleich hat er ihm die Maske aufgeoeckt und i n übe. rascht mit der Frage: .Freund, ivozu bitt du gekommen? Mit einem Kuß Deriätit du den Dlenid)tn)ol)n?"
Und Auanias und Saph.ru? Suchten sie nichi bei Peil ns sich einen Hciligenscheiu auf$ Heyen, da sie doch in Wirklichkeit öeijmlie waren? Einen 21 efe c hatten sie verkauft und einen Teil dem Apostel zu Füßen pf legt, einen Teil aber zum eigenen Ge- oiauch zu, ückrehalten. „Habt ihr den Acker um p Diel verkauft?", fragte |ie Petrus. .Ja", logen sie
hastig darauf los. Doch der hl. Geist, der alle liefen durchforscht, halte den Petrtls van allem ver- ' ünoigt: .Wa,ttm", so fragte er traurig, «hat der Satan euer Herz versucht, dem hl. Geist zu lügen? Nicht Men chen hast du belogen, sondern Gott". Und beide fielen tot nieder zu Füßen des Apostels.
B ele verbleudeie Menfchen nehmen die Nacht als; Deckmantel und Larve für ihre Unzucht, ihre Diebereien, ihre Liederlichkeit, ihre Ausschweifungen. O ihr Unverständigen, könnt ihr damit Gottes Auge euch eiih ziehen? Nein, er beobachtet euer nächtliches Treiben und wird es ans Tageslicht bringen, wenn auch nie ein irdisches Gericht sich ba-mit befassen wird.
„Die Nacht kann unsre Lastertaten Dein Auge Gottes nicht entziehen!!!"
Drum die Mahnung des Apostels: „Brüder, laßt uns oblegen die Werke der Frnsternis; wie am Tags laßt uns ehrbar wandeln."
Und die närrische Faschingszeit, ist sie nicht vielen Frendenjägern eine ivrsikomiuene Gelegenheit, um eine Maske vor das Gesicht zu letzen und unter dem Schutze der Lllaske so manche Ziobheit, Ungezogenheit, Frechheit, Trunkenheit und U isitilichkeit unelkannt zu treiben ? Was kann dir aber eine Maske helfen gegenüber Got'es Auge, das se'b't die dicksten Planern durchdringt? Ist es nicht über« Haupt eine Gefchmacksverirrun', eine Selbsidegra- d eruna, das Antlitz, bieten Spiegel der Gottheit, m t einer Maske zu verunzieren und zu entehren? Betgesseu ivir nie, daß nur den Allwissenden niemals unter, ehru können, lltich en wir untere Handlungen und Gedanken so ein, da; wir bestehen können vor ^o.t, „dem kein Oletchöps verborgen iü, vor dem alles nackt und offenbar daliegt."
Tec Bure Pfarrer.
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EhrWchs G brällche und Vo!Lrsitten.
(Vergleiche Nr. 1. 1922.)
(gortfebung.)
Fasinachl. Es widerspricht nicht der chnstlichetil Anchauuna, die legten Tage ror der Fastende t in unschuldiger Freude zuzubringen. Dicke Süd? ist insofern ebenso naturgemäß, wie der altchristliche Gebrauch, daß die. welche die ernste Fasè.-nz'it vorschristsmäßig zugebracht haben, deren Ende durch ein Festmahl mit ~e* s Kneten Speisen am Dfteriufte feierten. Verkleidungen liegen an sich nicht in der X-ee der Fastnacht, ^ n« d.s haben sich aus den Saturnalten- den Luperka eu und dem germanischen Frühling-feste der Dordjrntl ch 'N Reiten im Äolksleben Lustbarkeiten mit Ma-k raden an Neujahr und im Februar erhalten. Dadurch wui^s auch der Akuinmenjchanz mit der Fastnacht verknüpft an trm Maße, wie die Beobachtung des Fastengebous abnahm und Fastnacht am -reisten von solchen, die nicht fasteten, gefeiert wurde, nahm die Zügellofiareit zu. Die Kirche erhob sich gcom diese Ausschreitungen utta