Ausgabe B
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ochenblatt
für die katholischen Gemeinden Kassels
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Sruf und Strt«3 der Fuldaer Ariiendruckerei ^— ——
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1, den <2. Sebruar (922
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6.
„Z^ verkündige Euch eine große Freude, wir haben wieder einen pßpjt, Seine Eminenz den hochwürdigsten fjeren Achilles Ratti. der den Kamen annahm Pius Xi."
So lautete die Freudenbotschaft, die am Februar von der Loggia der Peterskirche
dem harrenden Volke verkündet wurde und von der ewigen Stadt Hinausgeeilt ist über den ganzen Erdkreis. Der Papst ist tot — es lebe der Papst! Venediktus X V., der edelste, aufrichtigste und aufopferndste Freund und Apostel des Friedens, der „Friedenspapst", wie die Nachwelt ihn nennen wird, der große Wohltäter der Menschheit, der „Gesegnete", ist von uns gegangen. Christus hat zu ihm gesprochen: „Komm, du Gesegneter (Venediktus) meines Vaters. nimm das Reich in Besitz, das dir ^«bereitet ist, von Grundlegung der Welt an". In des Himmels Fr e- den wird er nun ausruhen von feinen Erdcn-
Der Papst stirbt! Das Papsttum stirbt nicht. Kaum 14 Tage sind verflossen und schon hat ein neuer Slalthaller Christi die Herrschaft über das katholische Weltreich übernommen.
Mit innigster Freude begrüßt die ganze katholische Welt die unter dem Beistand des hl. Geistes erfolgte Wahl des neuen Papstes. Kindliche Ergebenheit, opferfreudigen Gehorsam und vollstes Vertrauen wird sie dem Statthalter Christi auf Erden, dem Daier der ganzen Christenheit, entgegenbringen. Kardinal Achilles R a t t i, der unter dem
Namen Pius XI. als 260. Nachfolger des hl- Petrus den bischöflichen Stuhl zu Rom besteigt, Ist am 31. März 1857 zu Desto in
besteigt, Ist am 31. März 1857 zu Desto in Osten Europas vielleicht nicht ohne Bedeu- der Erzdiözese Mailand geboren. An der I tung sein. Als Nuntius in Warschau mußte
Gregorianischen Universität in 9k fit machte s sich Achilles Ratti fast allen OststaLten. wider seine Studien. Dort tupf in et die Prie- men. Bei der Reg?! mg der kirchlichen Ver-
sterweihe und wurde ban i als Professor der Theologie nach Mailand berufen. Ausnehmende literarische Kenntnisse und gelehrte
Studien führten ihn als Oberbibl. othekar an die berühmte Mailänder Bücherei „Ambro- siana". Pius X., der den tüchtigen Gelehrten persönlich kannte, berief Ratti nach Rom, wo er neben dem gelehrten deutschen Jesuitenpater Ehrte ter Vatikanischen Bibliothek vorstand. 3m Jahre 1915 wurde er Präfekt dieser Bibliothek.
Im Jahre 1918 begann die diplomatische Laufbahn Achilles Rattis. Papst Benedikt XV. sandte ihn damals als Apostolischen Visitator nach Polen und ernannte ihn im Juni 1919 zu in Nuntius in Warschau, wo er auch am 28. Oktober die bischöfliche Weihe erhielt. Er wurde zum Titularerz- bischof von Adana ernannt; 1921 änderte Benedikt XV. sein Titularbistum und ernannte ihn zum Erzbischof von Naupartus. Während seiner diplomatischen Tätigkeit in Warschau war es ihm gegeben, unter den denkbar größten Schwierigkeiten mit seltener Unparteilichkeit und Klugheit die kirchlichen Interessen in Polen wahrzunehmen und geordnete Verhältnisse anzubahnen. In einem Schreiben an die polnischen Bischöfe nennt der Papst ihn einen vortrefflichen Mann und sagt von ihm: „Ich brauche euch diesen Mann nicht zu empfeh'en, da seine Frömmigkeit, sein Eifer für den Glauben, seine Gewandtheit und seine Gelehrsamkeit offenkundig sind." Für die päpstliche Wirksamkeit Pins XI. wird die frühere Tätigkeit im
Hältnisse Finnlands, Litauens, Kurlands und Lettlands erwähnen die päpstlichen Erlasse seine Mitwirkung.
Nach dem Tode des in Deutschland wohlbekannten Kardinals Ferrari wurde Achilles Ratti zu dessen Nachfolger als Erzbischof von Mailand ernannt. Gleich^ !>g ereilte seins Berufung als Kardinalpriester. Das war am 13. Juni 1921, bei der letzten Kar- binalfreotion Benedikts XV. Bemerkenswert ist, daß auch der Vorgänger Pius XI., Benedikt XV., bei der testen Kardinalskreation, die Pius X. vorgenommen HMte, ernannt worden war. Im öffentlichen Konsistorium am 16. Juni 1921 erhielt Ach lies Ratti das rote Barett und als Titelkirche St. Martinus ad Montes. Am 16. Juni 192J wurde er Mitglied der Sakramentenkongre- gation für diè außerordentlichen kirch ichen Angelegenheiten und der Kongregation für die orientalische Kirche. Die neue kothol. Universität Mailand ist im letzten Jahre unter ihm gegründet worden.
Wir freuen uns, unseren Lesern mitteilen zu können, daß von Fuldaer Kreisen, denen die Person des neuen Papstes nicht unbekannt ist, dieser gekennzeichnet wird: als großer Freund der Studien, als uuvcrdrosfc- ner Förderer der Wissenschaft und als wii- lensstarker Mann der talfrohen Praris.
Das Urteil kann uns nur bestärken in der zuversichtlichen Hoffnung, daß das Pontifikat Pius XI. gesegnet sein wird, wie dasjenige seines Vorgängers es war und von Zierzen kommt der Segensruf für den neuen Papst:
stuf viele Zahre!
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