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" Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei.

Religiöses Wochenblatt

für die kakholischen Gemeinden Kassels

WochenKalender.

Sonntag, 5. Fcbr. 5. nach Epiphanie. Agatha, Jgfr. u. M.

Montag, 6. Febr. TituS, B, Dorothea, Jgfr. u. M.

Dienstag, 7. Febr. Romuald, Ordensstifter.

Mittwoch, 8. Febr. Johann v. Matha, Ordensstifter.

Donnerstag, 9. Febr. Cyrill b. Alexandr., Bisch, und

Kirchl., Apollonia, Jgfr. u. M.

Freitag, 10. Febr. Scholastika, Jgfr.

SamStag, 11. Febr. Mariä Erscheinung in Lourdes.

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Künster Sonntag nach Epiphanie.

(Edanget. Matth. 13, 2430.)

In jener Zeit trug Jesus dem Volke ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Hrmmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. Als aber die Leute schliefen, kam ein Feind und säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging davon. Als nun daS Kraut wuchs und Frucht brachte, erschien auch das Unkraut. Da traten die Knechte des Haus­vaters herzu und sprachen zu ihm: Hcrr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn daS Unkraut? Und er sprach zu ihnen: Das hat der Feind getan. Die Knechte aber sprachen zu ihm: Willst du, daß wir hingehen und es aufsammeln? Und er sprach: Nein! damit ihr nicht etwa, wenn ihr das Unkraut aufsammelt, mit demselben zugleich auch den Weizen auSreißt. Lasset beides zusammen wachsen bis zur Ernte und zur Zeit der Ernte will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündlein zum Verbrennen; den Weizen aber sammelt in meine Scheune.

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*s^ Großer Gott.*^5#

roß ist der Herr und überaus lob» würdig, singt ber Psalmist. (Ps. 47). Wie oft lassen wir un ern Dank auèk'lingen in das Lied:Großer Golt, wir loben dich". Unwillkür- lich entfällt uns bisweilen der Aus- Hott!" Denken wir aber auch et«

was dabei? Oder sind solche Worte nur taube Nüsse? Widmen wir also der Größe Gottes einen Augenblick unser Nachdenken. Groß ist Gott in seinem Wesen und seinen Vollkommenheiten, insbe- sondere groß in seinem Können und Schassen, groß in seiner Macht und Stärke.

Obwohl alle Eigenschaften Gottes gleich groß und wunderbar sind, so macht doch gerade feine Allmacht auf uns Menschen einen besonderen Eindruck und ist für unser Denken und Handeln von entscheidender Bedeu­tung. Daher kommt es auch, daß in der hl. Schrift, hi der Liturgie.der Kirchs, im Leben der Völker gerade Gottes Allmacht eine hwvoragende Rolle spielt. Als der König Nabuchodoiwfor jene Jünglinge anherrschte: tretet die goldene Bildsäule an, oder ihr werdet in

viele Dinge sind nölig, um das elektrische Licht und die elektrische Kraft zu gewinnen: Wasser, Kohlen, Ma­schinen, Drühtn, Masten, Isolierungen, Beleuchtungs­körper. Gott aber hat die Sonne, diese Siefenbogen» lampe, in einem Augenblick und aus dem Nichts er» schaffen! - - -

Groß ist Gott im Großen, groß Im Kleinen. Dis Sonns ist 150 Millionen Klm. von der Erde entfernt; ihr Durchmesser beträgt 139100 Klm. Die schnellste KuAl, aus einer Kanone von der Erde losFeschofsen, mutte 26 Jahre brauchen, um die Sonne zu erreichen. Undweiß du, wie viel Sèernlein stehen an dem blauen Himmelszelt"? Bedeute ihre riesigen Größen und Entfernungen von unserer Erde. Trotzdem das Licht in einer Sekunde einen Weg von fast 300 00 Kilo­metern zurücklegt, braucht es dennoch vom allernächsten Fixstern bis zur Erde drei Jahrs! Beschleicht dich nicht bei dieser Erwägung ein Schauer über Gottes Macht und Größe, der solche Körper, solche Räume, solche Geschwindigkeiten erschaffen und festgesetzt hat?,

Groß ist Coit im Großen, groß aber auch im Kleinen. Was ist das Auge für ein wunderbares Organ, das mit so großer Leichtigkeit und Genauigkeit alle Eindrücke aufnimmt, das die Gide und die Bos­heit des Herzens wi^rspiegelt. Was ist die Hand für ein geschicktes, feines Instrument, dem keines gleichkommt, das alle Maschinen und Werkzeuge hervorbringt, mei­stert und handhabt. Dabei ist keine Hand wie die andere und nicht einmal ein Finger dem andern völlig gleich. Durch einwandfreie Forschungen, Beobachtun­gen und Vergleichungen haben die Gelehrten fest gestellt*, daß unter Millionen von Fingerabdrücken keiner dem andern in der Bildung der Linien und Poren voll­ständig gleich ist.

Drum hat es auch Gottes Allmacht gefallen, vielfach das Kleine und Geringe zu erwählen, um seine Ab­sichten zu erreichen. Wen hat er zur Gottesmutter er­koren? Eine arme, unbekannte Jungfrau; wenn hak er zu Aposteln bestellt? Zwölf einfache, ungebildete Fischer aus Galiläa. Den hl. Aranz v. Assisi fragte einmal Bruder Masses, warum temt gerade ihm d.e gange Welt nachlaufe, da man an ihm doch keine Weis­heit und keinen Reichtum bemerke. Franziskus aber sprach: das kommt von den Augen der höchsten Moje- ; ftät, dis nicht bloß auf die Guten, sondern auch auf die Bösen herabblicken; und weil nun diese Augen sei­nen Menschen auf der ganzen Welt erblicken konnten, der ein größerer Sünder wäre als ich, darum hat Gott gerade mich erwählt, um die Weisheit und Klug­heit der Welt zu beschämen!

So öffnen wir denn auf allen Wegen unsere Augech um Gottes Größe zu erkennen uni) zu bewunderns

Großer Sott, wir loben büO;

Herr wir preisen deine Stärke.

Vor dir neigt die Erde sich Untz bewundert deine Werke.

Der B u r g p , a r r. r,_

den brennenden Ofen geworfen unb wer ist der Gott ,der euch aus meiner Hand befreien konnte?", da hat ihnen das Vertrauen auf Gottes Allmacht die herrlichen Worte in den Mund gelegt:Unser Gott, o König, kann uns aus deiner Hand befreien; wenn er das aber auch nicht tun will, so sollst du dennoch wissen, daß wir die goldene Bildsäule nicht anbeten."

Vom Vertrauen auf Gottes Allmacht getragen, be­ginnt unsere heilige katholische Kirche fast all ihre Gebete mit der Anrufung:Allmächtiger, ewiger Gott!" Das Glaubensbekenntnis hebt an mit den wuchtigen Worten:Ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater." Das allgemeine Sünüenbekenntnis oderCorrsiteor" zu Beginn der hl. Messe und in den kirchlichen Tages­zeiten nimmt folgenden Anfang: Ich bekenne vor Gott, dem MmächliMn. Beim Eid vor Gericht bedient man sich der Formel:Ich schwöre vor Gott, dem Allmäch­tigen, dem Allwissenden." Als dis hl. Agnes auf dem Scheiterhaufen stand und ihr reiner Leib von den Flammen ergriffen wurde, breitete sie ihre Hände aus und betete:Allmächtiger, anbetungswürdiger Gott und Herr, ich verherrliche dich und preise deinen Namen in Ewigkeit."

Groß ist Gott im Erschaffen. Aus dem Nichts, aus der Kraft seines Willens, aus dem Abgrund seiner Liebe hat er alles hervorgebracht.Er sprach und es ist geworden; er hat befohlen, und es wird erschaf­fen." (Ps. 148, 5.) Leisten aber nicht auch die Men­schen Großes mit ihrer Hände Arbeit? Bauten sie nicht das Kolloseum in Rom, die Pyramiden in Aegyp­ten? Die Kathedralen in den Bischossstädten? Aller­dings. Aber was brauchten sie dazu? Steine. Wer hat diese erschafsen? Die Menschen? Nein: Gott. Wus brauchten sie dazu? Maschinen und Werkzeuge aus Eisen, Holz und anderem Material. Wer hat die Roh­stoffe dazu erschaffen? Die Menschen? Nein: Gott. Got? aber hat alles aus nichts erschaffen: kein Stäub­chen, kein Atom hat er bogn gebraucht. Wie viele Menschen haben wohl an den Pyramiden, wie viele an den Domen in Köln, Straßburg. Freiburg gearbeitet Ganze Geschlechter und Jahrhunderte sind das Gerüst hinauf und wieder hmabgestieIM, bis ferro Barrien fertig dagestanden sind. Gott aber hat alles allein geschlafen ohne Hilfe eines Engels oder Menschen. Darum seine Frage an Job:Wo w-arst du, als ich die Fundamente der Erde legte?" Und woher haben die Menschen die Hände, mit denen sie die Steine fotzen, den Wr- starrd, die Ueberlegung, den Willen, mit dem sie den Bau entwerfen, angreifen und zu Ende führen? Darf nicht der Schöpfer einen jeden fragen:Was hast du, das du nicht empfangen hättest?" Und ist es nicht Gott, der sowohl das Wollen als auch das Vollbringen b'wrrkt? Ein anderes Beispiel: wir haben in unsern Tagen das elektrische Licht, eine großartige Erfindung. Durch eine einzige, winzige Umdrehung können wir ein Haus, eine Gemeinde, eine ganze Stadt ; taghell erleuchten. Aber wie viele Vorbereitungen hat eg gebraucht, bis wir so weit gewesen sind, und wie!