wochenksIenLsr.
Sonntag, 1. Jan. Beschneidung des Herrn.
Montag, 2. Jan. Name Jesu-Fest.
Dienstag, 3. Jan. Oktav v. Johannes (Genovefa).
Mittwoch, 4. Jan. Oktav b. Unschuld. Kinder.
Donnerstag, 5Lan. Vg. b. Epiphanie. Telesphorus,P. u.M.
Freitag, 6. Jan. Erscheinung oes Herrn.
Samstag, 7. Jan. Von der Oktav.
Das §eit der beschneidung ChrW.
(Evangel. Luk. 2, 21.)
Als acht Tage um waren, und das Kind beschnitten werden sollte, ward sein Name Jesus genannt, wie ihn schon der Engel genannt hatte, ehe er im Mutterleide empfangen war.
vom Turm der IahresMUde.
if den Gipfeln vieler Berge unsern deutschen Heimat sind Türme errichtet. Hat der Wanderer unter vielem Schnaufen und unter manchen Schweißtropfen den Berg erstiegen, so windet er sich auch die enge
Wendeltreppe empor bis zur Plattform des Aus- sichtsturmes. Von da läßt er seinen Blick schweifen ans den Weg, den er gekommen, auf die Höhen und Tiefen ringsum auf die Städte und Dörfer, in die Nähe und Ferne. —
In der Silvesternacht, wenn die Glocke vom Kirchturm mit dumpfen Schlägen die zwölfte Stunde ankündigt, sind wir zur Höhe des alten Jahres gelangt und stehen auf dem Turm der Jahreswende. Von da halten wir eine besinnliche Umschau.
Was sehen wir hinter uns? Eine Menge von Jahren, die vorübergeflogen sind wie die Wolken am Mond in einer stürmischen Nacht, wie die Tele graphenstangen an einem Blitzzug. Wir denken weiter zurück und finden eine Zeit, wo die Welt sich ohne uns gedreht hat. Wir waren im Nichts eingeschlossen wie in einen finstern Kerker. Und weiter zurück, tausend Jahre, zehntausend Jahre! Wir wollen uns nicht in die Frage einlassen, seit wann die Erde bevölkert ist Daß es aber eine Zeit gab, wo kein Mensch zum Menschen redete, wo kein Vogel in den Zweigen sang, wo kein Pferd auf der Straße trabte, wo kein Hund durch die Nacht bellte, wo kein Fischlein sich im Wasser tummelte, wo nichts Lebendes sich auf Erden regte, das ist nicht bloß in der Offenbarung, sondern auch in der Wissenschaft eine ausgemachte Tatsache.
Wenn wir dann die Berge fragen: seid ihr immer dagestanden, ihr Berge? Dann schütteln sie ihr mächtiges Haupt und rufen: nein, wir sind geworden:
einer hat uns gerufen und wir haben uns emporgereckt aus dem Nichts. Und wenn wir die Wasser fragen: seid ihr immer dagewesen, ihr Wasser? Dann werden sie plätschern mit ihren Wogen und sagen: nein, trur sind geworden; einer ist vor uns gewesen, der uns hineingelegt hat in diese Tiefen Und wenn wir die Sterne fragen, welche die Nacht erhellen: habt ihr immer gebrannt da oben, ihr Sternlein ? Dann werden sie die Augen niederschlagen und antworten: nein, wir sind geworden; einer ist vor uns gewesen, der uns als Leuchter ge« etzt hat an diesen Ort. Und gehen wir in den
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Himmel hinein und fragen die Engel: seid ihr immer dagewesen, ihr seligen Geister? So werden sie bekennen: nein, wir sind geworden wie ihr Menschenkinder; einer ist vor uns gewesen und der hat uns aus dem Nichts gerufen, und wir haben geantwortet: hier sind wir.
Und wenn du nun die Menschen und die Erde und die Berge und alles, was in der Zeit geworden ist, im Geist wegstreichest und noch Weiler zurückgehst in deinen Gedanken, dann schaust du in das Antlitz der Ewigkeit. Und wie vom Aussichtsturm des Feldberges auf dem Schwarzwald die Alpen dir entgegenblicken, so schaut dir aus den Abgründen der Ewigkett gleich einem Niesen derjenige entgegen, der keinen Anfang genommen, der unendliche, unermeßliche, ewige Gott.
Schauen wir vom Turm der Zeit nach der andern Seite. Da bückt uns die Zukunft entgegen. Ob das ganze Jahr uns gehört? oder vielleicht nur ein Monat, ein Tag, eine Stunde? Wir wissen es nicht. Gesetzt aber, es gehört dir das ganze Jahr und noch fünfzig dazu, — es kommt eine Zeit, wo wir nicht mehr auf Erden weilen und auch nicht unsere Kinder, nicht unsere Enkel, nicht unsere Nachkommen, mo alle eingerückt sind in die Armee
der Toten. Auch wird die Sonne verfinstert Iver* den, der Mond seinen Schein nicht mehr geben, die Sterne vom Himmel fallen, die Welt aus bem Fugen geben. Gott aber bleibt „Denn bei Gotd ist kein Wechsel und kein Schatten von Veränderlichkeit. Die Himmel vergehen, du aber bleibst, o Gott; sie werden altern wie ein Gewand. Du aber bleibst derselbe, und deineJahre nehmen nicht ab." (Hebr.1,10)
Siehe, hier schaust du die andere Seite der Ewigkeit. Und welches Glück, welch selige Hoffnung! An dieser Ewigkeit dürfen auch wir teilnehmen. Wir sind geworden, aber wir sollen nicht mehr aushören, wie ein Tropfen sich mit dem Meer vereinigt, so sollen mir vereinigt werden mit dem, unendlichen Gott und mit ihm das Fest einer seli. gen Ewigkeit feiern.
Unsterblich hat Gott unsere Seele erschaffen, und auch den Leib, wenn er vermodert ist, wird ec wieder aufbauen und mit der Seele vereinigen zu ewigem Bestand. Ein neues, unvergängliches Dasein soll uüs erblühen: „Betrachte, o Mensch, die Ewigkeit"! Sie ist entweder eine glückliche oder eine unglückliche — ewig aber ist sie auf alle Fälle. Die Entscheidung liegt in deiner Hand.
Kein Wunder, daß die Heiligen immer umrauscht waren vom Gedanken an die Ewigkeit. „Ich gedenke der alten Tage", sagt David, „und die ewigen Jahre habe ich im Sinne". Der hl. Aloisius hatte für die irdischen Dinge nur einen Maßstab : die Ewigkeit. Alle Reize der Welt zerflossen ihm wie Seifenblasen vor der großen Frage: Was nützt mir das für die Ewigkeit?"
Steigen wir herab rom Aussichtsturm. Ber^ lieren wir uns nicht in müßigen Träumereien. Legen wir Hand ans Werk. Siehe, als Kaufpreis für die Ewigkeit hat uns Gott die Zeitlichkeit geschenkt. Auf die erste Stufe des neuen Jahres lege den Vorsatz nieder:
Ich will die Zeit gewissenhaft benützen- Ich will jeden Tag und jede Stunde meine Pflicht tun in der Familie, im Elternhaus, im Staat, in der Kirche, im Großen oder im Kleinen, im Herrsche»! oder im Dienen.
Mag dann die Welt sich drehen wie sie will, mögen die Feinde uns Sklavenketien anlegen, mögen sie das letzte Stücklein Brot uns aus der Hand reißen, mögen sie uns aussaugen bis aufs Blut, mögen wir Glück oder Unglück, Gesundheit oben Krankheit, Reichtum oder Armut, Leben oder Tod aus der Urne des neuen Jahres ziehen — wenn mir jeden Augenblick Gott dienen, mit Gewissenhaftigkeit unsere Pflicht erfüllen, so mirb das reue Jahr nichts anderes werden als ein Baustein an einer glücklichen Ewigkeit. So mirb auch der Wunsch in Erfüllung gehen, den mir allen Lesern von Herze» entbieten:
Ein glückseliges neues Jahr. . 4