:.-■ ■..:.:..■■■ =====: Gartenbau und Hauswesen. ~1 =============:
Ur. )5. Ä 32. Jahrgang, er 0 □
Lratlsdergade zum Bomfatiuslioten. □ □ Zulda, den 23. 3uü 1922.
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Holm hindurchgehen. Fehlende und schadhafte Sprossen sind zu ersetzen. Gerüste, Bühnen und Boden müssen auf der Seite, wo die Gefahr eines Absturzes besteht, durch Bretereinfriedigung oder Geiimder gesichert, Ab- fallulen in Scheunen m«d Ställen durch Fußleisten und außerdem durch Viergespann oder einer sicher ab- Michenden KLappe- oder SchiâevorrichLwig geschützt sein. Lose aufgelegte Bretter oder Klappen, die sich verschieben können, dürfen in keinem Falle zur Abdeckung der Luken verwendet werden. Der Bodenbelag auf Bühnen und Böden muß aus kräftigen, tragfähigen, fest liegenden Brettern oder Hölzern so hergerichtet sein, daß niemand durchbrechen oder HkLsrchsaSèn kann. Morsche Bretter «cher Hölzer sind durch fehlerfreie zu ersetzen. Es ist auch darauf zu achten, daß auf Gängen und Treppen, namentlich solchen, die mich im Dunkeln betreten werden, keine einzelnen Rüden, Kartoffeln, Holzteile, Haus- oder Wrtschaftsgsrètr um« herEegen. Auch dmch schlechtes Aufhängen oder Zluf- bswlchren von Arbeitsgeräten wie Harken, Hsu- und Mistgabeln, Sensen, Aexten u. a., ferner dmch Hsrmls- ragen von Nägeln oder Haken an Geräten, Leitern oder Balken in Scheunen und SMen entstchsn viele Unfälle, die sich unschwer verhüten ließen.
Soweit Unfälle sich nicht nermeiben lassen, muß wenigstens für Verringerung ihrer schlimmen Folgen gesorgt werden. Zwei Geftchrrn sind es, die zur Enrte- Mst regelmäßig viele Opfer auf dem La-nds fordern. In erster Lüne ist es die DsftsloerletzunH Ler Finger und Hürrds, welche besonders beim GarbenbiuLen kaum vernreidbar ist. Die westfälrsrhe WnLWirtfchaMchr Se* kufLMWsseltzchast hat jährlich eine sehr große Zahl von fagenamüten „Blutvergiftünge»" zu entschädigen, welche dieser Ursache zur Last gslegt werden, deren Folgen sich nicht nur in BerMumMür^ und VoMst von Miedern, zuweilen auch in Verlust der Gesundheit, ja des Lebens zeigen. Ms Gefahr der Distel- und Dornen- verletzung ist umso größer, je mehr eitererregMide Keime sch an der verletzten Stelle befinden. Darum empfiehlt es sich für den La-lÄnarsn, Ltsbald Mch einer Distel- vevletzung die Hand in warmem Seifenwasser zu baden ui«b zu reinigen. Sitzt der Stachel oberflächlich, so kann man versuchen, ihn mit den FinAsrnâgsln, einer klei- mn Pincette oder einer reinen Nadel zu entfernen, wobei man sich hüten âH, viel herum zu fischen und NM Sätet zu fetzen. Nach der Entfernung ist es zwVckmäßig, feuchte Um-fchläge mit essigsaurer Ton- erdolösung zu machen. Hat am folgenden Tag der Schmerz sich trotzdem vergrößert, und macht sich eine entzündliche Rötung und DruckempfiMichkeit bemerkbar so >oM man sofort ärztliche Hilfe in Aufpruch nehmen; denn in dichom Falle kommt es sicher zu einer Eiterung die nconentlich dann erheblich: Gefahren mit sich bringen kann, wenn die Entzündung sich an der beschwisl- ten Seite der Hand oder Finger befindet. Hier ist nämlich die Gewchspanmmg am größten, die Haut ist hier nicht elastisch und dehnbar, so daß der Eiter gezwungen ist, sich in den tieferen Gswebschichten längs der Sehnen einen Weg zu bahnen. Sind Finaer und Hand bereits go'chwollen rmd besteht an einer kleinen Stelle starke Schmerzhaftigkeit, so ist sicher bereits Eiter vorhanden und in solchen Fällen ist es das Beste, sich sofort auf die chirurgische Abteilung eines Kran- rerchauies zu begeben, west hier der nötige Eingriff am schmerzlosesten, und gefahrlosesten gemacht werden ™™- Wird nämlich ein Einschnitt ohne schmsrZbetäu- b-m-e Mittel gemacht so gelingt der Eingriff infolge her großen Sck,merzhast!gkeit häufig nur unvollkommen. Der Patient bekommt zwar eine Erleichterung, aber nur vorübergehend. Nach 2 oder 3 Tagen muß ein ÖS -°c"ß dritter Eingriff erfolgen, bis es dann chtießlich doch noch zur Krankerchansbehandlunn kommt, die naturgemäß dann erst recht von langet Dauer ist. ZU stpr vie.en Fallen nimmt die Blutvergiftung bei der Laiidbevolkerung diesen Verlauf, weil Las richtige Verständnis für die erste Hilfe fehlt. Kleine Ursack^n Hasen nicht selten große Wirlangen, dieses zeigt sich gerade bei Distolverletzungen, die Gott sei Dank, ja «ich häufig genug ohne Mimms Folgen verlaufen, aber doch wegen ihrer Maßen Gefahr für die Laird- bsvölkerung stets c.ue ernste Bcochtilng verdiene^
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Der Aufbau abgebrannter Gebäude ist gegen die Vorkriegszeit um 80—lOOincä teurer geworden Lurch die gesteigerten Preist für Baumaterial«:, den enorme hohen Tagelohn der gelernten irnb ungelernten Bau- arboiter. Auf viele Jahre hinaus wird wohl die Teuerung der Baukosten bleiben, an ein plötzliches Zurückgeheri ist nicht zu denken. Sparen kann man vielleicht durch in der Nähe befindliche Bruchsteine statt teurer Ziegelsteine, die vielleicht weit hergefahren werden müssen, auch lohnt es sich wohl, die da und dort früher in Tätigkeit befindlichen kleinen Saltöfen wieder in TjÄgkeit zu setzen, die bei richtiger Anlage in den für Kohlen entlegenen Gsgenden auch mit Abfall- Holz Len Kalk gar liefern.
Zur Vsrtzütuttg von MfüöschâSLK wahkend der Erntezeit.
Es ist naturgemäß mch wird durch die Erfahrung bestätigt, Laß sich Ine Unfälle auf dem Lande zur Erntezeit besonders hausè 2i« Arbeitskraft von Lrenschen ia» Tiere wird schärfer ailgepannt. Gs- rärfchafren, Wagen, Liafchinen und bauliche Einrick- tungen werden stärker benutzt und an ihre gute uns fehlerfreie Vr-schrfferchert gesteigerte AnforLerungisn ge- ItLU«. Es ist daher in der Erntezeit besonders Wichtig, â UnfqHvechütungsvochhviftm der kordwirLschaftlichen ^WWsenofjenfchast gewissenhafte Bsachtung zu schen- ken und auch sonst für Ordnung und Sicherheit im T^risbe zu sorgen. Arbeitsgeräte müssen vor der Bc- nnhung geprüft werben, damit z. B. durch Abstiegen der . Hammer und Aexte, Abbrechsn der Stiele keine Unfälle entstehen. Desgleichen sind beim Fuhrwerk die zum Aichunnen der Tiere und zur BeseftiWng der Lesung drenèirdsn Gerätschaften vor der Benutzung auf ihre HÄtbark-eit zu untersuchen, da das Reißen von ÄÄten, <jWsträngen und Seilen, das Brechen
Wiesbäume u. a. zahlreiche Unfälle verursacht. SWW ist für tie gehörige Befestigung der Ladung und oer Bretter, Lie als SitzZelsgercheit bienen, zu forWn. »Enols wickle man bei der Führung eines GefpÈs Zügel oder Leine um Arm oder Hand, damit man beim Schsuerl und Durchgehen der Zugtiere nicht am EedremHe der Hand behindert und mitgeMeift wird; denn Pflügen, Eggen, Walzen und Lesgl. lege man Zügel oder Seine im Bedarfsfälle lose um Hals oder Schultorn. , Man vermeide es, während der Fahrt sich auf die Deichsel oder Wagen zu setzen oder zu stellen, namentlich aber auf den Wagen aufzusteigen oder von ihm abzusteigen. Während des Anhaltens auf Wegen und Plätzen versäume man nicht, mindestens einen Zugstrang abzuspannen. Besonders wird bei der Be- nutzung von Fuhrwerk in der Emtezeit häufig nicht ^f âige Vorsicht beachtet. Man lasse sich durch die M der Ernte gebotene Eile nicht verleiten, die ge- ^chrnnMn Vorsichtsmaßnahmen, deren Einhaltung ^E Muhe, noch nennenswerten Zeitverlust bsan-- spruchr, arch« Acht zu lassen. AM bleibe man nicht aus reiner Bequemlichkeit während der Heimfahrt auf E EÄoenen Erntewagen sitzen, wodurch alljährlich vre-ie tödliche Ungtücksfälle hervorgerufen werden. Bau- icye Anlagen und Einrichtungen sind sorgfältig in« stLlwzufetzen. Tagtäglich entstehen in der Erntezeit ow schwersten Unfälle durch Fall von Treppen, Leitern, Vogen, Buhnen und bergt. Bewegliche Treppen und Leitern, die als Zugang zu erhöhten Stellen dienen, Ehen am obereil Ende mit Haken zum Einhängen Er m sonstiger Weise (z. V. Lurch Seil oder Kette) g befestigt sein, daß sie weder abrutschen noch zur wite gleiten können, Treppen von mehr als 4 Stufen Wßerbem wenigstens auf einer Seite mit einem Gs- mnber oder Handlauf versehen sein. Leitersprossen Mlfen nicht in einer Vertiefung in Holmen stecken, one^rn Mi! gen auf beiden Seiten ganz durch den
Ebenso verhängnisvoll wie die Mstelvertetzungen der Hände pflegen die AuMnvevletzungen zur Ernte- zeit bei der Lomdbevötkerung zu werden. Die große Zahl der um diese Zeit bei Erwachsenen auftretenben! HovichauigofchWÜre ist gewöhnlich hervorgerufen durch «ne anfänglÄh kaum beachtete geringfügige Verletzung bis Auges. Sie kommt meistens zustande durch eine gegen das Auge schlagende Getreideähre, einen Stroh- Halm oder durch Zurückschlagen eines Zweiges gegen das Auge, wie es sich z. B. leicht ereignet, wenn zwei Personen H interemander ein Gebüsch durchsBrei ton. Solche geringfügigen Augenverletzungen, bei benetz kâeswegs, wie der Benetzte häufig glaubt, ein FremLi- törper im Auge zurückbleibt, sondern nur eine Keine Abschürfung der Hornhaut zustande kommt, die den andauernden Schmerz unterhält, sind für das Auge äußerst gefährlich. Ist am Tage nach einer solchen Verletzung das Auge noch schmerzhaft, so ist sicher eine Infektion eingetreten und eine sofortige angenärzüiche Behandlung geboten. Nur so kann es gelingen, der Entstehung eines Hornhautgeschwüres noch vorzärgen, wrlches die Sehkraft aufs äußerste gefährdet; denn das Geschwür hinterläßt stets einen weißen undurchsichtigen Flecken (Narbe) auf der Hornhaut, der nicht! mehr ganz zu beseitigen ist. Gsra-e die angeführten, Wfig geringfügig erscheinenden Verletzungen sind besonders typische Gslegenhertsursachen für die Ent« stehung der Hornhautgeschwüre, derjenigen Erkrankung also, welche bei Erwachsenen am häufigsten das Setz« vermögen dauernd schädigt. Die Zahl derjenigen, welche auf solche Weise das Sehvermögen eines Auges ver- toren haben, beträgt allein in Westfalen im Bereichst der dmdwirttMPlichen WrufsgerHsfenschast 'tn den letzten 25 Jahren viele Hundert. Bei allen, auch dey oft zunächst nur gering erscheinenden Augenverletzurtge» ist Behandlung durch den Hausarzt niemals ausreichend. Nur sofortige augenärztlichs Hilfe kann vor dem Verluste des Augenlichtes bewahren. Wer ant Tränenfluß der Augen infolge Erkrankung des Tränen- kanals leidet, darf nicht in staubiger Luft z. B. beim! Droschen arbeiten weil die geringste Verletzung Les Amzes bei ihm eine schwere Entzündung am Angs d^voc rufen sann, die zum Verlust des Sehvermögens
Bei allen schweren Verletzungen ist sofortige Ueber, führung in ein Krankenhaus am Platze, weil hier dick Art der Verletzung durch Röntgenuntersuchung sicher gestellt, Bchmidlung und Pflege bedeutend erleichtert werden. Jedenfalls ist bei allen erheblicheren Verletzungen sobald als möglich ärztliche Hilfe in Anspruchs zu nehmen. Kann der Arzt nicht gleich zur Stelle fein, so wendet sich der Verletzte zweckmäßig an die Ge- memdepflegeststionen oder die GsmeinLehelferinneir, die in der ersten Hilfeleistung bei Unfällen erfahren sind. Diese stellen werden von der Berufsgenossenschafk unterstützt und lassen chre Hilfe dem UnfMvsrletztetz kostenlos zuteil werden. Die Westfälische landwirt- schafÄlche Berufsgenossenschaft finbet sich in Erkenntnksi der Wichtigkeit einer raschen und sachgemäßen Hilf« regelmäßig bereit, bei rechtzeitiger Meldung ter Unfälle freie Behandlung auf ihre Kosten zu gewähren. Die Vorteile dieses schadenverhütenden Wirkens der Ve- rufsFenossenschaft kommen naturgemäß in gleicher Werse den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern zu gute.
Mögen diese Ratschläge namentlich von allen Ar- beitaebern bcherzigt werden, besonders zur Jetzt^it, wö es überaus wichtig erscheint, die Reserven der Volkskraft ans Cent Lande zu erhaltetz und vor Krüpelèum zu be- wahren.
Zur GrüWtieruAg ds§ GsWgelr.
Das Grün futter gehört bei unserem Geflügel zK den wichtigsten Futtermitteln; ja,-man darf ohne Uebertreibung sagen, daß ein Huhn ohne Grünfutter nicht ür längere Zeit gesund und leistungsfähig erhaltetz werden samt. „ Grünfutter ist für Hühmr dasjenige, was Früchte für Menschen sind; es reinigt das Blut, kräftigt dadurch die Nerven und korrigiert die inneren Organe, sagt Emirat in ferner „NulMslügelzucht"« Den guten Einfluß des Grünfutters auf das Wohk. HMen der Tiere wird man auch bald an den Käm.