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Sem 8

Bonnerskaq den 14. Dezember

Är. $93

Lokales.

Hana«, 14. Dezember.

44prozenlkge Aufbesserung der Beamtengehülter.

Am gestrigen Mittwoch nachmittag haben Im Reichsfinanzministerium Verhandlungen mit den zuständigen Verbänden der Beamten und Angestellten über die Angleichung der Dezem- berbezüge an die Teuerung stattgefunden. Es wurde eine Einigung auf der Grundlage er­zielt, daß eine Erhöhung der durchschnittlichen Dezemberbezüge gegenüber den durchschnitt­lichen Novemberbezügen um etwa 44 Prozent eintritt. Das Reichskabinett wird voraussicht­lich am Donnerstag über diese Regelung Be­schluß fassen. Die Auszahlung der erhöhten Be­züge soll nach Möglichkeit noch vor Weih­nachten erfolgen.

Matzuahmen gegen diePreistretberei.

Um der in der letzten Zeit auf allen Gebie- len des täglichen Bedarfs zunehmenden Teue­rung entgegenzuwirken, hat der preußische Kommissar für Volksernährung an alle Ober- und Regierungspräsidenten einen Erlaß gerich­tet, in dem es ihnen zur Pflicht gemacht wird, kein Mittel unversucht zu lassen, das geeignet und zweckmäßig erscheint, die Auswüchse bei der Preisbildung zu bekämpfen. Insbesondere wird den Preisprüfungsstellen eine wesentliche Mitwirkung in diesem Kampfe zur Pflicht gemacht und empfohlen, den amt­lichen Organen ein beratendes nichtamtliches Organ beizugeben, das aus Vertretern der Landwirtschaft, der Industrie, des Handels und der Verbraucher bestehen soll.

Gesetzliche Erhöhung der Hypotheken- zinsen?

DerBerliner Lokalanzeiger" erfährt von parlamentarischer Seite, daß es nicht ausge­schlossen ist, daß in der nächsten Zeit eine Vor­lage ausgearbeitet wird, die für den gesamten Mittelstand von allergrößter Bedeutung sein würde. Diese Borlage soll eine Erhöhung derHypothekenzinsen vorsehen. Aehn- Hd) wie das Reichsmietengesetz Zuschläge auf die Miete vorsieht, sollen auch die Hypotheken- zinsen gewisse Zuschläge erhalten. Der Gedanke ist vor einiger Zeit im preußischen Staatsmi­nisterium entstanden. Es verlautet, daß eine in Preußen entstandene Vorlage bereits im Reichswirtschaftsministerium liege.

* Neue Briefmarken. In der Reichsdruckerei sind neue Freimarken zu 50 Mark in Buchdruck in grüner Farbe mit rötlich-violettem Unter­drück auf weißem Waffelmufterpapier herge­stellt worden, ebenso neue Freimarken zu 200 Mark, 300 Mark und 500 Mark in Tiefdruck auf rehfarbigem Rautenwasserzeichenpapier, und zwar die Freimarken zu 200 Mark rot, die zu 300 Mk. grün, zu 500 Mark orange.

* 3n dem Wettbewerb für das größte Büro­haus Berlins wurde der dritte Preis dem Ent­wurf der Architekten Professor Bruno Möh­ring, Berlin und Hans Spitzner, Berlin- Hanau zuerkannt.

* Hanauer Gechichlsvereln. Die Mitglieder feien auf den Vortag heute abend 8X Uhr im Elefanten aufmerksam gemacht. Herr Dr. Heiler spricht über Luthers Stellung zur Doppelehe des Landgrafen Philipp von Hessen. Gäste, auch Damen, sind willkommen.

* Bleirohrdiebstahl. Aus dem Abort eines Hauses der Nordstraße wurde in der vergange­nen Nacht das Bleirohr entwendet.

Flammen.

Roman von HansSchulze.

44. Fortsetzung. (Nachdr. verboten.)

Immer nur hatte er Blumen geschickt, nichts als Blumen und dann und wann ein paar kurze Zeilen, so flüchtig und frostig, so sichtbar ge­zwungen, daß sie seine nichtssagenden Briefe kaum mehr zu öffnen gewagt hatte.

Das Mittagessen verlief dank der Anwesen­heit der Wartenberger Gäste erträglicher, als Herta gedacht hatte.

Hella war mit der üblichen Entschuldigung starker Herzschmerzen wieder einmal auf ihrem Zimmer geblieben und auch Dr. Reinwaldt, der zu einem gerichtlichen Termin nach Frankfurt geladen worden war, fehlte in dem gewohnten kleinen Kreise.

Dafür entfaltete jedoch der wellerfahrene, vielgereiste Herr Krause all seine mannigfachen gesellschaftlichen Talente und erzählte seine drolligen Schnurren aus seiner Apothekertätig­keit in Mexiko und Florida mit einem so ur­wüchsigen Humor, daß selbst das ernste Gesicht der Baronin zuweilen ein leises Lächeln über- flog.

Nach dem Kaffee saßen die beiden jungen Mädchen dann auf der Terrasse und stellten zum zehntenmal die Trschordnung der Verlobungs­tafel zusammen.

Reckentms hatten am Morgen wegen eines plötzlichen Todesfalles in der nächsten Ver­wandtschaft desalten Blücher" abgesagt und bald darauf hatte auch der Wartenberger Land­rat angerufen und aus dem gleichen Grunde ge­beten, sein Fernbleiben von der Feier zu ent­schuldigen.

So gab es denn eine Menge notwendiger Platzocrschiebungen, die zuerst auf einem großen Bogen strategisch durchgearbeitet werden muß­ten, ehe sich die allgemeine Rangordnung nach Alter, Stand und Würde wieder einigermaßen jns MichLewicht bringen ließ.

* Ein lächerlicher Schwindel. Es sind uns wieder einige Exemplare von den amerikani­schen Kettenbriefen, mit denen den Adressaten viel Glück versprochen wird, und die anscheinend in größerer Zahl hier eingetroffen sind, über­bracht worden. Wir haben schon in einer der letzten Nummern vor dem Unfug gewarnt und empfehlen heute nochmals allen Personen, die mit solchen Briefen belästigt werden, die Kette zu unterbrechen, indem sie die Schreiben ver­nichten. Es ist schade um jeden Federstrich und jedes Stückchen Papier, ganz abgesehen von dem hohen Porto. Wenn uns die Amerikaner beglücken wollen, so sollen sie das Unrecht wie­der gut machen, das Wilson mit feinen bekann­ten 14 Punkten dem armen Deutschland zuge­fügt hat. Auf ihre abergläubischen Kettenbriefe wollen wir gern verzichten.

* Skadttheaker. Heute Donnerstag abends VA Uhr (Geschl. Vorstllg. d. Bühn.-V.-Bds. Gr. A)Was ihr wollt". Freitag, 15. Dezbr., abends 7% Uhr (14. Vorstellung im Freitag- Abonn^ 1. Wiederholung des LustspielWas ihr wollt", das bei seiner Erstaufführung mit großem Beifall ausgenommen wurde. Sams­tag, 16. Dezember, abends 7% Uhr, 2. Wieder­holung der OperetteSchwarzwaldmädel". Abonnementseinzeichnung. Die Li­sten zur Einzeichnung für die 2. Abonn.-Serie dieser Spielzeit liegen im Theaterbüro täglich in den Stunden von 101 und 47 Uhr auf. Die Abonnenten der 1. Serie haben das Vor­recht auf ihre Plätze bis Montag, 18. Dezember.

* Die Bismarckjugend der Deutschnationalen Volkspartei veranstaltet am Sonntag, 17. d. M., im Hotel zum Riesen ihre diesjährige Weih­nachtsfeier. Dem Ernste der Zeit entsprechend soll die Feier in schlichter und würdiger Form begangen werden. Die Festrede liegt in Händen von Herrn Pfarrer Kranepuhl. Beginn der Feier ist auf 5 Uhr nachmittags festgesetzt. Ein Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Eine Ein­ladung erfolgt nochmals durch Inserat in der Samstagsausgabe.

* Ein Achtzigjähriger. Heute feiert Herr Geldbrisfträger a. D. Josepf Tragbar seinen 80. Geburtstag in noch körperlicher und geisti­ger Frische.

Berufsberatung.

Oberstleutnant a. D. Friedrich Wilhelmi.

Dienstag abend fand in der Aula der Ober­realschule ein Vortrag des Direktors des Ve- rufsamtes in Frankfurt a. M. statt, zu dem neben den Eltern auch Schüler in großer Anzahl erschienen waren. Leider holte der Vortragende um den Beruf des Reichswehrsoldaten ins rechte Licht zu setzen in einem ganz unnötigen und schiefen Vergleich mit der ehemaligen Armee die alten Schlagworte vonKadavergehorsam" undStaatsidiot", das soll bedeuten, wenn ein Junge zu keinem andern Beruf tätigt, so läßt man ihn Offizier werden, hervor, und dies an­gesichts der Tatsache, daß im Weltkriege etwa 90 Prozent der aktiven Offiziere für das Vater­land geblutet haben, davon 27 Prozent den Heldentod gestorben sind, daß unser Volk in Waffen 4% Jahre einer Welt von Feinden ge­trotzt und Leistungen vollbracht hat, die nicht möglich gewesen wären, wenn nicht seit Scharn­horst und Bork die Erziehung des Soldaten zum selbständig denkenden und handelnden Menschen als wichtigster Grundsatz an der Spitze unserer militärischen Vorschriften gestan­den hatte und die Grundlage aller Gefechtsaus­bildung gewesen wäre. Um nun nicht mißver­standen zu werden, möchte ich betonen, daß wir mit Genugtuung und Dankbarkeit die Arbeit unserer Kameraden in der Reichswehr verfolgen

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Kaum war diese schwierige Aufgäbe erledigt, als der Pahlowitzer Lehrer gemeldet wurde.

Er hatte gebeten, mit seinen Kindern nach der Tafel singen zu dürfen, und legte nun unter vielen Dienern sein Programm vor, das schöne Lied von derteueren Heimat" und denLeier­mann" von Schütte, den Herta und Trude schon als kleine Mädchen in der Pahlowitzer Dorf­schule mit Inbrunst gesungen hatten; außerdem einen neuen mehrstimmigen Chor, in dem ein langgezogenes, tremolierendesWir grüßen Euch, wir grüßen Euch" in kunstvollen Durchflechtungen immer wiederkehrte.

Er wurde nachträglich zum Kaffee einge­laden und in der Verlegenheit von Fräulein Grigoleits Kuchen, als ob er seit drei Tagen gefastet hätte.

Um sechs Uhr rückte der Dekorateur, der bis dahin im Speisesaal gearbeitet hatte, mit seinen Gehilfen bis auf die Veranda hinaus, daß Herta sich endlich mit unverholener Empörung aus ihrem Klubsessel aufrichtete.

Verlobte!

Die zur Veröffentlichung in der Weihnaehts-Nummer des Hanauer Anzeiger in Aussicht genommenen Verlobungs-Anzeigen bitten wir, uns schon jetzt aufgeben zu wollen, um ihnen einen typogra­phisch hübschen Satz und einen guten Platz bei der Einteilung des Blattes sichern zu können.

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Msi'is^te

und mit Freude feststellen, wie dort der alte Soldatengeist, der Geist von 1914, der von unse­ren eigenen Volksgenossen vernichtet worden war, wieder Einzug hält und Leistungen hervor­bringt, die uns mit Hoffnungen für die Zukunft erfüllt.

Ich will bei der ungeheuren Not des Vater­landes, die uns veranlassen sollte heute zu­sammenzustehen, um auf den noch vorhandenen gesunden Grundlagen unseres Staatlebens, zu denen unsere ehemalige Armee sicher gehört, neu aufzubauen, die alten Wunden nicht durch unnötige Polemik aufreißen. Diese öffentliche Feststellung war eben meines Erachtens notwen­dig, um das Andenken an unsere alte unvergeß­liche Armee und ihres Offizierkorps, von dem bekanntlich Bismarck sagte, daß es uns kein anderes Land nachmachte, in den Herzen unse­rer Jugend als heiliges Vermächtnis aus Deutschlands großer Zeit rein zu erhalten. Zwei ausländische Urteile mögen diese Zeilen be­schließen: Der französische Generalstabschef Buat beginnt sein Buch über unseren Feldmarschall Hindenburg:Hindenburg und Ludendorff, zwei große Deutsche, deren Namen die Geschichte nicht mehr trennen wird." Hier ist der Geist Uorks, so schreibt er über Hindenburg, der Geist, der offenbar eine starke geistige Festigkeit dem eigenen Ich und andern gegenüber voraussetzt, der aber trotzdem den Untergebenen das Recht und die Pflicht läßt unabhängig aus eigener Initiative zu handeln. Und der Schweizer Histo­riker Stegemann schreibt am Ende seiner Ge­schichte des Weltkrieges dieses Heldenliedes des deutschen Volkes:So bleibt dem deutschen Heere der Ruhm unter den schwierigsten Um­ständen vor sich den Feind, hinter sich die Revo­lution, von den Bundesgenossen verlassen, aber sich selbst getreu und seiner unsterblichen Taten eingedenk, bis zum letzten Augenblick gefochten zu haben, ohne die Grenzen des Vaterlandes zu öffnen. Die Kriegsgeschichte wird ihm, ob Deutschland auch den Krieg verlor, zu allen Zeiten und vor allen andern Armeen den Lor­beer reichen.

Landkreis Kana«.

* Willekbuchen, 14. Dezbr. (Goldene Hochzeit) feiern morgen der Wagner Herr HHirn Giesel I. und Frau Sulane, geb. Glas.

* Dörnigheim, 13. Dezbr. (DasFestder silbernen Hochzeit) feiern morgen Herr Obst- und Gemüsehändler Karl Völker und Frau Maria, geb. Sendelbach.

g. Windecken, 14. Dezbr. (Fahrraddieb- stah l.) Einem hiesigen Einwohner wurde ein Fahrrad (Marke Torpedo, gelbe Felgen) ge­stohlen. Im Verdacht stehen zwei Dreschmaschi­nenarbeiter. W

* Großauheim, 13. Dezbr. (Abgefaßte Schafdicbe.) Am 7. d. Mts. ist esbem Ober­landjäger Weißhaar gelungen, zwei Schafdiebe von hier, die des Nachts mit je einem noch abge­zogenen Hammel auf ihren Rädern eben zu Hause angekommen waren, abzufassen. Da beide zunächst einen Schafdiebstahl leugneten, wurden sie in Haft genommen, konnten aber nach eini­gen Tagen, nachdem sie noch zwei weiterer Diebstähle überführt waren, wieder freigelassen werden. Somit ist es gelungen, von den vielen Schafdiebstählen im Landkreise einige aufzu­klären und die Täter der gerechten Strafe zu­zuführen.

* Niederrodenbach, 13. Dezbr. (Dieb- st a h l.) Nachdem vor etwa 34 Mochen einem hiesigen Gastwirt ein 2% Meter langes und 10 Cmtr. starkes, eisernes Rohr vom Dachkändel 1 entfernt wurde, ist demselben in der Nacht vom

Nun wird es mir aber mit dem Geklopfe und Gehämmer doch zu bunt!" sagte sie ener­gischKomm, Trude, wir flüchten hier und suchen Hagedorns heim. Ich muß mich wieder einmal an dem Lebensglück der schönen Emilie erheitern!"

Bestell-n Sie der Frau Baronin, wir wären nach der Pastorei gegangen," rief sie dann einem der Hausmädchen zu.Mit dem Abendbrot braucht nicht auf uns gewartet zu werden."

Einundzwanzigstes Kapitel.

Herta und Trude hatten sich aus dem sen­genden Sonnenbrand des Vorplatzes sogleich in den Schatten der Buchenallee geflüchtet und wandten sich dann am Rande des Rosen­gartens zum See hinunter.

Trotz der vorgerückten Nachmittagsstunde war es noch immer drückend heiß.

Das Kavalierhaus ragte wie ein alter, ver­lassener Tempel in die große Stille hinein, das verschnörkelte Dach vom Sonnenglanz über­flimmert.

In dem duftigen Blau des Himmels schwamm nur ein einziges weißes Wölkchen und trieb still dahin, wie ein vom Sturm zerschlisse­nes Segel.

Das gibt heute noch ein Gewitter!" meinte Trude, ihm prüfend nachblickend.Weißt du, Herta, wir holen schnell noch unser Morgenbad nach. Zu dem langweiligen Brautpaar kom­men wir noch immer früh genug!"

Sie hatte sich auf der Bank, an ihrem allen Badeplatz niedergelassen und schauten auf die metallisch blinkende Wasserweite des Sees hin­aus, über der ein Mückenschwarm wie eine summende Säule stand.

Herta bohrte die Spitze ihres Sonnen­schirms unschlüssig in ein am Boden liegendes Borkenstück.

Ich habe heute keinen rechten Schneid mehr zu baden, aber ich will gern auf dich warten!"

Trude hatte sich in ihrer lebhaften Art be­reits ihre Taille aufgehakt.

8. zum 9. ds. Mts. ein zweites von bis jetzt u, bekannten Tätern geholt worden. Beschs nahmt wurde eine 16 T-Schiene von 1,60 M Länge, welche ein junger Bursche an einen Alt- Händler verkauft hatte. Da eine einwandfrei, Herkunft der Schiene nicht festgestellt werde» konnte, wird mit Bestimmtheit angenommen daß diese von einem Diebstahl herrührt. Sa^ dienliche Mitteilung nimmt das Landjägers Niederrodenbach entgegen.

Aus Nah und Fern.

Frankfurt a. 21t., 13. Dezbr. Wegen dringen­dem Verdacht, Ausländsbriefe beraubt zu haben wurde hier ein Ober-Postsekretär aus Köln fest, genommen. Er hat hier allwöchentlich in einer Wechselstube ausländische Geldnoten, die er vermutlich den Briefen entnommen hat, umge- wechselt. Schon längst hatte er sich durch große» Lebensauswand bemerkbar gemacht. So unter­hielt er, neben seiner Wohnung in Köln, auch hier eine Bierzimmerwohnung. Seiner hiesige» Geliebten hatte er sehr kostbare Geschenke ge< macht. Während die Mutter zum Milchhole» fort war, fingen die Kleider des in der Woh­nung in Bonames zurückgebliebenen 5jährige» Töchterchens auf noch nicht aufgeklärte Ursache Feuer. Das Kind kam mit schweren Brandwun- den ins Krankenhaus, wo es alsbald nach der Einlieferung verstarb.

Fulda, 13. Dezbr. Ueberfahren wurde gestern mittag am Peterstor durch den Anhänger einer Kraftwagens das 7jährige Söhnchen eines hie­sigen Bürgers. Das Rad ging dem Kind übet den Unterleib und verursachte anscheinend eint innere Verblutung, die kurz nach Einlieferung ins Krankenhaus den Tod herbeiführte. Das Kind ist beim Ausweichen vor einem Pferd unter den Kraftwagen geraten.

Wörlh a. RH., 13. Dezbr. Hier verhaftete die Polizei im Straßburger Schnellzug zwei Schie­ber, die in ihren Kleidern schwere goldene Schmuckgegenstände, mit Brillanten und Edel­steinen besetzt, versteckt bei sich trugen.

Ludwigshafen, 13. Dezbr. Ueber die schm kurz gemeldete Bluttat eines Franzosen wird noch weiter berichtet: Der 26 Jahre alte, erst seit kurzem verheiratete Beamte der Reichsver- mögensverwaltung Ludwigshafen Artmam wurde von der Frau des französischen Sergean­ten und Regimentsschreibers Moutz in die Woh­nung gerufen, weil in dem Hause die Wassecki- tung schadhaft geworden war. Pflichtgemäß be­gab sich Artmann in die Wohnung des fran­zösischen Sergeanten. Als er mit der Frau ver­handelte, erschien plötzlich der Sergeant im Zim­mer, rief: Was tun Sie bei meiner Frau? und gab aus einem Revolver einen Schuß auf Art­mann ab, der ihm in den Unterleib drang, den Dickdarm zweimal durchschlug und die Nieren verletzte. Artmann wurde ins Städtische Kran­kenhaus geschafft, wo er schwer verletzt daruie- b erliegt. An seinem Aufkommen wird gezwel-

StaelKlieater Maas au

Direktion: -lob. Poetsch, Telephon 160.

Donnerstag den 14. Dez., 7^, Uhr (geschl. Vorstellung d. Bühnen-Volks-BundeS Gr. A)

Was ihr wollt

Lustspiel in 5 Akten von Shakespeare.

Freitag den 15. Dez 7/a Uhr

(14. Vorstellung int Freitag - Abonnement)

Was ihr woHt

Lustspiel in 5 Akten von Shakespeare,

Also los!" rief sie durch die Tür des Häuschens zurück.In zwei Minuten bin ich ausgezogen!"

Dann stand sie in ihrem seidenen Badetrlloi schlank und braun wie eine zierliche Bronze­figur in dem weichen Sand des Ufersaumes um ließ sich den leise vorschwellenden Gischtstreisen des Wassers um die schmalen Füße spielen.

Ich rudere erst noch ein Stück auf den sagte sie, die runden Arme wohlig reckend. $lfr in der Bucht wird man ja von den Mücken rein aufgefressen!"

Aber Trude, das Gewitter!" h

Ach was, das kommt vor dem späten Abem doch nicht herauf!" war die geringfchätzige W wort.Und bis dahin sind wir längst wieder zurück. Du willst heiraten und bist noch immer so eine entsetzliche Bangbüx!"

Herta hatte die Hände in den Nacken kreuzt, ihr Blick glitt fehnsüchtig über das ruhe­lose Gleißen und Glitzern zu ihren Füßen.

In die Strömung hinein, fortgerissen werden immer weiter bis ins Murer- meer, in die blaue Unendlichkeit, das war e»> wonach es sie gerade verlangte. .

Vor ihren Augen flimmerte es plötzlich, von ungeweinten Tränen. .

Ich fahre mit, Trude," sagte sie, sich eure" Ruck gebend.Komm, wir wollen das losmachen."

Dann trieben sie aus der Bucht des Bade­strandes gemächlich auf die Höhe des Sees.

Das Wasser sang und rauschte um den Fre­und die Bilder der waldigen Ufer standen dum in der klaren Flut. .,

Herta hatte ihren Strohhut neben sich a j die Steuerbank gelegt und schaute verträumn der durchsichtigen Kuppel des Himmels ewp ' in der sich ein Fischreiher allmählich imu höher und höher schraubte.