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Ar. 285

General-Anzeiger

Amtliches Orga» sSr EksSl- und Landkreis Lansu

Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feierlage

MenAtsW Ken 3. DezsMdsr

Erfüsiuns-ort und Gerichtsstand für beide Teile Hanau a. M. - 3m Fall« böberer Gewalt. Streit uiw.. bat der Bezieher keinen Anfviuch auf liieferung ober Nachlieferung oder auf Rückzahlung bee Bezugs- vreiits. Für PlaUvorichrrft u. Erfcheinungstage der Anzeigen wird keine Gewähr geleistet

IM

Z3KSS

Das Neuefte.

Heute abend wird Reichskanzler Dr. Cuno â Führer der Reichstagsfraktionen sowie einige andere prominente politische Persönlich­keiten zu einem parlamentarischen Abend bei ich empfangen.

Die.französische Polizei in Wiesbaden hat erneut den schon vor einiger Zeit verhafteten Dr. Pranger, der später wieder freigelassen wurde, verhaftet. Ueber die Gründe verlautet noch nichts.

Nach einer Meldung aus Newyork soll Morgan, der von seiner Europareise zurückge­kehrt ist, erklärt haben, daß er nicht nach Brüs­sel zur Konferenz gehen werde.

Clemenceau wird heute von Baltimore nach Washington zurückkehren und voraussicht­lich von Harding und Wilson empfangen werden.

d In Lausanne stieß man gestern bei Be­handlung der Meerengenfrage auf Schwierig­keiten.

Das jugoslawische Ministerium ist gestern zurückgetreten. Der König hat die Demission angenommen.

Die WexMalloNsfragS.

Ein angeblicher deutscher Skabilisierungsplan.

Paris, 5. Dez. DieDaily Mail" will er­fahren haben, daß ein neuer deutscher Plan da­rin besteht, daß eine große Anleihe in Goldmark hauptsächlich bei amerikanischen Finanziers auf­gebracht werden solle. Man will sie dazu ver­wenden, um die Mark zum Kurse von 800 Pa­piermark für eine Goldmark zu stabilisieren. Die Anleihe würde aber zum größten Teil sür die Reparationszahlungen verwendet werden, doch müsse das Londoner Ultimatum vom 15. Mai 1921 mir allen seinen Bestimmungen, ins­besondere auch mit der Einhebung der Aus- suhrtaxe, fallen gelassen werden.

In"Paris wird erklärt, daß diese Bedingun­gen absurd seien. Diese Anleihe würde nicht oazu führen, um Deutschland aufzuhelfen, son­dern nur den internationalen Finanziers, die in Mark spekulierten,' dazu verhelfen, daß diese wiederum zu ihrem Gelde kämen. In London wird die französische Regierung ihre eigenen Vorschläge erstatten, die darin bestehen sollen, daß eine internationale Anleihe zwischen Deutschland und Frankreich geteilt werden soll, aber diese Anleihe müsse von den strengsten internationalen Kontroll­maßnahmen über die deutschen Finanzen be­gleitet sein, etwa in der Weise, wie sie nunmehr Oesterreich durch den Völkerbund auferlegt würden. Ein Moratorium würde Deutschland vur unter der Bedingung gegeben, daß Frank­reich bestimmte produktive Pfänder bekommen könnte. Würden diese Vorschläge in London abgelehnt, so sei die französische Regie­rung fest entschlossen, die im Elysee durchbe­ratenen Pläne an Zwangsmaßnahmen Zur Erlangung produktiver Pfänder durchzu- sühren.

London, 4. Dez. Blättermeldungen zufolge, werden Bonar.Law und seine Soliegen im Kabinett einen großen Teil ihrer Zeit in dieser Woche einer eingehenden Prüfung der Repa- rationsfrage widmen. DemEvening Stan­dard" zufolge verlautet, daß der schriftliche Mei­nungsaustausch zwischen den Premierministern Frankreichs und Belgiens dazu geführt habe, baß 'die belgische Regierung endgültig zu oer= Man gab, daß sie nicht mit den französischen -Vorschlägen übereinstimme, die gegen Deutsch­land in Aussicht genommen wurden für den pall, daß ein für Frankreich nicht befriedigen- aes Moratorium beschlossen werden sollte. Diese èschläge umfaßten, wie verlautet, die Be- lchlagnahme der Industrien im Ruhrgebiet.

... London, 4. Dez. Bonar Law hat neuer- ^ngs wieder erklärt, daß erkeinerleiJn- l a r m a t i o n e n bezüglich eines französischen -planes wegen der Besetzung des Ruhr- babiets habe.

Loucheur drohk.

l6.^0m, 4. Dez. In einem Interview des "^tornale d'Jtalia" erklärte Loucheur:

»Frankreich leidet an einem Mangel an ohlenproduktiost, England und Deutschland "Segen an Ueberproduktion. Man kokste J? eine Verständigung zwischen Frankreich Mo Deutschland finden. Was aber würde dann hott n dazu sagen? Daher glaube ich, wäre es Iler, ein Abkommen zwischen Deutsch- » n d einerseits und Frankreich und I t a - t ?n .andererseits zu treffen» denn Frankreich M reiche Erzlager, Deutschland ist reich an wiiâ un& Steiften fehlt beides. Auf den Ein­ars des durch so viel Eisifachheit etwas ver­

blüfften Korrespondenten, ob denn da also England und Belgien ausgeschal - t e t werden würden, antwortete Loucheur: Ja, gerade das möchte ich damit sagen. Wenn wir eine solche Entente machen würden, ohne Eng­land und Belgien, könnten wir unseren beiden Ländern ein mächtiges Uebergewicht über die beiden anderen verschaffen.

Nach diesen verheißungsvollen hors dOeuv= res rückte der freundliche Gastgeber mit seinem Hauptgericht heraus. Deutschland habe den Krieg entfesselt, um die Welt wirtschaftlich be­herrschen zu können. Italien habe hundertmal Recht, wenn es sich beklage, daß ihm die Frie­densverträge die notwendigen Rohstoffe nicht verschafften. Deutschland habe noch keinen Cen­time für Reparationen bezahlt (!), während Frankreich 80 Milliarden ausgegeben habe. Es ist der g-oße Irrtum Deutschlands, daß es nicht den Mut gefunden hat, seine Währung zu stabilisieren." v. Bergmann habe klar gesehen, sei aber weder von der öffentlichen Meinung, noch von seinen Kollegen verstanden worden.

Und nun der Knalleffekt.Deutschland ist auf dem verhängnisvollen Wege zum Zusam­menbruch und der Zusammenbruch führt oft direkt zur Revolution. Wir sind an einem Punkte angelangt, wo sich die Krankheit Deutschlands so schwer erweist, daß man in Eile nach dem Chirurgen rufen muß. Deutschland hat sich damit ruiniert, daß es nicht bezahlt hat. Ein französisches Sprichwort sagt in der Tat: Wer seine Schulden bezahlt, bereichert sich. Aber Deutschland hat sich selber in den Abgrund ge­stürzt. Man muß nun Brüssel abwarten. Wei­

gert sich Deutschland, zu zahlen, so beschleunigt es seinen Zusammenbruch. Wenn das Debakel

Politik wegfegen und eine neue Ordnung der Dinge schaffen. Nur wenn Deutschland vorher zahlen sollte, könnte es sich das alles ersp«ren."

(Ein neuer Köder, der Moussolini von den Franzosen vorgeworfen wird.)

:d die. Revolutiondieunvernünftige Ausnahme der_türkischen geschloss gfegen und eine neue Ordnung der den. Von- io!nmerziâ-i>^

Ein deutsch-französischer Liefcrungsverkrag.

Mönchen, 4. Dez. Zwischen französi­schen Gruppen und dem Deutschen Jndustrieverband wurde am 2. Dezem­ber in München ein Mantelvertrag abgeschlos­sen, in dem die Grundzüge von Rohstoffliefe­rungen und Sachlieferungen sestgelegt sind. Nach Abschluß der Verhandlungen hielt der Präsident der französischen Handelskammer zu Köln Dr. Rousset eine Ansprache, worin er u. a. erklärte, daß man nicht aus der Not Reich­tümer sammeln, sondern die Not überwin­de n solle. Er freue sich ganz besonders, daß der Deutsche Jndustrieverband sich in dem schö­nen und gesunden Bayern unbeirrt durch Zeit; strömungen zusammengefunden habe, um dem Rechte an Arbeit und persönlicher Leistung zu der Anerkennung zu verhelfen, ohne die kein Volk der Erde glücklich und geachtet fein könne. Er sei überzeugt, daß der Deutsche Jndustriever­band ein Stützpunkt für die kommende euro­päische Wirtschaft sein werde, von dem der Segen der Beruhigung, des Verstehens und der gegenseitigen Achtung ausgehen müsse. Die Ordnung der Wirtschaft sei die Vorbedingung der Ordnung der Staaten und für jedes fried­liche Zusammenarbeiten sowie für den fried­lichen Wettstreit der Völker untereinander. Kommerzienrat Anton Schlüter betonte in seiner Erwiderung, daß es sich hier um freie Vereinbarungen zwischen maßgebenden Person- lichkeiten des französischen Wirtschaftslebens und dem Deutschen Jndustrieverband handele. Die Wirtschaft fei keine freie Dienerin, sie sei die Ordnung der Arbeit und könne nur leben, wenn man das Gesetz ihres Lebens beachte und be­folge.

L as Problem der Meerengen.

Lausanne, 5. Dezbr. Ueber die erste Sitzung der 2NeerengenKomm:ssion wird fol­gendes Communiquè gusgegeben: Die Kom­mission für territoriale Fragen erörterte die Frage der Meerengen. Die b u l g a r i s ch e und die russische Abordnung waren a n - wesend. Ismed Pascha legte kurz die allge­meinen Grundsätze dar, von welchen sich die tür­kische Abordnung bei der Erörterung der Frage

it-

leiten lassen wolle. Tschikscherin, Duca und Skambulinfki legten sodann den Sfaobpunff der russischen, rumänischen und bul­garischen Abordnung dar. Ismed Pascha er­klärte hierauf, daß unter den der Kommission vorgelegtcn Vorschlägen die iürkisckze Abordnung die Vorschläge der Russen als jene betrachte, welche dem türkischen Standpunkt entsprechen. Die türkische Abordnung wolle aber erst alle vorgelegten Vorschläge studieren, um dann ihren Standpunkt darzulegen. Lord

Cur z o n resümierte die von den verschiedenen Abordnungen vorgebrachten Aeußerungen, wo­rauf die Sitzung um 2 Uhr geschlossen wurde. Der Zeitpunkt für die nächste Sitzung wird später befanntgegeben werden.

Ueber die Debatte in der Meerengenfrage wird noch folgendes bekannt: Nach Eröffnung der Sitzung erklärte Ismed Pascha, daß die Frage der Meerengen nicht ohne die Teilnahme Rußlands gelöst werden könne. Er gab seiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß Rußland an den Arbeiten der Kommission teilnehme. Er erinnerte an den Nationalvertrag, worin ein Punkt sich über die Sicherheit Konstan - tinopels ausspreche. Der Nationalvertrag fordere die vollkommene Unabhängigkeit der Türkei. Infolgedessen erklärte sich Ismed Pascha bereit, alle Abmachungen zu prüfen, welche die Rechte der Türken aufrecht erhalten würden. Lord Curzon erklärte, daß die Mitteilungen Ismed Paschas unzureichend seien. Er forderte weitere Mitteilungen. Ismed Pascha jedoch erklärte: Ich habe nichts hinzufügen. Lord Curzon drückte die Hoffnung aus, daß Is­med Pascha in der nächsten Sitzung wortreicher sein werde, denn die Regelung der Meerengen­frage sei außerordentlich dringend. Sodann sprach Tschitscherin: Die russische Regie­rung wünsche den allgemeinen Frieden, wes­halb sie die Lausanner Konferenz begrüße, doch müsse sie sich darüber beklagen, daß Rußland nur zu den Kommissionsarbeiten für die Meer- ongenfrage binzugezogen werde. Er forderte die Errichtung der v o l l k o m m e n e n Han­delsfreiheit in den Meerengen. Rußland

wünsche, daß in Friedens- und Kriegszeiten die Meerengen für alle Kriegsschiffe mit

en blei-

tanopunrre habe

Rußland alles Interesse daran, daß die Meer­

engen für die Handelsschiffe anderer Völker- offen stehen. Er kritisierte sodann die st a r k e Besetzung Konstantinopels durch alliierte Truppen. Dadurch sei es mög­lich gewesen, daß ausländische militärische Ope­rationen gegen Rußland zu seinem Schaden durchgeführt wurden, insbesondere die Ope­rationen gegen Odessa und Sebastopol, sowie die Unterstützung Denikins und Wrangels. Die Be­setzung Konstantinopels ermögliche auch eine Bedrohung von Sowjetgeorgien.,

Im Namen Rumäniens erklärte Duca, der einzige Zugang Rumäniens zum Meere sei der vom Schwarzen Meere her. Die Meerengen dürften auf keinen Fall geschlossen werden; da­her müsse die Freiheit der Meerengen gesichert werden . Rumänien sei der Forderung Bul­gariens auf einen Zugang zum Aegaischen Meere günstig gesinnt. Rumänien wünsche eine internationale Kontrolle der entmilitarisierten Meerengen. Es wünsche aber auch vor allem Verkehrsfreiheit für alle Schiffe. Rumänien be­grüßte im weiteren eine Meerengenkonvention, in der die Türkei die beste Garantie finden würde.

Für S t a m b u l i n s k i, der nicht franzö­sisch spricht, gab Fräulein Stankieff eine Erklä­rung für Bulgarien ab, in der es heißt: Obwohl Dedeagatsch für Bulgarien den wichtigsten Zu­gang zum Meere darstelle, fünfte sich Bulgarien am Schwarzen Meere und an den Meerengen nicht desinteressieren.

V e n i s e l o s schloß sich den Ausführungen Bulgariens bezüglich der Maritza an und ver­langte das Donauregime für die Maritza. Er er­innerte daran, daß Griechenland von handels­politischen Standpunkte aus die zweite Seemacht der Meerengen sei. Im weiteren erinnerte er an die Konzessionen, die Griechenland bezüglich der Maritza gemacht habe, und verlangte, daß die Türkei Griechenland gleiche Konzessionen in den Meerengen gewähre.

1i-SrunSe«-Arbeil in Autzla«A-

Die Somjetregierung macht alle Anstrengun­gen, um die rote Flotte wieder instand zu setzen. Dieser Tage gingen von der Schiffsbauwerft in Nokolajewsk mehrere Kriegsschiffe, Torpedo­boote sowie ein Unterseeboot nach beendeter Re­paratur nach Sebastopol ab. Auf den Dank des Vorsitzenden des Sebaftopoier Zentralkomitees anwortete ein kommunistischer Schiffrbauarbei- ter:Wir bringen gern 10 bis 11 Stunden täg­licher Arbeit dem Werke des Aufbaues unserer Flotte dar, die gewissenlose Abenteurer wäh­rend der Kriegszeit verkauft haben, da sie zum Schutz und zur Verteidigung der Vaterlandes dienen soll. Unsere Arbeit gehört dem Wohle und Aufbau des Vaterlandes. "Wir brauchen dem ausländischen Proletariat durchaus keine Hilfe zu bringen, das wird sich schon selbst zu helfen wissen."

Bevorstehende Neuwahlen in Deutsch- Osslerreich.

Wien, 5. Dezbr. In Kreisen der Mehrheit Parteien des Nationalrates findeir feit einigen Tagen Verhandlungen über die Frage statt, ob es nicht angesichts der Erledigung der mit den Genfer Vereinbarungen zusammenhängenden Gesetze zweckmäßig wäre, die Durchführung dieser Gesetze einem neuen Nationalrat zu über­lassen. Die' Mandatsdauer des gegenwärtigen Nationalrakes endet erst im Oktober 1923. Eine Entscheidung ist in den allernächsten Tagen zu erwarten und die Neuwablen dürften dann für Mitte März ausgeschrieben werden. Die Christlich-Sozialen und die Großdeutschen er­warten in dem jetzigen Zeitpunkt, da der Ein­druck des Genfer Werkes in der Bevölkerung sehr Lünstig ist, für die Neuwahlen einen großen Erfolg gegenüber den Sozialdemokraten.

Der neue Präsiden! des Slaalsyerichks- Hofes. An Stelle des zum 1. Januar 1923 zu­rücktretenden Senatspräsidenten Dr. Hagen «ist nunmehr endgültig Senatsvräfident. Dr. Schmidt zum Präsidenten des Staatsgerichts­hofes ernannt worden. Dr. Schmidt leitete bt» her den zweiten Strafsenat und war neben Reichsgerichtsrat Liebener stellv. Präsident des Staatsgerichtshofes»

Dsulscher Aeichslag.

Der Reichstag nahm gestern feine Sitzungen feiet* auf und setzte die Beratung einer Reform der « eschäftIorduuua deS Reichstag» fort.

Abg. Fröblich (Komm.) erbebt Einspruch gegen die Kontingentierung der Redezeit, die nach den Ve< schiiisscn bet «ugschussir im allgemeinen 'tz Stunden nicht überschreiten darf. Man wirb damit bis i«mvoui-rte Würde des Rel»,t«ge, nicht wieder- »erstelle« können. Obg. HöUcin /Komm.-x.tckW, »at die Kommnnistei! sich durch keine HöiiSknecktr- oi-dnvng und durch keine Knüppelg«rde in ibrer T-tii- reit belundern lassen werden. Die «dstimmung feste vorläufig anggefetzt.

Nach den OrdnungSbestimmunten kann eine, Redner bt* M»rt entzogn werben, wenn er dreimal in derselben »Ode zur ®<Äe oder jur Ordnung ge. rufen ist. Verletzt er gröblich die Ordnung, fe, kann er von der Eichung «udgeschlofien werden, verläßt er »tu »aal nicht, so kann die Sitzung unterbrochen »bet c.usgedoben werden. Der schuldig- «baeordnet- wird dann ohne weitere» ftr die folgenden 8 Gitznngrtag« «nggeschlosscn. Bei wiederholtem Niderftand gegen die Xtnerbnuvien bei Präsidenten tritt Sulf*M für bie nächsten 20 kch«ng»c«,e ein. «b. Eichhorn (ftantw.) erhebt Linshruch gegen diese Ordnung»- bestuinmungcn, durch die der Reichstag sich selbst ent- manne. Wien wolle hier nur künstlich den Eindruck einer schönen sonnigen Wetter» heroorrnfen, während brauten die Stürme rasen. Schon die wann» Meile sei unerhört, weil sie Demonstrat-onen her- dindere, die betnamt seien, dem Reuhdtag den ivahren Willen bei Volke» mOjittetfen. Der Redner fordert Gtrci*una der Orduunghb-stimmnuge«. Abx. Kahl <D. Vpt.) tritt für die Aufrechterhaltung her Ordnnnatbesbwmungen et«. Der Reichstag wüst« gegen Derrar oder Unart «injelner geschützt werden. Redner erinnert daran, bei er schon im Jahre 18M eine Stärkung der Präsidial, ewalt gefordert habe. (Kbt. Hollein (Komm.), der danernde lärmende Zwischenrufe macht, wirs vom PrSsidenden ernsthaft zur Ordnung verwiesen.. Der Präsident, dessen Un- Varteilich'eit nicht ««getastet werden bars, dürfte tu f»(Äen Fallen der Ordnungtwidrigkeit nicht mehr verlönlich entleiben. Die Strafbestimmungen sollen eine weitere» fest,.legt werden (lärmender Zwischen- rnk bei Lbg. Häklein [ftomm.]). Im englischen P-r- lawent bat man viel schärsere Ordnungrdestiinmnngen, sogar die «uwenduag militanter »ewalt sei borge, feien DaS beweise die Achtung vor dem Parlament.

Ab«. Höst! ein («»mm.) behauptet, bte würdige L-önung bei ganze« Wert«» sei die Absicht, den auf« geschlossenen febgeorbneten die Diäten zu entziehe«. Die Lammnnisten seien arme Leute (Lachen und An­rufeKellan*). Sie mürben sich aber bxr* et« solche Hungerkur den Willen nicht brechen lasse*. Redner erklärt, seine Fraktion werde sich durch Ordunngrbestimmunae» nicht hindern lassen, bat an tun, wad sie für nötig halte. «Der Präsident stellt fest, bat «b, Hökwm mehrfach eine* Ordnungsruf »erdient habe, da» er aber »oh der Erteilung eine! .solchen abgesehen habe, weil er sich teile Wirkanß von ihm »erfhroche« hätte.) Ebn. Schmidt (Soz.) cmhfichlt einen mildernden Antrag, Kinach et* Or»n«ng»r«f durch eine entschul­digende Erklirang bei Xbge»r»neten in den nächsten Tage, w-eder ausgehoben werden könne, und wodurch die Autichlnhfrist von» anst und »tnlO aas 15tagt »erèürzt werde« soll. . , r

Set den «an fslgexben Mfiiwmxngen wird be­schlösse«, bte Redezeit auf 1 «tunte ft st- zu setzen. Sie Seftimwxngen über den >u»schl»h von bibgearbnetex werben in der axlf4utfaffung w gevowmen, Sin deutsch-nationaler kiatrag ant rich:ung einer Parlamenttwache im Reichstag Wirtz adaeirdut. Damit rd bte erste L.snng der WaféüftS arbnuxg erledigt. èine zw.it« Lesung wird f>4M üaitfinben.

Dollar (10 W DormJ 8100