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General-Anzeiger
AmMches Organ für SlaSk- und Landkreis Kanan
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U. 284
Msnèag den 4. DZzsMhZr
1822
Das Neueste.
- Reichskanzler Dr. Tuno bat gestern vor der Berliner Presse über die politische Lage gesprochen.
- Der bayerische Ministerpräsident Knilling »ird morgen Dienstag in Berlin die Stofe der Boisckasterkonserenz mit den zuständigen Reichsten besprechen, worauf dann die bayerische Mierung ihre Entscheidung trifft,
- Der englische Botschafter in Berlin, Lord d'Abcrnon. ist in London eingetroffen, um Bericht Wer die Lage in Deutschland zu erstatten.
- Der griechische Prinz Andreas wurde vom Kriegsgericht zum Verluste seines militärischen Rangs und zu lebenslänglicher Verbannung verurteilt.
- Der Antrag der schweizerischen Sozialisten auf Einführung einer Vermögensabgabe wurde in der vorgestrigen und gestrigen Abstimmung vom Meizerilcken Volk abgelehnt.
Reichskanzler Dr. Cuno über die politische Lage.
Berlin, 4. Dezbr. Wie alljährlich, so hat auch Heuer der Verein Berliner Presse am ersten Sonntag im Dezember sein gewohntes Konzert mit daran anschließendem Empfang in den Ge- sumträumen des Reichstages veranstaltet. Der Empfang wurde eingeleitet mit einem Tee, an den sich eine längere Rede des neuen deutschen Reichskanzlers Dr. Cuno anschloß. Mit dem Reichspräsidenten Ebert und seiner Gemahlin waren vom Reichskabinett erschienen: Reichskanzler Dr. Cuno sowie die Reichsminister Groener, Dr. Hermes, Stingl, Dr. Brauns und
ver-
Geheimrat
D. Rosenberg. Vom preußischen Staatsministerium waren anwesend: Ministerpräsident Vraun sowie die Minister Dr. Boelitz, Siering, Dr. Wendorff und Dr. v. Richter. Die Stadt Serlin war durch Oberbürgermeister Böß treten. Reichstagspräsident Löbe mit Gehei Rießer und der stellvertretende Direktor beim Reichstag, Geheimrat Galle, waren als Hausherrn anwesend. Eine größere Anzahl von Mitgliedern des Reichswirtschaftsrates und des preußischen Landtags sowie die namhaftesten Parteiführer wohnten der Veranstaltung bei. Die Versammlung wurde eingeleitet durch den ersten Vorsitzenden des Vereins Berliner Presse, Herm Chefredakteur Bernhard (Vossische Zeitung). Er sprach dem Reichspräsidenten den Dank für die Ueberlafsung des Reichstages aus und erläuterte in längeren Ausführungen die Pflichten der Presse, die letzten Endes auch Veranlassung gegeben hätten, den heutigen Empfang in der taditionellen Weise zu veranstalten.
Hierauf nahm Reichskanzler Dr. Cuno das Wort und hob zunächst die Notwendigkeit des Zusammenarbeitens von Parlament und Regierung hervor, die beide dem gleichen Ziele, dem Wohle und der Wiederaufrichtung des deutschen Volkes zustreben. Der Kanzler betonte weiterhin, daß das Kabinett sich sofort an die sachlicke Arbeit begeben habe, daß es fest auf dem Boden der Verfassung stehe und er bisher nichts von Meinungsverschiedenheiten im Kadett gehört habe. Die Beziehungen zu den Ländern seien sofort ausgenommen worden. Cuno erklärte dann, wir haben neben der Ein- W im Innern, auch die Einheit nach außen “Wer notwendig. Vielleicht wird sich das schon den nächsten Tagen besonders zeigen. Das Kabinett wird solange seine Pflicht tun, solange 55 getragen ist von dem Vertrauen des Volkes and des Parlaments. Es fehlt immer noch in Eutschland an dem Vertrauen zwischen den Mzelnen Volksschichten. Dieses Vertrauen muß gründet sein auf eine feste Grundlage von Moral und Autorität. Der Reichskanzler er-
Merts an die neuen Reichen, die sich nicht aller Nächten des Reichtums bewußt sind. Der Kanz- wies fernerhin auf feine Erklärungen im ■^idjstage hin. Man hat sie nicht überall so auf- ^nommen, wie sie gemeint waren. Man hat namentlich in französischen Kreisen gefunden, die Erklärungen zur Reparationsfrage entrichten und daß man den guten Willen verböte, zu leisten, auch nur in dem Umfange, der nnwals in der Note vom 13. November abge, ^enzt mar. Beides ist irrig. Der Grundsatz, daß nicht mehr als im Rahmen der Note vom 4 November leisten können, kann den verständen Menschen, der die deutsche Wirtschaft nicht enttäuschen. Eine andere Erklärung Mtte nur einen unverständigen Menschen täu- können. Ich habe keinen Anlaß, mich mankreich gegenüber anders zu stellen, als ^genuber anderen Staaten. Wir müssen mit Ostreich in Ordnung kommen. Nur durch ' Verhandlungen können die Grenzen ab- ^lchwächt werden, nicht durch Ultimaten und Nnmarschdrohungen. Das Kabinett steht
nach wie vor auf dem Standpunkt der Note vom 13. November.
Die Mitglieder des Kabinetts find in mühsamer Arbeit bemüht gewesen, eine Lösung der Reparationsfrage zu finden. Bei unserer Arbeit brauchen wir das Vertrauen des Inlandes und des Auslandes. Wir werden bei unserer Tätigkeit mit Parlament und Wirtschaft in engster Fühlung bleiben. Ob der Erfolg eintreten wird, hängt nicht von uns ab. Der Kanzler kam dann auf die neue französische Note wegen der Zwischenfälle in Passau und Ingolstadt zu sprechen und erklärte bezüglich des Tones der Note, das sind keine Worte, die danach klingen, als ob man Verständnis habe für die Zusammenarbeit der Völker und als ob ein wahrer Friede schon eingekehrt ist. Was der Note gegenüber zu sagen ist, wird von der Reichsregierung im Einvernehmen mit der bayerischen Regierung geschehen Wir werden die Tatsachen feststellen. Wo Unrecht geschehen ist, da muß es gut gemacht werden. Der Kanzler verwies dann auf die Cinmarfchdrobungen. die das Rbeinland beunruhige. Durch diese Drohung wird ein Land beunruhigt, wo jeder Stein von deutschem Wesen spricht. Dieser Einmarsch-Drohung Und besonderen Bedrückungen gegenüber wollen wir doch erklären:
Das Rheinland gehör? fest zu Deukschland! (Brausender, lang anhaltender Beifall.) Auch gegenüber den Ereignissen der letzten Tage kann ich nur wiederholen, daß wir nicht zulassen werden und können, daß die Rheinlands, das heißt die Rheinprovinz, die Pfalz und das Saargebiet, preisgegeben werden oder daß ihre Befreiung gefährdet oder hinausgsfchobsn werde! (Stürmische Zustimmung.) Darauf können sich unsere jahrelange Leiden über sich ergehen lassen müssen, fest verlassen. (Erneuter stürm. Beifall.)
Wenn es aber gelingen sollte, die Schwierigkeiten und Hemmnisse zu überwinden, die einer sachlichen Regelung der Reparationen entgegenstehen, dann ist der Zeitpunkt da, wo wir in der Welt wieder Vertrauen genießen werden. Bis dahin müssen wir alles tun, um dieses Vertrauen zu gewinnen. Ich appelliere an die Welt, daß sie uns die Möglichkeit schafft, aus diesem Wirrwarr und aus diesem sprunghaften Steigen der Preise herauszukommen, indem die M a r k st a b i l i f i e r t wird. Sie, meine Herren von der Presse, sind nicht nur Verkünder von Ideen und Wahrheiten — Sie sind zugleich die Träger des Leidens und der Not unserer Zeit. Hunderttausende von Haushaltungen sind ohne Buch und Zeitung; beides verschwindet mit der zwangsläufigen Preissteigerung. Auch hier ist ein Riegel vorgeschoben worden, der für unser Volk eine ernste Gefahr bedeutet. Ich kann mir wohl ein verarmtes Deutschland denken, ein materiell verarmtes Deutschland, aber ein seelisch verarmtes Deutschland ist für mich undenkbar! Die Welt kann ein armes Deutschland sehen, aber kein Deutschland, das weniger geistig und deutsch ist als das Deutschland der vorigen Zeit! Ehren und Würden können nicht genommen, können nikt gegeben werden — man muß sie sich selbst erhalten. Ich hoffe, wie wir uns vor acht Tagen in diesem Saale auf ein gemeinsames Programm einigten, daß auch Sie das Ihrige tun werden, wenn Sie zu neuem Schaffen hinausgehen, um
dem großen Gedanken der Rettung unseres Volkes
zur Geltung zu verhelfen. Lassen Sie uns das Gelöbnis zum deutschen Lande erneuern, dem Lande, das unser aller Vaterland ist, das, niedergedrückt, beherrscht und besetzt, aus tausend Wunden blutet; zum deutschen Volk, das vier Jahre, -seitdem die Waffen ruhen, das schwerste Schicksal eines Volkes ertragen hat und das das allerschwerste, die Ungewißheit, auch heute noch auf seinen Schultern lasten fühlt: Heil dem Lande und dem Volke, Heil unserer gemeinsamen Arbeit!
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Wir stellen unsere Befriedigung über die entschiedenen Worte des Rcich»k«iu!cr? binsichtlich der französischen Einmarschdroluing fest, sie bedeuten bex Entschluß unserer neuen Reg elung, am deutschen Rhein (ein Jota deutschen Rechts mehr preikzugebcn, vielmehr eine Polllik eigener Initiative einzuleiten, um uns dort zu dem Unseren zu verhelfen. Was ber Rhein uns Deutschen im tiefsten ist, da» ist innerster Besitz, unannetticrbar wie die Luft. Wa» wäre »er Rhein den Franzosen? Ein Wasserlauf, eine Grenze, eine Brücke der Eroberunz, eine Wirtschattsstraße, eine Eitelkeit. Was ist er uns ? Seele, Heimat, Deutschlands Ordensband, Schlagader unteres wirtschaftlichen kulturellen, geschichtlichen Leben», schlechthin der Strom, der virom unseres Schicksals. Darum ge« singt dem Powcaritmu» mit der Erneuerung der Rheinpolitik Ludwig XIV., des Konvent» und Napoleons, war niemand sonst und auf keine
Weise sonst gelingen will, die Einigung aller' Rheinländer, die Einigung aller Deutschen in dem Gelöbnis zum Rhein: „Wir wollen ihm aufs neue schwören: Wir müssen ihm, er uns gehören." Europa und die Welt aber müssen begreifen lehren, daß heute wie ehedem deutsches Verhängnis am Rbein europäische? Verhängnis wird. England spürt cs heute wie ebedem, wie zu Ludwigs XIV., wie zu Napoleon« Zeiten, bereits in allen Knochen. Es spürt wieder, was es und Europa schon mehr alr einmal erlebten, daß Franzosen- Herrschast am Rhein französische? Joch über Europa bedeutet, daß französische Gewalt über Deutschland französische Willkür über Europa bedeutet, und daß diese nur mit jener gebrochen werden kann.
Die Befreiung Deutschlands und die Befreiung Europa? lag unter Ludwig XIV. und unter Napoleon und liegt unter Poiiicarâ aus derselben ßinie. Der Rhein ist der Strom deutschen Schicksal». Aber er trägt auch ein Stück Weltschicksal und das Schicksal Europas.
Dies muß Emopa, ja der ganzen Welt begreiflich gemacht werden. Europa muß begreifen, daß e8 einer uralten Bedrohung gegen übersteht, dem Wiederaufleben der „Schule des westfälischen Friedens", oder, wie die Action frangaise c? ausdrückte, dem .herrlichen Muster von 1648". Wir hoffen, daß die neue Negierung e8 nicht nur bei den gestern der Presse gegenüber gesprochenen Worten beläßt, sondern daß den Worten auch die Taten folgen.
Bayern und die Drohnsle.
München, 3. Dezbr. Zu den Vorkommnissen in Passau und Ingolstadt wird von Münchener amtlicher Stelle folgendes erklärt: Gelegentlich der Kontrolle der Münchener verbandsstaatlichen Biftriftstommiffion wurden am 24. Oktober in Passau und am 22. November in Ingolstadt die Mitglieder dieser Kommission von Teilen der Bevölkerung schwer beleidigt und teilweise mit Steinen beworfen. Diese Vorkommnisse wurden von den zuständigen Staatsbehörden sogleich eingehend untersucht und dabei festgestellt, daß oen PolizerbeyWden keinerlei Schuld beizumessen ist, schon deswegen nicht, weil sie über das Eintreffen der verbandsstaatlichen Kommission nicht unterrichtet waren und daher rechtzeitig polizeiliche Maßnahmen nicht treffen konnten. Dje staatsanwaltschaftliche Untersuchung gegen die Täter ist noch im Gange. Die Städte Passau und Ingolstadt richteten an die Münchener Kontrollkommission wegen der Vorkommnisse besondere Entschuldigungsschreiben. Darüber hinaus war es der Regierung auf Grund der Sachlage jedoch unmöglich, die von der Interalliierten Militär- kontrollkommission noch weiterhin verlangten Strafmaßnahmen (Versetzung des verantwortlichen Polizeichefs) vorzunehmen. Trotzdem machen nun die Verbandsstaaten die örtlichen Polizeibehörden feierlich verantwortlich und verlangen von ihnen und von den beiden Städten die Erfüllung drückendster Verpflichtungen und außerordentlich hohe Geldbußen und Strafversetzungen und stellen bei Nichterfüllung bis zum 10. Dezember schärfste Sanktionen in Aussicht. Das Verhalten der Bevölkerung und ihre zunehmende Entrüstung über die dauernde demütigende Kontrolle ist für jeden national empfindenden Deutschen verständlich; dennoch verlangt das Gebot der Stunde kluge Zurückhaltung und Beherrschung der inneren Gefühle. Es muß den Verbandsstaaten auch der Schein des Rechtes genommen werden, uns immer wieder drückende und gänzlich unberechtigte Opfer aufzuerlegen.
Berlin, 2. Dezbr. Die Reichsregierung wird zu der Note der Botschafterkonferenz erst nach reiflicher Prüfung der Sach- und Rechtslage Stellung nehmen. Am kommenden Dienstag wird zu der auf den 6. Dezember anberaumten Konferenz der Ministerpräsidenten der Länder mit dem Reichskanzler auch der bayerische Ministerpräsident Dr. v. Knilling nach Berlin kommen und so wird sich die Möglichkeit ergeben, die ganze Angelegenheit im Einvernehmen mit dem Leiter der bayerischen Regierungsgeschäfte zu behandeln.
Was sie sich von uns zahlen lassen.
Die Bezüge ber in unserer Mitte weilenden Mitglieder der interalliierten Kontrollkommissionen haben sich wieder einmal — nicht zu ihrem Nachteile — verändert. Bi» zum 1. September 1921 erhielten monatlich:
der Vorsitzende General Nollet . . 310 800 Mk., sonstige Generale und Obersten . . 229 435 , sonstige Obersten und Oberstleutnant? 163 875 , Majore.......... 147 525 , Hauptleute und Leutnant?. . . . 139 275 , Uiiter»ffizicre ........ 75 750 , Gemeine .......... 45 900 ,
Alic» da? neben Heimatbczügen und freier Wohnung ! Jetzt hat die votschaftcrkonserenz beschlossen, daß diese Bezüge mit RMekwirk«na v»m 1. Oft.
SU verdreifachen sind. — Run weiß man wenigsten» daß diese unsere angenehmen Mitbürger in Deutschland nicht zu hungern brauchen.
Zur Londoner Mlnlslerkvnferenz. •
Vor der wichtigsten «ntscheidnng seit den» Bersaiker Frieden-vertrag.
Paris, 4. Dezbr. Ueber die Londoner Minister« Konserenz wird gemeldet, daß die Antwort Mussolini» und die neuerliche Einladung Bonar Lawr, nach London zu kämmen, noch nicht eingegangen ist. Wenn der italienische Ministerpräsident diese Einladung annimmt, wird Herr PoincarS sich am kommenden Freitag in die englische Hauptstadt begeben.
Vorgestern ist in London der englische Botschafter in Berlin, Lord Abernon, angekommen, um im englischen Auswärtigen Amt eine Darstellung der augenblicklichen Lage in Deutschland zu geben und Mitteilungen über die voraursichtlichen Absichten der deutschen Regierung zu machen. Zur Frage der Stellungnahme England» in der Reparatianspolitik schreibt der „Observer", daß die englische Regierung, die in dieser Frage noch keine Entscheidung getroffen hat, jetzt vor der Wahl stehe, entweder eine energische Haltung gegen Deutschland einzunehmen und damit die Wiederherstellung der wirtschaftlichen Gleichgewicht» in Europa in Frage zu stellen, oder die alte Kontroverse zwischen Frankreich und England wieder aufzunehmen. In wenigen Tagen wird die Londoner Konferenz sich mit dieser Frage befassen und damit die wichtigste Entscheidung, die seit dem Versailler Frieden»- Vertrag notwendig wird, vorbereiten.
Der „Tempr" schickt ben Londoner Besprechungen eine Betrachtung voraus, die einen sehr absichtliche« Pessimismus zur Schau trägt. Noch im letzten August, UMSmW der deutschen Schuld und der interalliierten Kriegs- schulden dagcwejen, »exn nicht die Balfournote dazwischen gekommen wäre. Heute ist mit Rücksicht auf die finanzielle Lage Deutschland» die Aut- sicht auf eine Reparationsauleihe so gut wie geschwunden und eine Lösung bei Problem? auf bei Grundlage eine! theoretischen Programm» unmöglich geworden. Selbst wenn die deutschen Industrielle« eine Anleihe garantieren wollten, würde doch immer ein Moratorium verlangt werden. Aber Frankreich wird ein Moiatorium ohne neue Pfänder nicht bewilligen. Die Londoner Konferenz wird sich infolgedessen nur mit der Ergreifung und Aurbeutuug der Pfänder im gemeinsamen Interesse der Verbündete» zu befassen haben.
In Pari» ist gestern mittag ber amerikanische Botschafter in Berlin, Herr Houghton, angekommen. Die fa- fet Blätter berichten, daß Herr Houghton hier mit den maßgebende» Persönlichkeiten Verhandlunge» in der Reparationsfrage «»knüpfen werbe.
Dr. Stresemann für eine deutsch- französische Verständigung.
Goiha, 4. Dezbr. Am 2. und 3. Dezember hielt die Deutsche Volkspartei, Landesverband Thüringen, ihren zweiten Parteitag in Gotha ab. Neben Ausschußberatungen und einem Referat des früheren thüringischen Ministers Bauer sprach der Landtagsabgeordnete Pinkerneilam vorgestrigen Abend über die deutsche Not und deutsche Hoffnung. Am gestrigen Sonntag bildete die Rede des Führers der Partei den Höhepunkt und den Schluß der Tagung. Dr. Stresemann führte in zweieinhalbstündiger, von stürmischem Beifall oft unterbrochenen Rede aus, daß die außenpolitische Lage vor allem ein langfristiges Moratorium verlange und die endgültige Festsetzung der von Deutschland zu bezahlenden Kriegsschuld. Als einzigen Weg der Rettung bezeichnete er eine deutsch-französische Verständigung, die aber nur möglich sei, wenn Frankreich endlich die Politik der Sanktionen und Drohungen einstelle. Er verteidigte die innerpolitische Koalitionspolitik, die in der heutigen Zeit die einzige Möglichkeit sei. Mit einem machtvollen Bekenntnis zum geknechteten deutschen Vaterland schloß die würdig verlaufene Tagung.
— $a» Schzntttna<hkommcn unt«rr«ichnet.
Dos Tokioer Biintftenum bei Aeußkren teilt mit: Da» Abkomme» zwn'chen Chl»a und Jopan über Sdjantung ist am Vormittag unterzeichnet worben. Am 5. Dezember werben fämtliche j«p«nischcn Militär- Personen das Land verlaffen. Durch diesen «nbgültizen Lertragtabichlu» zwifchcu Ehnia und Japan erfährt »ic €4antungirâge ihre Lö-unq.
Dollar (10 Mr vorm.) 8200,