Einzelbild herunterladen
 

â â IE1SB OV*** Mâââ ââ nnnitpr

sErfüllunar^t und E.rtcht-stand Nir b«ide Idh

* * V Öantu LM. - Im Fall« «Derer Gewalt. Streik

. »>«- bat der Bezieber keinen Anspruch aus Lieierun«

MMches OrgM ßoMreis Lanas ^f«u"6 a««' ^«^u b »«««-

z ° prei!,,. Für Viatzvorstbrist u. LrlL«inung,taa< der

Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage Intrigen wird keine s«wädr geleistet. ^

k^kLâEHâ«°HâWÄEWÄtLL>ü^ÄsALöjWÄAWLÄ

N. 283 . Samslag Len 2. Dezember 1922

Erfüllungsort und TeriLtrltand für beide Teile Hanau a M. Im Fall« böderrr Gemalt. Streik »iw., bat der Bezieher keinen Anspruch aus Lieferung oder Nachlieferung oder aus Rückzahlung der Bezua«» Pteile«. Für Blatzvorschrift u. ErlLeinunastaa« dar Anzeigen wird kein« Gewähr geleistet.

xerueevrei«: Monatlich Mk. 480. ohne Träger, lohn: EinzelnummerMk.20..Anzeigenpreise: 28 mm breite Zeile Mk. 25.: Finanzinserate ^30.: Reklame (68 mm breit)Mk.6»..Inserate. , lautende, werden nur zum jeweiligen Tag«,» ,reise berechnet. Ossertengedübr Mk. 15..

Das Neueste.

Korvettenkapitän Ehrhardt, gegen den wegen Teilnahme am Kapp-Putsch ein Haftbefehl vorlag, Mrde in München verhaftet und nach Leipzig trans- ^^Reichskanzler Dr. Cuno hat den offener Ober­bürgermeister Dr. Luther zum Reichsernährungs- mimfter ernannt.

Die Botschafterkonferenz hat dem deutschen Mchaster in Paris eine von Poincarè gezeichnete Me überreicht, in der für die Zwischenfälle in Passall, Stettin und Ingolstadt Genugtuung verlangt girb.

Die Streikposten verhinderten gestern auch die Angestellten und Beamten der Badischen Anilin- und Sobafabrit am Betreten des Werkes.

Die Regierung der Bereinigten Staaten hat Aemmceaus Vorhaben, vor den Seekadetten in Unapolis eine Rede zu halten, untersagt.

Tschitscherin, der Chef der russischen Delegation für die Orientkonferenz ist gestern abend in Lau­sanne eingetroffen. ________________________________________

Der Sanklivnsransch Vsmearss

Line neue Demütigungsnole an Deutschland.

Berlin, 2. Dez. Hier wird folgende amt­liche Bote veröffentlicht:

Infolge der Zwischenfälle in Stet- lin, P a s s a u und Ingolstadt, deren Opfer Offiziere der Interalliierten Kontrollkom- miffion in Deutschland waren, waren von der Reichsregierung Entschuldigungen und Genug- hiungen verlangt worden. Diese Genugtuungen sind bisher nur in unzureichendem Maße ge­geben worden. Die Bolschafkerkonferenz hat da­her beschlossen, energische Maßnahmen zu er­greifen und hat an den deutschen Botschafter in Haris eine von der Bokschafterkonferenz be­schlossene und von PoincarL gezeichnete Rote gerichtet, in der die Reichsregierung von folgen- hèm Beschluß der Alliierten unterrichtet wird:

Bor. dem 10. Dezember müssen die Genug- iuungen, die von der deutschen Regierung für die Zwischenfälle von Passau und» Stettin noch nicht gegeben worden sind, gegeben sein. Die Nuimachungen oder Sanktionen, die der deut- schcn Regierung von der Interalliierten Kon- irollkomimssion für den Fall Ingolstadt mitge­feilt werden, sind durchzuführen. Der bayerische Ministerpräsident muß an die interalliierte Kontrollkommission einen Brief schreiben, worin et wegen der Zwischenfälle von Passau und Ingolstadt um Entschuldigung bittet. Jede die­ser beiden Städte wird mit einer Geldstrafe von 500 0 00 Goldmark belegt. Für den Fall, daß diese Bedingungen nicht durchgeführt werden, oder nur teilweise und zwar bis zum 10. Ja­nuar, werden die alliierten Regierungen zu ihrem Vorteil das Recht haben, eine Million Goldmark oder den auf diese Summe entfallen­den Teil von den Einnahmen abzuheben, die die bayerische Regierung aus der Pfalz bezieht. W. Pomcarè.

*

Diese neue Note ist der Unterschrift würdig, die sie trägt. Das Schriftstück ist in der Tonart nhn so ungewöhnlicher Schärfe und erinnert an dfe Formen, in denen die Entente in der Minimsten Zeit zwischen Waffenstillstand und Friedensschluß ihre Forderungen Deutschland diktieren pflegte. Der Vorgang, daß eine ^remde Macht von Städten eines Landes, mit dem es sich nicht im Kriegszustand befindet, eine Kontribution fordert, ist so ungewöhnlich und vom völkerrechtlichen Gesichtspunkte vollkommen unhaltbar, daß man annehmen muß, daß hier ""ch gewisse politische Nebenabsichten bestehen ~- eine Annahme, in der wir durch die unten Menden Pressestimmen desPetit Parisien" be- narkt werden. Poincarë ist es darum zu tun, ^orwände zur Drangsalierung und Demüti­gung Deutschlands, zur Durchführung der Pfän- derpolitik zu gewinnen. Es handelt sich um einen ^unktionsraüsch Poincarès, eine Frivolität, auf Cle wir noch näher zurückkommen werden.

Regierungsberatungen über die neue Roke.

, Berlin, 2. Dezbr. Zur Note der Botfchaster- wuferenz wird halbamtlich gemeldet: Die Note 'n Sestern an hiesiger zuständiger Stelle einge- gungen und sofort Gegenstand eingehender Be­ttung der beteiligten Ressorts gewesen. Die Erschließungen der Regierung werden im Ein- oernehmcn mit der bayerischen Regierung ge- werden. Nähere Angaben der objektiven Stellung des Sachverhaltes werden der ^lENÜichkeit nicht vorenthalten werden.

München, 1. Dez. Der jüngste Vorfall we der Enkenkekommiffion in Ingolstadt war

Tage Gegenstand einer Anfrage im ms. rak von Ingolstadt wegen der eventuellen iwanzlellen Folge» der Stadt. Der Dürger- e r erklärte, daß das die Stadt nichts angehe (^ <* es für erklärlich finde, wenn auch dem e^iwmmsten Deutschen einmal bei all den Bananen der Entente die Galle überläuft.

Die Rote Mittel zum Zweck.

Paris, 2. Dezbr. Zu der Botschafternote wegen der Angriffe auf die Ententeoffiziere schreibt derPetit Parisien": Damit ist der An­fang zu dem von der französischen Regierung entworfenen System gemacht, wodurch die deutschen Zahlungen auf direktem Wege be­zahlt werden sollen. Deutschland erklärt sich für unfähig, seinen Zahlungsverpflichtungen nach­zukommen; es hat indessen reiche Hilfsquellen auf dem linken Rheinufer, das Frankreich besetzt hält. Deutschland erhebt in diesem Gebiet Steuern, es hat staatliche Eisenbahnen und Kohlengruben, die entweder Preußen oder dem bayrischen Staat gehören und es hat fiskalischen Besitz. Alle diese Hilfsquellen, auf die wir die Hand legen können, wird man eines Tages er­greifen müssen, wen Deutschland fortfährt, sich der Zahlung der Wiedergutmachungen zu ent­ziehen. Das Blatt fügt hinzu, daß es gut fei, gerade Bayern die neue Methode kennen lernen zu lassen, denn in Bayern sei der schärfste Na­tionalismus zu Hause, der eingestandener­maßen die Republik stürzen möchte. Es sei also nützlich, daß Frankreich seine Macht über Bayern ausüben könne.

Pvlncarvs angebttchep Reparslkons- Plan.

Berlin, 2. Dezbr. DasHamburger Fremdenblatt" veröffenklichl Einzelheiten aus den französisch-belgischen Verhandlungen über die Reparationsfrage. Danach brachte Poincare den belgischen Ministern den Inhalt des franzö­sischen Planes zur Kenntnis, der für die Brüsse­ler Konferenz bestimmt sein soll. Dieser Plan soll eine Befristung des Moratoriums für Deutschland auf drei Jahre vorsehcn, unter der Voraussetzung, daß sich die Alliierten zu folgen­den Reberwachungsmaßnahmen verstehen

i. ErrichkungeinerZollschranke östlich des befehlen Gebietes, die einer Kom­mission de douane mixte unterstellt sein soll. Die Teilnehmer dieser Kommission sollen von den einzelnen Mächten im Verhältnis ihrer Truppenzahl gestellt werden.

2. Die B e k e i l i g u n g all i i er 1 e n Ka­pitals an allen im besetzten Gebiet beffnd- lichen chemischen und metallurgischen Fabriken von mehr als 500 Arbeitern; diese Beteiligung soll nicht unter 25 und nicht über 45 Prozent betragen.

3. DieKonkrolle der indirekten Steuern durch eine interalliierte Beamten­schaft.

4. Besondere Maßnahmen gegen die Ab- wanderungdeskapitals ins Ausland und die Durchführung einer Abgabe in Aus­landvaluten.

5. Stabilisierung der Mark ver- mittels einer interalliierten Anleihe unter gleich- zeitiger Heranziehung des Goldbestandes der Reichsbank und

6. eine Erhöhung der Kohlenlie­ferungen um 25 Prozent und Steigerung des Holzexports auf Reparationskonto um 20 Prozent.

Paris, 2. Dezbr. DerTemps" führt aus: Rach den Berichten aus England hofft die eng­lische Regierung barauf, daß Poincare seinen Plan für die Verrechnung der Reparationen und die interalliierten Kriegsschulden vorlegen wird. England will aber eine endgültige Ent­scheidung erst fällen, wenn die Haltung Ame­rikas besannt ist. Bonar Law würde es vor­ziehen, dem Deutschen Reiche zunächst ein kurzes Moratorium für die nächsten zwei Zahlungen im Januar und Februar zu bewilligen, um in- zwischen durch die Sachverständigen einen neuen Plan vorbereiten zu lassen. In dem Artikel des Temps wird weiterhin ausgeführt, daß Frank­reich keinem Moratorium, fei es lang oder kurz provisorisch oder endgültig, zustimmen dürfe, ohne daß es Sicherheiten in den Händen habe. Wir werden uns. so sagt das Blatt, bei dieser Frage durch keine monarchistische, kommuni- stische oder anders geartete Drohung schrecken lassen, durch die man in Deutschland auf naive Franzosen Eindruck zu machen versucht.

Keine Herabsetzung Ler Kvhlen- iieferungen.

Paris, 2. Dezbr. Der Wiederherstellungs­ausschuß beschloß gestern nach lebhafter Debatte über die Frage der deutschen Kohlenlieferungsn, daß diese Kohlenlieferungen bis zur Brüsseler Konferenz im bisherigen Umfang aufrecht- erhalten bleiben sollen.

Dr. Luther Reichsernährunasminisler

Berlin, 2. Dezbr. Reichskanzler Dr. Euno ernannte, wie von zuverlässiger Seite mit- geteilt wird, den Essener Oberbürgermeister Dr.

Luther zum Rcichsernöhrungsminister. Dr. Luther berief noch in später Stunde die Stadt­verordneten Essens zu einer Rachtsitzung zu­sammen. Er gab zum Ausdruck, daß er dem Rufe, sich an der Reichsregierung zu beteiligen, sich nicht hätte versagen können, und verabschie­dete sich in herzlichen Worten von den Stadt­verordneten.

Essen, 2. Dezbr. Die Stadtverordnetenver­sammlung hat gestern in später Abendstunde dem Ersuchen des Reichskanzlers Dr. Cuno auf Berufung des Oberbürgermeisters Dr. Luther zum Reichsernährungsminister zugestimmt.

(Oberbürgermeister Dr. Luther, der an die Stelle des Eintagsministers Dr. Müller-Bonn tritt, wurde bereits bei der letzten Kabinettsbildung als in Frage kommender Reichskanzler genannt. Der neue Reichs- ernnhrungsmlnifter ist am 10. März 1879 in Berlin geboren. Sein Vater war ein angesehener Berliner Kaufmann. Mit achtlindzwanzig Jahren wurde Dr. Luther Stadtrat in Magdeburg und blieb dort bis Januar 1913. Dann übernahm er die Gefchäftshih- rung des preußischen Städtetages. Im Juni 1918 berief ihn ein einmütiger Beschluß sämtlicher Partei­richtungen als Oberbürgermeister nach Essen. Er ver­stand es mit großem Geschick, die schwierigen Ver­hältnisse, die er unter der Ruhrarbeiterschaft in den letzten Kriegs- und bis in die jüngsten Revolutions- .Monate hinein vorfand, zu bewältigen. Im Sommer 1920 wurde er in den neugebildeten Reichswirt­schaftsrat berufen. Dr. Luther gehört keiner poli­tischen Partei an. D. Red.)

KorvelienkÄpirän Ehrhardt verhsflek.

München, 1. Dez. Amtlich. Korvettenkapitän Ehrhardt wurde gestern abend in München ver­haftet und auf Anordnung des Reichsgerichts noch am selben Abend nach Leipzig gebracht. Gegen Ehrhardt war bekanntlich wegen Teil­nahme am Kapp-Putsch ein Haftbefehl erlassen. Er befand sich seit einigen Tagen in München, wo sich auch Reichsgerichtsrat Dr. Metz befand, um Erhebungen anzustellen.

Kapitänleutnants Ehrhardt hat gestern in Mün­chen in eigenartiger Weise stattgefunden, über die aber Einzelheiten nicht bekannt werden. Jedenfalls hängt die Verhaftung mit der Tätig­keit des Untersuchungsrichters Metz vom Staats­gerichtshof in München zusammen, welcher Ehr­hardt in den letzten Wochen unauffällig beobach­tete. Hauptsächlich hat Ehrhardt auf einem Schlosse in der Nähe von Schaftlah am Tegern­see verkehrt. Er trat dort immer unter dem Namen Eichmann a;tf und stieg regelmäßig in Warngau aus, wenn er nach Schaftlah fuhr. Hier verkehrte auch Lüttwitz unter dem Namen Lorenz, der seiner Umgebung als Decknamen bekannt war.

München, 2. Dezbr. Ehrhardt ist unmittelbar nach feiner Verhaftung ohne zur Polizei ge­bracht zu werden, zum Bahnhof transportiert worden. Er verließ München unter Bedeckung um 7.30 Uhr. Reichsgerichtsrat Dr. Metz ist ebenfalls sofort nach Leipzig gefahren. Er hat in München zahlreiche Vernehmungen im Zu­sammenhang mit der Verhaftung Ehrhardts durchgeführt.

Berlin, 2. Dezbr. Ehrhardt ist im Leipziger Untersuchungsgefängnis unter ganz besonderen Sicherheitsmaßnahmen untergebracht worden. Die Leipziger Polizei hat einen besonderen Wachdienst vor der Zelle und in der Umgebung des Untersuchungsgefängnisses eingerichtet. Nach Meldungen aus Wiener amtlichen Kreisen hat Kapitän Ehrhardt niemals in Wien Aufent­halt genommen, dagegen soll er wiederholt in Salzburg und Tirol gewesen sein.

Berlin, 2. Dezbr. Die Verhaftung Ehrhardts wird aller Voraussicht nach auch einen großen Einfluß auf den Harden-Prozeß ausüben, da behauptet wird, daß die Attentäter auf Weisung Ehrhardts bezw. der Organisation Consul ge­handelt haben. Der Rechtsbeistand Hardens wird den Antrag stellen, Ehrhardt darüber zu vernehmen, ob er mit dem Attentat auf Harden irgend etwas zu tun hatte.

Das Zeslunkfsdruekpspser für Dezbr.

Berlin, 2. Dezbr. Nach längeren Verhand­lungen ist der Druckpapierpreis für Dezember vom Reichswirtschaftsministerium auf rund ä45MarkfüreinKilo festgesetzt worden. Dieser Preis wird durch Rückvergütungen sei­tens der Zell- und Holzstoffabrikanten um etwa 40 Mark für 1 Kilo auf rund 405 Mark herab­gesetzt werden. Die Zahlungsbedingungen sollen in Zukunft dahin geändert werden, daß das Papier sieben Tage nach der Absendung zu be­zahlen ist. Die Zeitungsverleger erklär­ten diesen Preis für u n e r t r ä g l i ch.

Die Alhener Kinrichtung.

Ueber die schaurigen Vorgänge vor und bei der Hinrichtung der Minister werden über Lon­don noch folgende Einzelheiten gedrahtet: Erst am Montag um Mitternacht gingen in dem

Prozeß des Kriegsgerichts die Reden des Staatsanwalts und der Verteidiger zu Ende; Der Gerichtshof zog sich alsdann zur Beratung zurück. Die Angeklagten wurden unter starker P. t eckung nach dem Gefängnis geführt. Mili­tär hatte die Straßen um das Parlament, wo die Gerichtsverhandlung stattfand, besetzt. Die Beratung des Gerichtshofes dauerte bis 6 Uhr 30 Min. morgens. Der große Verhandlungs­saal war von Zuhörern überfüllt. Unter laut­loser Stille der Versammelten erhob sich General Othonaos und verlas mit leicht zitternder Stimme und bleichen Angesichts den Urtrils- fpruch. Zwei Stunden später sprach Oberst Plastiras, der Führer des Revolutionskomitees, die Vollstreckung des Urteils aus und gab di« nötigen Befehle hierzu. Kurz darauf brachte Oberst Gregoriadas das Urteil zur Kenntnis dèr Angeklagten, in deren Zelle. Nachdem Gunarig unter militärischer Bewachung aus der Klinik in das Gefängnis überführt worden war, beich­teten die fechs Verurteilten. General Hadjia- nasti, der einzige Offizier in Uniform, wurde zunächst degradiert. Um 10 Uhr wurde den Verwandten gestattet, die Verurteilten zu sehen. Um 11 Uhr wurden sie in einem Ambulanz- wagen nach Goudi, einem Orte in der Nähe von Athen, gebracht, wo die Hinrichtung stattfinden sollte. Gunaris, der sehr zu leiden schien, konnte sich nur mit Mühe fortbewegen. Alle gingen dem Tode mutig entgegen. General Hadjianasti nahm die militärische Stellung des Stirnwän­den ein. Stratos übergab dem Offizier, der die Abteilung, die die Hinrichtung vollziehen sollte, kommandierte, sein Zigarrenetui mit der Bitte, es seinem Sohne zu übergeben und diesem zu ra­ten, niePolitik zu treiben, Protopapadatis hatte sein Testament geschrieben, das man in einer seiner Taschen fand. Die Leichen der sechs Ver­urteilten wurden zum Friedhof gebracht, in

Mitglieder ihrer Familie beerdigt.

Die «ttnaÄjgkedklqen Türken.

Konstankinopet, 1. Dezbr. In der National­versammlung erklärte der Ministerpräsident, daß die Türken weder auf Karagadsch, noch auf den Demotika noch auf die Volksabstimmung in Wcstthrazien verzichten könne, da alle diese For­derungen im Nationalvakt enthalten seien. Die Rückgabe von Mossul werde die Türkei aus den gleichen Gründen fordern. Sie sei- jedoch bereit, den Ausländern in der Frage der Petroleum­quellen im weitesten Maße entgegenzukommen.

Pa ris, 1. Dezbr. Nach einer Meldung des Newyork Herold" aus Krnstantinopel sind die türkischen »ehörden hinsichtlich der Lausanner Konferenz sehr peßimistisch gestimmt. May be­fürchte, daß die Alliierten es weiter ablehnen würden, die Russen zu allen Beratungen zuzu­lassen. In diesem Falle seien die Türken ent« schlossen, ihnen unbedingt zu folgen. Rußland und die Türkei würden unzertrennlich während der ganzen Konferenz zusammenarbeiten.

Pv!Msche La^esbsrich!e.

Klagen über die Retchsveekehrsoerwalkung. Im Haushaltsausschuß des Reichstages wurden bei der Beratung des Haushalts des Reichsverkehrs- ministerium von allen Parteien lebhafte Klagen laut, vor allem über die Ueberhandnahme des Aus- länderunwefens auf den deutschen Eisenbahnen, fer­ner über die Erhebung von Valutazuschlägen für In­länder auf den rheinischen Schlafwagenstrecken und über die Schwerfälligkeit des Geschäftsganges. Auch über die Höhe des Gütertarifs und Expreßguttarifes, sowie über das mangelnde Entgegenkommen des Personals gegenüber dem Publikum und über die teueren Preise in den Bahnhofswirtschaften und Speisewagen wurde geklagt. Der Ausschuß vertagte sich dann auf Dienstag nächster Woche.

Das gefährliche Flußbad. In der Dreslauer Stadtverordnetenverfanvnlung bezeichnete Oberbür­germeister Dr. Wagner das Verlangen der Entente, das zum Bau einer Flußbadeai. statt aus alten Heeresbeständen gekaufte Pontonmaterial, ohne Ent­schädigung sofort zur Ablieferung zu bringen, als un­erhört. Ein Rachgeben in diesem Falle würde die Schließung des im Interesse der Volksgesundheit er­forderlichen Bades bedeuten. Selbst wenn die Regie­rung hier nachgebe, wird die Stadtverwaltung dar Recht einer autonomen Politik vertreten. Alle Par­teien des Hauses bekundeten ihre Billigung durch starken Beisall.

Stüdleverkreker vor dem Reichstag. Der Reichstag wird in der nächsten Woche mit der Be­ratung des Landessteuergèfetzc:> beginnen. Im Ein­verständnis mit dem Vorstände des Deutschen Städte­tages hat der Reichstagspründent Löbe eine Sonder­sitzung des Reichstages auf Mittwoch den 13. Dezem­ber 1922 in den Plenarsaal des Reichstages einbe- rusen, wo Oberbürgermeister Dr. Böß und andere deutsche Kommunaloertreter die Wünsche der deut­schen Städte zur Steuerreform zum Vortrag bringen werden.

»»MI»~»IW»^^

Dollar (loi^r »orm.) 8M-SM