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General-Anzeiger
AmMches Organ Kr ElaZl- und Landkreis Kanav
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage
M. 288
Mittwoch den 2 '. NovemSer
1922
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Der Kampf ums RhsiKlauü
Jeder Tag in der jüngsten Zeit hat eine Meldung gebracht, daß die Entscheidung über Jeutschlands nächste Zukunft, bei der wir tn= folge unserer sklavenhaften Untätigkeit nur Mnde Zufchauer sein dürfen, vor der Tür Uf. Mit deutlicheren Worten, daß Frankreich Mn zu gehen gedenkt, die von langer Hand Mantè Zerreißung Deutfchlands ins Werk zu $en, indem es sich die „produktiven Pfänder" «schafft, die es angeblich braucht, da Deutschland die Reparationen, das heißt, die zu er- «reffenbe Kriegsentschädigung, die nach Wilson ^geschlossen sein sollte, nicht zahlen kann, nach sianzösischer Lesart nicht zahlen will. Die Zei- chm, die barayf hindeuteten, sind sorgsam angs- merft worden. Wir erinnern noch einmal an die ßch häufenden Hetzreden Poincarës und seiner Meute, die alle auf das eine Wort hinausgingen, Leiitschland muß gezwungen werden zu zahlen; m die zweideutigen Meldungen aus England seit dem Regierungswechsel, über die Stellung- mhme Bonar Laws zum Rsparationsprobkem, m die immer mehr ans Licht tretende Ver-
Dickung der Orientfrage mit diesem letzteren; m die wiederholten Reden Mussolinis, die dic- sm ganz an der Seite Poincarës Deutschland gegenüber zeigten; an die gewiß nicht zufälligen Meldungen über
Meldungen über zu erwartende Umtriebe der Smeets— Dorten-Leute für eine Rheinische Re-
Mik. All das sind verdächtige Zeichen, daß sich, vorerst noch hinter Schleiern halb verborgen, etwas vorbereitet, das nach der Entwick- !mz der letzten Jahre unaufhaltsam kommen zu sehen war, der sorgsam angelegte Versuch Wncarès, an der Hand der erpreßten deutschen SMW&ÄBÄ und damit Deutschland in feiner bisherigen Ge- sumtgestalt lebensunfähig zu machen, feinen Zerfall herbeizuführen und über dis Einzelteile unumschränkt gebieten zu können. Waren die engeführten Zeichen schon deutlich genug, so vas für uns die gestern an dieser Stelle Niedergegebene Privatmeldung über den französischen Ministerrat geeignet, die letzten Zwei- ses zu beseitigen, daß der abgefeimte Plan ins Werk gesetzt werden soll. Heute wird der Inhalt unserer Privatmeldung durch eine halbamtliche Note bestätigt und damit leider auch unsere Beachtung, daß Poincars jetzt seine Stunde zum handeln für gekommen sieht.
Die außenpolitische Gefahr, die uns jetzt von Mnkrcich droht, muß als überaus ernst ange- ichen werden und es ist eine vollkommene Verkennung der Lage, wenn sich Leute hinstellen und erklären: „Es wird nicht fo schlimm werden." Die Gefahr besteht vor allem darin, daß eine Verständigung zwischen Frankreich, Eng- kand und Italien in dieser Frage bereits esilllgt ist und deshalb die früher vorhandenen Hemmungen für die Durchsetzung der franzö- ilschen Politik nicht mehr bestehen.
ur die jeder Deutsche
Was können wir gegen den französischen Nan tun? Das deutsche Volk muß sich zu e i n - zeitlicher Abwehr zusammenschlietzen, "M die Losreißung des Rheinlandes bedeutet '-'nen so brutalen Gewaltstreich und einen sol- W Hohn auf das Selbstbestimmungsrecht, daß
nur die zu vergewaltigende Bevölkerung des Rheinlandes, sondern auch das ganze " E t s ch e Volk mit einem Schrei der E m - P °,r ung und mit einem klaren, bündigen und nachdrücklichen „Nein" antworten muß. Diesmal muß die nationale Einheitssront des ge= Ritten deutschen Volkes zusammenkommen, denn es handelt sich um die heiligste nationale ^Gelegenheit, für die jeder Deutsche leme vollePflichtzutunhat. Bedenken
die Folgen einer Losreißung der Rhein- Mnoe: Wir würden noch ganz anderem Elend 815 bisher, noch ganz anderer Schmach und noch P8n3 anderer Versklavung als bisher ausgesetzt
Auf lange hinaus würden wir gänzlich "Usgelöscht sein — mehr noch als das von innen p ruinierte bolschewistische Rußland, das durch leine geographische Lage vor so Fürchterlichem Schützt ist, wie uns zügedacht wird. Deshalb es in den kommenden Tagen und Wochen
Ei!re Widerstandskrast gegen den gsplan- en Gewaltstreich, mit dem Poincars Frank- m,).5 Een machtpolitischen Traum von der chemgrenze und der Zerschlagung Deutsch- in st wie seiner wirtschaftlichen Versklavung . die Tat umsetzen will, anzuspannen, die Re- Rerung in ihrer vorzunehmenden Abwehraktion 'l‘>°5 zu unterstützen und die ganze Welt, so- Cit unsere Stimme nur zu bringen vermag, was zu begehende ungeheuerliche Unrecht, Je schamlose Vergewaltigung aufmerksam zu amen. Letzteres ist ebenso nötig, wie die erst
genannten Pflichten, da es nicht ausgeschlossen scheint, daß Frankreich unter der scheinheiligen Bemäntelung, daß durch die Losreißung der Rheinlands der europäische Frieden dauernd verbürgt werden könnte, auch den Völkerbund um Hilfe ruft.
Dis hrMamMch« Noke.
Haag, 29. Novbr. lieber die Beratung am 27. November im Elyfee ist eine hallbamMche Mitteilung veröffentlicht worden, worin es heißt: Da die Brüsseler Konferenz trotz des Wunsches der französischen Regierung vielleicht nicht ftatMndet, und möglicherweise kein Ergebnis haben würde, weil der Reichstag dem Reichskanzler Enno eine Mehrheit verschafft hat, d. h. die Roke Dr. Mirths über die Mieder- Herstellungen endgültig biffigf, also dafür ein« tritt, daß sich Deutschland den Wieder- herstellnngsvcrpfttchkungen entzieht, so ist es begreiflich, daß die französifchs Regierung in ihrer festen Absicht, die Zahlungen in erlangen, Wert darauf nelegk hak, zu untersuchen, welche Mittel ihr diese Möglichkeit verschaffen könnten. Wir glauben zu wissen, daß die in Betracht gezogenen, nicht beschlossenen Maßnahmen, die man für die Erlangung unserer Rechte als geeignet erachtet, falls diese Rechte ' bsstrillen würden, folgende sind: -'
1. Vollständige Beschlagnahme der Rheinlands, die Frankreich setzt be- fetzt hält. Eine Defchlagn-ohme, die namentlich in der Ersetzung deutscher Beamten durch französische Beamte zum Ausdruck kommen könnte.
2. Besetzung n o n % des R u hr? e -
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Diederherffellungskonko zu liefernden Kohlen und der für die französische Industrie erforderlichen Menge Koks.
Zu diesen Beschlüssen gibt die Havasagenlur eine Erklärung. Danach will PoincarS einen AAiovsplan feinen englischen, belgischen und italienischen Kollegen unterbreiten. Ferner wird erklärt. daß Frankreich in keine auch nur keil- weise Entbindung Deutschlands aus seinen Verpflichtungen einwilligen würde. Als Arheber des Planes zur Abtrennung des Rheinlandes wird der General Degouète genannt.
SircheiMchss Echo der Pariser Presse.
Paris, 29. Nov. Die Verhandlungen des gestrigen Pariser Ministerrates finden in der Pariser Presse den Widerhall, den man erwarten konnte. Ein linksstehendes Blatt, wie die „Ere Nouvelle", der Beziehungen zu Herrn Caillaux nachgesagt werden, entdeckt auf einmal, daß Deutschland seine Gläubiger auslache u>d Anlaß zu einem energischen Schritt gebe und empfiehlt die Besetzung des Ruhrgebiets, die als einfache Polizeiaktion innerhalb 48 Stunden durchgeführt werden könne. Ebenso spricht das Blatt von der Einrichtung der französischen Verwaltung in den Rheinlanden, die bezwecken sollen, das Land vor dem Opfer der Repara- tionskostsn zu schützen. — Das „Journal des D e b a t s" schreibt, daß Deutschland mit dem Inhalt seiner letzten Note nur beweise, daß es nur Hilfe für sich verlange, aber nicht an die Erfüllung seiner Verpflichtungen denke. Die weitere Behandlung des Reparationsprablems fei nicht einfach. Indessen stünden zwei Punkte fest: Erstens, daß die französische Regierung den Termin zur Festsetzung der Zahlungen für 1923 nicht verstreichen lassen dürfe ohne zu handeln und zweitens, daß Frankreich seine Beschlüsse nicht treffen werde, ohne sich vorher mit seinen Verbündeten ins Benehmen zu setzen. — Der „T emp s" erklärt, daß der Ministerat vom Montag keinerlei sensationelle Neuheiten gebracht habe, sondern nur im Rahmen der Beratungen des Ministerpräsidenten mit dem Präsidenten der Republik sich gehalten habe. Frankreich habe seine Haltung in der Wieder- gutmachungsfrage nicht geändert. Es werde von Januar ab keine Moratorien ohne produktive Pfänder bewilligen können. Die Zusammenkunft der alliierten Minister werde vor der Brüsseler Konferenz über beides, Moratorium und die zu treffenden Maßnahmen für Pfänder zu entscheiden haben.
In dieser Tonart schreiben sämtliche Blätter. In diesem Sinne ist gestern die gesamte französische Presse orientiert worden. Nun weiß die Welt, woran sie ist. Nun hat Clemenceau ein wichtiges Agktat-onsmittel für seine Reise in den Vereinigten Staaten empfangen, und nun können heute die Börsen in der gesamten Welt reagieren, und zwar in einer Weise, daß
die französische Finanz- und Wirtschaftswelt, die in dieser Frage offenbar nicht zu Rate gezogen wurde, eine Freude daran haben wird.
Auffallend ist er, wie fest die öffentliche Meinung in Frankreich davon überzeugt ist, daß die Politik der französischen Regierung im Nheinlande und im Ruhrgebiet nicht nur auf keinen Wider st and stoßen, sondern im Gegenteil auf die llnterftützung und die Sympathien eines großen Teils der dortigen Bevölkerung und zwar gerade in den führenden Schichten rechnen könne. Co schreibt der „Jntransigeant":
„Wenn erst die RkeinlandHmmisslvn die Liste der deutschen Beamten veröffentlichen wird, die sofort das besetzte Gebiet verlassen müssen, so darf man beute schon sicher sein, daß sich nicht viele Eiu- wobuer finben werden, die ihnen mit Blumen dar Geleit zum Babubsf geben werden. Was wollen die Deutschen auf dem linken Rbeinufer? Sie haben darauf gewartet, durch unsern Sieg von der vreußischen Vormundschaft befreit zu werden, und sie Hoffen auf bit Autonomie. Nach Frankreich orientiert und von dem Gewicht der Neparationslast befreit, in engem Handelsverkcbr mit uns, wird ihnen die neue Situation nur Vorteile bringen."
Die Abwehr des Bheinlantzes.
Köln, 28. Novbr. Dis „Kölnische Volksztg." das Organ der Kölnischen Katholiken, richtet einen Appell an das Gerechtigkeitsgefühl der Welt. Sie schreibt:
„Das Rheinland schwebt in höchster Gefahr, es ist in feinem Leben als urdsutsches Land auf das schwerste bedroht. In diesem ernsten Augenblick appellieren wir nicht an die Braunst und das Rechtsempfinden Frankreichs auch den Besiegten gegenüber, denn das ist vergebens. Wir appellieren feierlich und nachdrücklich an alle diejenigen in der Welt, die sich noch einen Funken von Gerechtigkeitsgefühl bewahrt haben. Wir können uns nicht denken, daß die Erregung über die nun unverhüllt proklamierten Planck Frankreichs „auf dis Rheinlands
Wüten" sie
deutschen Londes, sondern gleichzeitig diè ernsteste Bedrohung des Weltfriedens, die jé noch dem großen Kriege zu verzeichnen war. Die tödliche Bedrohung ihrer heißgeliebten Heimat wird die Rheinländer innerlich gewappnet finden. Aeußcre Machtmittel stehen uns nicht zur Verfügung. Zur Erhaltung deutscher Art am deutschesten aller Ströme sind sie auch nicht notwendig. Unsere unüberwindliche Wehr ist das tiesinnerliche Bewußtsein des Deutschtums, das uns keine äußere Gewalt aus dem Herzen reißen kann."
Der Artiksl schließt mit dem Ruf: „Deutsche beiderseits des Rheins, schließt fest die Einheitsfront! Fort mit allem inneren Kader! Wer uns trennen will, soll auf Granit beißen!"
Die „Kölnische Zeitung" weist auf den rein deutschen Charakter des Rheinlandes hin und erklärt, daß das dem Rheinlandc von Frankreich zugedachte Schicksal Europas nickst zur Ruhe kommen lassen würde. Sie zitiert die von dem neuen Reichskanzler aufgenommenen Worts Rathenaus: „Die Regierung wiro niemals bereit fein, besetztes deutsches Gebiet, das Rheinland, oder die Pfalz oder das Saargebiet freizugeben, ihre Befreiung zu gefährden oder auch nur um einen Tag hinausschieben zu lassen. Weit dringlicher als alles andere mahnt diese Sorge um deutsches Land am Rhein zu studier, tientsr Einmütigkeit der Gesinnung." Hierzu bemerkt das Blatt: „Das soll ein Wort sein! Und wir am Rhein wollen helfen, daß dieses Wort wahr bleibt."
Einberufung des Nutzen-Ausschusses.
Berlin, 28. Novbr. Der Rsichtagsausschuß für auswärtige Angelegenheiten ist auf Donnerstag vormittag 10 Uhr einberufen worden. Auf ferner Tagesordnung stehen zunächst nur Fragen der östlichen Politik, doch wird angenommen, daß der Arrsfchuß sich angesichts der Meldungen aus Paris auch mit dem Reparationsproblem beschäftigen und daß der neue Außenminister v. Rosenberg die Gelegenheit benutzen wird, um sein Programm vorzulegen.
JiKlrens Krzlluuz in der NeMra!i»ns!rL§e.
Rom, 29. Novbr. Wie der offiziöse „Messa- gero" mitteilt, gedenkt Mussolini sämtliche Verträge mit Jugoslawien zu veröffentlichen und die Verträge von Rapallo und Dorf St. Margherita, wenngleich sie Italiens Adriawünsche nicht entsprechen, loyal durchzuführen.
Was die deustschen Reparationen betrifft, fo wird Mussolini dieses Problem auf seinen technischen. Charakier zurückführen. Die Sachverständigen wurden sagen, ob Deutschland zahlen könne oder nicht. Könne es, , wie es scheine, in gewissen Grenzen zahlen, so müsse es dies auch tun. Woher Deutschland die Mittel nehme, sei seine Sache. Seine Golddepots seien nicht erschöpft. Hierüber seien Italien und Frankreich einig, nicht so über die eventuellen Vorlagen seines Voraebens. Betreffs der Sank-
KinrkchkMF der Arisch. Glaalsmänner, Hinrichluna der griechischen Staatsmänner.
Honen herrsche keine Meinungsverschiedenheit. Italien werde Frankreich auch entgegenkommen, wenn Frankreich seinerseits die italienischen Interessen mehr berücksichtigen würde. Ueber di« geeigneten Maßnahmen würden beide Kabinette in baldige Verhandlungen eintreten.
Amerikas Krieszsieiinahme — ein Zerium»
Die „Newyorker Staatszeitung" schreib« „Mayor William Hale Thompson hielt bei der „Deutschen-Tag"-Feier auf dem städtischen Pier, die von den Chicagoer Deutschen veranstaltet worden war, eine Änsprache, in der er den Eintritt der Vereinigten Staaten in den Krieg verurteilte und seinen Standpunkt verteidigte. Er wurde häufig von Beifall unterbrochen. Mayor Thompson sagte, daß er sowohl wie seine Zuhörer den „Irrtum" einsähen, den Amerika beging, indem es sich am Weltkrieg beteiligte. „Ich habe dagegen mit meiner ganzen Kraft ge« kämpft, und ich habe meine Ansichten nicht un geringsten geändert", sagte er. „Ich halte mich an die Worte Georgs Washingtons, daß es im besten Interesse bes Landes ist, irgendwelche Verwicklungen mit dem Anslande zu vermeiden und uns lediglich mit unseren eigenen Angelegenheiten zu beschäftigen. Meine Ansicht ist, Amerika für dis Amerikaner, und die anderen mögen tun, was in ihrem Belieben steht. Wir sind heute hier versammelt, um eine Einmütigkeit zu feiern, die durch den schlimmen Irrtum der Kriegsteilnahme nicht gebrochen werden konnte. Das Blut von Tausenden kommt über die Häupter derer in Washington. Wenn sie Deutschland gefolgt wären, anstatt England, dann wären sie im Rechte gewesen und die Sache wäre anders verlaufen."
è o p a p a d a k i s, T h e o t o? i s^ S a l f a 3 5 i und den General H « b j a ti e ff i g jum Tode verurteilt. General Straflos und Admiral Goudas erhielten lebenslängliche Hafk. Die Zeitungen schreiben, wenn dieser Urkeilsspruch ansgesührk wird, wird England die diplomatischen Beziehungen mit Griechenland abbrechen.
Athen, 29. Rovbr. Die 6 von der neuen griechischen Regierung zum Tode verurteilten Minister und Offiziere wurden noch gestem in Athen hingerichtet.
Amsterdam, 29. Rosbr. Aus London wird gemeldet: Der britische Gesandte hat um seinen Paß gebeten und den griechischen Behörden mifgekeilk, daß er infolge von Instruktionen seiner Regierung Athen verlassen muss e. Er begab sich gestern abend nach Lausanne, wo er dem Staafs^téfär i^s Aeußeren Lord Curzon, Bericht erstatten wird.
London, 29. Rovbr. Du Londoner politischen Kreisen ist man über die Hinrichtung in Athen äußerst entrüstet und bezeichnet sie als eine Rückkehr zur mittelalterlichen Barbarei. Eine andere Wirkung wird fein, daß die finan- ziclle Hilfe, die England, Frankreich und die Vereinigten Slaaten Griechenland gewähre«, sofort eingestellt werden wird.
Oserpt ösiSenlenlaF in Berlin.
Berlin, 29. Novbr. Am Dienstag fand, tute die polltisch-parlamentarischen Nachrichten erfahren, in Berlin eine Besprechung der preußischen Oberprastdenten statt, an der der Minister des Innern und der Landwirtschafts- Minister teilnahmen. Zur Beratung stand insbesondere die Ernährungslage. Die Oberpräsi- benten wurden dringend ermahnt, das ihrige zu tun, um die noch ausstehende Umlage* getreibemenge hereinzuholen. Bei der Bewrechung der innenpolitischen Lage wurde mit Nachdruck betont, dgß die ungesetzliche« koinmunistischen Kontrollaus. s ch ü s s e nirgends geduldet werden dürften, daß aber die Kreise, die zur Mitarbeit bereit sind, durch Heranziehung zu den Prcisprüfungs- ausschüffen berücksichtigt werden sollen.
— 4234 Millionen Mark Fehlbetrag im bayerischen Haushalkplan. Im Bayerischen Landtag hat gestern nachmittag der Finanz- minister Dr. Krausneck den Haushaltplan für 1923 eingebracht, der mit 44143 Millionen Mark Einkommen und 48 399 Mark Ausgaben, also mit einem Fehlbetrag von 4234 Millionen Mark abschlleßt. Für die Regelung dieses Fehlbetrages muß in einem späteren Haushalte Sorge getragen werden. Der außerordentlich» Haushalt wacht eine Anlehensaufnahm« vo« 1608 Millionen Mark notwendig. .
Dollar (M Ahr vorm.) 8400