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Nr 274

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qoei selbMn-r-ze MitkeUKttlon oder ö eine gehobene Volksschule ?

Von Lehrer D. Pape.

§5 ist verfehlt, diese Frage vom Standpunkt -Mnd einer Partei zu beleuchten; sie kann âin von der Idee der nationalen Einheits- M« aus verstanden und gewürdigt werden. Jamis schlagen wir, was die pädagogische, Lose und politische Begründung anbelangt, Drücken nach Zeitabschnitten unserer vater­ländischen Geschichte, die Jahrhunderte zurück- liegen und erkennen uns als Träger einer Er- -iehungsidee, wenn wir für die Einheitsschule Men. Mit diesem Gedanken pflegen wir gleichzeitig ein Stück heimatlicher Ueberliefe- Mg. Schon viele Jahre vor dem Kriege hatte das Stadtparlament alter Art im Prinzip die Einheitsschule erklärt. Der Kampf, von j{r gesamten Einwohnerschaft lebhaft verfolgt, M damals vor allem den Vorschulen. Ein reformfreubiger' Direktor der Oberrealschule, Dr. Schmidt, den wir alle noch in bester Er- innerung haben, ließ die Vorschule der Anstalt klngèhen. Aus dem Kerngedanken der Ein- Heitsschule heraus, daß die Begabung der Kin- dtt maßgebend für die Schulorganisation sein müsse, entstand schon 1899 die Hilssschule. Minen wir hinzu, daß 1920 die städtischen Körperschaften über die Einrichtung der Grundschule durch die Einrichtung von Förder- tlassen für schwachbefähigte Kinder wesentlich hinausgingen, so kann festgestellt werden, daß der Gedanke der Einheitsschule in Hanau einen fruchtbaren Boden gefunden hat.

Die Entwicklung drängt weiter. Viele der [920 in die Grundschule angenommenen Kin­der sollen 1924 in die höheren und Mittel- Schulen überführt werden. Da wird allein aus der vierjährigen Grundschule heraus die Frage brennend: welche Kinder kommen in Betracht? Angeblich antwortet darauf die Verfassung:Auf einer für alle gemeinsamen Grundschule baut sich das mittlere und höhere Schulwesen auf." Es ist verfehlt, nur mit die­sem einen Satz zu arbeiten. Die Reichsver- jafiung zielt auf eine Einheitsschule, an der nicht zu deuteln ist. Sie will das unorganische Nebeneinander der Schulen zu einem organi­schen Aufbau umschaffen, sie will die Aufnahme eines Kindes in eine bestimmte Schule ledig­lich von feinen Anlagen und Neigungen ab­hängig machen und unabhängig von der wirt­schaftlichen, gesellschaftlichen und bekenntnis- mäßigen Stellung der Eltern. Sie sagt Art. 146 Abs. 1:Das öffentliche Schulwesen ist organisch auszugestalten. Auf einer für alle gemeinsamen Grundschule baut sich das mitt­lere und höhere Schulwesen auf. Für diesen Ausbau ist die Mannigfaltigkeit der Lebens- Mufe, ttir die Aufnahme eines Kindes in eine Mmmte Schule find seine Anlage uirü,â^ gung, nicht wirtschaftliche und gesellschaftliche

Stellung oder das Religionsbekenntnis feiner Eltern maßgebend." Es ist ein Mißbrauch der Verfassung, wenn man mit ihr das bestehende Schulwesen alter Art stützen und den von ihr beabsichtigten Neubau bekämpfen will.

Es ist ganz klar, daß die fortschreitende Entwicklung der Einheitsschule sowohl die Mittel- als auch die höheren Schulen umgestal- ten wird und muß. Warum soll nun die Mit­telschule den Anfang machen?

1. Die Mittelschule steht der Volksschule am nächsten. Sie hat nur ein Schuljahr mehr (es gibt auch Volksschulen mit 9 Klassen) und geht inbezug auf Lehrinhalt im wesentlichen nur durch die beiden

Das 26. DotkLkirchsnkonzerl des Jvhannes-Kirchenchore».

dos am Totensonntag, abends 7)4 Uhr statt* findet, wird den Besuchern wieder für ein mäßi­ges Entgeld (10 u. 20 Mk.) erhebende Gaben aus alter und neuer Kirchenmusik bieten.

Als Solisten werden mitwirken: Herr Ober- wusikmeister Krause aus Offenbach, der als Künstler auf dem Violincello einen bedeutenden Ruf hat und bereits in Strauß-Konzerten mit- getöirft hat und zwei Hanauer, die ihr reifes Können gerne in den Dienst der Allgemeinheit stellen. Frau Anne Roth (Sopran) aus der Mfangsschulc von Frau Ohlf-Dick und Herr Friedrich Stein (Bariton), der von seinem Lehrer, Herrn Adolf Müller, warm empfohlen Die Ansprache wird Herr Pfarrer Krane­puhl halten.

Programme, die zum Eintritt berechtigen, stud zu haben bei Herrn Würker, Tiefestraße und bei den Mitgliedern Görke, Rosenstraße, «chwellenberg, Steinheimerstraße und Gärtner, Hessenstraß«. Auf di« Bekanntmachung im Anzeigenteil wird besonders hingewiesen.

Zum ersten Ä*nzeri 8 cs Oratorien*

Vereins am 22. November in der Marienkirche.

® > n deutsches Requiem und eine Kantat e."

Requiem aetern^m dona eis, Domine, so 'âuten die Anfangswarte des liturgischen Textes äur katholischen Totenmesse. Den Gedanken ^ue solche im evangelischen Sinne in deutscher Sprache in Musik zu setzen, hegte Robert Schu- ^°nn, in dessen Tagebuchnotizen Johanne» ^ahms die Aufzeichnung fand: -Ein deutsches Requiem". Ihm, dem iveikau* jüngeren Zeit- offen de» großen Romantiker», war «e vir* uehalt-n, ein wahrhaft deutsche« Requiem am

Wort der Heil. Schrift entstehen zu lassen, bim die Musik die innige Trauer, wie die

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3.

neueren Sprachen über die Volksschule hinaus.

Die Mittelschulen sind lediglich Einrich- Umständen zur Tagesordnung Hinwegs tungen der Städte, die höheren Schulenden werden. Wo sind sie geblieben? Ei

des Staates und der Städte.

Für die Mittelschulen alter Art ist ein erprobter und bewährter Ersatz vorhan­den, der unter Beibehaltung des alten Lehrziels und des bisherigen Lehrkör­pers, einen reibungslosen und sofortigen Umbau ohne jede/ Experimentieren ge­stattet.

Werden durch die Beseitigung der selb­ständigen Mittelschule nicht die Interessen des Mittelstandes geschädigt? Die Mittelschule will dem Mittelstand« dienen. Die Zielsetzung ist bedenklich. Dadurch, daß man die Schule in den Dienst eines Standes stellte, wurde die Ge­fahr heraufbeschworen, daß auf Stoff und Wissen das Hauptgewicht gelegt wurde. Diese Gefahr liegt umso näher, als die Eltern erfah­rungsgemäß dieser Auffassung gern Vorschub leisten. Die Mittelschule muß davor bewahrt werden, Wissens- und Lernschule oder gar Be­rufsschule zu werden. Sie ^at allgemeine Bil­dung zu geben, sie muß Erziehungsschule sein. Eine Schule, die von früher Jugend an auf bestimmte Berufe einstellt, liegt nicht im In­teresse des Mittelstandes. Ihm nützen nur Menschen, die ihren Platz durch ihre bewußte Neigung bestimmen.

Inbezug auf die räumliche Verbreitung ist die Mittelschule alter Art weit davon entfernt, die Schule des Mittelstandes zu sein. In Preußen besuchen nur einige Prozent der schul­pflichtigen Jugend die Mittelschulen. Diese be­finden sich im wesentlichen in den Mittel- und Großstädten. Der Mittelstand des flachen Lan­des und der Kleinstädte hat feine Mittelschulen. Auch hinsichtlich der Städte mit selbständigen Mittelschulen sind bemerkenswerte Feststellun­gen zu machen. So hat die Rheinprovinz mit ihrer blühenden Entwicklung des Handwerks, des Kunstgewerbes, des Handels und der In­dustrie, mit ihrem großen Bedarf an mittleren Stellungen im Verwaltungsdienst aller Art nur 18 Anstalten, also 9 mal soviel als das kleine Hanau. Und die Provinz Westfalen mit demselben Anforderungen hat gar nur 7 selb­ständige Mittelschulen. Diese Zahlen geben zu denken. Und endlich besuchen in den Mittel­schulorten nicht alle Kinder des Mittelstandes die Mittelschulen, sondern auch die Volks- und höheren Schulen, wie das hier der Fall ist. So ersassen die Mittelschulen nur einen ver­schwindenden Bruchteil des Standes, dem sie dienen wollen.

Davon wird schließlich ein kleiner Rest ans Scbulziel geführt. Wieviel sind es? Der Ostern 1923 zur Entlastung kommende Jahr- ang der Knabenmittelschule zählte am 1. 11.

14; also nach- der Aufnahme mm**^ 132 Schüler, heute sitzen in der 1) Klaffe 16 Knaben. Also erreichen rund 12 v. H. dar Schulziel. Wir sind überzeugt, daß die Mittel­schule mit ihren kleineren Klassen, ihrer vor- züglichen Ausstattung an Lehr- und Lern­mitteln, mit einem durch weitergehende Bil­dung und bessere Besoldung arbeitsfähiger und arbeitsfreudiger gemachten Lehrkörper alles leistet, was geleistet werden kann. Aber jenes Ergebnis steht doch gar zu tief. Das tritt be­sonders durch einen Vergleich mit der hiesigen Volksschule recht kraß hervor, in der rund 40 v. H. an das Schulziel gebraut werden. Kann die Bevölkerung Hanaus Interesse an einer Schule haben, die Jahr für Jahr die in sie aesetzten Hoffnungen so täuscht?

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Allgewalt des Todes, bie N "eit alles Ir­dischen, wie auch den Sieg des Lebensfürsten über den Tod in erhabenen Tönen zum Aus­druck bringt. Das Werk verdient es, in kurzen Zeitabschnitten zu Gehör zu kommen, darum hat auch der Oratorienverein nach der letzten Aufführung im November 1919 sein erstes Kon­zert dem deutschen Requiem und einer Kantate von Bach gewidmet.

Das Brahmssche Werk ist hier längst einge­bürgert, doch mag die Erinnerung an seinen Aufbau dem Konzertbesucher, welcher nicht im Besitz eines Klavierauszuges i" willkommen sein. Die Komposition gliedert sich in sieben Abschnitte, deren musikalischer Charakter den von Brahms zusammengestellten Sprüchen alten und neuen Testaments meisterlich Rech­nung trägt. Erster und letzter Abschnitt, in der Musik gleichartig behandelt, sind ©eli^reifun» gen und zwar zuerst der Leidtragenden und am Schluß des Werkes der Toten, die in dem Herrn sterben. Abschnitt 2 und 3 behandeln die Hin­fälligkeit des Lebens, aber es ist bemerkenswert, wie jeder von ihnen zum Abschluß einen Iubel- und Triumphgesang anstimmt und zwar Ab- schnitt 2 im kraftvollen Chor:Die Erlöseten des Herrn werden wiederkommen und gen Zion kommen mit Jauchzen" und Abschnitt 3 die mächtige Chorfuge auf ruhendem Baß:Der Gerechten Seelen sind in Gottes Hand und keine Qual rühret sie an". So läßt Brahms n- ' dem düsteren Ernst des SpruchesDenn alles F^'' cs ist wie Gros" und nach der bangen Frage Nun Herr meß soll ich mich trösten?" seine Hör«r nicht in Trostlosigkeit versinken, sondern führt hinan zu fester Gewißheit des Geborgen­sein» in Gott.

Abschnitt 4 und 5 bieten überaus zarte Kon­traste zu den vorausgegangenen. Reine-- Friede mittet in her Musik über beiden. Währen^ Abschnitt 4 die Sehnsucht aller Frommen nach dem Hause bei Herrn - - er G""' mt besingt nach Worten des 34. PsalmsWie lieb­

_ Ueber die 88 Prozent Knaben, die das Schulziel nicht erreichten, darf unter keinen

Igcgan- In Teil

ist 1917 zu den höheren Schulen übergegangen, der größere aber befand sich bis Ostern d. Je.

in der Mittelschule und half die Klassen 2 bis 4 und 5 hinab füllen. Ja, in der Mädchen- Mittellchule ist z. Zt. die 6. Klaffe die unterste Grenze. (4. Grundschuljahr!!) Alle diese Kin­der haben keinen Vorteil von der Mittelschule, im Gegenteil, sie erleiden schweren Schaden und schädigen auch noch, ohne es zu wollen, die geeigneten Schüler und die Kräfte der Lehrer. Alle diese Kinder mit Einschluß eines großen Teiles der nach den höheren Schulen über­gehenden sind die beklagenswerten Opfer einer durch das Schulgeld auf abwegige Dahnen ge­führten Schulorganisation. Das ewige Sitzen- laffen ist eine Degabtenauslese, der sich ein Kulturvolk schämen sollte. Allein di« Einschu­lung auf Grund der Begabung kann hier end­lich und durchgreifend Wandel schaffen.

Der höchste Stolz der Mittelschule sind ihre Berechtigungen". Es ist ein ganzer Blüten­strauß, acht für Knaben, sechs für Mädchen. Doch der schöne Strauß ist arg verwelkt. Einige Berechtigungen sind im Wandel der letzten Jahre ganz gefallen, andere haben nur örtliche Bedeutung. Für Hanau kommt eigentlich nur ^er Uebergang zur höheren Handelsschule in Frage. Und dieser Schule muß es doch ganz aleichgültig sein, ob ein Bewerber seine Vor­bildung auf der selbständigen Mittelschule oder der gehobenen Volksschule, die schon qualitativ allein dasselbe leistet, erhalten hat. Die Be­rechtigungen tragen neben dem Schulgeld die Schuld daran, daß vier Fünftel der Mittel­schüler zur Strecke gebracht werden. Kem Lehrer sollte sich dazu hergeben, mit den Be­rechtigungen Schüler zu sangen, kein Arbeit­geber auf Grund eines Scheines allein eine zwar bequeme, aber oft trügerische Auswah unter den Bewerbern treffen. Und dazu fragt es sich, wie lange wir überhaupt noch das Be­rechtigungswesen haben werden. Der Deutsche Lehrerverein und der Deutsche Stadtetog, Die sonst in manchen Punkten sehr abweichender Meinung sind, sind einig im Kamps« gegen Die mittlere Reife". Möge dieser Kampf bald zum Ziele führen!

(Schluß folgt.)

* Des Bug- und Bettags wegen erscheint die nächste Nummer unseres Blattes erst Donners­tag, 23. ds. Mts. zur gewohnten Stunde.

* Das Diebesgesinbel geht gegenwärtig sei­nem dunklen Gewerbe eifriger denn je nach, wurden doch der Kriminalpolizei bis jetzt nicht weniger als 102 Fälle gemeldet, in denen sich betätigt ------

wurde wieder einer Autogarage ein Besuch a gestattet und zwei Eontinentaldecken mit Quer­rippen, 1 Dunlop-Magnumdeck« (760X100) mit zwei dazu gehörigen Schläuchen entwendet. Sachdienliche Meldungen nimmt die Kriminal­polizei (Infanterie-Kaserne) entgegen.

* Skadttheaker. Heute Dienstag abend 754 Uhr (11. Dorstg. i. Dienstagabonn.) 1. Wieder­holung von Ibsens dramat. EpilogWenn wir Toten erwachen". Mittwoch, 22. Nov., abends 7S Uhr (11. Vorstg. i. Mittwochabonn.) zum letzten MaleTorquato Taffo". Don­nerstag, 23. Nov., abends 754 Uhr (o»^. Vorst, d. Bühnenvolksbundes Gr. A)Wenn wir To­ten erwachen".

lich sind dein« Wc :gen", will Äbst' -ütt 5 ein wahrer Trostgesang an alle Traurigen fein, den Brahms wie aus Engelsmund von einer Sopranfolostimm« verkünden und in Wcchselgrsang mit dem Chor erklingen läßt. Kaum dürfte diesem Chorstück ein weihevolleres an die Seite zu setzen sein. Brahms hat auch das biblische Trostwort verstanden und bis ins Tiefst« erfaßt: Ich will euch trösten wie einen feine Mutter tröstet.

Abschnitt 6, entsprechend demDies irae" der Mess«, das großartigste Stück des deutschen Requiems, enthüllt den Tag des Gerichts. Aber nicht bamit setzt der Komponist ein, er zeigt vielmehr, wie wir von dex irdischen Heimat aus die zukünftige zu suchen haben, wie dies die ganz verhaltene Musik so meisterlich kenn­zeichnet. Erst du» diesem Suchen heraus ent­hüllt uns ein Baritonsolo das Geheimnis einer Verwandlung der Lebenden und Auferstehung der Toten zurZeit der letzten Posaune. Hier setzt musikalisch die Schilderung dieses großen Augen­blicks ein in einem mächtig dahinrauschenden Chorstück. Nicht bloß singt dar RequiemDie Toten werden auferfteben unverweslich", fon- dernDer Tod ist verschlungen in dem Sieg" und die FrageTod wo ist dein Stachel?" schleudert Brahm» wie einen Triumph bei Lebens hinau» in die lauschende Menschheit, in­dem er die Molltonart löst in strahlende C-dur und in diese die große Chorfuge hineingießt mit den Worten der Offenbarung Johanni,Herr du bist würdig zu nehmen Prei» und Ehr« und Kraft".

Also wollte «5 Brahms mit seinem deutschen Requiem halten: der Trauer her Menschheit, ihrer Sehnsucht nach Erlösung, die Kräfte der Ewigkeit, den Sieg bei Leben» durch Christum entgegen zu stellen. So ist es uns «in Werk der Erbauung und Tröstung q«worden, weich und groß in seinem musikalischen Gehalt, tief und bedeutungsvoll in feiner Ausdrucksweise.

* Npothrkendienst. Von heute abend bis Samstag abend ist nachts die Altstadt-Apotheke geöffnet und von Samstag ab die Einhorn- Apotheke.

Landkreis Kanau

ergeben.

st- Ostheim, 20. Nov. (H ilfe r K i nv e r. Sammlung). Die Sammlung hat hier die stattliche Summe von 35 015 Mk. ergeben. Dieser Betrog verteilt sich wie folgt: Haussamm- lung 19 550 Mk., Kinder der 1. Schulklasse 2250 Mark, Firma Jakob Schütz 7000 Mk., dis Ar- bester dieser Firma (Lohn einer Arbeitsstunde) 6100 Mk., von einem Quartett bei Gesangver-

ein?Eintracht" 115 Mk. Firma San Schütz hat ihren Opfersinn auch dadurch noch betätigt, daß sie der Eisenbahn-Kinberhilfe ebenfalls 5000 Mk. stiftete.

Aus Nah und Fern.

Klsin-Skeinheim, 20. Nov. Eine Frankfurter Zigarettenfabrik nahm von einem hiesigen Kaufmann für gelieferte Zigaretten 2 Schecks über je 100 000 Mark entgegen, ohne namzu- prüfen, ob auch Deckung für den Betrag vor­handen war. Die Firma stellt« später f«st, daß der Kaufmann überhaupt kein Konto besag, er konnte mit feiner Ware in Aschaffenburg feftge- nommen werden.

Frankfurt a. BL, 21. Nov. Zu ben Gehältern der Frankfurter kaufmännischen Angestellten ist von dem Frankfurter Schlichtungs-Ausschuß der nachstehende Schiedsspruch gefällt worden: Die Gehälter für den Monat November 1922 be­laufen sich im 1. Lehrjahr auf 3600 Mk., im 2. auf 5400 Mk. und im 3. auf 7200 Mk. Sie w«i- tere Tarifierung sieht vor: für da, 1. Gehilfen- jahr 18 500 Mk., für da» 2. 21 000 Mk., für bas 3. 24 000 Mk. Ferner: Klass« Ä bi, 28 Jahre 31 000, bis 26 Jahre 38 000 Mk., über 26 Jahre 47 000 Mk.; Klasse B bi, 23 Jahr, 83 800 Mk., bis 26 Jahre 41 000 Mk., über 36 Jahre 50 009 Mark; Klasse C bis 23 Jahre 36 900 Mk., bk 26 Jahre 44 500 Mk., über 26 Jahre 53 000 Mark, über 30 Jahre 56 500 Mk.; Klasse D bis 23 Jahre 41 500 Mk., bis 26 Jahre 49 800 Mk., über 26 Jahre 58 000 Mk., über 30 Jahre 62 000 Mk.; Klaffe E bis 23 Jahre 48 000 Mk., bis 26 Jahre 54 000 Mk., über 36 Jahre 64 000 Mark, über 30 Jahre 68 000 Mark. Berhei- ratetenzulage 15 000 Mk, Kinderzulage 12 000 Mark. Die zu zahlenden Vorschüsse belaufen sich auf 5000 Mk. bei 23 Jahre, 10 000 »ei 2k Jahre, 15 000 Mk. über 26 Jahre.

Srinf flirt «. M., 1*. Novbr. Schon seit »bet «^tLegiK fix) Wi i» Sachsexbamen !»»b««n«e j««,e Wiibäfw, bit lOjlirigt Xidjter eine»h«fcex»a»n* schaffner« uxb itre 3 3aire ältere ifteinm spsrl», »erf4*xiiä«. Dir beiseit Mâichru solle« »an fremden Herren 6*»ToItie mrd Wein erhalten ielen. Hier«»! »urteil sie »ei einer. Xutefebrt ix» tesetzt« Webtet ext«

freu

bat ihre Texter bafelist in »»lizeilichem Sematrs«» fei uxb sie der Aster «tioleu fixxe. #»n d»m Ältere* Mtdchen ist mn» noch ohne Nichricht.

Bad-Rauheim, 20. Nov. Eine in Bat* Nauheim wohnende Kaufmannsgatttn verlor dort am vergangenen Freitag ihr« schwarz­lederne Brsuchstasche, in welcher sich außer einem größeren Geldbetrag ihr gesamter (Salb* und Brillantschmuck im Werte von 10 Millionen Mork befand.

Aschosfenburg, 20. Nov. Ein Opfer seines Berufes wurde am letzten Freitag her 56jährtge Eisenbahngehilfe Gustav Englert von Neu­hütten. Er hatte in der Frühe eine in der Nacht schadhaft gewordene Eisenbahnschiene bei der

Joh. Sebastian Bachs KantateGott her Herr ist Sonn' und Schild" soll den Konzert­abend beschließen und durch seinen Inhalt einem in Not gebeugten Volk neue Zuversicht und Kraft geben. So paßt sich die in schweren Kriegszeiten entstandene Kantate auch unserer Zeit trefflich an. Ein mächtiger Eingangrcbor, wie ihn nur Bach erfinden konnte, offenbart uns die Herrlichkeit Gotter und feinen SchutzSonn' und Schild" in Not und Bedrängnis, endlich sein Erbarmen mit den WortenEr wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen". Eine Altarie schließt sich textlich dem Chor an und ergänzt ihn als Danklied für Gottes Schutz. Der ChoralNun danket alle Gott" wird im Orchestersatz umtobt von kriegerischen Stichigen der Hörner und Pauken, ein von Dach beab­sichtigtes Zeitbild, welches unserer Gegenwart die Mahnung zuruft, den Dank gegen Gott auch über unsere Not hinaus erklingen zu lasse». Nach einem eindringlichen Daßrccitatio folgt ein schönes Duett für Sopran und Baß, in dem sich beide Stimmen in der Bitte vereinenGott ach Gott verlaß die Deinen nimmermehr". Be­sonders hebt Bach den Gedanken des 9Jlittoljah.es Laß dein Wort uns helle scheinen" durch die Wendung nach der Durtonart hervor, die Bitte aber ist di« der Demut und darum in Moll be­handelt. Ein schlichter, kurzer Choral bringt die Kant«te zum Abschluß.

So mögen Requieni und Kantate, neue und alte Kunst, dazu dienen wozu sie geschrjebeu und un» überliefert worden sind: bas Leid der Menschheit zu mildern durch die Macht iwr Musik, ft« ist e», bi« dazu berufen ist. bem Wart der ewigen Wahrheit den höchsten künstlerisch«!, Au»druck zu Mrliiben. Dr. F. Ü im hört.