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Das neueste.
. Nachdem die Sozialdemokraten in ihrer gestrigen Fraktionssitzuns es dennitiv abgelehnt baden, Mitglieder ihrer Partei für die Kabinettsbildung freizugeben, ist Geheimrat Cuno zur Bil- Mg eines „Eeschäftsminifteriums" ohne Sozialdemokraten geschritten.
- heute Dienstag treten die Vorstände der vier Vergarbeiteroerbände zusammen. Angesichts der Mstimmun, unter den Bergarbeitern mutz mit der sofortigen Kündigung des Ueberlchichten-Ab- lmmens gerechnet werden.
- Die österreichische Regierung hat dem Völker» Wßbelegierten mitgeteilt, bas sie die Tätigkeit mNotenpress« für staatlicheZwecke ab heute stillegt.
- Die Lausanner Konferenz ist gestern eröffnet worden.
Deutsche WußraggeÄanken.
Es war nie leicht, ein Deutscher zu sein, niemals so leicht, wie ein Spanier Spanier, ein Franzose Franzose, ein Brite Brite war. Schon zu Zeiten Theodosius, den Lied und Legende mit dem Beinamen „der Große" geschmückt haben, nannte oströmische Heimtücke die blonden Gotenrecken im alten Byzanz: stulti — *bie Summen. Die Deutschen aber machten dies Wort zu einem Ehrenwort: Die Stolzen.
Es ist in der Gegenwart schwer, als Deutscher zu leben, da über unser Land der Haß der Völker, einer Riesenlawine gleich daher- Zestürzt kommt .„Boches" rufen sie uns zu, ein Schimpfwort, schlimm, häßlich, gemein. Die deutsche Sprache kennt kein gleiches. Wird nic^t die Zeit kommen, da auch dieses Wort zu einem Ehrennamen der Deutschen werden kann?
in einem Büßergewand. S verliehen, Schicksal, so hart und unbarmherzig, daß in ihr nimmermehr die Frage verstummen miß: Warum ist der deutschen Seele solch stin- 'agbar bitteres Leiden beschieden?
Und während wir über den Sinn und die liefe dieser Frage grübeln, gesellt sich zu ihr die andere: Wie lange soll, wie lange muß die deutsche Seele dieses Trauergewand tra= Jen? Man kann erschrecken. Unabsehbar liegt der Weg vor uns, den wir gehen sollen. Er ährt durch eine lange Schlucht ,über der kalter Herbst und graue Dämmerung liegen. Sühne steht über dem Eingang. Was am Ausgang steht, wissen wir nicht. Inbrünnstiges Hoffen »nd heiße Liebe wünschen an der Ausgangs- Pforte in Flammenschrift als Wort: Erneuerung. Soll dieser heilige Wunsch in Erfüllung Zehen, dann muß der Weg voll Schmach und Schmerzen, voll Kummer und Sorge unserem Mik ein Weg der Verinnerlichung, derEinkeh'r, der Läuterung werden. Kann Leiden läutern? Ja! Schon Meister Eckart sagt: Das schnellste Tier, das uns bringt zur Vollkommenheit, ist Leiden.
Tragen wir Schuld in uns? Ja und nein! sie Schuld, die uns die Ententenationen die- irr Erde aufbürden wollen, die Schuld am ! großen Kriegs bereitet der deutschen Seele «ine Schmerzen, aber Kümmernis über die Verlogenheit dieser Welt. Vor Anwürfen solcher ’ stehen wir hocherhobenen Hauptes da. Wir ' haben nur dafür zu sorgen, daß so bald als Möglich diese gemeine Lüge von der deutschen Kriegsschuld totgeschlagen wird, wozu wir °ue, vor allem aber unsere Regierung beitragen Aussen. Welche Schuld tragen wir in uns? Es ästdie uralte. Auf der Höhe brechen Air zusammen, stürzen wir in Nacht und Grauen. Rettungsloses Versinken aus zäh er= Hungener Stellung in Ohnmacht und Sklaverei A unser Los seit Jahrtausenden. Und warum?
in uns derGeistderZwietracht, uas Haders, der Streitsucht stets aann am übermächtigsten wird, wenn unser Mik die Früchts seines Strebens, feines natio- ualen Willens, seiner Arbeit ernten könnte.
ist die Schuld unseres Volkes. Wie Höllen- huelon muß es in feiner Seele brennen, wenn lid) dieser Schuld recht bewußt wird. Es ist uu der Zeit, den Klassenhaß und Klasfenkau" An Parteihader, der in diesen Tagen bei der MMrungsbildung wieder so recht in den Vordergrund tritt zu beseitigen. Hunderte und pausende Male ist den Arbeitern gesagt wor- daß alle Schichten des Volkes sie als gloich- Arecht-gt anertenntn, daß es eben nicht Bür- Nr und Arbeiter, sondern nur deutle Volks- "-Wien gibt und neben darf. Vertrauen muß ■ wieder einkehren, wenn es nimt zu spät gerben und wenn nicht immer wieder das -uuernde Mißtrauen einen Nährboden für 53er= Zungen des politischen Wollens abgeben soll, v! d st e r k e n n t n i s ! Das ist es, was die e Ssels braucht wenn sie der Läuteruna
General-Anzeiger
Amtliches Organ sSr SlaSk- und Landkreis Kanan
Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertags
Dienstag HZn ZL. AVVbMÄer
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Die ablehnende KaUung der SszialLsmglrralle. — Vor Ser Bildung eines Ge"chäftsminisjeriums ohne Sozialdemskratte.
Gestern ist, wie nicht anders zu erwarten stand, die Kabinettsbildung zum zweiten Male am Widerspruch der Sozialdemokratie ge, heitert. Die gestern abgehaltene Sitzung der sozialdemokratischen Fraktion hat beschlossen, wie wir hören, mit einer Mehrheit von nahezu Zweidritteln, die Sonntagsentscheidung des Fraktionsvorstandes gutzuheißen, wonach Mitglieder der sozialdemokratischen Partei in das Kabinett Cuno nicht eintreten sollen. Der Sozialdemokratie ist es darum zu tun, den Nachweis zu führen, daß es eine andere Möglichkeit zu regieren als durch das parlamentarische System, überhaupt nicht gebe. Ehe sie zulassen, daß in dieses System Bresche gelegt wird, durch die Bildung einer überparteilichen Regierung, wie Herr Cuno sie im Einvernehmen mit dem Reichspräsidenten Ebert anftrebt, sind sie bereit, es lieber auf eine Reichskrisis ankommen zu lassen, mag auch der Augenblick für eine solche neue Erschütterung unseres politischen Lebens so unglücklich wie nur möglich gewählt sein. Sie verlangen als Ausgangspunkte für jede Lösung der gegenwärtigen Krisis die vorherige Festsetzung des Kreises der in die neue Regierung mit einzubeziehenden Parteien — mit anderen Worten den Ausschluß der Deutschen Volkspartei. Eine Zumutung, auf die Herr Cuno, wie sie genau wissen, nicht ein- gehen kann und auch nicht eingeht. Luno hat denn auch nach der Ablehnung durch die Sozial- demokrâffe gestern abend noch vom Reichspräsi-
bert habe, auch Personen, die dieser Partei nahestehen, in sein Kabinett mit aufzunehmen. Am gleichen Tage soll ein Vertrauensvotum eingebracht werden, das zwei Entschließungen umfaßt. Die Deutschnationalen dürften dem neuen Kabinett gegenüber wohlwollende Neutralität bewahren.
Die gestrigen Iraliionafihungea.
Berlin, 21. Nov. Nach mehr als zweistündiger Beratung faßten die Sozialdemo- traten in der gestrigen Fraktionssitzung folgenden Beschluß: „Die sozialdemokratische Fraktion billigt die Haltung ihrer Unterhändler in der Frage des Eintritts von Sozialdemokraten in die Reichsregierung." Ein Beschluß über die künftige Stellungnahme zu dem neuen Kabinett, insbesondere darüber, ob die Sozialdemokratie prinzipiell sogleich in schärfste Opposition gehen soll, wurde nicht gefaßt. — Um 4 Uhr traten die D e in o k raten zu einer Fraktionssitzung zusammen. Bei der Erörterung der allgemeinen Lage wurde den Fraktionsführern nachträglich die Billigung für ihr Verhalten ausgesprochen. — Auch das Zentrum hielt gestern nachmittag eine Fraktionsberatung ab. Nach längerer Verhandlung wurde ein Beschluß gefaßt, der etwa folgendermaßen lautet: „Die
Regierungtzneubildung bringt das nicht parteimäßig in das Kabinett, w
men unber ist nunmehr dabei, ein „ e- s ch ä f ts m i n i st e r iu m" zu bilden, das sich aus Personen zusommensetzen soll, die der b ü r g e r l i ch e n Ar b e i t s g e m e i n s ch a f.t nahestehen. Man nimmt an, daß dieses Kabinett sehr bald zustande kommen wird, da die Bildung unabhängig von den dreinredenden Parteien ae^^. Welches Horoskop allerdings dem neuen Kabinett, das ein Minderheitskavi- nett sein wird, gestellt werden kann, entzieht sich bei der Schwierigkeit unserer innen- und außenpolitischen Lage vollständig der Beurteilung.
Die Labineltsbüdung Cunos.
Berlin, 21. Nov. Nachdem die Sozialdemokraten es gestern nachmittag definitiv abgelehnt haben, Mitglieder ihrer Partei für die Kabinettsbildung freizugeben, hat der Reichspräsident Herrn Cuno erneut mit der Bildung des Kabinetts beauftragt und dieser hat nunmehr den allein noch möglichen Versuch gemacht, ein überparlamentarisches Ministerium aus Personen zusammenzusetzen, die der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft nahestehen. Er scheint mit seinen Bemühungen nach dieser Richtung auch Erfolg zu haben. Wie es heißt, können eine Anzahl Ministerien als bereits besetzt gelten, während über andere noch Verhandlungen mit den dafür in Frage kommenden Persönlichkeiten gepflogen werden. In Reichstagskreisen glaubt man, daß Geheimrat CMo heute vormittag sein Kabinett endgültig gebildet haben und die Ministerliste dem Reichsvrüsidenten überreifen wird. Am Donnerstag nachmittag 5 Uhr soll dann die neue Regierung dem Reichstag vorgestellt und das Programm entwickelt werden. Der Reichskanzler dürfte dabei seinem Bedauern Ausdruck geben, daß nur der Be- . -van der Sozialdemokratie ihn daran gehin-
teilhaftig werden will. Läuterung setzt immer Selbsterkenntnis voraus. Selbsterkenntnis aber ist Sslbstbefreiung, Selbsterlösung. Die erfolgt durch sittliches Streben. Das macht den bösen Geist der Zwietracht zunichte, das mißachtet den Zank, das duldet keinen Streit. Wo ist heute die Sittenreinheit, die uns der Römer Tacitus bewundernd nachgerühmt? ^Wo die Einfachheit, die Bescheidenheit, die Sparern' keit, mit der sich das Preußen Friedsrichs II- zur Größe emporgshungert hat, wo die Demut, die uns den greisen Kaiser Wilhelm so liebenswert gemacht hat, wo die stille Entsagung und Ergebenheit, die ein Kaiser Friedrich gezeigt hat? Verschwunden! Deshalb: Zurück zu den alten guten Sitten und Gewohnheiten unserer Väter, von denen wir uns abgewandt haben. Die deutsche Seele muß wieder den hohen sittlichen Idealismus Altäre errichten. Denken wir an jenes Goethewort: „Laß der Sonne Glanz verlckwinden- wenn es in der Seele tagt, wir
Zentrum
as Kabinett, weshalb sich
die Partei auch nicht gebunden fühlt, sondern sich freie Hand vorbehält. — Um 7 Uhr tagte die.D eutsche Dolkspartei. Bei der Er- WWMMWWWWWW Er sprach dann über die Frage, welche Haltung die Deutsche Volkspartei gegenüber dem neuen Kabinett einnehmen «soll und äußerte sich im allgemeinen dahin, daß die Deutsche Volkspartei dem neuen Kabinett wohlwollend gegenüberstehe und es unterstützen werde. — Auch die Deutschnational e/n traten zu einer Fraktionssitzung zusammen. Sie stehen ebenfalls, wie verlautet, dem neuen Kabinett nicht ablehnend gegenüber. Heute werden die Fraktionen abermals zu einer Sitzung zusammen- tretsn.
Die mutmaßliche Minislerlisie.
Berlin, 21. Nov. Die neue übervarla- n'.entarische Ministerliste setzt sich angeblich wie folgt zusammen:
Cuno: Reichskanzler.
Dr. Heinze: Vizekanzler u. Iuskizniinisler. Steamer (Botschafter in London): Außenminister.
v. K a r d o r s f oder Scholz: Inneres.
Dr. Hermes: Finanzen.
Hanmer oder Becker- Hessen: Wirk- schaftsmrnisterium, mit dem das Schah- ministerium zufammengslegt werden soll.
Dr. Brauns: Arbeit. Gröner: Eisenbahn. Stingl: Post.
Ar. Geßler: Reichswehr.
Dr. Hamm: Staatssekretär kanzlei.
Dr. Brandt: Staatssekretär
wirlfchaftsministeriums.
der Reichs-
des Reichs-
Für das Crnährungsministe- rium kommt für den Fall, daß Prof. Fehr nicht bleibt, der Generalsekretär der Bremer Landwirtschaftskammer Dr. 211 ü 11 e r in Be-
tracht.
im eigenen Herzen finden, was die ganze Welt versagt."
Deutscher Idealismus! Wir haben — nicht allein wir Gegenwartsdeutsche, sondern auch unsere Kinder und Kindeskinder — in den gegenwärtigen und kommenden schwarzen Jahren zu erweisen, ob wir unser Vaterland selbst im tiefsten Unglück lieb haben. Es ist wahrhaftig keine Kunst, sein Vaterland in Zeiten starker Macht und satten Wohlseins zu lieben, auf sein Volk stolz zu sein. Aber es zeugt von sittlicher Größe, von Charakter, in Zeiten der Armpt, des Leidens, der Demütigung, kurz, schweren nationalen Unglückes, für sein ^olt und Vaterland alles zu geben. Und nicht allein das, sondern auch für seines Vaterlandes künftiges Wohl zu streiten und zu kämpfen. Wir meinen hier mit Waffen des Geistes. ^Der Vaterlandsfreund muß, angesichts der Ruchlosigkeit und des Leichtsinns, durch die viele Deutsche das große voliti'che und wirtschaftliche
1922
Unheil des Reiches mehren, zum Angriff übergehen. Und zugleich damit muß er den Glauben stärken, den Glauben an die Zukunft, an eine neue große deutsche Zukunft. Mit Faust muß er sprechen: „Doch deine Macht, o Sorge, schleichend groß, ich werde sie nicht anerkennen." Solchen Sinnes und solchen Geistes voll muß die deutsche Seele sein, wenn sie in das Land neuer Verheißung, neuen Glückes kom» men will. „Die Tat ist alles, nichts der Ruhm!" Seien wir wahre Deutsche, wenn auch einer Epoche der Not und des Leidens, verleihen wir diesem Dasein tiefen Sinn und rechte Tiefe, mag es auch noch so schwer sein, aus dieser Welt als Deutscher zu leben. Je stärker unser Geist und Wille ist, umso größer und machtvoller wird die Wirkung sein. K. H.
Wahlausgang in OLerkchlesien.
Reichstag: 4 Bürgerliche. 1 So-iolist. — Landtag: 7 Deutsche, 1 Pole.
Beuthen, 20. Nov. Soweit bis jetzt die amt» lichen Feststellungen varliegen, ergeben die Wayien in Oberschlesien zum Reichstag, ver.
glichen mit den Wahlen des damals noch ungeteilten Oberschlesiens zur Nationalversammlung 1919, der letzten folgendes Bild: Zentrum ...... 'Lozialdemo! raten . . .
Deutschnationale . . , Deutsche Volkspartei . . Kommunisten .... Deutschsoziale ....
Wahl in Oberschlesien
199 246 (236 491) 3 (8)
73 266 (162 578) 1 (5>
Dunokraien ......
Oberlckl. kath. Volkspartei
Polen ........
69 398
37 259
36 624
22 291
11912
23
50183
(31244) 1 (1)
(-) 0 (0)
(-) 0 (0)
(-) 0 (0)
(31115) 0 (1) (-) 0 (Ö) (-) 0 (0)
Die Landtagswahren brachten dem Zentrum 5 (9), den Sozialdemokraten 1 (5), der Deutsch.
MsMWMMfWi Heben âder M Wahl» ergebniffe Gesamtobcrschlesiens zum preußisät-n Landtag, in dem außerdem noch die Demokraten und die Deutsche Dolkspartei je einen Sch hatten, die beide bei diesem Wahlgang leer ans- gingen. Gleichzeitig mit der Reichs- und Landtagsmahl wurden auch die Wahlen zum Pro- vinziallandtag abgshalten.
Die neue Zusammensetzung des Aeichsiasis. '
Infolge der Wallen in Oberschlefien geht die ZaA der Rcichrtagrmitglieder von hièher 469 auf 459 zurück. Diese verteilen sich auf die einzelnen Frak
tionen wie folgt:
Vereinigte Sozialdemokratie .
Zentrum.....
Deutschnationale Volkspartei .
Teutsche Vollspartei . . .
Deutsche demokratische Paitei .
' Bayerische VollSpartei.
Kommunisten ....
Bayerischer Bauernbund . .
Deiitschvöikische Gruppe Dcntschhannovcrsche chandespartei
Zu keiner Partei gehörig (Ledebour und Wegmann) . .' . l
173
68
67
66
SS
20
15
3
2
2
Zusammen 459
Gründung einer Grotzdeutsche» Ärdettspartrr.
Berlin 21. Nov. In Berlin ist gestern eine Grohdeuts'che Arbeitspartei gegründet worden. Zum Vorsitzenden wurde Herr Paul Hocke aus Potsdam gewählt. Wie aus den Satzungen heroorgeht, will die Partei, deren Sitz Berlin ist eine völkische Partei sein. Mitglied kann jeder sittlich einwandfreie Deutschstämmige werden. Die Partei fordert den Zusammen- schluß aller Deutschen auf Grund des Selbstbestimmungsrechts der Völker -zu einem Groß» deutschland, fordert die Aufhebung der «.rte« densverträge von Versailles und St. Germain sowie Land und Boden (Kolonien) ö»r Ernährung unseres Volkes. Inner- und wirtschaftlich- politisch fordert die Partei die.Bekämpfuna der korruvtierenden Parlamentswirtschalt, -IbV af» sung des Arbeitsloseneinkommens, Gewmnbe- teiligung an den Großbetrieben, Schaffung eines gesunden Mittelstandes, u, o d e s st r ase gegen Wucherer und Schieber, Bll- dung eines Volksbeeres, Schaffung einer deutschen Presse, Freiheit aller Rslig,onsb-kenni- nisse und Bekämpfung des materialistischen Geistes.
Bsttar ftv Ahr Dörm«) 6500