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ßr. 270

DonnersZag SEN 18. AsveMÄer

1922

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Am öie Nachfolge Wirlhs.

Die Bemühungen des NerchspräfiSenien. Ein neues Kadinell der PerfönUchkeUen?

Berlin, 16. Novbr. Die Besprechungen, die der Reichspräsident gestern mit den Partei­führern über die Wahl eines neuen Kanzlers Halle, haben zu keinem Ergebnis geführt. Auch zwischen den einzelnen Gruppen der bürger­lichen Arbeitsgemeinschaft sind dauernd Be­sprechungen gepflogen, die aus die Lösung der Krise hinarbeiten. 3h den Wandelgängen des Parlaments wurde ichon eine ganze Reihe von Ramen von Kandidaten für den Reichs- kanzlerposien genannt, ohne daß man sagen könnte, welcher der vielen wirklich in Frage kommt. Der Kölner Oberbürgermeister Ade­nauer und der deutsche Botschafter in Paris, Dr. M a y e r, Kaufbeuren, die beiden Haupt- kandidaten, haben, da das Zentrum ihre Be- rufung nicht wünschte, bereits abgelehnt. Das Zentrum erklärt, daß fein einziger Kandidat nach wie vor nur Dr. Wirth fei dessen Be­rufung natürlich unmöglich ist. Bun werden auch der ehemalige Reichsfchaß^krelär Graf Rödern, der frühere elfaß-lothringifche Statthalter Dr. Schwand er und endlich auch der ehemalige bayerische Ministerpräsident Aaf Lerchenfeld genannt. Fsstzusiehen cheint, daß der Reichspräsident auf ein «genanntes Kabinett der Persönlich­eiten hinarbeitet und einen Reichskanzler licht, dessen parteipolitische Einstellung zwar, allgemein besannt ist, bet aber nicht dem" Parlament angehört.

*

Der Reichspräsident hat nach obiger Mel­dung den Versuch gemacht, auf »ch MMu». eines sogenannten freien Kabinetts der Köpfe zurückzugreifen. Leider ist durch die Fäl­lungen, die uns unter dieser Etikette aufge- sängt und angeboten worden sind, die ganze Marke in Verruf geraten. Zu Unrecht, denn an und für sich ist unter allen Umständen ein Kabinett der Köpfe die einzig würdige Lösung des Problems einer Regierungsbildung. Siber dieses Kabinett darf nicht fo aussehen, wie es Dr. Wirth zustutzen wollte, in dem nämlich die Sozialdemokraten weiter den Meister. spielen sollten. Jener Plan ging doch darauf hinaus, daß die Volkspartei die Fraktionstyrannis der Sozialdemokratie retten sollte durch Preisgabe ihrer selbst. Das Kabinett der Köpfe war als halbstarres, gemischtes System gedacht: Frak- tionsherrschaft für die Linke, Selbstaufgabe für die Volkspartei. Reichspräsident Ebert hat nun den Gedanken eines Kabinetts der Persönlich- teiten aufs neue in Erwägung gezogen und wir können nur wünschen, daß er diesen Gedanken zur Durchführung bringt und ein Kabinett der Köpfe bildet, das durch die Persönlichkeiten seines Hauptes und feiner Glieder Werbekraft genug besitzt, sich eine genügende parlamen­tarische Basis der nationalen Verteidigung denn d a s ist unsere Aufgabe möglichst weit nach rechts und nach links hin zu schaffen. Es ist selbstverständlich, daß es etwas ganz anderes bedeutet, ob man ein bereits vorhandenes durch die Sozialdemokraten bestimmtes Kabinett durch die Berufung von ein oder zwei Persön­lichkeiten erweitert oder ob man eine Regie­rung ganz neu ins Leben ruft und dabei nach dem Grundsatz der freien an Fraktionen nicht gebundenen Auswahl verfährt. Es wäre wirk­lich zu begrüßen, wenn jetzt endlich der ver­derbliche Parteischacher um die Ministerposten und damit der Parteiklüngel beseitigt würde. Der Reichspräsident soll einen hierzu geeig­neten Mann berufen, und diesem den Auftrag geben, ein neues Reichskabinett zusammenzu- stellen, aber ein Kabinett, worin es weniger auf die mathematisch genaue Verteilung der Partei- größen ankommt, als auf Männer, die von den Geschäften auch ^twas verstehen. Wohlverstan­den, es kommen bei einem derartigen Kabinett nur wirkliche Köpfe in Frage und die Auswahl der Männer müßte ganz hervorragend geschickt getroffen werden, wenn es ein Kabinett der Stärke und nicht der Schwäche werden soll..

Die neue deutsche Regierung steht vor einer ungeheuer schwierigen Aufgabe, da sich immer nrehr herausstellt, daß die Verhandlungen, die das abgetretene Kabinett in der Reparations- pgc geführt hat, völlig erfolglos verlau­tn find, und eine sehr gespannte außenpoli­tische Lage geschaffen hat. Es ist also unbedingt nötig, daß als Nachfolgerin des bisherigen Kabinettes eine Regierung auf den Plan tritt, die von vornhetein nicht nur von Namen von anerkanntem Ruf au traaen ist, sondern die

auch ihre volle Kraft unbehindert von innerem Zwiespalt für ihre Aufgabe einsetzt. Diese Einheitlichkeit ist eine der ersten Bedingungen. Das Außenministerium, das Nsichswirtschaits- und das Finanzministerium sind in der nächsten Zeit berufen, die wichtigsten Aufgaben in der Außenpolitik zu erfüllen und sie müssen deshalb unbedingt von einheitlichem Geiste beseelt sein. Das neue Kabinett hat Aussicht, die Lage zum Bessern zu wenden, wenn es von tatkräftigen dem Parteiicko^er feindlich gesinnten Männern geleitet wird. Gelingt es dem Reichspräsidenten nicht, für ein derartiges Kabinett btn richtigen Mann zu linden und ist er so gezwungen, er­neut zur Parteibessbunq zurückzukehren, dann muß allerdings die Forderung ausgestellt wer­den, daß in einem solchen Kabinett die Wirt­schaft, d. h. diejenige Partei, welche die Wirt­schaft sinter sich hat, nämlich die Deutsche Volkspar-ei entfuredjenb vertreten sein muß, denn aus die Wirtschaftsführer und nicht die Partsifsihrer kommt es in den nächsten Wochen an, wenn der der Entente unterbreitete Sa­nierungsplan mit Erfolg durchgeführt werden soll.

Auskandsprkssoftèmmer».

DasEcho de Paris" schreibt: Das Ka­binett fei seit Monaten nur noch eine Schein­regierung gewesen, die über keinerlei Autorität im Reichstag verfügt habe. Das Ministerium fei nicht gestürzt worden, sondern seiner inneren Erschöpfung erlegen. Der Kanzler habe sich

dèn ute Ermordung Rat'^maus am habe. Er fei nervös gewesen und habe seit Mo­naten ein Attentat gegen sie befürchtet. Die Persönlichkeit Wirths sei durchaus sympstbi'^ gewesen. Als Staatsmann habe er die deutsche Politik in sehr schwierigen Momenten geleitet Dagegen habe es ihm'völlig an der nötigen Energie gefehlt, um die finanzie: e MM des Reiches zu überwinden. Er habe es versäumt, zur rechten Zeit Maßnahmen zu treffen, um die Spekulation zu bekämpfen, das Budget in Ord­nung zu bringen und die Notenpresis anzu­halten. Das Blatt meint, die Konsequenzen des Regierungsrücktritts feien schwer vorauszu- sehen. Die Weigerung der Sozialdemokraten, mit den bürgerlichen Parteien weiterhin zu- sammenzuarbeiten, lasse eine außsrord-" llèche Verschärfung des Klassenkampfes befürchten. P etit P a risien " gibt der Befür oo g Ausdruck, daß durch den Rücktritt der Regie­rung die der Reparco onskonrmllnon gemachten neuen Vorschläge hinfällig würden, da sie völlig auf die politische Mitwirkung der Hochfinanz und der 'Schwerindustrie basiert seien. O euer e" meint, die Station Wirths sei von Anfang an sehr unbeständig gewesen, und sie sei seit Monaten bereits außerordentlich f rififk geworden. Wirth habe lange Zeit guten Willen an den Tag gelegt, um die für Dsutfchland aus dem Friedensvertrag resultierenden Verpflich­tungen zu erfüllen, aber er habe, nachdem er lange Zeit gegen die Volkspartei gefammi Mbe, sich schließlich ihr unterwarfen.EreNou- u e 1 1 e": Dr. Wirih war ein episodischer Kanz­ler. In dem Augenblick, wo das Reich das Be­dürfnis einer aufbauenden Politik empfindet, verschwindet er. Das einzige, was man zu für* ten hat, ist, daß diejenigen, die den Sturz des Kanzlers gewünscht haben, die Herren der Lage sind. Man verbindet sich in den demokratischen Ländern leicht zu einer negativen Operation, aber man findet sich selten in den großen Fra­gen zusammen, menn es sich darum handelt, zu schaffen und wieder aufzubauen. DeroMand, steht mitten in der Krise. Während die Rechts­parteien sich miteinander verschwören, um die abscheulichste aller Diktaturen wieder herzu­stellen, brechen in Köln und Düsseldorf kom u- nistische Revolten aus. Hungerrevolten verkün­det man, aber nichtsdestoweniger Revolution. In Frankreich wünschen die überhitzten Natio­nalisten einedeutsche Katastrophe". Zu Ehren Frankreichs und seines Regimes arbeitet man glücklicherweise in Paris daran, diese Kata-

strophe zu verhindern. .....

In London ist die Nachricht von dem Rücktritt j,unb der Bayrischen Volkspartei eingehe: des Reichskabinetts im allgemeinen zu spät emge- 1 Mert worden war Jede kommende Regierung, zu stellen; f troffen, um von den Zeitungen noch sommern ter ^ . ^st-Met sein möge wird daher geben mit a

werden zu können. Nur dieTim es' , h^ter bieiem Programm stehen'müssen. Geltung brir

lichen einen Bericht über die Krise uH erklären,. - 0 s M ? «nie ar '

Rücktritt Wirths sei in London keineswegs Msr - Loudon, " >. Nov. .Tue taue. M G j . ^.^^ raschend gekommen. Die finanzielle Verwirrung, in die meparationskoMMission rotru, fomeu -1 in»' die Deutschland gestürzt sei, mache es unmöglich, die I überhaupt kommentiert wird, als ein w s i e n t- t

lose Koalition der Parteien länger hcizubehalien, von welcher das Reichskabinett abhängig sei. Die energischen Maßnahmen, die Deutschland notwendig habe, um seine finanzielle und seine wirtschaftliche Lage wiederherzustellen und um seine internatio­nalen Verpflichtungen zu erfüllen, verlangen eine starke Negierung. Die Negierung Wirth sei aber zu schwach gewesen, sein Rücktritt daher auch unver­meidlich geworden. Die dadurch geschaffene Lage sei ernst. Infolge des Standes der Mark sowie wegen des Steigens der Preise griffen die Unruhen in Deutschland um sich. Sowohl die kommunistischen wie auch die monarchistischen Extremisten seien be­reit, alle Schwierigkeiten auszunutzen. Die letzte Hoffnung sei, daß die Regierungsverantwortung sobald und so schmerzlos wie möglich auf die gelegt werde, die die Stärke haben, sie zu tragen und die alle polnischen und wirtschaftlichen Hilfsmittel mobi­lisieren müßten, um eine gesunde Finnnzwirtsä aft hcrzustellen und gerechte Schulden zu bezahlen. Die Alliierten hätten seit langem die Notwendigkeit empfunden, mit dem wirklichen Deutschland zu ver­handeln und nicht mit einer Schattekttegierung.

Basel, 16. Novbr. Die Demission des Kabinetts Wirth, die nach den aussichtslosen Verhandlungen, die große Koalition zustandezubringen, bereils^vor einigen Tagen angebeutet wurde, ist für die Schwei­zer Oeifentlichkeit nun doch schneller gekommen als man erwartet hatte. Allgemein wird zugegeben, daß für Dr. Wirth kein anderer Ausweg mehr bestand. DieBasler N a ch r i ch t e n" erklären, daß ohne eine starke Persönlichkeit das Ziel einer Vereinigung der vier Millesparteien zur Rettung des Reiches nicht zu verwirklichen sei. Eine Hinzuziehung der Volk spartet zur Regierung sei aber doppelt erwünscht und zwar im gegenwär­tigen Augenblick, wo die Reparationskrise eine Mchsleitünq 'erfordere, die sich auf alle wesentlichen Volksteils stützen könne. Ein Volk in Not müsse zulammenstehen, wenn es sich halten wolle. In ähnlichem Sinne äußert sich dieN e u o Z ü r i ch e r Z e i t u n g", während dieN a t i o n a l - Z e i - t u n g" die ganze Schuld an den jetzigen verworre­nen Verhältnissen in Deutschland der Schwerindu- sEjo in die Schuhe schiebt.

parteiliche Nesierunff.

Berlin, 16. Novbr. Der Reichsbürgerrat hat an die Fraktionen der Deutschnatio­nalen V o l k s p a r t e i, der Bayeri­schen Volkspartei, der Deutschen V o.l k s p a r t e i, des Zentrums und der Deutsch-demokratischen Partei folgende Aufforderung gerichtet:

"Ser Beschluß der Vereinigten Sozialdemo­kratischen Parteien Deutschlands gegen die Bildung der großen Koalition ist der deut­lichste Beweis dafür, daß die Politik der sozial­demokratischen Parteien nicht auf die allge­mein vaterländischen Ziele und auf die Errich­tung eines sachlichen, politischen und wirtschaft­lichen Fortschritts, sondern auf die Durchsetzung der egoistischen parteipolitischen Interessen ge­richtet ist. Durch die ganzen Vorgänge der letz­ten Tage ist die Schwache einer nur pa.tei- politisch gestützten Regierung deutlich^ausgedeckt worden Es tritt deshalb an alle Fraktionen des Reichstages die Aufgabe heran, endlich dem deutschen Volke jene von parteipolitischen In- i kreisen freie Regierung von Männern _ zu geben, die aufgrund ihrer praktischen Ersah- rungen und ihrer besonderen Sachkenntnis zur Führung der Regierunasgeschäfte berufen sind. Der Kreis dieser Männer darf durch partei-

politische Rücksicht nicht beengt werden. Sollte die sozialdemokratische Partei gegen eine solche Regierungsbildung Stellung nehmen, so x^u^n Ul= H-.n«w.^ ^..,^^ «-

müssen sämtliche bürgerlichen Fraktionen allein, gierung unter Bonar Law ihr Dasein fortsetzen die Verantwortung für ein solches Kabinett I und, wenn ja, unter welchen Bedingungen sie übernehmen, um das deutsche Vaterland vor ihres Amtes walten soll. Nicht weniger als weiteren Wirren zu behüten und um die 1426 Kandidaten haben sich am 4. November Würde der deutschen Volksvertretung zu wah- für die 615 Litze gemeldet, und 57 von ihnen ren. Die Welt wartet darauf, daß das deutsche sind, da sie keine Gegenkandidaten gefunden " " "' ' ' " " ' haben, bereits als gewählt zu betracksten; von

Volk sich eine solche Regierung gibt und das deutsche Volk selbst ist bereit, eine solche Re­gierung vor den Wühlereien einer rein agita-

torischen Parteipolitik zu schützen, gez. v. Loebell.

Das deuif^e S!abi!isisrungs- prozramM.

Berlin, 15. Nov. Von zuständiger Stelle wiro erklärt: Der Rücktritt der jetzigen Negie­rung berührt in keiner Weise das in der Note vom 14. November an die Rsparationskommis-

sion niedergelegte Stavilisierungsprogramm Die Reichsregierung hat die 3lote, erst über^ reichen lassen, nachdem sie,mit den Führern der bisherigen Koalitionsvarteien und der Deutscher ' nd er-

licher Fortschritt anerkannt, was der Manchester Guardian" den deutlichen War­nungen Bradburys zuschreibt. DieTimes" kündigt an, daß besonders die Berliner Forde­rung des vierjährigen Moratoriums nicht durch- zusetzen sei. DieTimes" unterstützt die fran- zösislbe Ansicht, daß die Fixierung der Dauer des Moratoriums der Revarationskommissiou bezw. der Garantiekommission in dem Sinne überlassen werden müsse, daß jeweils nur bei strikter Einhaltung der zu vereinbarenden Maßregeln das Moratorium ausgedehnt würde. Jedenfalls ist in dieser entscheidenden Frage bisher keine Einigung unter den Alliierten er­zielt worden.

Paris, 15. Nov. Die Beurteilung, die die gestern der Revarationskommiffion überreichte neue deutsche Note in den komvetenten Kreisen findet, kann als günstig bezeichnet werden. Man erkennt an, daß Deutschland diesmal ein wirk­lich positives Programm vorgelegt habe, das vorbehaltlich mancher Modifikation als Basis für die zur Stabilisierung der Mark und zur Sanierung der öffentlichen Finanzen nötigen Aktionen dienen können Auch innerhalb der Reparationskammisfion scheint diese Meinung vorzuherrschen, wenn dort auch der Gedanke eines drei- bis vieribbriaen Zak'bmasaufsckmbZ bei gewisser Seite auf heftigen Widerstand stößt

Reichs ur'rlschaflsra! und Mark- stub sjfierun".

Berlin, 16. Novbr. Der Wirtschaftsausschuß l es Reichswirtschaftsrates nahm gestern die Mitteilung der letzten deutschen Note an die Reparationskommission zur Kenntnis und gab seiner Genugtuung Ausdruck, daß der Inhalt dieser Note im wesentlichen mit den Vorschlä­gen des Reichswirtschaftsrates übereinstimme. Es wurde betont, daß man auch in der Zwi-

.....wurden

folgende Vorschläge gemacht:

1. zur Stützung der Währung kleinere Mittel banktechnischer Natur anzu­wenden,

2. die Preissteigerung im In- lande nach Möglichkeit auszuhalten.

Weiter wurde mitgeteilt, daß eine E r - Höhung der Kohle «preise um rund 3311 Prozent eingetreten sei, und zwar infolge der Erhöhung der Löhne um rund 55 Prozent, und daß auch mit einer Erhöhung derGüter-

i a r i f e

bei der Reichseisenbahn zu rechnen

sei. Auch die E r n ä h r u n g s l a g e wurde gestreift und dabei Bedenken geltend gemacht, daß für die Stützungsaktion der Mark das Gold der Reichsbank Verwendung finden soll, weil man dieses Gold doch immer als eine letzte Hills für den Fall einer Hungersnot bezeichnet habe. Bon der Reichsregierung wurde demgegenüber erklärt, daß die Ge­treideernte wahrscheinlich zu niedrig emgei hätzt worden fei, und daß die Kar­toffelernte 39 Millionen Tonnen ergeben IW, also allein 56 Prozent mehr als im Vor­jahre. U ebergroße Besorgnisse wegen der Ernahrungslage seien daher durch­aus nicht gerechtfertigt.

2 . : ; , . land.

Gestirn war Wahltag in England, ungefähr fünfzehn Rbllionen männlicher und weiblicher Wähler hatten zu bekunden, ob die vor drei Wochen ins Leben getretene konservative Re-

den führenden Staatsmännern befindet sich nur Lloyd George dank der Treue, die ihm: seine walistische Heimat hält, unter diesen Glücklick)en. Dafür befindet sich aber seine Partei in einer um so chlechteren Lage. Jene 1126 Kandidaten verteilen sich nämlich auf die einzelnen Parteien so, daß die Konservativen sich um 461, die Na- tionalliberalen um 135, die Unabhängigen

Liberalen um 336 und die Arbeiterpartei um 414. Sitze bewerben; der Rest von 80 Kandi­daten gehört verschiedenen kleinen Partei-

gruppen an.

615 Abgeord

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Die absolute Mehrheit beträgt bei :eten3u8; mithin sind die Nalio-

nalliberalen, d. h. selbst wenn ihre würden, nicht ins

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Anhänger Lloyd Georges, Mhen Kandidaten gewählt tage, die regierende Partei nur durch èin Zusammen- arteien ihren Einfluß zur

r mg auf Seite 5.)

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