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SanauerS Anzeiger

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General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Hanan

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

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M. 282

Dienstag den 7. Nsnemher

1922

Das Neueste.

- 2n den gestrigen Spätabendstundrn wurde von den zur Zeit in Berlin weilenden Vertretern der Reparationskommission der deutschen Regierung rineAntwort aufdie deuticken Vorschläge überreicht.

In Paris wird angenommen, daß Poincarö persönlich zur Konferenz von Brüssel reisen wird.

Die Landtagswahlen in Sachsen haben wieder eine sozialistische Mehrheit gebracht.

Baron Avezzana. der frühere Generalsekretär der Konferenz von Genua, wurde zum italienischen Lotichafter in Washington ernannt und nicht, wie orwrünglich verlautete, zum Botschafter in Berlin.

Der Stand der Bsrtiner Verhandlungen.

Kenig Hoffnung auf ein Ergebnis der Verhandlungen.

Die Note, die die Reichsregierung Sonntag vormittag der Reparationskommission zur Er­gänzung ihrer Mitteilungen vom letzten Freitag überreichen ließ, hat, wie wir schon hervorhoben, nur in einigen Punkten die Anregungen weiter ausgeführt, die der Reparationskommission be­reits schriftlich Vorlagen. Die Regierung dürfte sich darauf beschränkt haben, noch einmal die Voraussetzungen einer Stabilisierung der Mark zu umschreiben, die nach ihrer Auffassung die Vorbedingungen für einen Ausgleich des Bud­gets find: die Gewährung einer ausländischen Zankenanleihe in Höhe von 500 Millionen Eoldmark unter Mitwirkung, vielleicht mit Bürgschaft der Reichsbank, und die Herabsetzung der Reparationsverpflichtungen auf ein erträg­liches Maß. Nach dem, was wir hören, hat sich Re.Reichsregierung erst in letzter Stunde zu dieser knappen Formulierung der Note ent­schlossen, obwohl, wie jetzt auch einige andere Blätter mitteilen, ursprünglich andere, weiter- gehende Pläne vorlagen; welche Gründe sie dazu bestimmt haben,"ist nicht bekannt. Dagegen zeigt sich nicht nur in dem Echo der Pariser Presse deutlich genug, daß die Reparations­kommission ihrerseits offenbar konkretere un­umfassendere Vorschläge erwartet hatte. Sie scheint auch aus ihrer.Mißstimmung kein hehl zu machen, denn wie gemeldet wird, soll die Kommission bereits eine schriftliche Antwort­note an die Regierung gesandt haben, die dieser Unzufriedenheit offen Ausdruck gibt. Außerdem soll in der Antwort der Kommission auch auf die Wichtigkeit der Kontrollforderungen, die die Kommission im wesentlichen zu ihrer Reife nach Berlin veranlaßt haben, nachdrücklick'st hinge­wiesen und das Fehlen greifbarer deutscher Vorschläge in dieser Richtung besonders be­mängelt werden.

Sitte Antwortnote der Reparationskommission.

Berlin, 7. Nov. Die in Berlin weilenden Vertreter der Reparationskommission haben der deutschen Regierung heute abend eine schriftliche antwort auf ihre Vorschläge überreicht. Die deutsche Regierung wird zu dieser Note unver­züglich Stellung nehmen.

Berlin, 7. Nov. Wie dasBerliner Tage­blatt" erfährt, ist die Note der Reparationskom- Mifsion in zwei Teile gegliedert. Zunächst kommt die Reparationskommission noch einmal auf die Beratungen über das deutsche Budget zurück.

wesentlichen bedeuten diese Ausführungen m diesem Teile eine höfliche Aufforderung an dse deutsche Regierung, die Vereinbarungen wiäuljalten, die der Minister Dr. Hermes im Juli in Paris getroffen hat und sie zur Aus- mhrung zu bringen, soweit dies bisher noch nicht geschehen ist. Dann wird zu dem deutschen Anschlag vom Samstag Stellung genommen. ~Ie Reparationskommission erklärt in ihrer Antwortnote, der deutsche Vorschlag scheint ihr ^snen Abschluß zu bedeuten, da' er manche ^'nzelfragen ungeklärt lasse, die sich bei der Durchführung in der Praxis ergeben würden, è übrigen deutet die Reparationskommission

Berliner Tageblatt" zufolge an, daß sie Diskutierung der Markstabilisierung zunächst blendet ansehe, wobei die Tür zu weiteren ^terungen über dieses Thema in Paris oder Brüssel offen gelassen wird. Es ist anzuneh- men, daß die Berliner Reparationskonferenz ärmlich jhx Enbe erreicht hat.

Die französische Presse.

I^Kis, 6. Nov. Die Pariser Presse behandelt JG Berliner Neparationsverhandlungen ohne 'e Nachrichlen über die anaekündigten weite-

Erklärungen der deutichen Regierung abzu- . rien, seit heute mit nahezu einstimmiger Ge- ssugichätzung. DerTemps" sowie dasJournal

Debüts spielen immer bloß auf die etwas wohlfeile Bemerkung zu, daß Deutschland, von

dem die Reparationskommission Geld verlange, keinerlei andere Antwort zu geben habe, als daß es seinerseits von der Kommission Geld fordere. DerTemps" schlägt dabei einen sicht­bar pessimistischen Ton an. Das Blatt schreibt: Vergeblich habe man von Deutsckiland eine f nanzielle Sanierung erwartet. Wenn man in Deutschland eine auswärtige Anleihe erhoffe, so könne der Zweck einer solchen nur der sein, eine zeitlang die ausfallenden deutschen Repa­rationszahlungen zu decken, um Deutschland Ruhe zur Ordnung seiner Finanzen zu lassen. Diese Ordnung aber müsse von Deutschland selber ausgehen. Falls dagegen die deutsche Re­gierung sich begnügen sollte, zu fordern statt Zahlungen zu leisten, habe die Aussprache in der Kommission ihren Sinn verloren und die alliierten Regierungen müßten sich fragen, ob sie ihre gemeinsame Aktion fortsetzen oder jeder für sich selbständig vorgehen wolle. Auf allen Seiten wird erklärt, daß die Reparationskom­mission in den letzten Tagen dieser Woche Ber­lin wieder verlassen werde.

Im übrigen heißt es in den Berichten der Berliner Korrespondenten der Pariser. Zeitun­gen, Dr. Wirth selbst sei außerstande, irgend­welche positiven Vorschläge zu machen, da ihm die Macht vollkommen aus der Hand geglitten sei. Statt konkreten Vorschlägen, wie man die Stabilisierung der Mark vornehmen könnte, wisse die Reichsregierung nichts Besseres vorzu­schlagen als die Ausgabe einer internationalen Anleihe. Dr. Hermes habe ernstliche Anstren­gungen gemacht, um ein Einvernehmen zu­stande zu bringen. Aber alle seine Bemühungen würden durch die hartnäckige Opposition Dr. Wirths zunichte gemacht. Mit auffallender Ein­stimmigkeit wird' gesagt, daß Reichskanzler Dr. Wirth zu wenig Emgegenwnunen um» um*^ zeige, wogegen man mit dem ReichsfmaNzmm'- ster Hermes viel weiter kommen könne und sicher positive Ergebnisse erzielt hätte, wenn Dr. Hermes autonom hätte beschließen können, denn Hermes habe Verständnis und guten Willen; vor allem fordere er, zur Stabilisierung der Mark eine Steigerung der Arbeitsleistung vor­zunehmen. DerMatin" deutet bereits an, daß anfangs nächster Woche die Folgen der Mei­nungsverschiedenheiten sich in Berlin in einer

Kabinettskrise äußern würden. Auch der Berichterstatter des Echo de Paris" schreibt, die Verhandlungen seien insofern nicht wertlos gewesen, als sie be­wiesen hätten, daß von diesem Kabinett nichts zu erwarten sei. DieRepublique Francaise" berichtet halbamtlich, die Reparationskommis- sion werde voraussichtlich Mitte der Woche nach Paris zurückkehren, weil sie in Berlin ein posi­tives Ergebnis nicht erzielt habe.

Der Reichskanzler und die ParteifShrer.

Berlin, 7. Nov. Wie bieTelegraphen-Union" erfährt, ist die für Dienstag angesetzte Besprechung der Reichskanzler» Dr. Wirth mit den Parteiführern auf Mittwoch verschoben worden.

Berlin, 7. Nov. Für kommenden Freitag vor­mittag wurde der Aurwârtige Ausschuß des Reichstages einberufen.

Die Irrtümer des Versattler Verirages

Paris, 7. Nov. In der gestrigen Nachmit­tagssitzung der französischen Kammer wurde die Budgetdebatte fortgesetzt. Der Sozialist Blum prach über die finanzielle Lage Frankreichs, die er als sehr u n g ü n st i g bezeichnete. Das Defizit des Budgets werde

keineswegs, wie der Finanzminister behauptet, durch Verbesserung der Einnahmen gedeckt wer­den. Nur eine Anleihe könne helfen; aber die Anleihen folgten aufeinander und der Zinsen- dienft wachse von Jahr zu Jahr. Diese Entwick­lung müsse mit der Erschöpfung aller weiteren Anleihemöglichkeiten für den französischen Staat enden. Was schließlich das Budget der R e - parationen anlangt, so stelle es nichts wei­ter als ein großes Defizit dar. Blum wies auf die Irrtümer des Versailler Ver­trages hin. Die Urheber dieses Vertrages hätten geglaubt, daß Deutschland wirtschaftlich aufblühe und die Mark steigen werde, so daß Frankreich in die Lage kommen könnte, alle eine Forderungen bezahlt zu sehen. Das sei eine großeJllusion gewesen.

Die sächsischen Lanöèsoswahlsn.

Leipzig, 7. Nov. Nach dem heute vorliegen­den vorläufigen amtlichen Wahlergebnis haben die Wahlen zum sächsischen Landtag folgendes Ergebnis gehabt. (In Klammern sind die bei der Landtagswahl am 14. Nov. 1920 abge­gebenen Stimmen und die Sitze im alten Land­tag angegeben.)

D e u t f ch n a t l. V p. 490 337, 19 Sitze (433 936, 20 Sitze),

Deutfche Vp. 474 470, 18 Sitze (385 524, 18 Sitze),

Zentrum 22 288, 1 Sitz (22 731, 1 Sitz), Demokraten 214190, 8 Sitze (159 709, 8 Sitze),

Wirtschaftspartei 5201, kein Sitz (), Deutfch - foz. Partei 11 361, kein Sitz (-),

V e r e i n i g t e S o z. P. 1059126, 41 Sitze (873 679, 40 Sitze),

Kommunisten 266 755, 10 S. (177 388, 9 Sitze).

Es stehen also 45 Bürgerlichen 51 Sozia­listen gegenüber, im alten Landtag war dieses Verhältnis 47 : 49, in der Volkskammer 39 : 57. Abgegeben wurden insgef. 1 206 486 (1 011 108) bürgerliche und 1325 881 (1029 083) sozialistische Stimmen. Die sozialistisch-kommunistischen Wähler haben daher in ihrer Gesamtheit vor den bürgerlichen Wählern einen Vorsprung von 108 034 Stimmen. Aus dem Wahlkreis Leipzig ergaben sich 347 190 bürgerliche und 348 866 sozialistische Stimmen. Im Wahlkreis Dresden-Bautzen find abgegeben wor­den 465 815 bürgerliche und 470 683 sozialist. Stimmen. Im Wahlkreise Chemnitz- Zwickau wurden abgegeben 404 842 bürger­liche und 506 382 sozialistische Stimmen. In sämtlichen drei Wahlkreisen ist also eine sozia­listisch-kommunistische Mehrheit erzielt worden.

DieLeipz. N. N." schreiben zu dem Wahl­ergebnis:

Das Bürgertum hat das Ziel, das ihm die Logik der Tatsachen vorschrieb, nicht zu erreichen vermocht, es hat die Schlacht verloren. Darüber muß es sich klar sein, die Folgen muß es tragen. Der Sozial-

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tag zu gewinnen. Nur das konnte sie oom harten Joch der Kommunisten erlösen. Man sprach es nur vorsichtig aus, hoffte im stillen aber um so stärker, die Wiedervereinigung die für Sachsen die Unter­werfung der Rechtssozialisten unter die U. S. P. be­deutete werde als reife Frucht die Mehrheit im Landtag zeitigen. Das Ziel ist nicht erreicht worden, der Gewinn beträgt ein Mandat, die drückende Abhängigkeit von den Kommunisten bleibt erhalten, von einem Siege der vereinigten Sozialdemokratie kann keine Redè fein. Trotzdem kann natürlich die Tatsache nicht geleugnet werden, daß die Sozialdemo­kratie als Ganzes einen großen Teil der Verluste, die ihr die Wahl von 1920 gegenüber dem Vorjahr eingebracht hatte, wieder aufgeholt hat. Verhältnis­mäßig weit stärker aber hat der Kommunismus zu­genommen. Auf einen glatten Sieg, das heißt auf die Erringung der Mehrheit, konnte diese Partei von vornherein nicht wohl rechnen. Ihr mußte es ge­nügen, wenn sie die regierende Minderheitspartei in verstärkter Abhängigkeit und sich selbst die Möglich­keit erhielt, durch ihren Vertrauensmann Lipinski weiter zu regieren. Das ist ihr gelungen, Herrn Zeigners Massenbegnadigungen, auf die er so stolz ist, haben für die Kommunisten reiche Frucht ge­tragen. Wenn jemand, so dürfen sie sich als Sieger im Kampfe betrachten, denn ihr Ziel ist in vollem Umfang erreicht worden."

Begrerungswechfel in Sachsen.

Dresden, 7. Nov. Der neue Landtag wird voraussichtlich in der nächsten Woche zusammen­treten, um gemäß der Verfassung den neuen Ministerpräsidenten zu wählen. Man rechnet in Dresdner politischen Kreisen damit, daß der bis­herige Ministerpräsident Buck, der zur ge­mäßigteren Richtung gehört, darauf verzichten wird, noch einmal die undankbare Würde auf ich zu nehmens In diesem Falle wird fcm bis- ;eriger Stellvertreter, der Minister des Innern Lipinski (bisher U. S. P.) zum Minister­präsidenten gewählt werden.

Die PvNiik der Deuisck. Vvlkspsriei.

Dresden. 7. Nov. Abgeordneter Dr. Stresemann sprach in Dresden über die schwebenden politischen Fragen und erklärte, die Deutsche Hoff spar fei dürfe nur dann in die Re­gierung einkreken, wenn eine Verständigung iber die Außenpolitik und über verschiedene Wirtschaftsfrc^en erfolgt sei, vor allem über die [ Rückkehr zur Qualitätsarbeit und die Beseitigung der Gleichstellung junger un- gelernler Arbeiter mit gelernten und Leisiungs- âhigen. Ferner müsse zwar der A ch t st un­ten t a g die Norm bleiben, aber Arbeitgeber und Arbeitnehmer müßten ohne behördliche Einmischung Reberstunden vereinbaren dürfen. Die Volksparkei denke nicht daran, die Verant­wortung mit zu übernehmen, rvenn die Regie- :ung nicht den Mut habe, dem Volke zu sagen, daß es so nicht weiter geije. Wenn das Parla­ment nicht mitmache, wurde die Volksparlei über dasselbe hinweg an das Volk appellieren. Die Losung würde sein: .Freiheit und IHehrarbeit

Neue Verwicklungen im Orient.

Nna»rafordertdieRLunmng«onstantinov«U die von den «Niierten abgelehnt wird.

Paris, 7. Nov. Da durch die Demission de» Konstantinopeler Kabinett» die Regierung verwaist ist» erschien Rifaat Pascha, der seinerzeit von den Alli­ierten zum Gouverneur von Thrazien ernannt wurde, bei der alliierten Oberkommission und erklärte, daß « das Amt einer Gouverncuer« von Konstantinop«! übernehme. Rifaat Pascha berief die Unterstaattz­sekretäre der einzelnen Verwaltung«zweige zusammen und setzte sie davon in Kenntnis, daß auf Grund bet Maßnahmen der Regierung von Angora die Amtß- räume de« Grovesirs und der Ministerien der DeußertN wie de» Inneren geschlossen würden. Da« Unter- sekretariat für die Archive der Pforte würde ebenfalls geschlossen. Da» Krieg«ministerium und Marinemini­sterium würden unter der Leitung ihrer Untersekretäre weiter arbeiten und die Konstantinopeler Truppe« würden Befehle vom Kommandanten der Garnison empfangen. Die Polizei würde die Anordnung der Nationalversammlung von Angora und die Richter di« Gesetze der Nationalversammlung durchführen.

Der Vertreter von Angora in Konstantinopel über­mittelte den alliierten Oberkommissaren eixe Verbal­note, in der erklärt wird, daß die Verwaltung von Konstantinopel jetzt an die Regierung von Angora übergegangen sei, weshalb die interalliierte Militärbesatzung nutzlos und unmög» l i ch geworden sei. Die Note fügt hinzu:Wir hoffe«, daß die Alliierten unsere Forderung auf sofortige Räumung von Konstantinopel günstig aufnehmen werden." Nach Empfang der Note traten die alliierten Oberkommissare und Generäle in der englischen Bete

lehnten in ihrer Antwort Note, bie noch am gleichen Abend dem Vertreter von Angora übermittelt wurde» diese Forderung kategorisch ab. In einer zweiten Note an die alliierten Obcrkommissare wird gefordert, daß Kriegsschiffe aller Nationalitäten die Ermächtigung der Regierung von Unger! einholcn müßten, wenn sie die Meerenge befahren wollen. Sie hätten auch im Fahren die neue tür« kischc Regierung zu grüßen. Eine dritte Note fordert die Führung der Eisenbahnen durch den türkischen Staat.

London, 7. Nov. Der Konstantinopeler Gonder» berichterstatter desDaily Expreß' meldet: 3n Kon­stantinopel ereignete sich ein bewaffneter Zusammenstoß zwischen der britischen Militärpolizei und türkischen Demonstranten. Die Türken haben durch dar 8euei 6er britischen Polizisten leichte Verluste erlitten. Dor der Sophienmoschee und in anderen Vierteln Kon­stantinopel» fanden türkische Kundgebungen statt. In der Nacht drangen Banden in da» Europäcrviertel ben Pera ein, wobei sie Fahnen und Bilder Kemal Pascha» trugen und gegen die Fremden dcmonstrierten« Die Lage in Konstantinopel soll sehr «rnst sein.

Paris, 7. Novir. Die türkischen Extremisten, die nicht einmal die Autorität Mustapha Kemal Pascha» anerkennen, sollen gewaltsame Ruhestörungen in Kon­stantinopel hervo.rgerufen haben. Sie sollen ix Steffen gegen das Palai« des Sultan« gezogen feix. Dort soll es zu heftigen Zusammenstößen mit den englische« Truppen gekommen sein. Er ist da« Gerücht iw

Umlauf, daß der Sultan entführt werben sei.

Kanstantinopel, 7. Nodbr. Der neue verncur hat bekanntgegeben, hast Stambul länger mehr die Hauptstadt bet Türkei

et« nicht wäre,

sondern jetzt durch die Provinz Keußatmopel unter gleichzeitiger Einrichtun, einer Prodinzvermaltunß ersetzt worden wäre. Resaat Pascha hat ferner bie Aufhebung der türkischen Zensur befohlen. Von allen Ersten hört man Stiessen und wilden Lärm. Di« Türken feiern auf diese Weise die trrichtnng der türkischen Kepublik.

Keine «rdeirsrnhe am 9. «bemteev Die dem Grwerkscha>t»rmg Deutscher Arbeiter-, »ng«< sicüten- und Bcamienverdände angeschlossenen Drgaxi« jationex lehnen die Arbritlruhe am 9. blebtmbcr ab und überlassen er ihren vlitgliedern. ob sie an diese» Tage an »tzendfeierlichkeiten teilnehmen wollen.

Der 9, N»»«ms«r in Tyürtn««n. ®«» läßlich »e« 9. November wendet sich da« thüringische Staattnnnisteriu« mit einem Ausruf an bie Ä» »ölterung, »cn Tag festlich zu begeben. »ntsprechexb beut Charakter de» V. Number al» gesetzlicher »eier» tag siN»et überall nur tzonntagrdienst statt. Dr« Schulen werden geschlossen bleiben, ebenso die Lande»« Universität.

Dollar (10 Uhr vorm.) 7400