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General-Anzeiger

AmMches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertags

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Nr. 239

Freitag den 3. Novemder

1922

Das Neueste.

Reichsstnanzminister Dr. Hermes wird bei Reoko heute eine Stabilifierungsdenkschrift über« reichen.

Der Reichsrat genehmigte gestern die neue IP»stgebübrenordnung. die bereit» am 1S. November in Kraft treten ioll.

Für die Zeit vom8.Lis eiiischliehlich 14. No- ,emberbeträgtdasEoldz»llaus»eld8S100von100M.

2m Hermes-Prozeh hat der Vertreter derAn- flnge drei Monate Gefängnis beantragt.

Der neue deutsche Botschafter 6raf Brockdarff- Rantzau ist gestern nachmittag in Moskau ange­kommen und u.a. von Vertretern des Kommissariats fürauswärtigeAngelegenheiten empfangen worden

Aus Thrazien sind in London und Paris beunruhigende Meldungen über erneutes Vor­dringen der türkischen Nationalisten eingelaufen.

Das Problem der MarK- Slabilifierung.

Eine Ansprache des Reichskanzlers an Finanzsachverständigen.

die

Berlin, 2. Nov. Der Reichskanzler emvfing heute vormittag die internationalen Sachver­ständigen, die inzwischen vollzählig eingetroffen find. Es waren erschienen die Herren Bisse- ring, Gassel, Brand, Dubois, und Jewks. Der Reichskanzler begrüßte die Herren mit einer Ansprache, in der er nach ein­leitenden Begrüßungsworten folgendes aus- führter

Daß alle Herren, an die.sich die Einladung gerichtet hat, zugesagt und ihre Dienste zur Verfügung gestellt haben, bestätigt uns, daß der Entschluß der Reichsregierung, die Frage der Stabilisierung der Währung dem Gutachten ausländischer Sachverständiger zu unterbreiten, richtig man Die Möglichkeit, d i e Markzu st a b i l i s i e r e n, ist natürlich auch bei uns auf das Eingehendste geprüft worden, und dies umso mehr, je mehr die Entwertung der Wäh­rung fortgeschritten, und je verhängnisvoller die Folgen dieser Entwertung für die deutsche Volkswirtschaft, aber auch für die Wirtschaft der anderen Länder geworden ist, mit denen Deutschland Handel treibt und Handel treiben muß. Die eine Meinung über das Problem ist die, daß eine Stabilisierung der Mark solange verfrüht ist, und keine dauernde Festigkeit ge­währleisten wird, solange nicht zwei Voraus­setzungen erfüllt sind, oder die Erfüllung in ge­sicherte Aussicht gestellt ist, nämlich die B a l a n- cierung des Budgets und die Ba­lancierung der Zahlungsbilanz. So lange die Wareneinfuhr die Warenausfuhr so stark übersteigt wie in letzter Zeit, muß das Defizit der Ausfuhr noch weit höher gerechnet werden, als es bisher veröffentlicht wurde. Un­glücklicherweise hängt aber die Erfüllung dieser beiden Voraussetzungen selbst wieder zum großen Teil von einer Stabilisierung der Mark ab. So gehen die Ursachen und Folgeerscheinun­gen ineinander über, und diese Situation führt zu der anderen Meinung, nämlich der, diesen Circulus vitiosus zu durchschlagen und die Mark zunächst auf irgend einer Basis festzulegen, wenn auch nicht end­gültig, so doch wenigstens provisorisch, um so auf alle Fälle das weitere Abwärtsgleiten der Mark zu verhindern. Dies muß jedoch schnell und mit Entschlossenheit geschehen, denn länger darf nicht bei dem Rückschlägen der Mark gewartet werden, wenn nicht die gesamte deutsche Wirt- K zusammenbrechen soll. In dieser Situation ie Reichsregierung das Bedürfnis gehabt, zu hören, wie man dieses Problem vom Aus­lands aus ansieht, und aus diesem Bedürfnis heraus ist auch die Einladung an die Sachver­ständigen gerichtet worden.

Die Konferenz von Genua und ins­besondere die Sachverständigenkom­mission hat sich eingehend mit dieser Frage beschäftigt und ein bedeutendes Gutachten ge« fällt, aus dem nur ein Satz in Ihre Erinnerung zurückgerufen werden soll. Das Sachverstän- bigenkomitee hat in dem fraglichen Gutachten 8e!agt;Wenn die äußeren Schuldenlasten eines Staates seine Zahlungsfähigkeit über« neigt, und wenn dieses Land nicht durch eine Äußere Anleihe Hilfe erhält, so ist die llvsge davon, daß einmal die ausländischen Märkte gestört werden, und daß andererseits mne fortgesetzte Entwertung der Geldparität les Landes eintritt, sodaß es diesem Lande zur Unmöglichkeit wird, aus eigener Kraft her­aus irgtnde.nen Anlauf. zur Stabilisierung (einer Währung zu nehmen/

Dieses Gutachten wurde damals allgemein ui>^ ohne Bezug auf irgendein bestimmtes ein« ^eln^Land abgegeben. Jetzt handelt es sich

darum, und dieses ist die Frage, die die deutsche Resi^regierung an die Sachverständigen zur Beantwortung richtet, diese Frage auf ihre Wirksamkeit für die deutsche Währung zu prüfen und ein G u t a ch t e n dahin abzugeben, o b

1. unter den gegenwärtigen Umständen eine Stabilisierung der Mark m ö g l i ch i st:

2. wenn nicht, welche Voraussetzun­gen müssen geschaffen werden, um eine Stabi­lisierung zu ermöglichen und

_ 3. welche Maßnahmen müssen zur Stabilisierung getroffen werden, sobald die Vor­aussetzungen vorliegen.

Das sind die Fragen, die die Reichsregierung von Ihnen beantwortet Haden möchte. Die Sachverständigen haben völlige Freiheit in ihren Arbeiten und Beratungen und können die­selben ganz nach eigenem Ermessen erledigen und durchführen. Sie können ganz unter sich bleiben, können aber auch über wichtige Gegen­stände wie z. B. das deutsche Budget und die Handels- und Zahlungsbilanz bei den zustän­digen Ressorts stets unterrichtet werden. Um eine sichere Basis für ihr Urteil zu gewinnen, habe ich die deutschen Finanz- und Wirtschafts­sachverständigen gebeten, sich nach Berlin zu be- aeben, um eventuell Ihnen zur Verfügung zu stehen. Die Antwort wird nicht nur in Deutsch­land, sondern auch in allen Ländern der Welt, wo dieses Problem mit Sorge verfolgt wird, mit größter Spannung erwartet. .

Bei den eben genannten Gnâeeritändiaen handelt essich um den englischen Pros. Keynes, dessen Sachkunde ibn zu dieser Ausgabe besonder? berufen erscheinen läßt, ferner um den schwedischen Professor Cassel, der einen Weltruf al? Finanzwisseuschaftler besitzt. Der amerikanische Professor JewkS Mit sich seit längerer Zeit in Europa auf, um die wirtlchast-

die

ert durch die nahen Beziehungen,

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feuberen ert durch die nahen Bezicküngen, e er ru der Regierung her bereinigten Staaten unterhält. Von wesentlicher Bedeutung aber sind die Saéüc-» ständigen, die durch ihre Stellung im praktischen Finanzleben gegebenenfalls zur Förderun« einer 6tüemng$artion fir »ie deutsche Währung auch eine gewisse Kapitalmacht vertreten. Er handelt sich um »en Teilhaber der befgxnten Banffirm« Lazare BrothertS, C. H. Brand. Die deutsche Reperun, ist auf ihn unter auderm auch wegen seiner Tätigkeit m Finanzaurschuh der Konferenz in Genua zuriickge- fommen, wo er sich durch eine umfassende und ad­jektive Beurteilung der Dcltwirtichast herdorgetan haben soll. Aus heu gleichen Gründen und wegen seiner Beziehungen zur französischen und belafscheu Finauzwelt dürfte die deutsche Regierung den Präsi­denten des Schweizerischen Bankvereins, Dubois, eingciaden haben. ES wird üm die frische Initiative »ei der Behandlung der AädrungSsragcn in Genua nachgcrübmr. Der Prisidcut der Niederländischen Bant in Smfteriam, 81 f f e r i n g , ist nach seiner Richtung un» nach feinen Arbeiten allgemein besannt, nicht zulezt wegen seiner Betätigung al« Mitglied des logexannten B«nticraulf*uffeS. Bie deutsche Re­gierung verspricht sich zweiieUoS box seit Aenderungen Jefer Männer Anregungen, »ie wclcntlich $ur Lösung und sachlichen Erörterung der VkrhaudlungSgegeu- nandeS zwischen ihr Mio dem W>edcrheruc»u»»daur- ichug beitragen sollen, und begrübt er alr einen gutes« l ^en Zu-aU, tag liefe Flnaujiachverutndigeu gleich­zeitig mit oem Aurichu, tn »erlitt anwesend sind. Die Einladung der ?7>nanzlac»veräân»>gen ist getragen »an her Zu»ersicht, da, eine objetiioe Beurteilung »er »entiWen Imrtidjatttlage «uq dem Glanzpunkt ber

dculschcn Reglern*« gerecht tuerte* müsse.

Sofortige INark-Stabilisierung.

B e r l i n, 3. Rovbr. DasB. If Der neue Sturz der Mark hat in den

xielbtf: Areisen Seun-

der Reparalionskommission erhebliche ruhigung hervorgerufen und man ist sich dar­über klar, daß sofortige Maßnahmen getrosten werden müssen. 6s ist auch bereits Fühlung mit der deutschen Regierung genommen worden m» es hat den Anschein, daß man eine Verstan- vigung wird erzielen können, sodaß von der Re­parationskommission wenigstens in dieser Ange­legenheit noch vor ihrer Ru^kehr nacy pari, und ohne vorherige Verständigung mit den alliier­ten Regierungen endgültige Beschlüsse gesaßè werden. 6s wird bestätigt, daß der Finanz- kontrollplan.der bestimmte Forder n an die deutsche Regierung bezüglich der 6r- i-ohung der produtUonrleisiung vorsieht, zu­nächst zurückgestellt worden ist.

Lie BerKa»-lun-e» mit »er Ä»pK».

Berlin, 3. Novbr. Ueber die Verhandlungen mit der Reparationskommission wurde gestern abend folgender amtlicherBericht aus- gegeben:

Die ReparationskomMission und der Reichsfmanzminister Dr. Hermes, der von mehreren Staatssekretären unterstützt wurde, haben drei Besprechungen gehabt, in deren Verlauf die Vertreter der deutschen Re­

gierung die den H o u s h a l t für 1922 und 1923 betreffenden Fragen sowie die Frage der S t a - bilisierung der Mark und der schwe­benden Schulden dargelegt haben. Im weitern Verlauf der Verhandlungen wurde unter Zurückstellung einer gewissen Anzahl von Fragen zur späteren Erörterung vereinbart, daß Herr Hermes in der Nachmittagssitzung vom 3. November eine schriftliche D a'r st e l - lu n g der von der Reichsregierung vorgesehenen Lösung vorlegen werde. Die weiteren Erörte­rungen werden auf der Grundlage dieser offi­ziellen Mitteilung geführt werden.

Berlin, 3. Novbr. Die Denkschrift, die Dr. Hermes heute der Reparationskommifsion vor­legen wird, wird neben positiven Vorschlägen zur Frage der Stabilisierung der Mark auch eine ausführliche Darstellung der Entwicklung der finanziellen und wirtschaftlichen Lage Deutschlands enthalten. Voraussichtlich wird die Kommission die Vorschläge ohne weitere De­batte entgegennehmen und sich erst morgen vor­mittag in einer internen Sitzung mit ihnen be­fassen. Morgen nachmittag soll dann die eigent­liche Diskussion über die deutschen Vorschläge ausgenommen werden.

Vor fehl«« über Moratorium und Anleihe.

Zu der Stabilisierungsdenksckrift, die Mi­nister Dr. Hermes heute der Repko Vorlagen wird, wird uns von unserem Berliner Kor­respondenten gedrahtet:

B e r l i n,' 3. Novbr. Die positiven Vor- Vl'fae zur Frage der Stabilisierung der Mark werden sichaufeinlangfrlsilgesMora- t o r i n m nub auf eine innere und auf eine äußere A-nleihe beziehen. In biptomariwsen Greifen ermattet man, daß die Aat-^'ar-zierung Ätjen Vorschlägen eine fest umschriebene ^orm grben wird. Bekanntlich sind sich alle fiteile n

eillMresierung ein Moratorium von fen lk^ren uetlanfen mürbe, Jo mürbe sie bamit bie Ansicht bet deutschen Wirtichest»- und >>- nanzkraii« mm Auchrpck bringen, bie hie: Wer «Hefe Frc«e besteht. Line Stabilisierung ber âlark dÜnle tww ben^err sei«, twau wir aU Mii L'^Zland eine Akl»L< erhalten. Die »e^r

regierung wird vermutlich den Standpunkt ver­treten, daß eine Anleihe von ungefähr 5 0 0 Millionen Dollar uns vielleicht- ^i^n würde, zu einer Stabilisierungsaktion zu schreiten. Als Geldgeber kommt w»hl nur Amerika in Fr«ar. Bekannt ist, daß nach Nrr-^e- rungen hervorragender amerikanischer Finanz- leute, die in letzter Zeit gefallen sind, in den Vereinigten Staaten hierzu bis jetzt keine Ge neiWlheit besteht. Der in Berlin rveilende Ame- rifaxer Iewks hat einen Plan ausyÄ»*l*(, durch den die Mark stMMßert werden »f. Da­nach sollen enOifF« und amerikanische 3i»'»z- kreise für Deutschland eine Ges*«nleihe cmf- brinzen. die den Betrag des Aeich»ba»^»Lm,, also 1 MiAiarde Goldrnark, gleichäewmt. Pro­fessor 3erots hat bereits mit »reifen der brut­schen, ainerikanifchen und enAiischen ReGierang Pütztung genommen.

Amerika u*> tie iaieralliierte M«r,ch«ldui,K.

der

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London, 2. Nov. Einer Meldung Times" aus Washington zufolge äußerte Wortführer der amerikanischen Regierung über den Standpunkt Hardings in. der fy _ der auswärtigen Schulden, sowie über die Stellungnahme des Präsidenten zur Fr«g« der Notwendigkeit einer internationalen Konferenz, auf der die wirtschaftliche Lage Europas erörtert

werden könne.

Die Persönlichkeit erklärte, Harding glaube nicht, daß eine Erörterung über die Streichung oder den Zahlungsaufschub irgend eines Tetzes der europäischen Schuld stattfindrn könne oder dürfe, bevor Europa sein Haus in Ordnung ge- brackt habe, bevor die Tatsachen bezüglich der Wirtschaftspolitik der europäischen Nationen zur Untersuchung verfügbar seien. Harding geht soweit, zuzugeben, daß die Vereinigten Staaten an einer internationalen Konferenz teilnehmen sollten, bie die tatsächliche Lage der Dinge ent« hüllen und Heilmittel für die anerkannten Uebel des Budgetsystems der europäischen Na- tionen Vorschlägen würde. -Harding bringe je­doch zum Ausdruck, daß die Regierung der Bereinigten Staaten an einer fachen inter­nationalen Konferenz nicht teilnehmen könnte, wenn die alliierten Schmorn an die Verein'sten Staaten zum Hauptgegenstand dieser Konferenz gemacht werden sollten. Vir anderey ^ 'en, Je Konferenz müsse, wenn Amerik-- «.reimen wollte, zuerst sich mit den Ursachen M"rr*i und dann erst mit den Heilmitteln. Sie müsse die

Fragen des Militarismus und seiner Kosten, her unausgeglichenen Budgets, der Reparationen und der allgemeinen Wiederaufbau- und Wiederherstellungs Maßnahmen aufwerfen. Wenn das geschehe, und zwar mit offensichtlicher Aufrichtigkeit, so könnten die Vereinigten Staaten bereit sein, die Schuldenfr^oe zu er­örtern und sogar Maßnahmen erwägen, rose entweder Streichung oder teilweise Erlassung, wo es sich als gerechtfertigt erweisen sollte. Wie die Dinge jedoch augenblicklick störten, erwarte Amerika, daß Europa mit der Resimdlerung der ousstebenden Vcrpflicktungen fortfobre. Amerika sei bereit, durck die amerikanische Schuldenkommission in Verhandlungen ein« zuk"-'m.

Ein franZvsisch-Mkischer ZwischensaN-

Paris, 3. Nov. Der Korrespondent des ^Exchange Telegraph" in Konstantinopel meldet, daß in Adrianopel 13 bewaffnet« französische Soldaten von einer Bande bewaffneter Kemalisten getötet wor­den seien. Die griechischen Truppen von Kara- gatsch sollen den Franzosen Hilfe geleistet haben. Die Nachricht wird an den Pariser offiziellen Stellen nicht bestätigt, sie wird aber von der Presse als glaubhaft gehalten und bereits leb­haft besprochen. DasJournal des Debüts" bringt sie in Zusammenhang mit neuen militärischen Bewegungen dertürkischenNationalistenin Kon­stantinopel und in Thrazien, die bereits Anlaß zu einer sehr eingehenden Unterredung zwischen Lord Curzon und dem französischen Botschafter in London gegeben haben. Wenn diese Mord­tat wirklich begangen sein sollte, sagt das Blatt, oann wäre sie nur eine Folge der übertriebenen Sch mache der französischen Regie- en Nationalisten. -

macht Haltung der KcmalistM die (liierten vereint wörtlich, die der Türkei Thrazien nichl schnellgenutz zurückgegeben und ihn Truppen noch nicht abberufen haben. Au! jeden Fall gelte es, alle Feindfeligkeiten gegex die Angora-Rcg.etung zu vermeiden.

Inzwischen bereitet sich ein Teil der franzö­sischen Presse, an der Spitze Andre Ta r d i e u imEcho N a t i o n a l", zu einer entschieden antitürkischen Politik vor. Tardieu unterstreicht die gestern in einem Artikel des , Petit Parisien" verbreitete Ansicht französischer Iudnitriellen in Kleinasien, daß der Triumph der Kemalisten den Ruin der französischen In- tetjfen im Orient bedeuten würde. Er faßt das Programm Kemals in folgende vier Punkte zusammen: 1. Angora will auf keinen Fall die rlufrechterhaltuiig der Kapitulation dulden. 2, Die kcmalistische Regierung nimmt an, daß die Mächte in Lausanne die unbedingte Unabhän- qigkeit der Türkeit anerkennen werden. 3. Die Freiheit der Meerengen wird von der Türkei garantiert werden, daß aber gleichfalls eine Garantie für die Sicherheit Stambuls und des Marmarameeres verlangt wird. 4. Der vultan und feine Minister existieren für die Angora- Regierung nicht mehr. Tardieu hält Herrn Poincarë vor, daß er selber noch vor einem Jahre mit größter Schärfe über die Kemalisten geurteilt habe und daß er erst später begonnen habe, die türkischen Verhältnisse durch die Brille Fr-nklin Bouillons zu sehen. Die jetzige Türken schwärmerei der französischen Regierung fei um so gefährlicher, als sie außer die Engländer auch die Amerikaner ver­stimme unb die Isolierung Frankreichs vor- bereite.

_ N,bâruhe am 9. Nademder. Die Berliner Gic»er:>Gaslrk»»"iIsi»n, her fast affe Waus« tianite ber Berliner Inrustne «xgekirtn, faite ix ,m<r geterx trüb «bgelteltenen Stbung den Beschluß er Xrbeitbriik in «len Berliner Betrieben am » gtexerker, imt ber A»n«hm«, bat an* in den ankere» eulschm K«»uüricjentren dieser tag durchrbeiti« ruhe gebiert wetbex wir».

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