Einzelbild herunterladen
 

Mittwoch den 1. November

«r. 257

1922

Sesusspreis: Monatlich Mk. 230. ohne Träger- lohn: Einzelnummer Mk. 10., Anzeigenvreile: Die 33 mm breite Zeile Mk. 20.; Finanrinlerate Mk.rs.: Reklame (68 mm breit) Mk. 50.. Inserate, auch lautende, werden nur ,um jeweiligen Tages- ,rette berechnet. Ottertengebühr Mk. 10..

Erfüllungsort und Eertchtritand fit beide Teil« Sanau a. M - 2m Rade Höber« Gewalt. Streik usw., bat der Bezieh«» (einen Ansvru» auf Lieferung oder Nachlieferung aber auf Rückzahlung bei Bezugs­preis«. Für Platzvorichritt u. Erscheinung,tag« bet Anzeigen wird feine Gewähr geleistet.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertag«

General-Anzeiger

AmMches Organ für Stadl- und Landkreis Sanau

Das Neueste.

Die Mitglieder der Reparationskommis­sion wurden gestern vom Reichskanzler emp­fangen, worauf die ersten Beratungen mit den einzelnen Ressorts stattfanden.

Gestern begann der Prozeß des Reichs­finanzministers gegen die BerlinerFreiheit".

In Sachen der Krisis im Bankgewerbe hat der Reichsarbeitsminister die beteiligten Parteien zu neuen Verhandlungen am Don­nerstag unter dem Vorsitz eines Unparteiischen aufgefordert.

Der italienische König hat das Kabinett Mussolinis bestätigt.

Der italienische Botschafter in Paris, Graf Sforza, hat bei Mussolini seinen Abschied ein- gereicht.

Nach Pariser Meldungen soll Nitti von den Faszisten verhaftet worden sein.

Nicht nur Verhau-lungen, sondern Taten!

Die Mitglieder der Reparationskommission sind in Berlin eingetroffen und haben gestern die ersten Besprechungen gehabt. In einer Mitteilung, die anscheinend halbamtlichen Ur­sprungs ist, wird des langen und breiten auf- gezählt, wie und worüber jetzt mit den Mit­gliedern der Reparationskommission verhan- üèll werden soll. Einzelverhandlungen mit den in Betracht kommenden Ministerien, zusammen-

sassende Verhandlungen mit dem Reichskanzler darin erschöpft sich im Großen und Ganzen das Programm. Diese Aufzählung beweist, daß man weder auf der Seite der Reparations­kommission noch auf unserer Seite erfaßt hat, wo der Kernpunkt des Problems zu suchen ist Mit den ins Auge gefaßten Verhandlungen

M Besprechungen wird man auch diesmal Kerim. Das wärenalüri-chder vertueyrte ,te nicht zur Lösung dieses Problems gelangen. ® e g, den man gehen konnte. Deutschland M das ist auf das lebhafteste zu bedauern, muß im freien Lande wohnen es muß eine Denn es ist wirklich die höchste Zeit, daß freie Wirtschaft und es muß dre Hande frei

Hl

Umas Entscheidendes geschieht.

Die deutsche Regierung hat die ernste Ber- pflichtung, der Reparationskommission den Kernpunkt der ganzen Frage klar vor Augen zu stellen. In allen sachverständigen Wirt- schaftskreisen der Welt herrscht darüber längst vollkommene Uebereinstimmung. Das einzige

und allerdings auch schwerste, was noch zu tun übrig bleibt, liegt darin, daß nun auch zwischen her Reparationskommission und der Regierung die praktische Folgerung daraus gezogen wird. Er ist unbedingt notwendig, sich mit der Revarationskommission sowohl über das Maß unserer bisherigen Erfüllungsleistung wie auch über das Maß dessen zu verständigen, was wir endgültig leisten können und sollen. Der erste Teil dieser Aufgabe ist wichtig, denn es hängt von dem Umfang unserer bisherigen Leistung selbstverständlich sehr viel für die Festsetzung der endgültigen Leistungs­summe ab. Bisher war über diesen Punkt keine Klarhest zu schaffen. Die französischen Angaben über das Maß unserer bisherigen Entschädigungsleistungen weichen recht wesent­lich von der Aufrechnung der deutschen Regie­rung ab. Die Regierung sollte deshalb die Anwesenheit der Reparationskommission in erster Linie dazu benutzen, endlich einmal eine beiderseitige Uebereinstimmung über die Höhe des Betrages herbeizuführen, den Deutschland m der Erfüllung des Berfailler Vertrages bis» aufgebracht hat. Daß die Regierung bei Men Verhandlungen ihre Aufrechnung mit ollem Nachdruck vertreten müßte, ist selbst­verständlich.

Hat man auf diese Weise einmal eine feste Grundlage geschaffen, so müßte die Regierung vorauf dringen, daß durch die Verhandlung wit der Reparationskommission auch über d i e Hohe des Entsch ä d i g ung sb et ra- 9 e s, den wir nach unserer Leistungsfähigkeit ?'rk!ich aufbringen können, eine endgültige Entscheidung herbeigeführt wird. Es versteht llch-von selbst, daß die Summe, die bisher als Mamtentschädigung festgesetzt war, sehr er- Mch und wesentlich herabgesetzt werden muß. Weltwirtschaftliche Sachverständige wie Keynes hoben hier bereits Vorarbeit geleistet und auch

Verlaufe der internationalen Pariser -^anklerkonferenz sind schätzungsweise Summen genannt worden. Diese Frage nun auch in den iereiz der Beratungen hineinzuziehen und eine are Entscheidung darüber herbeizuführen, ist le dringendste Aufgabe, die der Regierung âur Zeit gestellt ist.

& "te Regierung hat wahrlich überzeugende nn s- <t?enu9, um die Reparationskommission rpe Notwendigkeit einer klaren Entscheidung

4 lallen. Sie braucht gar kein Zweifel daran

zu lassen, daß Deutschland nach wie vor bereit ist, im Rahmen seiner Leistungsfähigkeit auch weiter zu erfüllen. Aber eine solche Erfüllungs­politik ist nur dann denkbar, wenn sie nun auch endlich auf die Grundlage unserer wirklichen Leistungsfähigkeit gestellt wird. Nur dann ist überhaupt an ihre Fortsetzung zu denken und nur dann können all die Pläne, die auf die wirtschaftliche Gesundung Deutschlands gerichtet sind, durchgeführt werden, nur dann hat auch Frankreich Aussicht, zu einer Entschädigung zu kommen. DurchdiewirtschaftlichenLie- ferungsvereinbarungen zwis-sten Deutschland und Frankreich ist der Ausblick auf die enge Knüpfung wirtschaftlicher Jn- teressenbeziehungen zwischen beiden Ländern und damit auf eine nachhaltige Besserung der beiderseitigen Beziehungen geöffnet. Aber diese Vereinbarungen können nur dann durch­geführt werden, wenn die Leistungsverpflich­tungen Deutschlands endlich klar umgrenzt und auf eine Grundlage gestellt werden, die unserem Leistungsvermögen entspricht. Ohne diese Voraussetzungen schweben diese Vereinbarun­gen völlig in der Luft. Aber auch für die innere Wirtschaft Deutschlands ist von größter Bedeutung, daß endlich Klarheit geschaffen wird. Das deutsche Volk wird zu mehr Leistun­gen und zu scharfer Anspannung seiner Ar­beitskraft gern bereit sein, wenn es das Be­wußtsein hat, daß nur Mögliches von ihnen ver­langt wird und wenn es die Aussicht hat, durch seine Arbeit auch feiner Verpflichtungen ledig zu werden. Die bisherige unerträgliche Ver­pflichtungslast drückt den Arbeitswillen. So hängt auch das Problem des Achtstundentages und das der Mehrerzeugung aufs Engste mit dieser allgemeinen Regelung zusammen.

Die Reparotionskommission kommt angeb­lich mit Kontrollplänen aller Art nach

haben, um sie rühren zu können nur dann

ist etwas von der Arbeitsleistung des deutschen Volkes zu erwarten. Es ist wieder eine Stunde wichtiger Entscheidungen.

Die Reparationskommission beim Reichskanzler.

Berlin, 1. Nov. Die Reparationskommission wurde gestern mittag um 12 Uhr vom Reichs­kanzler in Gegenwart der an den kommenden Verhandlungen beteiligten Staatssekretäre empfangen. Der Reichskanzler begrüßte die Reparationskommission und insbesondere den neu ernannten Vorsitzenden Barthou, dem es vergönnt sein möge, sein Amt mit Erfolg für die in der Reparationskommission vertretenen Völ­ker und für Deutschland zu führen und die Vor­aussetzungen zu schaffen, die für jede künftige ökonomische und kulturelle Zusammenarbeit der europäischen Vösker und damit auch der Natio­nen der Welt notwendig sind. Er begrüßte die Initiative, Gläubiger und Schuldner zusam­menzufuhren, um einen Ausweg zu finden. Die bisherigen Versuche, aus der kranken deutschen Wirtschaft- möglichst große Leistungen heraus­zuholen, hätten weder Gläubiger noch Schuld­ner befriedigt. Der richtige Weg sei, erst die kranke Wirtschaft zu heilen. Deshalb sei die Stabilisierung der Währung das Kernproblem der Aufgaben. Der Reichskanzler begrüßte des­halb die Mitteilung der Reparationskommission, daß Gegenstände der Berliner Verhandlungen die Stabilisierung der Mark und der Ausgleich des Budgets sein sollen. Die Aufgabe sei, schnell zu praktischen Vorschlägen zu kommen und sie mit raschem Entschluß durchzuführen. Der Reichskanzler erklärte weiter, daß das deutsche Volk, dem es an den notwendigen Nahrungs­mitteln und an Kohle fehle, vor einem furcht­baren Wmter des Hungers und der Kälte stehe. Auf diese Ansprache des Reichskanzlers legte der Vorsitzende der Reparotionskommission, Herr Barthou, die Gründe dar, die die Repa­rationskommission veranlaßt hätten, sofort mit der deutschen Regierung in Verbindung zu treten. In den Worten des Kanzlers liege ein Zeugnis und ein Programm. Was das Zeug­nis anbelange, das der Reichskanzler über die Lage Deutschlands ablegte, so nehme es die Re­parationskommission zur Kenntnis, ohne es für Den Augenblick zu erörtern. Was das Pro­gramm anbelange, so habe der Reichskanzler eher Fragen aufgeworfen als Lösungen gewie­sen. Diese Fragen seien indessen durchaus die­jenigen, die in das Arbeitsgebiet der Repa- rationskommission fielen. Der Augenblick sei gekommen, ohne Umschweife zu sprechen und an die Arbeit zu gehen. Es wurde hierauf be­schlossen, sofort die Verhandlungen zu beginnen.

Die erste Sitzung der Reparationskommission mit den beteiligten deutschen Ressorts hat gestern nachmittag im Reichsfinanzministerium statt­gefunden.

Die ersten Verhandlungen.

Berlin, 1. Nov. Die gestrige Sitzung der deutschen Ressorts mit der Reparationskom- n.iffion war fast vollständig ausgefüllt mit ein­gehenden Darlegungen von Dr. Hermes und Dr. Schröder über die Lage der deutschen Budgets. Die Delegierten der Reparations­kommission stellten hier und da Zwischenfragen. Tie Beratungen werden heute nachmittag um 4 Uhr fortgesetzt. Die Delegierten der Re- parationskommission traten gestern nachmitag zu einer internen Beratung zusammen, in bereit Verlauf das Projekt Delacroix besprochen wurde.

Der Memellandbund fordert Volks­abstimmung.

Königsberg, 1. Nov. Vom Deutsch-litauischen Memellandbund, der viele Zehntausende Memelländer im Deutschen Reiche umfaßt, wurde in Königsberg folgende Entschließung gefaßt:

Nach der Versicherung der Besatzungs­behörde sollen die Bewohner des Memelge­biets vor der Entscheidung über ihr Geschick gehört werden. Der Willen der Bewohner kann aber nur durch eine neue Volksabstim­mung kundgetan werden. Da der Freistaat­gedanke nur Boden gewinnen konnte, weil die Besatzungsbehörden diejenigen, die ihre Liebe zu Deutschland bekundeten, verfolgten, ent­spricht die Errichtung eines Freistaats, der ohne deutsche Unterstützung verkümmern muß, nicht dem Wunsche der zu 98 Prozent deutsch­gesinnten Bevölkerung.

Demobilisierung der Faszisten und Rationalisten.

Mailand, 1. Nov. Die Demobilisierung der Faszisten in den verschiedenen Orten ist im Gange. Auch die Nationalisten haben die De­mobilisierung ihrer Anhänger angeordnet.

Rücktritt des Grafen Sforza.

Paris, 1. Nov. Der italienische Botschafter in Paris, Graf Sforza, hat bei Mussolini seinen Abschied eingereicht mit der Begründung, daß in der auswätigen Politik nicht nur die Gefühle herrschen könnten, sondern ein systema­tisches Zusammenarbeiten notwendig sei, und daß für die wichtigsten Posten Vertreter tätig sein müßten, die mit der Gesinnung ihrer Re­gierung in Einklang stehen. Graf Sforza machte gestern Herrn Poincarë einen Besuch, um ihn von diesem Schritt zu benachrichtigen. Die Pariser Presse bedauert einstimmig den Rück­tritt des Botschafters.

Verhaftung Hillis v"d "»derer früherer Biiniffer?

Paris, 1. Nov. Der Chicago Tribune" zu« folge ist in Rom das Gerücht verbreitet, daß Nitti von den Faszisten verhaftet worden sei. Ueberdies soll Mussolini die Absicht haben, zahlreiche bekannte Politiker, hauptsächli^ Mit­glieder des früheren Kabinetts, vor ein Staats­gericht zu stellen, wo sie sich wegen ihrer im Amt begangenen Fehler zu verantworte» haben werden.

Zusammenstoß troito-m Faszisten und Kommunisten.

Paris, 1. Nov. Aus Rom wird gemeldet Gestern nachmittag ist in dem volkstümlichen Viertel von Tibertino ein Streit zwischen Faszisten und Kommunisten ausgebrochen, in dessen Verlauf acht Tote und zahlreiche Ver­wundete am Platze blieben.

Die erftm ^ievu^Ghmi^ Mnff-l'us.

Mailand, 1 Nov. DieèrM WHÜ Kabinetts Mussolini sollen nach einer Regie­rungserklärung fein: Die Neuordnung des Heeres, Aufnahme von finanziellen Verhand­lungen mit den Vereinigten Staaten und Ab­haltung einer Siegesfeier am 4. November.

Japan rSnmt Tsingtau.

London, 31. Ott. Wie Reuter aus Tokio mel­det, wird die japanische Zivilverwaltung in Tsingtau mit dem heutigen Tage aufhören. Alle Vorbereitungen zur Räumung seien ge­troffen: die Räumung werde gleich in den ersten Tagen des November durchgèfübrt werden.

China hat den Versailler Vertrag nicht unterschrieben, weil Japan das im Jahre 1914 Deutschland abgenommene Gebiet von Kiaut- schau zugesprochen worden war und Japan in direkten Verhandlungen mit China zu einer Herausgabe des Pochtgebietes nicht zu bewe­gen war. Auf der Washingtoner Konferenz kamen die Mächte dann überein, alle Pacht­gebiete China zurückzugeben, wie überhaupt die Besetzung ostasiatischen Kontinentalgebietes aufzugeben. Nur England nahm Hongkong von dieser Vereinbarung aus. Japan hat dann als erste Macht die Räumung in großem Stile begonnen. Es nahm feine Besatzung in Hankau Dangtse zurück, ebenso seine Truppen in der Nordmanschurei. Auch die Bahn Tsingtau Tsinanfu wurde den Chinesen übergeben und die Aufhebung der japanischen Postanstalten in China im Winter dieses Jahres in Aussicht gestellt. Danach ging Japan an die Räumung Ostsibiriens, die am 25. Oktober mit der Stuf gäbe Wladiwostoks zu Ende geführt wurde.

Ueber die gänast^e Râumunn des Tsingtau* gebiete, wo ein Jnfanteriebataillon und die iaponische Zivilverwaltung zurückgeblieben, wurde seit vielen Wochen durch eine ckünesilch- japanische Kommission verhandelt, deren Zu- sammentritt in direkten Verbandlungen zwi­schen Japan und China in Washington be­schlossen worden war. Nunmehr scheint man zum Abschluß gekommen zu sein und Tsingtau kehrt zu China zurück. Japan hat dann nur noch in der Südmanschurei Trunven stehen, von deren Rücknahme noch nicht gesprochen wurde. Diess Gebiet erhielt Japan als Pach­tung auf 99 Jahre nach dem russisch-japanischen Krieg im Jahre 1905.

Die Verhandlungen über die Löhne der Staatsarbeifer. Gestern nachmittag wurden im Reichsfinanzministerium die Lohnverhand­lungen mit den Staatsarbeitern zu Ende ge­führt. Die neuen Sätze werden demnächst ver­öffentlicht werden.

Danzig, 1. Nov. Der Kommissar des Völker­bundes, General Haking, ist von der Danziger Regierung angerufen worden, um das Recht des Hafenausschusses über die Verpachtung von Hafengelände und Hafengebäuden auszulegen. General Haking hat entschieden: In dem Falte, daß ein Kaufmann oder eine Firma von aner­kannter polnischer Staatsangehörigkeit mit einem Kaufmann oder einer Firma mit aner­kannter Danziger Staatsangehörigkeit in Wett­bewerb wegen der Pachtung von Eigentum des Hafenausschusses tritt und beide gleich erwünscht als Pächter sind, solldempolnischen Be­werber der Vorzug gegeben werden.

(Und das nennt die Weltunparteiisch"! Der Völkerbund wird diese Entscheidung ganz gewiß sanktionieren, denn er entscheidet ja auch unparteiisch", wie er in der oberschlesischen Frage bewiesen hat. D. Red.)

Die Ereignisse in Italien.

Das Sabinen A.ussolim bestätigt.

Rom, 31. Oktbr. Der König hat die ihm von Mussolini unterbreitete lii|te des neuen Kabinetts angenommen. Danach gehören von den neuen Ministern vier zur Partei der Faszisten, nämlich Mussolini, O v i g l i o, di S t e f a ni und G i u r l a t i, zwei zu den Popolari, und zwar C a v a z z o n i, der das Arbeiisministerium, und T a n g e r r a, dcr das Schatzministerium übernimmt, drei zu den Demokraten: der Arbeitsminister Carnazza, der Postminister Colonna diCesare, und der aus dem Ministerium Facta übernommene Jndustrieminister Theophilo Rossi. Der neue Ackerbauminister d i Capitani ist Rechtsliberaler, der Kolonialminister Feder- z o n i ist Nationalist. Die drei übrigen, der Kriegsminister Diaz, der Marineminister Thaon di Revel und der Unterrichtsminister Gentile, gehören keiner Partei an. Hierzu kommt noch die Besetzung einer Reihe von Unterstaatssekretärposten, in denen 12 Faszisten, 2 Nationalisten, 4 Volksparteiler und 2 Demo­kraten vertreten sind. Die Ernennung der Minister geschah nach römischen Blätter­meldungen ausnahmslos, ohne daß die betref­fende Persönlichkeit befragt, oder eine Ver­ständigung mit der Partei vorgenommen wurde. Ob Mussolini der demnächst zusammen- tretenden Kammer das Auflösungsdekret unterbreiten wird, steht noch nicht fest.

Rom, 31. Oktbr. Das neue Kabinett legte heute den Eid ab. Mussolini sandte an alle Präfekten ein Rundschreiben, in dem er erklärt, daß er, durch das Vertrauen des Königs be­rufen, die Regierung übernehme. Er verlange, daß alle Beamten, vom ersten bis zum letzten, ihre "«> icht zum Wohle des Vaterlandes mit Klugheit und voller Selbstverleugnung erfüllen. Er selbst werde mit gutem Beispiel vorangehen.

Dollar (10 Ahr vorm,) 4500