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General-Anzeiger

Amlllches Organ für Sladl- und Landkreis Kana«

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Nr. 252

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Donnerstag den 26. Oktober

1922

Das Neueste.

Der vreubische Landtag hat sich gestern bis jim 21. November vertagt.

Nach demTemps" befürchtet man in Frank. «iS. daß der Marksturz die Sachleistungen Deutsch­lands gesährde. weshalb ein Teil der Revarations- koble der liefernden deutschen Industrie freigegeben »erden solle.

In Biebermühle bei Eberswalde drangen massierte und bewaffnete Räuber in das Postamt ein und raubten Postwertzeichen und Bargeld im Werte von mehreren Millionen Mark.

In offiziellen französischen Kreisen wird er- flärt. daß die Orientkonierenz am 13. November in Lausanne stattstnden werde und wahrickeinlich 6 Wochen dauere. Lord Curzon wird England persönlich vertreten.

Das neue englische Kabinett.

London, 25. Oktbr. Das englische Kabinett ist gestern abend folgendermaßen gebildet wor­den: Premierminister Bonar Law, Lord­kanzler Viscount Cave, Lordpräsident des Geheimen Rates und stellvertretender Füh­rer des Oberhauses Lord Salisbury, Cchatzkanzler Baldwin, Staatssekretär des Innern Bridgemann, Staatssekretär der Kolonien Herzog von Devonshire, Staatssekretär für Indien Viscount Peel, Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten Lord Curzon, Staatssekretär des Kriegs­amtes Lord Derby, Handelsminister Sir Philip Lloyd Greame, Erster Lord der Admiralität Amery, Gesundheitsminister Sir Robert Sanders. Einige Aemter sind noch zu besetzen; auch die Unterstaatssekre­täre sind noch nicht ernannt.

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Der neue Leiter der englischen Regierung,* Bonar Law, hat sich, wie nicht anders zu erwar­ten war, mit einem Stab rein konservativer Mitarbeiter umgeben; im einzelnen weist er Liste jedoch einige Ueberraschungen auf. Der konservative, aber koalitionstreue Lord Birken­head ist durch Discount Cave als Leiter des Oberhauses und Lordkanzler ersetzt worden. Cave ist von Haus aus Jurist, ist 1906 ins Par­lament gekommen und von 1916 bis 1919 Staatssekretär des Innern gewesen; er hat da­mals das neue Wahlgesetz in den Hafen ge­bracht. Lordpräsident und stellvertretender Führer des Oberhauses wird an Stelle Balfours Lord Salisbury. Das ist eine große Ueber- raschung; denn bisher hätte die öffentliche Mei­nung bestimmt damit gerechnet, daß Balfour, bar die englische Politik neuerdings in Washing­ton und Genf recht wirksam vertreten hat, im Amt bleiben werde. Er hat aber in der ent­scheidenden Versammlung im Carlton-Club so scharf gegen den Vorschlag Bonar Laws, die Koalition aufzulösen, Stellung genommen, daß ihm die Tore in die neue Regierung nicht geöff­net wurden, ein Verfahren, mit dem Lloyd Ge­orge nicht unzufrieden sein wird. Lord Salis­bury ist der Sohn des berühmten Ersten Mini­sters aus den Tagen des Friedens von San Stefani und vom Berliner Kongreß, aber auch Mt kein unbeschriebenen Blatt mehr. Er war 1900 bis 1903 Unterstaatssekretär des Auswär- ugen, wurde 1903 an Stelle Balfours Lord- präsident des Geheimen Staatsrats und 1905 Handelsminister; dann fetzte die liberale Aera unter Campbell-Bannermann feiner politischen Laufbahn vorläufig ein Ende. Das wichtige Amt des Schatzkanzlers übernimmt statt des liberalen Horns Stanley Baldwin, der damit me Belohnung dafür erhält, daß er im Carlton- Uub am eifrigsten Bonar Law im Kampf gegen Koalition unterstützte. Er gehörte schon von bis 1921 als Finanzsekretär dem Schatz­amt an und wurde dann nach Hornes Aufstieg m das Schatzamt an feiner Stelle Handelsmini-

Da er außerdem vor feiner amtlichen Lauf- oahn Prwatsekretär Bonar Laws war, ist er ^uhl als eine Art Flügeladjutant des neuen R-- merungsleiters anzusehen. Der liberale Mini­er des Innern Shortt wird durch W. C. $rib= rman ersetzt, der unter Lloyd Georgs im Han- elsamt als Staatssekretär für Bergwerksange- ,^uheiten arbeitete, früher auch im Schatzamt u» und eine Zeitlang als Einpeitscher der kon- 1 Patinen Opposition tätig war. Der noch im- bettlägerige Winston Churchill sieht Ji* One Amt und Würden, wenn er wieder in der Öffentlichkeit erscheint; sein Kolonialamt hat MM der Herzog von Devoushire abgenommen. Ä einzige Berührung, die der Herzog bisher diesem Arbeitsgebiet gehabt hat, kann viel- darin gefunden werden, daß er von 1916 's 1921 Generalgouverneur von Kanada war; .^Berbern ist er einer der größten Grundbesitzer

von England. Das Staatssekretariat für Indien bleibt unverändert, nachdem Lloyd George im vorigen Jahr dies Amt nach der plötzlichen Ent­lassung des liberalen Montagu mit dem konser­vativen Discount Peel besetzt hatte. Peel war vor dieser Ernennung Unterstaatssekretär im Kriegsamt und gilt als guter Kenner des Orients. Auch das Auswärtige Amt erleidet keinen Wechsel, da Lord Curzon, der bisherige Inhaber, als starke Säule der konservativen Partei gilt und seinen etwas beschädigten Ruf als Diplomat bei den jüngsten Pariser Verhand­lungen über die Orientfrage wiederhergestellt hat. Zwischen Lloyd George, dem Demokraten, und dem hocharistokratischen Curzon sind die Beziehungen nie besonders herzlich gewesen. Lord Derby ist nunmehr Mitglied der Regie­rung als Kriegsminister, wozu er nach den Er­fahrungen und Erfolgen, die ihm dasselbe Amt in der ersten Kriegshälfte eingebracht hat, nicht ungeeignet erscheint; sein Hauptfeld ist freilich die Diplomatie geworden, und es ist anzuneh­men, daß er in den Bahnen, die er als Bot­schafter in Paris eingeschlagen hat, auch weiter­wandeln wird. Uebrigens war er früher auch einmal Generalpostmeister und hat selbst in den Finanzämtern mitgearbcitet. An Stelle Bald­wins rückt der bisherige Direktor der Abteilung Uebersee im Handelsamt, Sir Philipp Lloyd Gream, zum Handelsminister auf, der sich den Ruf eines tüchtigen Fachmanns erworben hat, und im Marineamt muß der bisherige liberale Leiter, Lord Lee of Fareham, feinem konser­vativen Finanzsekretär, Oberst Amery, weichen. Amery war vordem parlamentarischer Unter- staatssekretär für Kolonien und gehörte 1899 bis 1909 dem Redaktionsstab derTimes" an. Den liberalen Sir Alfred Mond ersetzt Sir- Arthur Griffith-Boscawen, der bisherige Landwirt- heitsmimsters, und tms*5arrt?rmrt1c^

rium endlich übernimmt Sir Robert Sanders, ein weithin unbekannter Unlerstaatssekretär im Kriegsamt. Der in den letzten Tagen stark in den Vordergrund getretene McKenna gehört, und das ist ebenfalls eine Ueberraschung, bisher der neuen Regierung noch nicht an.

Lloyd George über die Reparationsfrage.

London, 26. Okt. Lloyd George hat auf einer Versammlung, an der 250 nationalliberale Kan­didaten für das Unterhaus teilnahmen, eine kleine Ansprache gehalten, in der er auf die Er­folge seiner Regierung hinwies und zur Repa­rationsfrage erklärte, er habe feinen Stand­punkt in dieser Frage nicht geändert. Man dürfe Deutschland keine Zahlungsverpflichtungen auf­erlegen, die es nicht erschwingen tönhe. Man müsse von ihm verlangen, was es zu leisten ver­möge.

Das Wahlprosramm der Akquithfchen Liberalen Partei.

Paris. 26. Okt. Das erste Wahlvrogramm das in England veröffentlicht wurde, ist das der AiquitbiSen Liberalen Partei. Es enthält fol­gende Forderungen: 1. Friede und Abrüstung unter dem Schutze des Völkerbundes. 2. Revision und baldige Regelung der Revarationstrage und der interalliierten Schulden. 3. Verminderung der Staatsschulden und Verzicht aut jede Adenteurer- Dolitit. 4. Matzregeln zum Schutze der Arbeiter gegen die Arbeitslosigkeit. Zusammenwirken zwischen Kapital und Arbeit und Anerkennung der organisierten Arbeiter als einzige Grundlage für den industriellen Frieden, 5. Freihandel ohne irgend eine Einschränkung. Demnach allo Ab­schaffung des Schutzgesetzes für die Industrie. 6. Verbesserungen des Wohnungswesens und der öffentlichen Eeiundheitsvflege. 7. Politische und geietzliche Freiheit der Frauen und Männer. 8. Reform des gegenwärtigen Landwirtschatts- welensund NemchätzungdrrBsdenwerte. 9. Retorm der Erlaubnis zum Verkauf von Getränken. 10. Aenderung des Wahlsystems durch Einsührung von Proportionalwahlen. Dazu bemerkt der ..Temvs". bas bis auf den Punkt über den Frei­handel dieses Programm seinen Grundsätzen nach auch von den Konservativen untersÄr eben werden könnte, das aber von konservativer Seite wahr­scheinlich ein bescheideneres und praktischeres Pro­gramm erwartet werden könne. Aut alle Fälle werden aber die Konservativen und die Libera.en in dem Kampf gegen bie Arbeiterpartei sich zu­sammen finden, da in allen bürgerlichen Kreisen namentlich infolge der niederdruckenden Kriegs* steuern eine graste Scheu vor der Uneriahrenheit ui b Ideologie der Labour Party herrscht.

Die Steife Ler Stepke nach Berlin.

Paris, 25. Okt. Wenn derT e m p s" in einer offensichtlich inspirierten Auslassung das bisherige Ergebnis der Reparationsberatungen dahin zusammenfaßt, daß innerhalb der Kom­mission Einmütiakeit Herrsche hinsichtlich des

Wunsches, die augenblicklichen Schwierigkeiten zu überwinden, indem man Deutschland helfe, seine Währung zu stabilisieren, sein Budget in Ordnung zu bringen, seinen Kredit wieder her- Zustellen und ihm nötigenfalls diejenigen Maß­nahmen auferlege, die unerläßlich seien, um es in den Stand zu setzen, seine Finanzen zu sanieren und seinen Verpflichtungen nachzukom­men, so trifft das zweifellos zu. Diese Einmütig­keit ist jedoch nicht vorhanden hinsichtlich der Wahl derMittel. Deshalb erscheint der gestrige Beschluß der Kommission,sich nach Berlin zu begeben, um mit der deutschen Regie­rung über die von der Kommission als notwen- tig erachteten Maßnahmen zu beraten", zu­nächst als ein Verlegenheitsprodukt zur Ueberwindung des toten Punktes, auf dem die Verhandlungen tatsächlich angelangt waren. Als solcher wird er auch hier vielfach aufgefaßt. Die Hoffnungen, die man auf bis Verlegung der Verhandlungen von Paris nach Berlin begt, find infolgedessen nicht sehr groß.Als einen letzten Versuch, Deutschland zur Erfüllung seiner Verpflichtungen zu bringen", meint derJn- transigeant" dürfe man den Beschluß der Re­parationskommission nicht von vornherein diskre­ditieren. Die Reise werde zwar voraussichtlich keinerlei praktische Ergebnisse haben, aber sie werde immerhin den zuständigen Persönlichkei­ten Gelegenheit geben, die Verhältnisse in Deutschland aus der Nähe zu studieren, um dann nach ihrer Rückkehr nach Paris andere Lösungen ins Auge fassen zu können, als die­jenigen, auf die man sich bisher versteift habe." DerTe m p s" gibt der Erwartung Ausdruck, daß die Reparationskommission sich unter keinen Umständen zu einem Beschluß über die flöhe der deutschen Zahlungsverpflichtungen für 1923 und 1924 verleiten lasse, der das Zustandekom- MMHMiiMttuA DasJournal des Sebats meint, daß durch diese Reise der Reparationskommission nach Berlin alle Kombinationen der bisherigen Reparationsmethoden erschöpft seien und daß ihr Scheitern den Beweis erbringen müsse, daß es in Zukunft nur noch eine Politik geben könne, die Politik der produktiven Pfän­der.

Die englische Auffassung.

London, 26. Okt. Nach der Art wie man hier über die Berliner Reise der Reparationskom­mission spricht, muß angenommen werden, daß die Kommission in ultimativer Form von der Deutschen Regierung Maßnahmen fordern werde. Sollte die deutsche Regierung diese For­derungen nicht akzeptieren, so werde abermals die Frage nach einem absichtlichen Verschulden Deutschlands gestellt werden, bei deren Be­jahung die Annahme der französischen Vor­schläge hinsichtlich einer alliierten Finanzkon­trolle folgen würde. Demnach könne kein Zwei­fel mehr bestehen, daß der Zweck der Berliner Reise der Repko der fei, dem englischen Dele­gierten Bradbury den Rückzug zu erleichtern, indem von vornherein der deutschen Regierung Maßnahmen zur Ausführung gestellt werden, die unannehmbar sind.

Zum «eueften teutsch-französischen SaMieserunqsadkommen.

Berlin, 26. Okt. DasBerliner Tageblatt" berichtet: Wie wir zum Abschluß des Vertrages zwischen dem Verband sozialer Baubetriebe und dem französischen Aktionskomitee für die zer­störten Gebiete hören, bedarf das Abkommen noch der Zustimmung der französischen Regie­rung. Der Unterschied zwischen diesem und dem Stinnes-Lubersäc-Abkommen liegt Hauptsächli darin, daß der Verband sozialer Baubetriebe außer Materiallieferungen auch deutsche Ar­beitskräfte zur Verfügung stellen wird. Zu die­sem Zwecke ist beabsichtigt, Arbeiter in die zer­störten Gebiete Nordfrankreichs zu entsenden. Das Abkommen bildet im Augenblick nur einen Rahmenvertrag, zu dessen Durchführung der Abschluß von Einzelverträgen zwischen den fran­zösischen Bestellern und den deutschen Unterneh­mern notwendig ist.

Wiederherstellungskohle f. die deutsche Industrie

V a r i s, 26. Okt. DerTemp," verSffenl- licyl eine Erklärung, worin gesagt wird, daß man infolge der dauernden Verschlechterung der Mar? befürchtet, daß die Sachleistungen in Ge­fahr kämen. Man habe jedoch sestgestellt, daß die deutschen Großbanken bereit wären, die Produktion der Güter zu finanzieren, die für die Sachleistungen notwendig wären. Auf diese Weise werde es den deutschen Industriellen er­möglicht, den großen Schwierigkeiten des dau­ernden Marrsiurzes aus dem Wege zu gehen. In diesem Zusammenhang werde auch die .träne her Lieferung non Labte an die deutsche

Industrie ausgerollt werden. Die französische Regierung wäre bereit, zuzustimmen, daß eine gewisse Menge von Kohlen, die Deutschland ab- zuliefern habe, der deutschen Industrie zur Ver­fügung gestellt werde, um die Waren zu et- zeugen, die den französischen Geschädigten ge­liefert werden sollen.

Währunqs- u. Ernährungsberatungen

Berlin, 26. Okt. Die Beratungen innerhalb der Reichsregierung und die Besprechungen der Regierung mit den Parteien und mit Sachver­ständigen über die Währungsfrage sind im Laufe des gestrigen Tages weitergeführt wor­den. Zunächst haben die sozialdemokra­tischen Fraktionsvertreter vor­mittags dem Kanzler die in der Sitzung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion gutge­heißenen Vorschläge auf dem Gebiete der Wäh- rungs- und Ernährungspolitik überreicht. Eine weitere Besprechung des Kanzlers mit den sozialdemokratischen Vertretern fand am Abend statt. DerVorwärts" kommentiert die Mit­teilung über diese Konferenzen mit der Fest­stellung, daß es der Sozialdemokratie nicht da­rauf ankomme, die Regierung Wirth, die sie so lange unterstützt habe, zu stürzen. Nichts liege ihr ferner als die Absicht, aus Uebermut, Der- antwortungsscheu ober Lust an Veränderungen Krisen heraufbeschwören zu wollen. Aber der verschlechterte Zustand unserer Wirtschaft, die Not unseres Volkes und die sich daraus ergeben­den inneren und äußeren Gefahren zwängen zur Aufstellung eines positiven Programms, das nach ihrer Ueberzeugung geeignet sei, diese Gefahren zu beseitigen oder zu mildern. Im Kamps um dieses Programm könnten Verän­derungen der Negierungsverhältnisse unver­meidlich werden. Däs wisse die Sozialdemo-

FoVb ertrugen nicht verzkch te n.

Die allgemeine Konferenz des Reichs- k a n z l e r s mit den P a r t e i h r e r n wird erst heute vormittag um 11 Uhr stattfinden. Im Reichstag hat gestern eine Sitzung der Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der Mitte stattgefun­den, in der die Lage erörtert wurde, ohne daß man Beschlüsse faßte. In der gestrigen Sitzung der Zentrumsfraktion soll der Reichskanzler eine Art von politischem Programm für den Winter entworfen haben, dem die Fraktion zu­gestimmt haben soll.

Gestern vormittag empfing der Reichskanz­ler mehrere Vertreter der Großbanken, um sich mit ihnen über die Auffassung der Bankwelt über die Devisenverordnung auszusprechen. Ver­treten waren vor allem die D-Banken. Die heutige Besprechung mit den Parteiführern wird sich mit demselben Gegenstand befassen. Die abgeänderte Devisenverord­nung wird noch im Laufe des heutigen Tages bekanntgegeben werden.

Berlins 26. Okt. Die bevorstehenden Be­ratungen mit den ausländischen Finanzsachver­ständigen über die Stabilisierung des Mark­kurses werden sich voraussichtlich in der Form abwickeln, daß die Reichsregierung die Ansicht der Herren einzeln änhören und dann eine all­gemeine Finanzkonserenz der ausländischen und der deutschen Sachverständigen sowie der Regie­rungsvertreter veranstalten wird. Reichsfinanz­minister Dr. Hermes wird heute oder morgen aus Bad Kissingen nach Berlin zurückkehren.

Ein neuer Prozetz vor dem Sinais- gertchlshof.

Leipzig, 25. Okt. Dor dem Staatsgerichtshof stand heute der Landwirtschaftsgehilfe Rudolf Ziepke aus Greifswald, der beschuldigt wurde, zur Zeit des Rathenaumordes einen Haftbefehl gegen die Mörder Rathenaus abgerissen und an seine Stelle ein Spottgedicht geklebt zu haben, das mitNieder mit der Republik!" schloß. Der Llngeklagte war geständig. Er will keiner poli­tischen Partei angehören und in der Tat nur einen Scherz sehen. Das Urteil lautete auf. neun Monate Gefängnis, von denen 3 Monate als durch die Untersuchungshaft ver­büßt gelten.

ein neuer Zwischenfall im besetzten Gebiet.Libre Belyiyac" meldet, »wei belaische Toldaten seien in Henibrr, a. Stiem ^gegenüber Nubr- ort) am Äointag «bend von »enlscken Zivilisten ahm Grund angefaCeit und verwundet morden. Der bel,ilche Vertkidiznnsiminister sei benachrichtißt norden. Wi« hierju »an deutscher Leite gemeldet wir», ist die Tat« lache der Dernnndnn; eint» tel,nchcnoliateu Heilig. Tagezen dnrd di« zu» v^nei« des Ge, enteil» bestritten, do« der Titer ein Deutscher sei. Ma, vernutet vielmehr «ur deutscher Seite, » der Täte» eben:e »ie ix Oberknsscl ein Seljiet ist.

Dollar (10 Wir vorm.) 4300