anauerS Anzeiger
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General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan
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M. 249
Monkag den 23. Oktober
1922
Das Bleueste*
— Der.„Matin" erfährt aus London, daß die Parlamentswahlen schon am 14. November stattfinden werden.
— Aus Riga wird gemeldet: Russische Blätter veröffentlichen eine Erklärung Lenins, daß ez notwendig fei, die russisch-französischen Beziehungen zu verbessern, als Gegengewicht gegen die englische Politik im Nahen Osten.
— Das neue englische Regierungsprogramm mchält im Wesentlichen die Aufrechterhaltung des Bündnisses mit Frankreich, eine Abkehr von der Orientpolitik und eine Anzahl innenpolitische und verwaltungstechnische Reformen.
— Einen amerikanischen Bilderhändler wurden aus seinem Hotelzimmer in Berlin Meisterwerke aus dem 16. und 17. Jahrhundert im Werte von etwa 30 Millionen Mark gestohlen.
Pottltsche Sorgen.
Es scheint, als ob dem deutschen Volke nichts erspart werden kann, was seine Ruhe stört und den Lauf seines Unglücks beschleunigt. Die Reichstagstagung, der man im voraus bis zu einem gewissen Grade die Bahn freigemacht hatte, ist neuerdings in eine Spannungswelle geraten, deren Ausläufer sich noch nicht mit Sicherheit erkennen lassen. In der Frage der Präsidentschaftswahl war der kritische Punkt überwunden, als die Sozialdemokratie den guten und sachlichen Gründen der Deutschen Bolkspartei nachgab und sich mit einer Verschiebung der Wahl einverstanden erklärte. Da tauchte plötzlich die Kunde von der Aufdeckung eines neuen Mordkomplottes auf, das sich gegen den politischen Führer des Deutschen Reiches richte. Die Worte des Reichskanzlers Dr. Wirth waren zwar nicht durchsichtig, aber bestimmt und es fällt dem Beurteiler schwer, anzunehmen, der Kanzler habe nur so obenhin auf Grund von Gerüchten und unter dem Einflüsse persönlicher Erregung von Mordplänen gesprochen. Irgend etwas Näheres, das natürlich noch nicht kundgegeben werden konnte, muß den Behörden vorgelegen haben, und es war daher Pflicht der Oeffentlichkeit, sich damit zu befassen und ein freies, offenes und ernstes Wort darüber zu sprechen. Wir finden es nicht für richtig, wenn heute von verschiedenen Blättern die Behauptung aufgestellt wird, daß bei der Bekanntgabe der Aufdeckung des Mordplanes auch ein klein wenig parteipolitischer Stimmungsmache mitgespielt, und die parlamentarische Aufmachung der Mitteilung lediglich dazu beizutragen habe, den Markkurs unnötig weiter zu senken. Gewiß, die Mitteilung mag geeignet gewesen sein, auf den Kurs der Mark mit einzuwirken — die Wirkung einer Warnung kann aber nicht so groß sein, wie die einer erfolgten Wahnsinnstat. Por- beugen ist die beste Politik und wir hätten es lieber gesehen, das gesamte deutsche Volk hätte in dieser Beziehung beigestimmt und mitgeholfen. Wir begrüßen die Erklärung des Führers der Deutschnationalen Volkspartei, die be- !?gt: „Jeder sollte wissen, daß die verbrecherischen Wahnsinnigen bei uns keine Stätte, keine Entschuldigung, keine Duldung und keine Schonung finden." Aber damit nicht genug. Solche Äorte, die der Schwere der Stunde an- gemessen sind, gehören in jede Zeitung, in jede, auch die kleinste Versammlung. Worte nützen "ur, wenn sie den Köpfen und namentlich den Köpfen der Jugendlichen eingehämmert werden, wenn keine Gelegenheit versäumt wird, sie mit so eindringlicher Schärfe in das Volk hineinzu- rragen, daß sich mit dem Hören wie von selbst der Pflichtgedanke aus dem Herzen empsrringt: Rube ist die erste Bürgerpflicht! Politische Be- ratigung ja, jedem in Freiheit und nach seiner Ueberzeugung. Aber es muh eine Ueberzeugung An, das heißt ein im Ringen um Wi^ und Wahrheit unter Opfern gewonnenes Denken und keine Phrase, die durch allen schönen Klang shre alberne Hohlheit nid)f verdecken kann, weil chr der Untergrund jener Ueberzeugung fehlt, ^me Ueberzeugung, nach der der Jüngling mit wRem Bemühen und in Achtung vor dem Alter ürobt, die der Mann sich bildet und wirkend ins Leben trägt, die der Greis in Weisheit hütet und anwendet. Politische Betätigung jedem in Freiheit und nach seiner Ueberzeugung, aber Maus aus dem Leben des deutschen Volkes mit oem verdammenswerten Irrglauben an Gewalttat und Mord!
Eine weitere Sorge ergibt die Behandlung oer Getreidsumlage. Wie wir in parla- Mntarischen Kreisen erfahren, ist eine Einigung zwischen den Parteien über die endgültige Ge- üaitung der Getreidumlage noch immer nicht seicht. Die Sozialdemokraten setzen der von Nen anderen Parteien befürworteten neuerlichen
Erhöhung weiterhin starken Widerstand entgegen und man geht nach einer unten folgenden Meldung sogar so weit, von einer unmittelbar drohenden Regierungskrise zu sprechen, die sich in dem Austritt der Sozialdemokraten aus der Regierung kundtun würde. Wir sind der Ansicht, daß es die Sozialdemokratie nicht wagen kann, die Preiserhöhung für die Getreideumlage zur Ursache einer politischen Erschütterung des Reiches zu machen, weil erstere durch die Festsetzung des rein politischen Preises für Sachlieferungen im Juli die alleinige Schuld für die Notwendigkeit der jetzigen Neuregelung der Getreideumlagepreise trägt. Wäre die Sozialdemokratie damals den Wünschen der bürgerlichen Varteien entgeaen- gekommen, so hätte die Landwirtschaft kein Recht gehabt, auf eine Erhöhung der bewilligten Preise zu dringen, da sie nach Erledigung ihrer Wünsche das Wagnis des Marksturzes ' selbst hätte tragen müssen.
Alle innerpolitischen Fragen aber werden überschattet von der großen außenpolitischen Gefahr, die sich uns, wie es scheint, mit Riesenschritten nähert. Unser wirtschaftlicher und finanzieller Zusammenbruch, in dessen Zeichen die letzten Tage standen, hat die sogenannte Reparationskommission zu eifriger Tätigkeit erweckt und der französische Plan einer scharfen Kontrolle der deutschen Finanzen ist nicht mehr blos ein Gegenstand der Erörterung, sondern schon fast der Griff, mit dem sich die Entente unserer staatlichen Hoheit bemächtigt. Geben wir uns keiner Täuschung darüber hin, daß einem Staate, der nicht selbst das finanzielle Gleichgewicht seines Haushaltes herstellt und der nicht selbst Verbrauch und Erzeugung auszugleichen versteht, schließlich einer Zwangsbehandlung durch seine Gläubiger verfallen muß.
M setzt die Sozialdemokraten am schärfsten gegen diesen Zwang auflehnen. Ganz Deutschland sollte sich wie ein Mann gegen die ihm schon durch die Aufstellung solcher Pläne angetane Schmach erheben, nicht mehr zerrissen durch Zwietracht von Personen und Parteien, sondern einig und zwar ehe es zu spät ist.
Austritt der Sozialdemokraten aus der Regierung?
Berlin, 23. Okt. Die Berliner Alontag- post meldet, der Reichskanzler habe für heute nachmittag die Führer der Parteien zu r^ gebeten, um mit ihnen den Zusammenbruch der Währung und die damit zufammenhZnqende Teuerungswelle zu besprechen. Borher halten die Fraktionen im Reichstag Beratungen ab. Die Lage wird allgemein als verzweifelt angesehen. 3n führenden sozialdemokratischen Steifen wird bestimmt versichert, daß, falls vor der Stützung der Währung nicht geaen die Vervierfachung des Gekreideumlagepreises etwas getan werde, so würde die Partei nicht weiter die Rlik- verankworkung durch Teilnahme an der Regierung tragen.
Ein zeilgemätzer Mahnruf.
Hamburg, 21. Okt. Ein Kreis namhafter Hamburger Persönlichkeiten aus allen Parteien veröffentlicht in her Hamburger Presse einen Aufruf an die Mitbürger, in dem e8 heißt:
„Führende Männer verfallen Lem Meuchelmord, der Besudelung, weil ihre Abstammung, ihre Parteirichtung törichten verhetzten Knaben tadelnswert scheint. Repu- blikaner unb Monarchisten bekämpfen sich in Formen, die einen grauenhaften Tiefstand Ler Gesinnung verraten. Jeder arbeite, daß daS Gift, das unser Volk zerfrißt, auSgenierzt werde! Wer duldet, daß in seinem Hause, in Kirche und Schule. in der Oeffent- lichkeit verbissenem'Haß das Wort geredet wird, der ist mitschuldig an den furchtbaren Taten, die vor der Welt Deutschland in den Staub ziehen. Schließt Euch zusammen alle, die Ihr im Herzen die deutsche Schicksalswende ersehnt! Arbeitet mit uns an der Erneuerung Deutschlands, in dem Geiste, der allein seiner Vergangenheit, seiner Zukunft würdig ist 1*
Die Ailenlalspläne auf den Reichskanzler.
Berlin, 23. Okt. Der „Lokalanzeiger' teilt mit: Wir erfahren, daß als Ergebnis der Untersuchungen der Oberreichsanwalt die Verhaftung mehrerer kompromittierter Personen angeordnet hat. Im übrigen scheint es sich bei den mitgeteilten AttentatSplänen gegen den Reichskanzler wieder um wirre und politisch durchaus unreife jngendliche Köpfe zu handeln.
Bradbury gegen Sie franz. Dsrschlâge.
Paris, 22. Okt. Ueber die Debatte in der Samstag-Sitzung der Reparationskommission wissen die Blätter zu melden, daß B r a d -
b u r y sich gegen die Auslegung der Kommission wandte, die sie den Paragraphen des Londoner Abkommens geben wollte, die von den Befugnissen des Garantiekomitees sprechen. Bradbury bestreitet, daß dem Garantiekomitee das Recht zustehen könne, sich in die innere Finanzverw altung Deutschlands einzumischen. B a r t h o u erwiderte, daß allerdings nach dem Friedensvertrag und dem Londoner Ultimatum vom 5. Mai 1921 der Machtbereich des Garantiekomitees in gewisser Hinsicht beschränkt sei, aber man müsse dennoch dem Komitee die Vollmacht zugestehen, bei der Regelung der deutschen Finanzverwaltung ein Wort mitzureden. Die „Aktion Fran?aise" erklärt, daß man bereits auf dem Wege sei, in dieser Fraae zu einem Kompromiß zu gelangen. Dem „Petit Parisien" zufolge werde die englische Abordnung, falls die französischen Anträge wegen Ausgestaltung der Macht des Garantiekomitees zum Beschluß erhoben würden, jede Verantwortlichkeit an den Maßnahmen, die das Komitee ergreifen würde, ablehnen. Ein formeller Konflikt würde allerdings durch diese Lösung vermieden werden, wenn aber die Engländer im Garantiekomitee nicht mitreden wollten, so würde die Autorität desselben stark herabgemin'dert werden. Der „Petit Parisien" hofft, daß die Debatte in der nächsten Woche es ermöglichen werde, diese Verlegenheit zu überwinden und zu einem Kompromiß zu gelangen.
Zu den Vorschlägen Bradburys.
Paris, 22. Okt. Den Vorschlägen des englischen Delegierten Bradbury, die von der Reparationskommission nur in einem stark gekürzten Auszug zur Kenntnis der Oeffentlichkeit gebracht worden sind, macht man in Frankreich zum Vorwurf, daß sie in erster Linie von dem bequeme Brüsseler Konferenz ^uüi^ damit das Aufrollen der Frage der Kompensierung der interalliierten Schulden zu verhinderst. Wie es sich damit in Wahrheit verhält, zeigt die außerordentliche interessante, von einer klaren Erfassung der Situation und ihrer Ursachen zeugenden Begründung, die Bradbury seinen Vorschlägen vorausgeschickt hat, die aber bisher nicht veröffentlicht worden ist.
Bradbury führt darin aus, daß angesichts der fortschreitenden Verschlechterung der finanziellen Situation Deut^dlands, deren Gradmesser der unaufhörliche Fall der Mark sei, und angesichts des völligen Zusammenbruchs des deutschen Kredits sofort etwas geschehen müsse. Selbst wenn die in Aussicht genommene interalliierte Konferenz zum denkbar frühesten Termin, d. h. gegen Ende November zusammentreten würde, so müßte, falls nicht vorher schon etwas geschehen sei, um dem Unheil in Deutschland Einhalt zu tun, die Situation sich bis dahin derart verschlimmert haben, daß für eine Festsetzung der deutschen Verpflichtungen und damit auch für die Prüfung der Frage eines Ausgleichs der interalliierten Schulden jede Basis fehlte: Wenn tm Sommer dieses Jahres, als das Bankierkomitee zusammentrat, die alliierten Regierungen sich entschlossen hätten, den von den zuständigen Kennern der internationalen Finanzprobleme als für die Wiederherstellung des deutschen Kredits unerläßlich bezeichneten Anpassung der deutschen Verpflichtungen an die realen Verhältnisse ihre Zustimmung zu geben, meint Bradbury, dann hätte nickt nur Deutschland finanziell gerettet werden können — man würde auch den Weg zur Lösung des Reparationsproblems durch große internationale Kreditoperationen gefunden haben. Bei dem heutigen Kursstände des Dollars (Bradbury rechnet übrigens noch" mit etwa 2000 Mark!) fei die Möglichkeit einer Stabilisierung des deutschen Budgets, selbst wenn Deutschland von allen Zahlungen für einen gewissen Zeitraum entbunden werden sollte, in sehr weite Ferne gerückt. Das Gelingen einer internationalen Anleihe aber sei heute selbst dann zweifelhaft, wenn sämtliche Alliierten in eine Reduktion ihrer Guthaben einwilligen würden, wie sie sie noch vor wenigen Monaten, auch die gemäßigten unter ihnen, ins Auge zu fassen nicht gewagt haben würden. Wenn die Zustände sich nur noch zwei Monate in dem gleichen Tempo wie bisher verschlimmerten, dann werde die Situation schon vor dem Zusammentritt der Konferenz rettungslos geworden sein. Um für diese eine günstigere Atmosphäre zu schaffen, müsse man zunächst die Ungewißheit hinsichtlich der deutschen Zahlungsverpflichtungen für 1923 und 1924 beseitigen und deshalb müsse sich die Repa- rationskommifsion ohne Aufschub mit der Frage eines Moratoriums befassen, um das Deutschland aller Wahrscheinlichkeit nach binnen kur
zem nachsuchen werde. Ein Beschluß dieser Art werde der Lösung der Probleme der Brüsseler Konferenz nicht nur nicht vorgreifen, er stelle im Gegenteil eine unerläßliche Vorarbeit für diese Konferenz dar.
Wenn die Reparckionskommission sich nicht entschließen könne, die nötigen Maßnahmen zll treffen, dann — so schließt Bradbury — gebe es keine Möglickkeit mehr, den Zusammenbruch Deutschlands aufzuhalten, und die Folge davon würde sein, daß man jede Hoffnung auf Re- parationszahlungen — sei es in bar, sei es in Naturalleistungen — wenn nicht für immer, so doch für lange Jahre begraben müßte.
Ein neuer Valkanbund.
Pari«, 23. Okt. Nach dem „Sntranfigeant* bereitet sich in Bulgarien die Bildung eine» neuen Balkanbundes vor. Ministerpräsident Stambulinski wird wahrscheinlich demnächst in Belgrad mit den führenden Krei'en Füh« hing nehmen, und Veniselo, soll beabsichtigen, noch vor der Friedenskonferenz in Lausanne diesbezügliche Besuche in den Balkanhaupt« städten zu machen. Die Sprengung de« erste» Valkanbundes wird den Machenschaften Ruh« lands und Oesterreich-Ungarn« zugeschrieben.
Lloyd Georges Wahlkampf-Offensive
London, 12. Okt. Lloyd George erklärte in einer Rede vor den Koalitionslibera» l e n von L e eds, in der er die Politik feiner Regierung im Kriege sowie beim und nach dem Friedensschlüsse rechtfertigte und das Land vor den Gefahren einer extremen konservativen Regierung warnte, u. a.:
„Im Carlton-Club wurde das Banner der Parteikämpfe gehißt. Die Kombination, die zum Siege im Kriege verhalf und die aus den Schwierigkeiten heraus allmählich, aber die konservative Partei nicht genug dabei herausschlagen konnte. Das englische Volk muß entscheiden, ob die P a r t e i oder die N a t i o n an erster Stelle kommt. Ich trete für das Volk ein. Ich habe nie so schwer gearbeitet wie in den letzten sechs Jahren. Jetzt habe ich mehr Zeit, da ich zu den „Erwerbslosen" gehöre. Ich biy bereit, das Volk entscheiden zu lassen, ob ich ihm g u t gedient habe oder nicht. Im Kriege hat die Regierung alles getan, was sie tun k o n n t e. Wenn die Heimat den Mut verliert, so spiegelt sich das Bild auf dem Schlachtfeld wider; das was im Inlands gesagt wird, wirkt auf die Soldaten im Felde zurück. Das ist einer der Gründe, weshalb Deutschland zusammen ge- b r o ch e n ist. Die Deutschen waren tapfere Soldaten, das muß anerkannt werden, aber die deutschen Soldaten haben Berichte über Hunger, Entbehrung und Elend von zu Hause erhalten, das hat ihren Geist und ihren Mut untergraben. Es war von vitaler Bedeutung für die englischen Minister, den Geist zu erhalten, der dem Frieden den Weg ebnete. Die Regierung hat im Kriege ihr Bestes getan, um die Einig, feit im Lande und unter den Streitkräften zu fördern."
Lloyd George erklärte sodann, auch im Frie* den habe er etwas geleistet. Der Vertrag von Versailles sei heute die Frei- heitsurkunde für Millionen von Menschen geworden. Die ersten Bestimmungen des Versailler Vertrages hätten den Völkerbund errichtet. Eine Militärdienstpflicht bestehe in Mitteleuropa nicht mehr. Das Riesenheer, wohl das größte in der Welt, das den Horizont in Europa wie eine Gewitterwolke verdunkelt und Europa unterwühlt habe, sei verschwunden. Obwohl Europa noch nicht ganz von den Lasten der Rüstungen befreit sei, so fei doch der Versailler Friedensvertrag der erste Akt in dem großen Drama des Friedens. Die Demokratie» der anderen Länder würden nicht fortfahre«, die Lasten der großen Rüstungen zu tragen, wenn sie Mitteleuropa von diesem Drucke befreit sähen. Wenn der Vertrag von Versailler auch Unvollkommenheiten und Kompromisse enthalte, die unvermeidlich gewesen seien, weil man so viele Rassen und Nationen habe berücksichtigen müssen, so sei er doch ein großes menschlisches Dokument, das in seinen Wirkungen reichen Gewinn bringen werde, nicht nur für Eurspa, sondern für die menschlichen Rassen der gesamten Welt.
In der Industrie herrsche jetzt Frieden- Wenn hier die Lage nicht sorgfältig angefaßt worden wäre, hätte alles mögliche geschehe» können. Die Regierung habe die Wiederher» stellung der nationalen Kredits in bi6 (Schluß auf Seite 3)
Bg—«BB.^ ——*
Dollar (10 W vorm.) 4000