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General-Anzeiger

Amiliches Organ für Slail- und Landkreis Kanan

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Nr. 238

Dienskag den 10. Oktober

1922

Das Neueste.

In rechtsstehenden Kreisen schweben Ver­handlungen über die Aufstellung eines gemein­samen Kandidaten für die bevorstehende Reichs- prästdentenwahl.

Die Konferenz in Mudania wurde gestern wieder ausgenommen. Von dem Verlauf der Ver­handlungen ist bisher noch keine autoritative Nachricht eingetroffen.

Ueber ganz Griechenland ist das Standrecht ««hängt worden.

DerObserver" fordert den Rücktritt Lloyd Georges.

Die Verhandlungen über die Lohnerhöhungen im englischen Bergbau haben zu keiner Einigung geführt. Nach der Ansicht der englischen Treffe steht der englisch« Kohlenbergbau vor einer neuen schweren Krise.

Die Lage im Orient.

Ueber ganz Griechenland das Standrecht verhängt.

Paris, 10. Okt. Nach einem gestern abend eingetrossenen Telegramm aus Athen ist über ganz Griechenland das Standrecht verhängt worden, da sich in der Bevölkerung große Un­ruhen wegen des Verlustes Ost-Thraziens aus- breiken.

Paris, 9. Okt. (Wolff.) Ein Vertreter des Petit Parifien" hat dem früheren griechischen König Konstantin einige Fragen gestellt. Dieser antwortete, seine Abdankung sei endgül­tig. Die Ereignisse, die sich jetzt in Griechenland vollzögen, könnten der Politik, die er verfolgt habe, nicht zur Last gelegt werden, sondern nur der veniselistischen Regierung. Veniselos Habe Griechenland in ein Abenteuer von

trächtlich vermindern und er könnte nur eine untergeordnete Rolle spielen. Dies sei die- sicht der großen Mehrheit des Landes, der Unio­nisten, der Arbeiterpartei und des größten Tei­les der Liberalen. Unter den Unionisten aller Schattierungen herrsche jetzt der allgemeine Wunsch, die Koalition in der jetzigen Art zu be­enden und von Koalitionsliberalenge­trennt zu marschieren", selbst wenn beschlossen werden sollte,vereint zu schlagen". Die Unio­nisten wollten nicht, daß Lloyd George in ir­gend einer Weise als ihr Führer erscheine. Nie­mand erwarte, daß Lloyd George nach den Neuwahlen Premierminister bleibe. Unter die­sen Umständen würde es bester für den Nremier selbst sein, wenn er jetzt gehe. Dem Bericht­erstatter zufolge wird angenommen, daß, falls Lloyd George vor der Abbaltung der Neuwah­len zurücktreten sollte, Ehamberlain aufgefor­dert werden würde, die Regierung zu über­nehmen.

(Bemerkenswert ist diese Stimme insofern, als derObserver" bisher zu den treuesten An­hängern des Premierministers gehörte. D. Red.)

Neue französische Rechtsbeugung.

Die Urteil gegen Smeets nicht vollstreckbar!"

Paris, 9. Okt. Die Nhcinlandkommissiou hat nach Prüfuna der Akten über bie Prozesse gegen ben Redakteur Smeets entschieden, daß die ausgesprochenen Urteile nickt vollstreckt werden dürfen.

Das deutsche Gericht verurteilt nach Recht und Gesetz einen verbrecherischen Schädling zu verdienter Strafe und die Rheinlandkommission hebt unter Mißbrauch ihre? Amte? Recht und Gesetz auf. Die Tatsache, daß die fremde Kommission durch einen

Einnahmen vorgesehen 110 Milliarden Mark, aber allein im ersten Vierteljahr sind au Einnahmen 48 Milliarden eingegangen. Wenn man ben Dollarknrs auf rund 300 hätte festhalten können, so wäre eS sür die deutsche Reichkfinanzverwaltung möglich gewesen, eine Reparationsleistung von einer Milliarde Goldmark abzutragen Nach den letzten Markstürzen ist es aber nicht mehr möglich, Reparations­leistungen in den Etat einzustellen.

Die unerkröglichs Gast der Besatzungs- Kosten.

Die Broschüre der Reparationskommiffion über bie bisherigen Zahlungen Deuischland«, von der wir schon einmal sprachen, liegt nunmehr vor. Aus ihr lasten sich vor allem die Kosten für die Beatzunzrtruppenanschaulich" lesen. Die Besatzungskasteu fe^en sich aus zwei Posten zusammen: 1. aus den Auslagen, die die alliierten Länder bisher leisteten und die Deutschland bisher zuruckerstattete, 2. aus den Auslagen, die Deutschland direkt bezahlte (und zwar für Ein- quarlirrunoen derTruppen, Requisitionen, Trans- oorte). Die Auslagen der zweiten Kategorie sind in Papiermark angegeben und von der Neparationikommission in Goldmark umgerechnet worden, die Auslagen der Kategorie wurden ursprünglich in den Währungen der alliierten Länd er angegeben und in Goldmark zum mittleren Kurse während je drei Monaten umgerechnet. Die Befatzungskosten betrugen

vom 11. November 1918 bis 30. April 1921:

Uir England 991097 000 Goldmark

V06£r 3usdehnung hineuigezogeu, i^äL^

ohne alle notigen Garantien erlangt zu haben. Verräter Smeet» in ihren besonderen Schutz nimmt.

für Frankreich 1 275 588 000

für Italien 10 052 000

für Belgien 194 599 000

für die Vereinigten Staaten (mit Bur-

Goldmark Goldmark Goldmark

Er habe leichtfertig gehandelt. Griechenland habe die Anstrengungen nicht aushalten können, die der Kampf in Kleinasien erforderte, da es, obwohl zuerst Mandatar der Großmächte, spä­ter ohne Unterstützung geblieben sei. Der König gab der Hoffnung Ausdruck, daß seine Abdan­kung Griechenland wenigstens Nutzen bringen und sein Opfer dazu dienen werde, es vor dem

zermürbenden inneren Kampf zu bewahren.

Die zweite Konferenz von Mudania.

Paris, 9. Okt. DerTemps" demnetiert die Meldung, wonach es zwischen den alliierten Be­vollmächtigten in Mudania zu neuen Reibun­gen gekommen sei. Wenn diese gezwungen ge­wesen seien, sich mit der Bitte um neue Instruk­tionen an ihre Regierungen zu wenden, so sei der Grund lediglich der, daß in dem General Harrington erteilten Anweisungen die letzten Pariser Vereinbarungen noch nicht berücksichtigt

gewesen seien. General Harrington habe in­zwischen ergänzende Instruktionen erhalten, nachdem die alliierten Kabinette sich gestern nochmals darüber miteinander in Verbindung gesetzt hätten und daraufhin ihren Bevollmäch­tigten gleichlautende Anweisungen gegeben hät­ten. Unter diesen Umständen dürfe man damit rechnen, daß die Verhandlungen in Mudania heute nachmittag wieder ausgenommen worden seien, und daß sie in kurzem zu einer Einigung sühren würden, die im Prinzip bereits vor­handen sei. Tatsächlich hat gestern ein neuer Meinungsaustausch zwischenPa- fis und London stattgefunden, da über die Auslegung der am Samstag zustande gekommenen Vereinbarungen erneut Differen- sen entstanden waren. Insbesondere handelte es sich um die ziffernmäßige Festsetzung der tür­kischen Gendameriestreitkräfte in Thrazien und oie neue Abgrenzung der neutralen Zone auf dem asiatischen Ufer. Nach der Darstellung der Pariser Presse, die durchblicken läßt, daß Eng- land in der letzteren Frage dem türkischen Standpunkt einige Konzessionen gemacht hat, all es sich lediglich um Mißverständnisse gehan-

punkt einige Konzessionen gemacht hat, , sich lediglich um Mißverständnisse gehan­delt haben, die bereits beseitigt seien.

Paris, 9. Okt. Nach einer vomJournal des Debats" veröffentlichten Meldung aus Konstan- iinovel bestätigt es sich, daß die'Konferenz der alliierten Generäle heute nachmittag 2 Uhr wieder begonnen hat.

DerObserver" verlangt Lloyd Georges sofortigen Rücktritt.

London, 9. Okt. Der politische Berichterstat­ter desObserver" schreibt, Lloyd Georges An­isen im Aus- und Inland sei für den Augen- M vernichtet durch den endgültigen Fehl- Mag in seiner Ostpolitik, die die Türkei und âßland zur gleichen Zeit herausforderte und von dem ganzen übrigen Europa im Stiche ge- iien wurde. Wenn Lloyd George am Ruder bleiben würde, so würde dies seine Macht be-

ist ein trefflicher Beweis für die politische Interessen­gemeinschaft, die zwischen beiden besteht und eben in den verräterischen Bestrebunzen des Herrn Smeet» ihren schändlichen Ausdruck gesunden hat.

Neuer Zwischenfall in Oberkassel.

Eit» deutscher Zivilist schwer verletzt.

Düsseldorf, 9. Okt. In Oberkassel bei Düssel- dors, das von den Belgiern besetzt ist und wo neulich ein belgischer Sergeant einen belgischen PosUn und sich dann selbst erschossen hatte, ist es in der Nacht von Samstag zu Sonntag zu einem Zusammenstoß zwischen deutschen Zivilisten und belgischen Soldaten gekommen, wobei ein deutscher Zivilist durch einen Halsschuß lebenrgcfâhrlich verletzt worden ist.

*

Die kurze Meldung über einen neuen. zweifellos bedauerlichen Zwischenfall gestattet noch keine nähere Beurteilung, wenn auch die lebensgefährliche Verwun­dung eines Deutschen den Waffengebrauch auf belgischer Seite dokumentiert. Andererseits ist klar, daß die kindischen Bestimmungen der Belgier für den Straßen­verkehr nach dem ersten Zwischenfall sowie die falschen Behauptungen über eine deutsche Schuld die Stimmung der Bevölkerung gegen die Besatzung auf Siedehitze gebracht haben. Fort mit der Besatzung am Rhein! Ein anderes Mittel gibt es nicht, um die friedliebende Bevölkerung von ihren Peinigern zu befreien.

Eine Denkschrift über die Aeparationstaslen.

Berlin, 9. Oktob. Der Staatssekretär im Reichs- finanzministerium, Schröder, hat eine umfangreiche Denkschrift aulgearbeitet, die sich mit den bisherigen deutschen Reparationsleistungen besaßt. Die Denk­schrift weist darauf hin, daß Deutschland heute bereits mehr als zehnnlal so viel an Reparationen bezahlt hat, wie Frankreich nach dem Kriege von 1870/71. Die Denkschrift kommt zu dem Ergebnis, daß die ge­samten Lieferungen und Abtretungen, die den alliierten Mächten bisher zu gute gekommen sind, einschließlich des Reichs- und Staatseigentums in den abgetretenen Gebieten von Oberschlesien einen Gesamtwert von nahezu einundvierzig Milliarden Goldmark darstellen. Die Denkschrift weist auch nach, daß der Reichshaus­halt ohne die Reparationen bereits im Jahre 1921/22 iin Gleichgewichte gewesen wäre. Von Ende April 1921 bis Ende Juni 1922 find allein für die Er­füllung des FriedenSvertrages rund 151 Milliarden Papiermark aufgewendet worden. Die schwebende Schuld hat im gleichen Zeltraume nur um 135 Milli­arden zugenommen, f« daß rund 16 Milliarden aus lausenden Mitteln gedeckt werden konnten.

Die Denkschrist beleuchtet auch den Zusammenhang der Reparationsleistungen und der Entwertung der Mark, indem sie den Dollarkurs vor und den Kurs nach der Vornahme von großen Reparationsleistnngen einander gegenüberstellt. Wenn er gelingen sollte, die deutsche Mark einigermaßen zu stabilisieren, so könnte auch das deutsche Budget ins Gleichgewicht gebracht werden. Im Reicksbaushalt für 1922 sind an

marf, die sie direkt erhielten) 1010 614 000

Goldmark

zusammen: 3 481 950 000 Goldmark Vom 1. Mai 1921 bis 30. April 1922:

für England 24 006 000 für Frankreich 224 472 000 für Belgien 41138 000 für die Vereinigten Staaten (mit Aus­nahme der in Pa­piermark bezahlten

Goldmark Goldmark Goldmark

Beträge)

56160 000

Goldmark

zusammen: 345 776 000 Golomark

Die Eefamtsummr für die Besatzungrkosten vom Nsvrmber 1918 bis zum 30. April 1922 beträgt demnach 3 827 726 000 Goldmark, also eine Papiermarksumme selbst bei niedrigstem Kurs von schwindelhafter Höhe, eine Ausgabe vornehmlich für den französischen Militarismus!

Die stemmende Präsidentenwahl.

Berlin, 10. Okt. In rechtsstehenden Kreisen schweben Verhandlungen über die Aufstellung eines gemeinsamen Kandidaten für die bevor­stehende Reichspräsidentenwahl. Mitte dieser Woche wird voraussichtlich näheres über die Person dieses Kandidaten bekannt gegeben wer­den. Auf der Rechten wird die hier und da auf­tauchende Ansicht, die rechtsstehenden Kreise sollten sich bei der Wahl der Stimme enthalten, als verkehrt gehalten, weil daraus gefolgert werden könne, daß man das Spiel verloren gebe. Pflicht eines jeden rechtsstehenden Wäh­lers müsse es sein, gerade bei dieser Wahl zur Wahlurne zu gehen unbeschadet der etwaigen monarchistischen Einstellung. Von einer Persön­lichkeit, die der Deutschen Volkspartei nahe steht, erfährt derLokalanzeiger", daß zwischen der deutschen Volkspartei, dem Zentrum und der Deutschdemokratischen Partei auf Grund der wenn auch nicht formell begründeten, so doch tatsächlich bestehenden Arbeitsgemeinschaft we­gen Aufstellung eines gemeinsa­men Kandidaten Fühlung gesucht werde. Eine hiesige Korrespondenz will wissen, daß bei Verhandlungen, die am Samstag zwischen dem Führer der Deutschnationalen Volkspartei, Hergt, und dem Vorstandsmitglied der Deut­schen Volkspartei, Kempkes, über die Wahl des Reichspräsidenten geführt wurden, eine Eini­gung dahin erzielt sei, daß die Deutsche Volks­partei sich verpflichtet habe, ihre Bemühungen, Zentrum und Demokraten zur Aufstellung eines bürgerlichen Gegenkandidaten in Gemeinschaft mit den andern bürgerlichen Parteien zu ver­anlassen, mit allem Nachdruck fortzusetzen.

Der neue Markslurz.

Der Wert bes heimischen Gelde» nähert sich mit schnellen Schritten dem Nullpunkt. Der Dollar sprang gestern an bet Berliner Börse von 2245. auf 2600. und heute moraen auf 3100 Mark ein«'

iWorbitofierung, wie wir sie bisher nicht gekannt und nie für möglich gehalten hatten. Die Mark gilt an dem Dollar gemessen nur noch ein Sechshundertstel ihres FriedenSwertes; ihre Kaufkraft an den fremden Märkten ist damit so gut wie ganz erloschen, ihr Rückgang hat sich gestern an der New porter Börse fortgesetzt. Der Kurs stellte sich dort auf 0,03/» Cent», was einem Dollarstand von 2962 entspricht.

Golbschatzwechsel zur Rettung der Mark.

Berlin, 10. Ost. In dem heutigen Leitartikel »erVorwärts", bet ft ei mit dem Marksturz beschäftigt, h ißt es: Der Dollar steht auf fast 3000. 1 Milliarde Gold liegt untätig in den Raffen bet Reichrbank und trägt nicht zur Stützung der Währung bei. DaS ist ein unhaltbarer Zustand. Die Regierung muß alle Energie darauf verwenden, um den Sturz der Mark endlich aufnibalten. Sie darf dabei auch nicht vor dem tubsektwen Urteil von Männern zurückschrecken, deren Denken und Fühlen in den Idealen der Vorkriegszeit befangen ist und die mit dem Goldschatz eine nutzlos« Prestigepobtik treiben. Es ist unbedingt erforderlich, daß bent Sin'en der Mark endlich ein Ziel gesetzt wird. Man schaffe einwcrtbeständigesAnlagehapier.etwaGold- lchatzlvechscl, verbiete dann rücksichtrio» jeden spekulativen Deviscilhanvet, sorge dafür, daß die vorhandene» 1 Devisen auch wirklich beut dringenden volkswirtschaft­lichen Bedarf ungute kommen und bekämpfe rücksichts­los die Zahlung im Inland mit ausländischer Währung. Wohl können auch diese Mittel nicht den sicheren Erfolg versprochen, die Mark einigermaßen wieder in die Höhe zu bringen, aber sie würden da» willlürlicke Spiel mit der Kaufkraft beS Volke» endlich einschränken und der Welt zeigen, daß da« deutsche Volk nicht gesonnen ist, dem Treiben der Spekulation seine Arbeitskraft und fein Recht auf Leben zu opfern. Und darauf komiiit es an. Aber es ist die höchste Zeit.

Aeurege!u«g der Ausgleichszahlungen

Berlin, 9. Okt. Die Verhandlungen über eine Neuregelung der Ausgleichszahlungen haben heute begonnen, nachdem am Samstag die Lei­ter des fxanzäfifchen und des englischen Aus­gleichsamtes, sowie ein Vertreter des gemischten Schiedsgerichtes in Berlin eingetroffen sind.

Berlin, 10. Okt. Von zuständiger Stelle wird der Telunion bestätigt, daß die Leiter des fran­zösischen und des englischen Ausgleichsamts, Alphand und Grey, in Berlin eingetroffen sind. Es haben auch bereits vorgestern und gestern Vorbesprechungen über die Neuregelung der Zahlungen im Ausgleichsverfahren begonnen. Es wird übrigens darauf hingewiesen, daß außer Frankreich und England noch andere alli­ierte Mächte an dem Ausgleichsverfahren inter­essierten Ausgleichsämter stattfinden sollen.

*

Bekanntlich hatte Deutschland schon vor eini­ger Zeit um einen Aufschub für die Zahlungen aus dem Ausgleichsverfahren über den vorge­schriebenen Termin hinaus nachsuchen müssen, da die deutsche Regierung nicht in der Lage ist, die vereinbarten Goldzahlungen zu den vor­geschriebenen Terminen aufzubringen. Es ist deshalb zu schweren außenpolitischen Krisen gekommen. Jetzt werden die Verhandlungen über diesen Punkt zwischen den Vertretern Eng- lands, Frankreichs und den einzelnen Ressorts der Reichsregierung geführt.

Blulige Zwischenfälle bei den Sowjelwahlen.

Pari». 10. Okt. Die Radio-Agentur meldet aus Riga: Die Sowjetwsblen. die in den nord- ruisilchen Gouvernements begonnen baben. sind von blutigen Zwischenfällen begleitet. In Wol.gda bat während der Wahl eine regelrechte Schlackt zwiichen Kommunisten und Parteilosen stattge- funden. Auf beiden Seiten wurde mit Revolvern und Meffern gearbeitet. In Ooatschka ist der Präsident der lokalen Sowjets beim Verlassen einer Versammlung getötet worden. Die bolsche­wistischen Kandidaten erhielten zahlreiche Droh­briefe.

Eine Kommunisttn-Demonstration. Der antibolschewistische AufklärungssilmDer Tobekreigen" hat in Jena die Kommunisten zu einer Demonstroti»» ,oeraxtast. Als im LichtspielhausDeutsches Hau»' der genannte Film zum zweiten Mal vorgesührt werden sollte, drangen etwa 100 K»mmunisten unter Führung bei Landtagrabgeordncten Zimmermann in »a» Dheater «ab besetzten die Aurgänge. Al» der Gcschäftlfihrer der St iio5 sich weigerte, die Vorführung cinzustelle«, wandten sich Vertreter der Arbeiterschaft in Ansprachen an die Kinobesucher und forderten sie auf, sich dem Protest anznschlietzen. Durch Eingreifen de» herbei, geruicnen Polizeidezernenten wurde die Einstellung der Voriühruug erwirkc, um ernstere Zwischenfälle ,r vcrmcitkn. Darauf zerstreuten sich dir Demrnstrante« intet Absintnn, der Intern «ti»««le.. Die foniwuw stifte Presse verlangt von der Thüringer Regierunt da; Sorbet bei Schandfilm«.

Dollar (10 Uhr oormJ 3100